Hormonabhängige Meningeome in den Wechseljahren: Ein umfassender Überblick

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, die mit hormonellen Veränderungen einhergeht. Diese Veränderungen können verschiedene Symptome auslösen, aber auch das Wachstum von hormonabhängigen Tumoren wie Meningeomen beeinflussen. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Meningeomen, Hormonen und den Wechseljahren, um Betroffenen ein besseres Verständnis zu ermöglichen und Behandlungsoptionen aufzuzeigen.

Einführung in Meningeome und ihre Hormonabhängigkeit

Meningeome sind in der Regel gutartige Tumoren, die aus den Meningen entstehen, den Gewebsschichten, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Obwohl sie meist langsam wachsen, können sie durch Druck auf das umliegende Gewebe neurologische Symptome verursachen.

Ein wichtiger Aspekt von Meningeomen ist ihre mögliche Hormonabhängigkeit. Einige Meningeome exprimieren Hormonrezeptoren, insbesondere für Progesteron. Das bedeutet, dass Hormone wie Progesteron das Wachstum dieser Tumoren beeinflussen können.

Der Einfluss der Wechseljahre auf Meningeome

Die Wechseljahre sind durch einen Rückgang der Östrogen- und Progesteronproduktion gekennzeichnet. Diese hormonellen Veränderungen können bestehende Meningeome beeinflussen. Es gibt Hinweise darauf, dass Meningeome während der Wechseljahre häufiger entstehen oder schneller wachsen können. Dies wird auf die hormonellen Schwankungen und die relative Dominanz bestimmter Hormone zurückgeführt.

Symptome von Meningeomen

Die Symptome eines Meningeoms können vielfältig sein und hängen von der Größe und Lage des Tumors ab. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

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  • Sehstörungen (z. B. Doppeltsehen, Verschwommensehen)
  • Hörverlust oder Ohrensausen
  • Geruchsverlust
  • Sich im Laufe der Zeit verschlimmernde Kopfschmerzen
  • Gedächtnisverlust
  • Krampfanfälle
  • Schwäche in Armen oder Beinen

Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und unverzüglich einen Arzt zu informieren, um eine frühzeitige Diagnose und Behandlung zu ermöglichen.

Medroxyprogesteronacetat (MPA) und Meningeome

Medroxyprogesteronacetat (MPA) ist ein synthetisches Gestagen, das in der Hormontherapie eingesetzt wird. Die Anwendung von MPA wurde mit der Entstehung von Meningeomen in Verbindung gebracht, insbesondere bei längerfristiger Anwendung. Wenn bei einer Patientin unter MPA-Therapie ein Meningeom festgestellt wird, sollte der Arzt die Behandlung überdenken.

Vorsichtsmaßnahmen bei der Anwendung von MPA

Vor Beginn einer Behandlung mit MPA ist eine umfassende frauenärztliche Untersuchung erforderlich, um eine Schwangerschaft auszuschließen. Während der Behandlung ist eine zuverlässige Schwangerschaftsverhütung notwendig. Bei irregulären Vaginalblutungen sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden, um die Ursachen abzuklären.

MPA kann eine Flüssigkeitsretention verursachen, daher ist Vorsicht bei Erkrankungen geboten, die durch Flüssigkeitsretention beeinflusst werden können, wie z. B. Epilepsie, Migräne oder Herz- und Nierenfunktionsstörungen.

Eine Langzeitbehandlung mit MPA kann die Funktion der Nebenniere beeinträchtigen und zu Cushing-Symptomen führen. Es wird empfohlen, bei Langzeitbehandlung die Knochendichte zu bestimmen und auf eine ausreichende Kalzium- und Vitamin D-Zufuhr zu achten.

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MPA kann den Beginn der Wechseljahre verdecken. Während der Schwangerschaft darf MPA nicht eingenommen werden. Es sollte beachtet werden, dass MPA die Fahrtüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen kann.

Hormontherapie in den Wechseljahren: Nutzen und Risiken

Die Hormontherapie (HET) kann in den Wechseljahren zur Linderung von Beschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und depressiven Verstimmungen eingesetzt werden. Allerdings ist bei Frauen mit Meningeomen oder einem erhöhten Risiko dafür Vorsicht geboten.

Alternativen zur Hormontherapie

Für Frauen mit hormonabhängigen Meningeomen gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten, um Wechseljahresbeschwerden zu lindern:

  • Bestimmte Antidepressiva: Diese können gegen Hitzewallungen und depressive Verstimmungen helfen.
  • Hormonfreie pflanzliche Substanzen: Traubensilberkerze kann gegen Hitzewallungen wirken.
  • Bioidentische Hormone: Die Anwendung sollte jedoch kritisch geprüft und mit dem Arzt besprochen werden, da auch diese Hormone das Tumorwachstum beeinflussen können.

Sanfte Hormontherapie

Wenn eine Hormontherapie unumgänglich ist, sollte die "sanfteste" Variante gewählt werden, z. B. Östrogen als Gel oder Pflaster, um die systemische Wirkung zu minimieren. Progesteron kann als Gel oder Pflaster anstelle der oralen Einnahme verwendet werden.

Diagnose und Behandlung von Meningeomen

Die Diagnose eines Meningeoms erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT). Die Behandlung hängt von der Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors sowie von den Symptomen des Patienten ab.

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Beobachtung

Kleine, asymptomatische Meningeome können zunächst beobachtet werden, um ihr Wachstum zu überwachen.

Operation

Die operative Entfernung des Meningeoms ist oft die erste Wahl, insbesondere wenn der Tumor Symptome verursacht oder schnell wächst.

Strahlentherapie

Wenn eine Operation nicht möglich ist oder der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann, kann eine Strahlentherapie eingesetzt werden, um das Wachstum des Tumors zu kontrollieren.

Brustkrebs und Hormontherapie

Brustkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung, die hormonabhängig sein kann. Die feingewebliche Untersuchung des Tumors liefert wichtige Informationen über seine Hormonempfindlichkeit.

Antihormontherapie bei Brustkrebs

Die Antihormontherapie ist eine Therapie mit Medikamenten, die die Wirkung oder die Bildung körpereigener Hormone unterdrücken. Sie wird bei Brustkrebs eingesetzt, der hormonabhängig wächst.

Molekulare Subtypen von Brustkrebs

Zu den molekularen Subtypen von Brustkrebs zählen:

  • Triple-negativ (HER2-negativ, HR-negativ)
  • HER2-Subtyp (HER2-positiv)
  • Luminal A (HR-positiv, HER2-negativ, KI-67 niedrig)
  • Luminal B (HR-positiv, HER2-negativ, KI-67 hoch)

Weitere Aspekte der Hormontherapie in den Wechseljahren

Die Dosierung und Anwendung von Hormonpräparaten in den Wechseljahren sollte individuell angepasst werden. Bei Zwischenblutungen oder anderen Beschwerden sollte die Therapie angepasst oder alternative Behandlungen in Betracht gezogen werden.

Ratschläge von Experten

  • Bei Beginn einer Hormontherapie kann es zu Zwischenblutungen kommen.
  • Eine Erhöhung der Progesterondosis kann bei wiederholten Blutungen erwogen werden.
  • Die Anwendung von Progesteron am Abend kann sich positiv auf die Schlafqualität auswirken.
  • Bei Brustspannen deutet dies auf einen phasenweise zu hohen Östrogenspiegel hin.

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