Metoprolol zur Migräneprophylaxe: Dosierung, Wirkung und Anwendung

Migräneattacken können den Alltag durch Schmerzen und Einschränkungen erheblich beeinträchtigen. Neben der Akutbehandlung von Migräneattacken spielt die Migräneprophylaxe eine wichtige Rolle, um die Häufigkeit, Intensität und Dauer der Attacken zu reduzieren. Metoprolol, ein Betablocker, ist eine Substanz mit gesicherter Wirkung zur vorbeugenden Behandlung von Migräne.

Was ist Metoprolol?

Metoprolol gehört zur Wirkstoffgruppe der Betablocker und wird üblicherweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Hypertonie (Bluthochdruck), Herzrhythmusstörungen und koronarer Herzkrankheit (KHK) eingesetzt. Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten enthält den Wirkstoff Metoprolol, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Beta-Rezeptorenblocker. Durch die Blockade von Beta-Rezeptoren im Organismus kommt es zu Effekten, durch die vor allem der Blutdruck gesenkt, der Herzrhythmus normalisiert und die Herzarbeit ökonomisiert wird. Metoprolol wird üblicherweise in Salzform als Metoprololtartrat oder Metoprololsuccinat angewendet. 100 mg des Tartratsalzes entsprechen 95 mg des Succinatsalzes. Metoprolol ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.

Metoprolol gibt es üblicherweise als:

  • Tabletten enthaltend 50 mg, 100 mg oder 200 mg Metoprololtartrat bzw. Metoprololhemitartrat,
  • Retardtabletten enthaltend 23,75 mg, 47,5 mg, 95 mg, 142,5 mg oder 190 mg Metoprololsuccinat,
  • Retardtabletten enthaltend 25 mg, 50 mg, 100 mg, oder 200 mg Metoprololtartrat bzw. Metoprololhemitartrat.

Der Arzt legt fest, welche Wirkstärke und Darreichungsform für die Behandlung geeignet sind.

Anwendungsgebiete von Metoprolol

Metoprolol wird üblicherweise angewendet bei:

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit)
  • Funktionellen Herzbeschwerden (hyperkinetisches Herz-Syndrom)
  • Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Schlagzahl (tachykarde Herzrhythmusstörungen)
  • Akutbehandlung des Herzinfarktes und Langzeitbehandlung nach Herzinfarkt (Reinfarktprophylaxe)
  • Stabile chronische gering bis mäßig ausgeprägte Herzschwäche mit erniedrigtem Auswurfvolumen (Herzinsuffizienz bei eingeschränkter systolischer Ventrikelfunktion mit einer um bis zu 40% erniedrigten Ejektionsfraktion) zusätzlich zur üblichen Standardtherapie mit sogenannten ACE-Hemmern, Diuretika und ggf. Herzglykosiden.
  • Vorbeugenden Behandlung der Migräne (Migräneprophylaxe).

Bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren wird Metoprolol zur Behandlung von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) eingesetzt.

Wirkmechanismus von Metoprolol bei Migräne

Die Wirkung von Metoprolol in der Migräneprophylaxe beruht auf seiner Fähigkeit, Beta-1-Adrenozeptoren zu blockieren und dadurch den sympathischen Tonus zu reduzieren. Migräne wird teilweise durch eine abnormale Regulation der zerebralen Gefäße und eine erhöhte neuronale Erregbarkeit ausgelöst. Durch die Hemmung der Beta-1-Rezeptoren verringert Metoprolol die sympathische Aktivität, was zu einer Stabilisierung des Gefäßtonus und einer Verringerung von Schwankungen in der Gefäßweite führt. Diese Effekte tragen zur Reduktion der Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen bei. Obwohl die genauen Mechanismen der Migräneprophylaxe durch Betablocker noch nicht vollständig verstanden sind, wird vermutet, dass sowohl die Stabilisierung der Gefäße als auch die Reduktion der adrenergen Stimulation eine Rolle spielen.

