Seit Jahrtausenden werden Massagen als eine der ältesten medizinischen Therapieformen der Welt praktiziert. Die älteste dokumentierte Massage-Technik ist Tui Na, die aus dem traditionellen China stammt (ca. 2. Jahrhundert v. Chr.). Massagen werden eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, Verspannungen zu lösen oder einfach für das ganzheitliche Wohlbefinden. Gelegentlich können jedoch nach Massagen Muskelschmerzen auftreten, für die es verschiedene Ursachen gibt.
Ursachen von Muskelschmerzen nach Massagen
Obwohl Massagen in der Regel als wohltuend empfunden werden, können sie in manchen Fällen auch zu Muskelschmerzen führen. Dies kann verständlicherweise Beunruhigung auslösen. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch um eine sogenannte Erstverschlimmerung, eine Reaktion auf die Behandlung, bei der sich bestehende Symptome kurzfristig verstärken oder benachbarte Regionen betreffen können.
Einige mögliche Ursachen für Muskelschmerzen nach einer Massage sind:
- Unterschiedliche Empfindlichkeit: Unterschiedliche Körperregionen können unterschiedlich empfindlich auf den Druck der Behandlung reagieren.
- Intensität der Schmerzen: Die Intensität der Schmerzen kann variieren. Einige Menschen verspüren nur ein leichtes Ziehen oder Brennen in den Muskeln, während andere einen starken Muskelkater mit Schwindel, Erschöpfung oder Unwohlsein erleben.
- Anregung des Gewebes: Massagen können dazu führen, dass der Körper Schadstoffe aus dem Gewebe transportiert, was vorübergehend zu Schmerzen führen kann.
- Kompensatorische Verspannungen: Wenn eine Muskelgruppe verspannt ist, können auch benachbarte Muskeln eine Verspannung erfahren, um ein Gleichgewicht oder einen Ausgleich zu schaffen. Das Lösen einer Verspannung kann so zu neuen Spannungsgefühlen führen, bevor die Muskeln langfristig vollständig entspannen.
- Kontraindikation: Abhängig vom Gesundheitszustand kann es sein, dass von Massagen abgeraten wird, da diese zu unerwünschten Beschwerden führen können.
Es ist wichtig zu beachten, dass Beschwerden nach einer Massage oft eine natürliche Reaktion des Körpers auf die Behandlung sind. Im Zweifelsfall sollte jedoch immer ein Arzt konsultiert werden.
Wadenkrämpfe: Ein häufiges Phänomen
Neben den allgemeinen Muskelschmerzen nach Massagen sind Wadenkrämpfe ein besonders häufiges Problem. Sie äußern sich durch plötzliche, schmerzhafte Muskelverhärtungen im Unterschenkel. Rund 40 Prozent der Deutschen leiden hin und wieder darunter. Die Krämpfe dauern meist nur wenige Minuten und lassen sich oft durch Massage lösen.
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Ursachen von Wadenkrämpfen
Die Ursachen für Wadenkrämpfe sind vielfältig und können in drei Kategorien eingeteilt werden:
- Paraphysiologische Krämpfe: Hier liegt meist ein Ungleichgewicht der Elektrolyte (u.a. Magnesium, Kalzium, Natrium) vor. Diese Krämpfe treten gelegentlich während der Schwangerschaft oder nach sportlicher Betätigung auf.
- Idiopathische Krämpfe: Die Ursache dieser Krämpfe ist unklar. Betroffene können erblich dazu veranlagt sein oder es besteht eine - noch nicht diagnostizierte - Erkrankung wie Diabetes mellitus.
- Symptomatische Krämpfe: Unterschiedliche Erkrankungen von Nervensystem, Herz, Muskeln oder Stoffwechsel können als Begleitsymptom symptomatische Krämpfe auslösen. Ebenso werden die Krämpfe durch Vergiftungen oder als Nebenwirkungen von Medikamenten hervorgerufen.
Ein Mangel an Salzen wie Magnesium oder Natrium kann zu einer gestörten Erregbarkeit der Muskelfasern und damit zu unkontrollierbaren Verkrampfungen führen. Dies kann unter anderem durch falsche Ernährung, Diabetes mellitus, Darm- und Nierenerkrankungen, Alkoholmissbrauch oder Schwangerschaft verursacht werden. Auch Dehydrierung, hormonelle Veränderungen und Stoffwechselstörungen können eine Rolle spielen.
In einigen Fällen können auch Muskelerkrankungen, Erkrankungen des Nervensystems oder Medikamente Wadenkrämpfe auslösen.
Wann sollte man bei Wadenkrämpfen zum Arzt?
