Beschwerden wie gelegentlicher Schwindel, Kopfschmerzen oder ein Druckgefühl im Kopf sind meistens harmlos. Oft liegt die Ursache in muskulären Verspannungen und Stress. Handelt es sich jedoch um besonders heftige oder wiederkehrende Beschwerden, empfiehlt sich der Besuch bei einem Arzt. Um herauszufinden, was das Leiden verursacht, bietet sich besonders die Magnetresonanztomographie (MRT) an. Die MRT ist eine nicht-invasive Methode, durch die detaillierte Bilder von Gehirn und Rückenmark erzeugt werden können. Hierdurch werden möglicherweise Entzündungen oder Schwellungen sichtbar, die auf eine Meningitis hindeuten könnten.
Die Bedeutung der MRT in der neurologischen Diagnostik
Die Magnetresonanztomographie (MRT), auch Kernspintomographie genannt, spielt eine zentrale Rolle in der modernen neurologischen Diagnostik. Sie ermöglicht eine detaillierte Darstellung des Gehirns und der umgebenden Strukturen ohne Strahlenbelastung. Im Vergleich zur Computertomographie (CT) erzeugt die MRT wesentlich genauere Bilder aus dem Inneren des Kopfes. Durchblutungsstörungen, Entzündungen, Tumore und andere Pathologien können mit der MRT Bildgebung diagnostiziert oder ausgeschlossen werden.
Vorteile der MRT gegenüber anderen bildgebenden Verfahren
Die MRT besticht durch ihre hohe Bildqualität und Detailgenauigkeit. Damit übertrifft die Kernspintomographie in ihrer Aussagekraft andere, bildgebende Verfahren, wie z.B. das Röntgen oder den Ultraschall. Im Grunde bestechen jegliche MRT Aufnahmen mit einer guten Bildqualität. Sie kommt gänzlich ohne Strahlenbelastung aus. Bei Bedenken oder Platzangst kann ein offenes MRT Gerät verwendet werden.
Meningitis: Eine ernstzunehmende Entzündung
Meningitis ist eine Entzündung der Schutzschichten (Hirnhäute) um Gehirn und Rückenmark. Sie kann durch verschiedene Erreger, einschließlich Bakterien, Viren und Pilze, verursacht werden. Die Entzündung der Hirnhäute kann dazu führen, dass der Druck in der Schädelhöhle ansteigt. Als Schädelhöhle bezeichnet man den von den Schädelknochen gebildeten Hohlraum, der das Gehirn umgibt. Durch den Druckanstieg kann es zu Bewusstseinsstörungen, Ausfällen bestimmter Nerven (Hirnnerven) und Krampfanfällen kommen. Eine Meningitis kann in manchen Fällen lebensbedrohlich verlaufen.
Ursachen und Symptome der Meningitis
Bei einer Meningitis entzünden sich die Hirnhäute - die schützende Hülle um das Gehirn und das Rückenmark. Dies kann durch verschiedene Erreger verursacht werden, darunter Bakterien, Viren und seltener Pilze oder Parasiten. Die Erreger können in den Körper eindringen und sich über die Blutbahn in das zentrale Nervensystem ausbreiten, wo sie eine Entzündungsreaktion hervorrufen.
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Die Meningitis-Symptome können sich je nach Alter und Art des Erregers unterscheiden. Allgemeine Symptome können Kopfschmerzen, Fieber, steifer Nacken, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und geistige Verwirrung sein. Einige Formen der Meningitis können auch Hautveränderungen wie Ausschlag oder Flecken verursachen. Dieser Meningitis-Ausschlag kann durch das sogenannte „Glas-Test“ geprüft werden. Es ist wichtig zu beachten, dass Meningitis in einigen Fällen auch ohne Fieber auftreten kann.
Die Rolle der MRT bei der Diagnose von Meningitis
Für eine Meningitis-Diagnostik stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Eine davon ist die Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes. Zusätzlich kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden, bei der Rückenmarksflüssigkeit zur Untersuchung entnommen wird.