Metoprolol ist ein selektiver Beta-1-Adrenozeptorantagonist, der hauptsächlich auf die Beta-1-Rezeptoren im Herzen wirkt. Durch die Blockade dieser Rezeptoren hemmt Metoprolol die Bindung von Noradrenalin und Adrenalin, was zu einer Verringerung der cAMP-Synthese durch die Hemmung der Adenylatcyclase führt. Dies reduziert die Aktivität der Proteinkinase A (PKA), die normalerweise die Calciumkanäle in den Herzmuskelzellen phosphoryliert und den Calcium-Einstrom stimuliert. Weniger intrazelluläres Calcium verringert die Kontraktionskraft (negative Inotropie) und die Herzfrequenz (negative Chronotropie). Zusätzlich wird die Überleitung im atrioventrikulären Knoten verlangsamt (negative Dromotropie), was die Herzarbeit und den Sauerstoffverbrauch senkt. Diese Effekte tragen dazu bei, den Blutdruck zu senken und die Belastung des Herzens bei Patienten mit Hypertonie oder koronarer Herzkrankheit zu reduzieren.

Dosierung von Metoprolol bei Migräne

Zur Migräneprophylaxe können Dosierungen zwischen 100 mg bis 200 mg Metoprololtartrat (entsprechend 95 bis 190 mg Metoprololsuccinat) einmal täglich angewendet werden.

Die Dosierung von Metoprolol richtet sich nach dem individuellen Behandlungserfolg des Patienten und der jeweiligen Indikation. Bei der Behandlung der arteriellen Hypertonie oder der KHK beträgt die Dosierungsempfehlung im Allgemeinen 1- bis 2-mal täglich 50 mg Metoprololtartrat (entsprechend 47,5 mg Metoprololsuccinat) bzw. 1-mal täglich 50 bis 100 mg Metoprololtartrat. Bei tachykarden Herzrhythmusstörungen wird 1- bis 2-mal täglich 100 mg Metoprololtartrat (entsprechend 95 mg Metoprololsuccinat) empfohlen. Bei akutem Herzinfarkt soll die Behandlung umgehend nach Krankenhauseinweisung unter kontinuierlicher EKG- und Blutdruckkontrolle mit 5 mg Metoprololtartrat i. v. eingeleitet werden. Je nach Verträglichkeit können in Abständen von 2 Minuten weitere Einzeldosen von 5 mg Metoprololtartrat i. v. bis zu einer maximalen Gesamtdosis von bis zu 15 mg Metoprololtartrat verabreicht werden. Das hyperkinetische Herzsyndrom (sog. funktionelle Herzbeschwerden) wird mit 1- bis 2-mal täglich 50 mg bzw. 1-mal täglich 50 bis 100 mg Metoprololtartrat (entsprechend 47,5 mg bis 95 mg Metoprololsuccinat) behandelt.

Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne

Das Maximum der Wirkung wird nach Tagen oder Wochen erreicht, weshalb die Dosis nur langsam gesteigert werden sollte.

Pharmakokinetik von Metoprolol

Metoprolol wird nach der Einnahme relativ rasch in der Leber abgebaut und über die Nieren ausgeschieden. Deshalb wird der Wirkstoff üblicherweise in Retardform mit verzögerter Freigabe gegeben. Metoprolol wird in der Leber über CYP2D6 metabolisiert. Bei langsamen Metabolisierern kann die Plasmakonzentration um ein Vielfaches erhöht sein. Die Eliminationshalbwertszeit von Metoprolol beträgt 3-5 Stunden. Der Wirkstoff wird über die Niere ausgeschieden.

Gegenanzeigen von Metoprolol

Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten darf nicht angewendet werden,

  • wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff, andere Beta-Rezeptorenblocker oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
  • wenn Sie einen Herzblock 2. oder 3. Grades haben,
  • wenn Sie eine Herzmuskelschwäche haben, die nicht unter Kontrolle ist (das führt in der Regel zu Kurzatmigkeit und zu einer Schwellung Ihrer Knöchel), oder wenn Sie mit Arzneimitteln, die als Beta-RezeptorAgonisten bezeichnet werden, behandelt werden, um Ihr Herz zu stärken,
  • wenn Sie eine sehr verlangsamte Herzschlagfolge (Puls unter 50 Schläge/Minute) oder einen unregelmäßigen Herzschlag (Sick-Sinus-Syndrom) haben,
  • wenn Sie einen Herzinfarkt mit Schock erlitten haben,
  • wenn Sie an einer sehr schlechten Durchblutung z.B. in den Händen, Armen, Beinen und/oder Füßen leiden,
  • wenn Sie einen niedrigen Blutdruck haben und sich dadurch schwach fühlen,
  • wenn man Ihnen gesagt hat, dass Sie einen höheren Säurespiegel im Blut haben als normal (metabolische Azidose),
  • wenn Sie eine schwere Form von Bronchialasthma oder ein anderes schwerwiegendes Atemproblem haben,
  • wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die als Monoaminoxidase (MAO)-Inhibitoren bezeichnet werden,
  • wenn Sie einen unbehandelten Tumor im Nebennierenmark, ein sogenanntes Phäochromozytom haben. Die Nebennieren sind ein Paar Drüsen oberhalb der Nieren.
  • wenn Sie für ein Phäochromozytom behandelt werden und keine Alpha-Rezeptorenblocker einnehmen,
  • wenn vermutet wird, dass Sie einen Herzinfarkt hatten oder Sie an Herzinsuffizienz leiden,
  • wenn Sie intravenös Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ oder andere Antiarrhythmika (wie Disopyramid) zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen erhalten.

