Nervenschmerzen können das tägliche Leben stark beeinträchtigen und die Lebensqualität erheblich einschränken. Viele Betroffene suchen deshalb nach Alternativen oder Ergänzungen zur medikamentösen Behandlung, um auf sanfte Weise Linderung zu finden. Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) bietet eine Alternative zur konservativen, medikamentösen Behandlung. Eine solche Alternative oder Ergänzung ist die Massage, insbesondere in Kombination mit anderen Therapieformen wie Elektrotherapie oder Akupressur. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Massage bei Neuralgie, einschliesslich ihrer potenziellen Vorteile, Risiken und Anwendungsmöglichkeiten.
Was ist Neuralgie?
Neuralgie ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten von Nervenschmerzen. Diese Schmerzen entstehen durch eine Schädigung oder Reizung von Nerven und können sich in unterschiedlicher Intensität und Frequenz äussern. Eine der bekanntesten Formen ist die Trigeminusneuralgie, bei der ein elektrisierender Schmerz wie ein Blitz durch das Gesicht fährt. Die Attacken zählen zu den stärksten Schmerzen, die es gibt. Die Schmerzen sind dabei meist auf das Versorgungsgebiet des zweiten oder dritten Astes oder auch auf beide gemeinsam begrenzt und auf eine Gesichtshälfte beschränkt. Weitere Ursachen für Neuralgien können Stoffwechselstörungen, Infektionen oder Verletzungen sein.
Massage als Therapieform bei Neuralgie
Die Massage ist eine Therapieform, die durch manuelle Reizsetzung durch Druck sowie Massage erfolgt. Der Fokus liegt hier auf ganz bestimmten Akupressurpunkten. Sie kann eine wertvolle ergänzende Option zur Schmerztherapie bei Neuralgie sein. Sie kann helfen, Nervenschmerzen zu lindern, die Nervenfunktion zu stärken und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Es gibt verschiedene Massagearten, die bei Neuralgie eingesetzt werden können, darunter klassische Massage, Akupressur und Schröpfkopfmassage.
Klassische Massage
Die klassische Massage dient der Entspannung der Muskulatur und der Förderung der Durchblutung. Durch gezielte Griffe und Streichungen können Verspannungen gelöst und Schmerzen reduziert werden. Die Massage kann lokal im Bereich der betroffenen Nerven oder auch im umliegenden Gewebe angewendet werden.
Akupressur
Akupressur ist eine Therapie-Variante, die von bestimmten Druckpunkten am Körper ausgeht. Die Akupressur ist ein Naturheilverfahren, das über manuelle Druckausübung ganz bestimmter Körperstellen, sogenannter Akupressurpunkte, funktioniert. Sie gehört - genauso wie Akupunktur (Nadelbehandlung) - zu den Säulen der traditionellen chinesischen Medizin und hat sich in den letzten Jahrzehnten auch vermehrt im europäischen Raum als Naturheilverfahren etabliert. Die chinesische Therapieform baut auf der Annahme auf, dass der menschliche Körper durchzogen ist von einem System mit insgesamt 12 Energiebahnen, den sogenannten Meridianen. Über diese strömt die Lebensenergie (Qi, sprich: Tschi) durch den Organismus. Die Energiebahnen sind Organsystemen zugeordnet. Kommt es zu einem „Qi-Stau“, können unter anderem Rückenschmerzen die Folge sein.
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Die für die Akupressur wichtigen Druckpunkte befinden sich häufig nahe am Schmerzbereich (Nahpunkt oder Lokalpunkt). Allerdings ist nach Verständnis der TCM der Körper durchzogen mit Energiebahnen. Und so ist es auch möglich, dass ein sogenannter Fernpunkt - also eine weiter weg liegende Körperstelle - zur Linderung beitragen kann, da die Wirkung des Drucks bis zur Schmerzstelle zieht.
Schröpfkopfmassage
Die Schröpfkopfmassage, eine Variante des unblutigen Schröpfens, auch Saugwellenmassage genannt, kombiniert die Effekte des Schröpfens mit denen einer Massage. Die Schröpfgläser werden sanft über die eingeölten Hautpartien des Rückens bewegt, wodurch tiefliegende Verspannungen gelöst, die Durchblutung gefördert und die Muskulatur entspannt wird. Nach der Behandlung können blaurote, streifige Hautverfärbungen auftreten.
