Meningeom-Kontrolluntersuchungen: Zeitabstände, Therapie und Risikofaktoren

Meningeome, umgangssprachlich auch Hirnhauttumoren genannt, sind Tumoren, die von den Hirnhäuten ausgehen, den schützenden Membranen, die Gehirn und Rückenmark umgeben. Sie machen etwa 20 % aller Hirntumoren aus und treten vermehrt ab dem 50. Lebensjahr auf. Obwohl sie in 80-85 % der Fälle gutartig sind (WHO-Grad I), können sie aufgrund ihrer Lage und Größe dennoch Symptome verursachen und eine Behandlung erfordern. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher entscheidend, um ein Wiederauftreten (Rezidiv) oder Wachstum des Tumors frühzeitig zu erkennen.

Therapieoptionen bei Meningeomen

Die Wahl der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Gewebetyp des Tumors, das Alter und der Allgemeinzustand des Patienten sowie die Größe und Lage des Tumors im Gehirn. Grundsätzlich gilt: Je früher ein Gehirntumor erkannt wird, desto günstiger ist die Prognose.

Folgende Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung:

  • Operation: Im Idealfall kann der Tumor vollständig operativ entfernt werden, ohne Tumorzellen zurückzulassen. Häufig gelingt jedoch nur eine Teilentfernung. In manchen Fällen, z.B. bei schlechtem Allgemeinzustand des Patienten oder ungünstiger Tumorlage, kann auch nur eine Biopsie zur Diagnosesicherung möglich sein. Die Behandlung von Erkrankungen der Schädelbasis, einschließlich Meningeome, ist ein Schwerpunkt spezialisierter neurochirurgischer Kliniken.
  • Operation mit anschließender Strahlentherapie mit/ohne Chemotherapie: Da in den allermeisten Fällen keine vollständige Entfernung der Tumorzellen möglich ist, kann eine Nachbehandlung mittels Strahlentherapie und/oder Chemotherapie angeraten sein. Auch bei vollständiger Tumorentfernung ist in Abhängigkeit vom WHO-Grad des Tumors eine Nachbehandlung sinnvoll.
  • Strahlentherapie als Ersttherapie: Eine Strahlentherapie als Ersttherapie wird insbesondere dann eingesetzt, wenn der Tumor an einer besonders kritischen Stelle im Gehirn liegt und deswegen nur eine Biopsieentnahme und keine Operation möglich ist. Die Anzahl der Bestrahlungssitzungen und die Bestrahlungsintensität sind abhängig vom Gewebetyp. Während der Strahlentherapie können Nebenwirkungen wie Kopfdruck, Kopfschmerzen, Übelkeit, Haarausfall und ggf. Müdigkeit auftreten. Die meisten Nebenwirkungen können jedoch häufig durch den Einsatz von verschiedenen Medikamenten gemildert werden.
  • Chemotherapie: Eine Chemotherapie alleine zeigt bei den meisten Gehirntumoren eine nur geringe Wirkung. Jedoch kann eine Chemotherapie bei kombiniertem Einsatz mit der Strahlentherapie die Wirkung der Strahlentherapie verbessern.

Es ist ratsam, tumorspezifische Therapien von spezialisierten Ärzten an "Therapiezentren" und falls möglich innerhalb "klinischer Studien" durchführen zu lassen.

Empfohlene Zeitabstände für Kontrolluntersuchungen

Die Häufigkeit der Kontrolluntersuchungen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter:

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  • WHO-Grad des Tumors: Bei gutartigen Meningeomen (WHO-Grad I), die vollständig entfernt wurden, können die Abstände zwischen den Kontrollen größer sein als bei atypischen (WHO-Grad II) oder bösartigen (WHO-Grad III) Meningeomen.
  • Operationsergebnis: Bei einer vollständigen Tumorentfernung sind weniger häufige Kontrollen erforderlich als bei einer Teilentfernung oder einem Resttumor.
  • Individuelle Risikofaktoren: Das Vorliegen von Risikofaktoren wie z.B. genetischen Veränderungen oder eine vorherige Strahlentherapie kann häufigere Kontrollen erforderlich machen.

Einige Experten empfehlen für Meningeome Grad I, die nicht vollständig entfernt werden konnten, Kontroll-MRT-Aufnahmen.

Die Meinungen bezüglich der Häufigkeit von Kontrolluntersuchungen gehen auseinander. Einige Ärzte empfehlen im ersten Jahr halbjährliche Untersuchungen, dann ca. zwei Jahre lang jährliche und dann einen zweijährigen Rhythmus. Andere empfehlen einen kürzeren Zeitplan, insbesondere bei höhergradigen Tumoren oder unvollständiger Entfernung. Es ist wichtig, die individuellen Empfehlungen des behandelnden Arztes zu befolgen.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren für Meningeome

Die meisten Meningeome entstehen ohne spezielle Ursache. Am häufigsten sind genetische Veränderungen bestimmter Tumorsuppressorproteine verantwortlich. Diese Proteine sind dafür zuständig, die Wahrscheinlichkeit zu senken, dass sich aus einer Zelle eine Tumorzelle entwickelt.

Einige Studien deuten darauf hin, dass ionisierende Strahlung, wie sie bei medizinischer Radiotherapie oder häufigen Röntgenaufnahmen beim Zahnarzt vorkommt, das Risiko für ein Meningeom erhöhen kann. Insbesondere Panoramaschichtaufnahmen im Kindesalter scheinen mit einem erhöhten Risiko verbunden zu sein.

Symptome und Diagnose von Meningeomen

Viele Meningeome wachsen langsam und verursachen daher oft lange Zeit keine Symptome. Die Symptome hängen von der Lage des Tumors und den betroffenen Hirnregionen ab. Mögliche Symptome sind:

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  • Kopfschmerzen (insbesondere morgens)
  • Epileptische Anfälle
  • Neurologische Ausfälle (z.B. Schwäche, Sensibilitätsstörungen)
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Sehstörungen
  • Demenz (bei Mittellinientumoren)

Zur Diagnose werden in der Regel bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) eingesetzt. Eine CT nach Kontrastmittelgabe kann den Tumor sehr gut nachweisen.

Leben mit einem Meningeom: Psychische Aspekte

Die Diagnose eines Meningeoms und die damit verbundenen Behandlungen können eine erhebliche psychische Belastung darstellen. Viele Patienten erleben Angst, Unsicherheit und depressive Verstimmungen. Es ist wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen, um mit diesen Herausforderungen umzugehen.

Ein befundloses MRT kann helfen, aufgestaute Ängste abzubauen. Einige Patienten berichten, dass das Vertrauen in den eigenen Körper nach einer Hirn-OP erst wieder neu entstehen muss.

Schädelbasischirurgie: Ein spezialisierter Bereich

Die Behandlung von Meningeomen der Schädelbasis ist besonders anspruchsvoll, da diese Tumoren oft in der Nähe wichtiger Strukturen wie Hirnnerven und Blutgefäße liegen. Spezialisierte neurochirurgische Kliniken bieten eine umfassende Betreuung von Patienten mit Schädelbasistumoren an, einschließlich modernster Operationstechniken und interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Forschung und Innovation in der Meningeom-Behandlung

Die Forschung im Bereich der Meningeom-Behandlung schreitet stetig voran. Neue Erkenntnisse über die molekularen Grundlagen der Tumorentstehung und -progression führen zu neuen Therapieansätzen. Die Entwicklung neuer Medikamente und Bestrahlungstechniken verspricht, die Behandlungsergebnisse für Patienten mit Meningeomen weiter zu verbessern.

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