Migränemasken: Wirkung, Anwendung und Alternativen zur Schmerzlinderung

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze zur Linderung von Migräneattacken, darunter auch Migränemasken. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Migränemasken, ihre verschiedenen Anwendungsformen und alternative Behandlungsmethoden.

Was ist eine Migränemaske?

Migränemasken sind in verschiedenen Formen und Farben erhältlich. Sie bestehen in der Regel aus einer Gel-Füllung, die im Gefrierfach gekühlt werden kann, um eine kühlende Wirkung zu erzielen (Kältetherapie). Alternativ können sie in der Mikrowelle oder im Wasserbad erwärmt werden, um eine Wärmeanwendung zu ermöglichen (Wärmetherapie). Die Masken sind so geformt, dass sie mindestens den Bereich um Augen und Stirn intensiv kühlen oder wärmen. Einige Modelle bedecken sogar das ganze Gesicht mit Aussparungen für Mund und Nase. Durch die Abdeckung der Augen blockieren diese Masken auch Licht und somit visuelle Reize, was bei Lichtempfindlichkeit während einer Attacke zusätzliche Erleichterung schaffen kann.

Kälteintervention bei Migräne

Kälteinterventionen sind in der Akutbehandlung von Migräne weit verbreitet, da sie in der Regel nicht invasiv sind und in Eigenregie angewendet werden können. Ein möglicher Mechanismus, über den Kälte die Migränesymptome lindern könnte, ist die Vasokonstriktion - die Verengung der Gefäße. Während einer Migräneattacke sind die Blutgefäße im Gehirn meist geweitet. Einige Migränemedikamente, wie zum Beispiel Triptane, zielen ebenfalls auf die Verengung der Blutgefäße ab, um Migränesymptome zu lindern.

Die Auswirkungen von Kälte auf Migräne können jedoch von Person zu Person unterschiedlich sein. Einige Menschen mit Migräne berichten, dass Kälte eine lindernde Wirkung auf ihre Kopfschmerzen hat, während andere angeben, dass Kälte ihre Symptome verstärken kann.

Neben verschiedenen Formen von Migränemasken gibt es auch noch weitere Interventionen, die unter die Kältetherapie fallen:

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  • Gel-Kappen: Diese Kappen kühlen nicht nur Augen- und Stirnpartie, sondern den gesamten Kopf. Durch ein Band kann die Kappe selbst gelockert und fixiert und somit die Enge reguliert werden.
  • Intranasale Kühlung: Dabei strömt aus kleinen, in die Nase eingeführten Kanülen, ein kühlendes Gasgemisch und kühlt so das lokale Nasengewebe und dadurch die Blutgefäße, die das Gehirn versorgen.
  • Kalte Umschläge: Mithilfe von kalten Tüchern oder Wickeln wird versucht der Bereich zu kühlen, durch den die intrakraniellen Gefäße (innerhalb des Kopfes) fließen.

Wärmeintervention bei Migräne

Nicht alle Betroffenen von Migräne sprechen gut auf Kälteinterventionen an. Manche berichten im Gegenteil davon, dass ihnen Wärme während einer Migräneattacke Abhilfe verschafft. Migränemasken, Gel-Kappen und Umschläge können deshalb auch als Wärmeintervention angewendet werden. Der Wirkmechanismus wird dabei eher auf die Entspannung durch die Wärme, gerade bei Spannungskopfschmerzen, zurückgeführt.

Anwendungshinweise für Migränemasken

  • Kühlen: Die Maske für maximal 2 Stunden in den Gefrierschrank/Kühlschrank legen. Maximale Anwendung: 2-4 Stunden in kurzen Intervallen von 20 Minuten.
  • Erwärmen: In der Mikrowelle bei 600 Watt für etwa 30-40 Sekunden erwärmen. Zwischendurch prüfen, um Verbrennungen und Überhitzung zu vermeiden.
  • Sicherheitshinweise: Überhitzung und Verbrennungen vermeiden, Maske beim Erwärmen beobachten. Nicht länger als empfohlene Zeit anwenden (max. 20-Minuten-Intervalle). Außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren. Vor der Nutzung auf Hautreaktionen achten, bei Beschwerden sofort absetzen.

Alternative Akutbehandlungen bei Migräne

Kälte- und Wärmeinterventionen fallen unter Akutbehandlung von Migräneattacken. Es gibt aber noch verschiedene weitere Möglichkeiten der Akutmaßnahmen bei einer Attacke:

  • Nicht-medikamentöse Interventionen: Entspannung, Pfefferminzöl, Massagen, Ruhe und Schlaf.
  • Medikamentöse Interventionen: Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken können Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder auch Aspirin eingenommen werden. Triptane sind hingegen speziell für Migräne entwickelte Akut-Medikamente. Bei Unwirksamkeit oder Kontraindikation gegen Triptane werden in den Leitlinien Lasmiditan (Serotoninrezeptor-Agonist) und Rimegepant (CGRP-Rezeptorantagonist) empfohlen.
  • Sauerstofftherapie: Die Inhalation von reinem Sauerstoff über eine Gesichtsmaske ist besonders schonend und effektiv bei Clusterkopfschmerzen.

Migräneprophylaxe

Um Migräneattacken generell vorzubeugen, ist eine effektive Migräneprophylaxe von großer Bedeutung. Ein Beispiel für eine nicht-medikamentöse Prophylaxe ist die Migräne-App auf Rezept sinCephalea, die derzeit für episodische Migräne zugelassen ist. Weitere nicht-medikamentöse Migräneprophylaxen sind Entspannungsmethoden oder moderater Ausdauersport.

Auch Umstellungen im Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten können die Migräne-Häufigkeit und -heftigkeit deutlich reduzieren.

  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus und feste Mahlzeiten: Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist ebenso unerlässlich wie das Einhalten von festen Mahlzeiten, damit der Blutzuckerspiegel nicht zu sehr schwankt.
  • Identifizierung und Vermeidung von Migräneauslösern: Mithilfe eines Kopfschmerz-Tagebuches können Betroffene ihre persönlichen Migräneauslöser ermitteln.
  • Regelmäßiger Sport: Regelmäßiger Sport kann die Häufigkeit von Migräneattacken senken.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Ein Mangel an manchen Vitaminen und Mineralstoffen kann Migräne begünstigen.
  • Histamin und Glutamin: (Zu viel) Histamin und der Geschmacksverstärker Glutamat in der Nahrung kann bei manchen Menschen einen Migräne-Anfall auslösen.
  • Glücksbotenstoff Serotonin: Bei einem Migräne-Anfall besteht ein akuter Mangel des Botenstoffes Serotonin.
  • Entzündungsfördernde Lebensmittel meiden: Entzündungsreaktionen im Körper können die Migräne-Häufigkeit anheben.
  • Zahn-Check: Viele Menschen stellen eine Verbesserung ihrer Migräne-Symptome fest, wenn alte Amalgam-Plomben in den Zähnen durch Gold oder Kunststoff ersetzt wurden.

Kritik und Warnhinweise

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirkung von Migränemasken und anderen alternativen Behandlungsmethoden wissenschaftlich nicht immer eindeutig bewiesen ist und oft auf Erfahrungswerten beruht. Einige Anbieter werben mit unrealistischen Versprechungen, die nicht durch Studien belegt sind. Es ist daher ratsam, sich vor dem Kauf einer Migränemaske oder der Anwendung einer anderen alternativen Behandlungsmethode gründlich zu informieren und gegebenenfalls einen Arzt oder Therapeuten zu konsultieren.

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