Der Einsatz der MRT in der Meningitis-Diagnostik
Die MRT ist ein wertvolles Instrument zur Diagnose von Meningitis und zur Beurteilung des Ausmaßes der Entzündung. Sie ermöglicht die Visualisierung der Hirnhäute und des umliegenden Gewebes, wodurch Entzündungen, Schwellungen und andere Veränderungen erkannt werden können.
Frühzeitige Diagnose durch MRT
Dabei ermöglicht die MRT häufig eine sehr frühzeitige Diagnose. Beispielsweise können Störungen der Durchblutung (Ischämien, Infarkte) im Gehirn sofort nach deren Auftreten durch diffusionsgewichtete Sequenzen sichtbar gemacht werden. Die MRT kann helfen, krankhafte Veränderungen oder Verletzungen im Kopf- und Halsbereich festzustellen. Hierzu zählen beispielsweise Hirntumoren, Hirnblutungen und krankhafte Veränderungen der Hirngefäße. Bei einer MRT-Untersuchung des Kopfes lassen sich Veränderungen oder Erkrankungen am Schädel und des Gehirns ohne Strahlenbelastung feststellen. Es können sowohl entzündliche als auch strukturelle Veränderungen exakt lokalisiert und diagnostiziert werden.
Spezifische Fragestellungen und Anwendungsbereiche
Die MRT ist nicht nur bei der Diagnose von Meningitis hilfreich, sondern auch bei der Abklärung anderer neurologischer Fragestellungen. Auch für spezielle Fragestellungen zur Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder der Augenhöhlen (Orbitae). Entzündliche Hirnerkrankungen (z. B. Meningitis) können mit der MRT erkannt werden.
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Ablauf einer MRT-Untersuchung des Kopfes
Wie alle anderen Magnetresonanztomographien wird auch diese Untersuchung in Rückenlage durchgeführt. Das Team der Radiologie platziert eine spezielle Spule über dem Kopf des Patienten. Je nach medizinischer Fragestellung kann die Kopf MRT zwischen 15 und 30 Minuten andauern. Ohrstöpsel oder Kopfhörer können beruhigend wirken und lenken von den lauten Klopfgeräuschen ab, die aufgrund des Magnetfeldes entstehen. Während der MRT - Untersuchung kann ein Video angesehen werden. Manche Patienten sind im MRT anfällig für Platzangst, denn der Kopf muss mit Kissen in einem speziellen Gestell fixiert werden. Dies stellt sicher, dass der Patient wirklich absolut still liegt und die Aufnahmen gelingen. In unserer Praxis sind wir auf Angstpatienten jedoch sehr gut vorbereitet. So hat unser MRT-Gerät einen besonders großen Röhrendurchmesser von 71 cm. Kopfhörer mit Musik lenken außerdem von den lauten Klopfgeräuschen während der Untersuchung ab, und schließlich verfügt unser MRT über ein einzigartiges „MR-Kino“ mit Kurzfilmen, die das Gesichtsfeld des Patienten ausfüllen und für Ablenkung und Entspannung sorgen. Auf Wunsch können Patienten vor der Untersuchung auch ein Beruhigungsmittel erhalten.
Kontrastmittelgabe bei der MRT
Jedoch kann für die Untersuchung spezieller Bereiche ein Kontrastmittel notwendig sein, um die einzelnen Gewebestrukturen noch besser voneinander zu unterscheiden. Die Kontrastmittel machen Gefäße und deren Verläufe besser sichtbar. So können selbst feinste Strukturen erkannt und beurteilt werden. Ob eine Kontrastmittelgabe erforderlich ist, hängt von der jeweils abzuklärenden Fragestellung ab. Normalerweise wird das Kontrastmittel nur verabreicht, wenn der Verdacht auf entzündliche und tumoröse Veränderungen insbesondere des Hirn- und auch Weichteilgewebes besteht. Denn in diesen Fälle ist die exakte Qualität der Bilder essenziell. Das Kontrastmittel spritzt der Arzt in der Regel über die Vene. Nach einiger Zeit scheidet der Körper das Kontrastmittel auf natürlichem Wege und ohne Komplikationen über die Nieren wieder aus. Deshalb muss vor jeder Kontrastmittelgabe stets eine intakte Nierenfunktion über die Blutwerte nachgewiesen werden. Andernfalls darf kein Kontrastmittel verabreicht werden. Jeder Patient und jede Patientin wird vor jeglicher MRT Untersuchung mit Kontrastmittel umfassend aufgeklärt und nach möglichen Unverträglichkeiten befragt. Durch diese Risikominimierung sind Nebenwirkungen äußerst selten und der Patient oder die Patientin kann in aller Ruhe das Kopf MRT durchführen lassen, gerne auch in unserer Praxis DivoCare in München!