Wadenkrämpfe sind meist harmlos. Ein Arzt sollte jedoch aufgesucht werden, wenn die schmerzhaften Krämpfe sehr häufig auftreten, nachts den Schlaf rauben oder sich tagsüber bemerkbar machen und sich trotz Dehnen oder sanfter Massagen nicht auflösen. Auch wenn weitere Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Bewegungseinschränkungen hinzukommen, ist ein Arztbesuch ratsam.
Diagnose von Wadenkrämpfen
Der Arzt wird sich die Beschwerden genau erläutern lassen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Gegebenenfalls werden weitere Untersuchungen wie eine Elektromyografie, eine Elektroneurografie, ein Ischämietest, eine Dopplersonografie oder bildgebende Verfahren durchgeführt. Auch eine Laboruntersuchung des Blutes kann Aufschluss über die Ursache der Krämpfe geben.
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Behandlung von Wadenkrämpfen
Die Behandlung von Wadenkrämpfen richtet sich nach der Ursache. Bei einer Störung im Elektrolyt- und Wasserhaushalt wird empfohlen, ausreichend zu trinken und auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Bei Magnesiummangel können entsprechende Präparate eingenommen werden. In schweren Fällen kann der Arzt Chininsulfat verschreiben. Auch homöopathische Mittel und Akupunktur können zur Behandlung von Wadenkrämpfen eingesetzt werden.
Was tun bei akuten Wadenkrämpfen?
Wenn ein Wadenkrampf auftritt, gibt es verschiedene Sofortmaßnahmen, die helfen können, den Krampf zu lösen:
- Dehnen: Die Unterschenkelmuskulatur dehnen, indem man die Zehen nach oben zieht und die Ferse fest in den Boden drückt.
- Massage: Den verkrampften Muskel leicht massieren, um die Muskulatur zu lockern und die Durchblutung zu steigern.
- Gehen: Einige Schritte gehen, um die Muskulatur zu aktivieren.
- Wärmeanwendung: Eine warme Dusche oder ein warmes Bad nehmen, um die Muskulatur zu entspannen.
- Fußdusche: Eine kurze Fuß- oder Wadendusche nehmen, um die Durchblutung anzuregen.
Prävention von Muskelkrämpfen und Wadenkrämpfen
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die helfen können, Muskelkrämpfen und Wadenkrämpfen vorzubeugen:
- Ausreichend trinken: Vor und nach der Massage und auch im Alltag ausreichend Wasser trinken, um die Muskeln hydratisiert zu halten.
- Elektrolythaushalt ausgleichen: Auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium, Kalium und Natrium achten.
- Regelmäßige Dehnübungen: Die Muskulatur regelmäßig dehnen, um Verspannungen vorzubeugen.
- Sanfte Bewegung: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und lockert die Muskeln.
- Massagesessel: Massagesessel können dazu beitragen, Schmerzen nach Massagen zu verhindern und zu lindern, da sie gezielte Massagen bieten und Muskeln entspannen sowie die Regeneration und Durchblutung anregen.
- Vermeidung von Risikofaktoren: Alkohol und Koffein meiden, unbequeme Schuhe vermeiden und Überlastung der Muskeln vermeiden.
- Anpassung der Trainingsintensität: Bei sportlicher Betätigung die Trainingsintensität langsam steigern und Überanstrengung vermeiden.
- Faszienbehandlung: Regelmäßige Faszienbehandlungen können helfen, Verklebungen im Bindegewebe zu lösen und die Flexibilität der Muskeln zu verbessern.
Die Rolle von Massagesesseln bei der Prävention und Linderung von Muskelbeschwerden
Massagesessel können eine wertvolle Ergänzung zur Prävention und Linderung von Muskelbeschwerden sein. Sie bieten eine Reihe von Vorteilen:
- Konsistenter Druck: Massagesessel bieten eine gleichbleibende Druckausübung, was schwer zu erreichen ist, wenn eine Massage von Hand durchgeführt wird. Dies kann dazu beitragen, tief sitzende Verspannungen zu lösen, ohne zu starken Druck auf empfindliche Regionen auszuüben.
- Individuelle Einstellungsmöglichkeiten: Moderne Massagesessel bieten individuelle Einstellungsmöglichkeiten der Intensität und der Massageprogramme, so dass die Behandlung an die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst werden kann.
- Ganzheitliches Wohlbefinden: Massagesessel können auf ganzheitliches Wohlbefinden abzielen und Entspannung, Stressreduktion und allgemeines Wohlbefinden fördern.
- Verkürzung der Regenerationszeit: Sanfte Programme eines Massagesessels können die Regenerationszeit nach körperlicher Anstrengung verkürzen.
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