Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung: Radiochemische Forschung im Fokus

Das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung (vormals MPI für neurologische Forschung) auf dem Campus der Universitätsklinik Köln spielt eine bedeutende Rolle in der medizinischen und experimentellen Forschung, insbesondere im Bereich der Radiochemie. Die enge Verzahnung mit der Uniklinik Köln und dem Forschungszentrum Jülich ermöglicht innovative Forschungsansätze und die Entwicklung neuer Radiopharmaka für diagnostische und therapeutische Anwendungen.

Strukturelle Kooperation und Expertise

Die Uniklinik Köln verfügt über einen eigenen Lehrstuhl für Radiochemie und Experimentelle Molekulare Bildgebung (IREMB) unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Bernd Neumaier. Dieser Lehrstuhl wurde in Form einer strukturellen Kooperation mit dem Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung eingerichtet. Diese Kooperation, zusammen mit der Anbindung an die Nuklearchemie des Departments für Chemie der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät und dem Forschungszentrum Jülich, schafft einen einzigartigen Standortvorteil.

Infrastruktur für GMP-Konforme Synthese

Am Standort der Uniklinik Köln besteht Zugang zu einem Zyklotron und einem voll ausgestatteten PET-Radiochemie-Labor. Ein entsprechendes Team aus sachkundiger Person und Leitern für Qualitätskontrolle und Herstellung ermöglicht eine GMP-konforme Synthese von exklusiven PET-Tracern. Diese Infrastruktur ist essentiell für die Herstellung von Radiopharmaka, die höchsten Qualitätsstandards entsprechen.

Forschungsschwerpunkte des IREMB

Wissenschaftlich bilden im IREMB neue 18F-Markierungsstrategien und die Neuentwicklung von 18F-markierten Tracern für die molekulare Bildgebung wichtige Schwerpunkte. Prof. Dr. Bernd Neumaiers Forschung beschäftigt sich mit dem Einsatz innovativer Radiomarkierungsverfahren für die Herstellung von Radiopharmaka für diagnostische und therapeutische Anwendungen.

Innovative Radiomarkierungsverfahren

Die Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung und Anwendung innovativer Radiomarkierungsverfahren. Dies umfasst die Übertragung von Verfahren aus der klassischen Chemie in die Radiochemie, um sie für die Herstellung von Radiopharmaka nutzbar zu machen.

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Radiotracer für die Visualisierung von Hirnprozessen

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung neuer Radiotracer für die Visualisierung physiologischer und pathologischer Prozesse im Gehirn mittels nuklearmedizinischer Verfahren wie der Positronen-Emissions-Tomographie (PET). Diese Radiotracer ermöglichen es, Stoffwechselvorgänge und Veränderungen im Gehirn sichtbar zu machen und so Krankheiten frühzeitig zu erkennen oder Therapien zu optimieren.

Nicht-Standard Radionuklide für die Radioligandentherapie

Das Institut befasst sich außerdem mit der Herstellung und Isolation von Nicht-Standard Radionukliden für therapeutische Anwendungen im Rahmen der Radioligandentherapie bzw. Endoradiotherapie. Diese Therapieform zielt darauf ab, Tumorzellen gezielt mit radioaktiven Substanzen zu bestrahlen, um sie abzutöten.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Unter der Leitung von Prof. Dr. Bernd Neumaier widmet sich am INM-5 ein interdisziplinäres Team aus Radiochemikern, Physikern, Biologen, Technikern und Medizinern den komplexen Herausforderungen bei der Entwicklung strukturell vielfältiger Radiopharmaka. Diese Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen ist entscheidend für den Erfolg der Forschung.

Moderne Infrastruktur für Radiopharmaka-Produktion

Eine moderne Infrastruktur mit umfangreichen radiochemischen und präklinischen Laboren, Zyklotronen und einem GMP-konformen Reinraum ermöglicht die Produktion von Radiopharmaka und deren präklinische Evaluation. Die präklinische Evaluation umfasst die Untersuchung der Radiopharmaka in Zellkulturen und Tiermodellen, um ihre Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten.

Historischer Kontext und bauliche Entwicklung

Das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung auf dem Campus der Universitätsklinik Köln wurde Ende der 80er Jahre durch das Büro Meyer Architekten errichtet. Der Neubau säumt einen Bestandsbau aus den 60er Jahren, der im selben Zuge saniert wurde und die Optik für das Institut (Waschbetonplatten) vorgibt. Diese architektonische Integration von Alt und Neu spiegelt die lange Geschichte des Instituts wider.

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Medizinische Forschung und Klinikbereich

Die medizinische Forschung des Institutes ist in den Klinikbereich, mit dem damit verbundenen Patientenverkehr, eingebunden. Diese Klinikbereiche mit komplexen spezifischen Anforderungen wurden ebenfalls durch Meyer Architekten saniert und ausgestattet.

Erweiterung der Radiochemie und MR-PET-Gerät

2006 bis 2009 wurde im Zuge der Etablierung mehrerer Nachwuchsgruppen der gesamte Bereich der Radiochemie (experimentell und medizinisch) sowie Patientenverkehr (räumlich direkt neben der Intensivstation der Neurologie im selben Gebäude) neu hergestellt, inkl. Einbau eines kombinierten MR-PET-Gerätes (Siemens). Dieses kombinierte Gerät ermöglicht es, gleichzeitig Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) durchzuführen, was zu einer verbesserten Diagnostik führt.

Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung: Standort

Das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung befindet sich in der Gleueler Str. in Köln.

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