Zu den Gegenanzeigen von Metoprolol zählen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Betablocker
  • Dekompensierte oder manifeste Herzinsuffizienz
  • Kardiogener Schock
  • AV-Block 2. oder 3. Grades
  • Sinuskopen-Syndrom
  • Sinuatrialer Block
  • Bradykardie
  • Hypotonie
  • Azidose
  • Asthma bronchiale
  • Periphere Durchblutungsstörungen
  • Unbehandeltes Phäochromozytom
  • Gleichzeitige Gabe von MAO-Hemmern
  • Schwangerschaft

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Besondere Vorsicht bei der Einnahme von Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten ist erforderlich bei:

Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?

  • Asthma: Beta-Rezeptorenblocker müssen mit Vorsicht angewendet werden. Wenn ein Asthmatiker bei Behandlungsbeginn mit Metoprolol einen Beta-2-Agonisten zur Behandlung seines Asthmas (in Form von Tabletten oder als Inhalation) einnimmt oder anwendet, sollte die Dosis des Beta-2-Agonisten überprüft und unter Umständen erhöht werden.
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus): Metoprolol kann die eingestellte Behandlung beeinflussen und die Symptome eines erniedrigten Blutzuckers maskieren. Jedoch kann Schwitzen als Zeichen einer Hypoglykämie verstärkt sein.
  • Erregungsleitungsstörungen von den Herzvorhöfen auf die -kammern haben (AV-Block 1. Grades): Während einer Metoprolol-Behandlung können diese gelegentlich verschlechtert werden (eine Erregungsleitungsblockierung von den Vorhöfen auf die Herzkammern ist möglich).
  • Peripheren Durchblutungsstörungen in den Händen, Armen oder Beinen leiden (z.B. Raynaud-Krankheit oder -Phänomen, Claudicatio intermittens). Metoprolol kann wegen seiner blutdrucksenkenden Wirkung die Beschwerden verstärken.
  • Hormonproduzierenden Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom) haben: Vorher und gleichzeitig sollte ein Alpha-Rezeptorblocker angewendet werden.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) aufweisen: die Symptome können verschleiert werden.
  • Operationen: vor einer Operation sollten Sie den Narkosearzt über die Einnahme von Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten informieren.
  • Schuppenflechte hatten: Bitte informieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten einnehmen.

Die Behandlung mit Beta-Rezeptorenblockern sollte nicht abrupt abgesetzt werden. Wenn die Behandlung beendet werden soll, so sollte dies, wann immer möglich, über einen Zeitraum von mindestens 2 Wochen ausschleichend erfolgen, indem die Dosis schrittweise um die Hälfte reduziert wird, bis die niedrigste Dosis erreicht worden ist. Falls der Patient Symptome entwickelt, sollte die Dosis langsamer reduziert werden. Eine abrupte Beendigung von Beta-Rezeptorenblockern kann zu einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz führen und das Risiko eines Herzinfarkts und plötzlichen Herztodes erhöhen.

Wie andere Beta-Rezeptorenblocker kann auch Metoprolol sowohl die Empfindlichkeit gegenüber allergieauslösenden Stoffen (Allergenen) als auch die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen. Eine Therapie mit Epinephrin (Adrenalin) führt bei einzelnen Patienten, die mit BetaRezeptorenblockern behandelt werden, nicht immer zu dem gewünschten therapeutischen Effekt.