Nutzen der Massage bei Neuralgie
Massage kann auf verschiedene Weise zur Linderung von Neuralgie beitragen:
- Schmerzlinderung: Durch die Entspannung der Muskulatur und die Förderung der Durchblutung können Schmerzen reduziert werden.
- Verbesserung der Nervenfunktion: Regelmäßige Bewegung kann die Durchblutung verbessern und somit auch die Nervenfunktion stärken.
- Stressabbau: Massage wirkt entspannend und kann helfen, Stress abzubauen, der die Schmerzen verstärken kann.
- Verbesserung des Wohlbefindens: Durch die Entspannung und Schmerzlinderung kann das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden.
Risiken und Kontraindikationen
Trotz der potenziellen Vorteile gibt es auch Risiken und Kontraindikationen bei der Anwendung von Massage bei Neuralgie:
- Akute Entzündungen: Bei akuten Entzündungen im Bereich der betroffenen Nerven sollte auf Massage verzichtet werden.
- Hauterkrankungen: Bei Hauterkrankungen oder offenen Wunden im Massagebereich sollte die Massage vermieden werden.
- Blutgerinnungsstörungen: Bei Blutgerinnungsstörungen sollte vor der Massage ein Arzt konsultiert werden.
- Schwere Herz-Kreislauf-Probleme: Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Problemen wie Bluthochdruck (Hypertonie) sollten von einer Therapie mit Akupressur absehen oder sie nur nach Absprache mit einem Mediziner anwenden.
Ergänzende Therapieformen
Massage kann gut mit anderen Therapieformen kombiniert werden, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen:
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Elektrotherapie
Bei der Elektrotherapie werden spezielle Stromformen genutzt, um gezielt am menschlichen Organismus eine Erwärmung des Gewebes zu erreichen, Schmerzen zu reduzieren, Nerven zu reizen, Abbau von Schwellungen im Gewebe zu fördern oder Muskulatur zu aktivieren. Grundsätzlich gilt, dass Elektrotherapie ergänzend zu aktiven Maßnahmen (Bewegungsübungen, Training) angewendet werden sollte.
Wärme- und Kälteanwendungen
Wärmeanwendungen können eine wirkungsvolle Methode sein, um Nervenschmerzen zu lindern, da diese durchblutungsfördernd wirkt und die Muskulatur entspannt. Wenn du unter akuten Nervenschmerzen leidest, können Kälteanwendungen eine schnelle und effektive Möglichkeit zur Linderung sein. Kälte hilft, die Nervenleitgeschwindigkeit zu verringern und wirkt zudem entzündungshemmend, was besonders bei plötzlichen Schmerzattacken sehr hilfreich sein kann.
Bewegung und Ernährung
Regelmäßige Bewegung kann die Durchblutung verbessern und somit auch die Nervenfunktion stärken. Die richtige Ernährung spielt eine wesentliche Rolle bei der Unterstützung der Nervenfunktion und der Linderung von Nervenschmerzen.
Hausmittel und natürliche Methoden
Neben professionellen Behandlungen gibt es auch eine Reihe von Hausmitteln und natürlichen Methoden, die bei Neuralgie unterstützend wirken können:
- Ätherische Öle: Ätherische Öle sind seit Jahrhunderten für ihre schmerzlindernden Eigenschaften bekannt und können bei neuropathischen Schmerzen eine unterstützende Wirkung haben.
- Kräuterwickel: Kräuterwickel sind eine traditionelle Methode, um Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren.
- Kräutertees: Kräutertees sind eine wohltuende Möglichkeit, das Nervensystem zu unterstützen und den Stress zu reduzieren.
Die Rolle der Ordnungstherapie
Chronischer Stress kann die Schmerzverarbeitung beeinflussen. Im Einzelfall können Entspannungsverfahren, Yoga oder vergleichbare Maßnahmen indiziert sein. Akupunktur ist in ähnlicher Weise wirksam.
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