Differenzialdiagnostik und weitere Einsatzgebiete der MRT
Die Kopf-MRT hilft außerdem bei verlorener oder verringerter Hörfähigkeit, krankhafte Ursachen am Gehörnerv oder im Hirn auszuschließen. Auch Blutgefäße des Halses und des Kopfes bildet die Kopf-MRT ab und kann so früh verschiedene Anomalien aufzeigen, aus denen ernsthafte Probleme entstehen können. Dazu gehören Gefäßaussackungen (Aneurysmata), bei denen das Risiko einer Ruptur mit einer darauffolgenden Blutung innerhalb des Hirns besteht. Ebenso verhält es sich mit Verengungen der Gefäße (Stenosen), welche die Wahrscheinlichkeit eines ischämischen Schlaganfalls erhöhen. Außerdem ermöglicht eine Kopf-MRT, den Verlauf neurologischer Krankheitsbilder wie eine Multiple Sklerose (MS, Encephalomyelitis disseminata) zu beobachten und anhand der Aufnahmen die Therapiemaßnahmen abzuwägen.
Abklärung von Kopfschmerzen und Schwindel
Schwindel, Kopfschmerzen oder Druckgefühle im Kopf kommen oft im Alltag vor. In den meisten Fällen ist die Ursache für diese Symptome jedoch keine ernsthafte Krankheit. Vielmehr sind es oft verspannte Muskeln oder Stress, welche die Beschwerden auslösen. Um sich dessen sicher zu sein, empfiehlt sich dennoch eine Kopf-MRT, da auch Entzündungen oder Tumoren die Symptome auslösen können und diese möglichst früh entdeckt werden sollten. Leidet ein Patient an Schwindel, lassen sich mit einer Kopf-MRT winzige Entzündungen oder Tumoren am Hör- und Gleichgewichtsnerv feststellen.
Untersuchung der Hirngefäße
Für die Untersuchung der Gefäße im Kopf oder im Bereich des Halses liefert die MRT ebenfalls detaillierte Bilder. Aussackungen der Gefäßwände (Aneurysmata), bei denen das Risiko einer Hirnblutung besteht, können dadurch rechtzeitig erkannt werden. Gleiches gilt für Gefäßverengungen, durch die es zu einem ischämischen Schlaganfall kommen kann.
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Therapie und Prävention von Meningitis
Die Behandlung von Meningitis hängt von der Ursache der Erkrankung ab. Bei bakterieller Meningitis, die lebensbedrohlich sein kann, werden sofort hochdosierte Antibiotika verabreicht. Zusätzlich können Kortikosteroide zur Linderung der Schwellung des Gehirns und Analgetika zur Linderung der Symptome eingesetzt werden. Manche Formen von Meningitis, insbesondere einige Arten der viralen Meningitis, können sich ohne spezifische Behandlung selbst heilen. Allerdings kann dies mehrere Wochen dauern und während dieser Zeit können ernste Komplikationen auftreten. Bakterielle Meningitis hingegen kann nicht von selbst heilen und erfordert sofortige medizinische Intervention.
Impfschutz gegen Meningitis
Gegen einige Meningitis-Erreger gibt es Impfungen, die einer Hirnhautentzündung vorbeugen. Dazu zählen Impfungen gegen Pneumokokken, Haemophilus influenzae, Meningokokken, Masern, Mumps und Windpocken. Eine Meningokokken-Meningitis kann durch verschiedene Bakterienunterarten (Serogruppen) hervorgerufen werden. Für Kinder wird eine Impfung gegen die Serogruppe B ab einem Alter von 2 Monaten empfohlen. Eine Impfung gegen Serogruppe C wird zu Beginn des 2. Lebensjahrs empfohlen.
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