Folgende Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen sind bei der Anwendung von Metoprolol zu beachten:

  • Allergische Reaktionen: Metoprolol kann die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und die Schwere anaphylaktischer Reaktionen erhöhen, insbesondere bei Patienten mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen oder unter Desensibilisierungstherapie.
  • Nierenfunktion: Bei schweren Nierenfunktionsstörungen kann es zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion kommen. Die Nierenfunktion sollte regelmäßig überwacht werden.
  • Absetzen des Medikaments: Betablocker sollten nicht plötzlich abgesetzt werden. Das langsame Ausschleichen sollte unter enger ärztlicher Aufsicht erfolgen, insbesondere bei Patienten mit ischämischer Herzerkrankung.
  • Atemwegserkrankungen: Bei obstruktiven Atemwegserkrankungen sollte Metoprolol nur bei zwingender Notwendigkeit eingesetzt werden. Ein Beta-Bronchodilatator wie Terbutalin kann in einigen Fällen hilfreich sein.
  • Diabetes mellitus: Bei instabilem oder insulinabhängigem Diabetes mellitus kann eine Anpassung der hypoglykämischen Therapie erforderlich sein, da schwerwiegende hypoglykämische Zustände auftreten können.
  • Leberfunktion: Bei eingeschränkter Leberfunktion kann die Bioverfügbarkeit von Metoprolol erhöht sein. Eine ärztliche Überwachung und gegebenenfalls eine Dosisreduktion sind erforderlich.
  • Wechselwirkungen mit Adrenalin: Die gleichzeitige Gabe von Adrenalin und Metoprolol kann zu Blutdruckanstieg und Bradykardie führen.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Metoprolol kann die Symptome dieser Erkrankung verstärken.
  • Besondere Überwachung erforderlich: Eine sorgfältige Überwachung ist notwendig bei AV-Block 1. Grades, stark schwankenden Blutzuckerwerten, längerem Fasten, schwerer körperlicher Belastung, sowie bei Patienten mit Phäochromozytom.
  • Thyreotoxikose: Metoprolol kann die Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion maskieren.
  • Psoriasis: Bei Patienten mit Psoriasis in der Eigen- oder Familienanamnese sollte Metoprolol nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung verordnet werden.
  • Anästhesie: Vor einer Allgemeinanästhesie muss der Anästhesist über die Metoprolol-Behandlung informiert werden.

Nebenwirkungen von Metoprolol

Zu den häufig auftretenden Nebenwirkungen zählen:

  • Müdigkeit, Somnolenz, Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Bradykardie
  • Orthostase-Syndrom, gelegentlich mit Synkopen
  • Belastungsdyspnoe
  • Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerz

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Wechselwirkungen, die auf die Wirkungsweise zurückzuführen sind:

Wenn Sie Katecholamin-abbauende Arzneimittel, Ganglien-Blocker, andere Beta-Rezeptorenblocker (auch in Form von Timolol-haltigen Augentropfen) oder Monoaminoxidase (MAO)-Inhibitoren (eine bestimmte Art von Arzneimitteln zur Behandlung von Depressionen) anwenden, sollte Ihr Krankheitsbild vom Arzt sorgfältig überwacht werden. Wenn bei Ihnen eine gleichzeitige Behandlung mit Clonidin beendet werden soll, muss der Beta-Rezeptorenblocker (z.B. Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten) einige Tage früher abgesetzt werden.

Wenn bei Ihnen Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten zusammen mit Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ oder Arzneimitteln zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen (Antiarrhythmika) angewendet wird, sollten Sie ärztlich hinsichtlich einer negativen Wirkung auf die Herzkraft und die Herzschlagfolge überwacht werden. Calciumantagonisten vom Verapamil Typ dürfen Ihnen, wenn Sie Beta-Rezeptorenblocker erhalten, nicht intravenös gegeben werden.

Amiodaron, Propafenon, Chinidin und Disopyramid (eine bestimmte Art von Arzneimitteln zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) in Kombination mit Beta-Rezeptorenblockern (z.B. Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten) können die Schlagkraft und die Geschwindigkeit des Herzschlags vermindern, dies kann zu schwerwiegenden Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System bei Patienten mit verminderter Funktion der linken Herzkammer führen. Die Kombination darf bei Patienten mit Erregungsleitungsstörungen im Herzen (Sick-Sinus-Syndrom und AV-Überleitungsstörungen) nicht angewendet werden. Diese Wechselwirkung wurde besonders für Disopyramid beschrieben.

Bei der Einnahme von Beta-Rezeptorenblockern, wird durch Narkosemittel zur Inhalation die pulsverlangsamende Wirkung von Beta-Rezeptorenblockern verstärkt.

Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten kann die Wirkung von gleichzeitig eingenommenen blutdrucksenkenden Arzneimitteln verstärken.

Wenn Sie gleichzeitig mit anderen Beta-Rezeptorenblockern (z.B. in Augentropfen, die den Wirkstoff Timolol enthalten) behandelt werden, müssen Sie ärztlich eng überwacht werden.

Wenn Sie gleichzeitig entzündungshemmende Arzneimittel (z.B. Indometacin) anwenden, kann die blutdrucksenkende Wirkung von Beta-Rezeptorenblockern vermindert sein.

Wenn Sie gleichzeitig Adrenalin, Noradrenalin oder andere Sympathomimetika (zum Beispiel in Hustenmitteln oder Nasen- und Augentropfen) anwenden, kann dies zu blutdruckerhöhenden Reaktionen führen. Jedoch ist dies weniger wahrscheinlich mit therapeutischen Dosen von beta1-selektiven Arzneimitteln als mit nicht-selektiven Beta-Rezeptorenblockern.

Wechselwirkungen im Zusammenhang mit der Verstoffwechselung von Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten:

  • CYP2D6-Inhibitoren: Stark wirksame Hemmstoffe dieses Enzyms können die Plasmakonzentration von Metoprolol erhöhen. Es ist daher Vorsicht angebracht, wenn stark wirksame CYP2D6-Inhibitoren zusammen mit Metoprolol angewendet werden. Bekannte klinisch signifikante stark wirksame Hemmstoffe von CYP2D6 sind Antiarrhythmika, Antihistaminika, Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten, Antidepressiva, Neuroleptika und COX-2-Inhibitoren.
  • Alkohol und Hydralazin: Die Plasmakonzentration von Metoprolol kann durch Alkohol und Hydralazin erhöht werden.
  • Leberenzyminduktoren: Enzyminduzierende Arzneimittel können die Plasmakonzentration von Metoprolol beeinflussen. Zum Beispiel wird die Plasmakonzentration von Metoprolol durch Rifampicin gesenkt.
  • Die Ausscheidung anderer Arzneimittel kann durch Metoprolol vermindert werden (z.B. Lidocain).
  • Nitroglyzerin: Nitroglyzerin kann die hypotensive (blutdrucksenkende) Wirkung von Metoprolol verstärken.
  • Prazosin: Die akute orthostatische Hypotonie (ein Abfall des Blutdrucks nach dem Aufstehen), die auf die erste Dosis von Prazosin folgen kann, kann bei Patienten, die bereits Metoprolol einnehmen, verstärkt sein.
  • Digitalis-Glykoside: Die gleichzeitige Einnahme von Digitalis-Glykosiden kann zu einer übermäßigen Bradykardie (Herzfrequenz unter 60 Schlägen pro Minute) und/oder Erhöhung der atrioventrikulären Überleitungszeit führen.
  • Insulin und orale Antidiabetika (blutzuckersenkende) Arzneimittel: Metoprolol kann die Freisetzung von Insulin bei Typ-II-Diabetikern hemmen. Bei Diabetikern, die Insulin verwenden, kann die Einnahme von Metoprolol mit einer verstärkten oder verlängerten Hypoglykämie in Zusammenhang stehen. Metoprolol kann auch der hypoglykämischen Wirkung von Sulfonylharnstoffen (Arzneimittel, die die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse anregen, mehr Insulin zu produzieren) entgegenwirken.
  • Alkohol: Metoprolol kann die Wirkung von Alkohol auf Sie verändern.

Folgende Verbindungen können zu einer Wirkverstärkung von Metoprolol führen:

  • Inhibitoren des Cytochrom-P450-Isoenzyms 2D6:
    • Antidepressiva wie Fluoxetin, Paroxetin
    • Bupropion
    • Thioridazin
    • Antiarrhythmika wie Chinidin oder Propafenon
    • Virostatika wie Ritonavir
    • Antihistaminika wie Diphenhydramin
    • Antimalariamittel wie Hydroxychloroquin oder Chinin
    • Antimykotika wie Terbinafin
    • Cimetidin

Folgende Verbindungen können zu einer Abschwächung der Metoprolol-Wirkung führen:

  • Nicht steroidale Antirheumatika
  • Induktoren des Cytochrom-P450-Isoenzyms 2D6 z.B. Rifampicin
  • Digitalisglykoside, Reserpin, Methyldopa, Guanfacin oder Clonidin
  • Gleichzeitige Gabe von Betablockern mit Ergotalkaloiden kann deren vasokonstriktiven Eigenschaften verstärken.
  • Metoprolol kann die Wirkung von Lidocain vermindern.

Einnahme von Metoprolol zusammen mit Nahrungs- und Genussmitteln und Getränken

Bei gemeinsamer Einnahme von Alkohol und Metoprolol kann die Blutalkoholkonzentration stärker ansteigen und langsamer wieder abfallen.

Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit

Metoprolol darf in der Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Metoprolol passiert die Plazenta und kann im Feten zu Bradykardie, Hypotonie und Hypoglykämie führen. Aus diesem Grund sollte die Therapie mit Metoprolol 48 bis 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden. Wenn dies nicht möglich ist, müssen Neugeborene 48 bis 72 Stunden nach der Entbindung sorgfältig ärztlich überwacht werden. Im Allgemeinen reduzieren Beta-Blocker die Plazentaperfusion, was zu Wachstumsverzögerung, intrauterinem Tod, Fehlgeburt und frühzeitigen Wehen führen kann. Kardiale und pulmonale Komplikationen sind in der Postpartalphase erhöht.

Metoprolol sollte nicht in der Stillzeit angewendet werden, es sei denn, die Einnahme wird als notwendig erachtet. Metoprolol geht in die Muttermilch über und erreicht etwa das Dreifache der bei der Mutter gemessenen Serumkonzentration. Gestillte Säuglinge sollten auf Anzeichen einer Betablockade wie z. B. Bradykardie überwacht werden. Die durch die Muttermilch aufgenommene Menge an Metoprolol kann verringert werden, wenn erst 3 bis 4 Stunden nach Anwendung der Tabletten gestillt wird.

Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen

Während der Behandlung mit Metoprololsuccinat AL 23.75mg Retardtabletten können Schwindel und Müdigkeit auftreten. Dadurch kann das Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme im Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei gleichzeitigem Alkoholgenuss sowie bei einem Präparatewechsel.

Bei der Anwendung von Metoprolol kann es individuell unterschiedlich stark zu Reaktionen wie z. B. Schwindel, Müdigkeit oder Sehverschlechterung kommen, wodurch das Reaktionsvermögen soweit verändert sein kann, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird.

Weitere Maßnahmen zur Migräneprophylaxe

Neben der medikamentösen Therapie mit Metoprolol gibt es eine Reihe von nicht-medikamentösen Maßnahmen, die zur Migräneprophylaxe beitragen können:

  • Regelmäßiger Tagesablauf: Für Migränepatienten steht die Regelmäßigkeit im Tagesablauf an oberster Stelle, vor allem ein gleichmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist essenziell.
  • Ausdauersport: Ausdauersportarten wirken sich nachweislich günstig auf den Verlauf einer Migräne aus. Leistungsdruck und übermäßige Anstrengung sind dabei zu vermeiden.
  • Entspannungsmethoden: Gezielte Entspannungsmethoden helfen, Stress und Anspannung abzubauen. Dazu wird von der Leitlinie der DMKG und der DGN besonders die progressive Muskelentspannung nach Jacobson hervorgehoben.
  • Biofeedbackverfahren und kognitive Verhaltenstherapie: Diese Verfahren können helfen, die psychische Einstellung zum Schmerz zu verändern und den Umgang mit Stress zu verbessern.
  • Akupunktur: Akupunktur scheint den Schmerz ausstechen zu können. Die Leitlinie empfiehlt diese vorsorglichen Nadelungen, wenngleich sich dieser Rat nicht auf Ergebnisse kontrollierter Studien, sondern auf Expertenkonsens bezieht.
  • Kopfschmerztagebuch: Migräne-Patienten sollten regelmäßig ein Kopfschmerztagebuch führen. So lassen sich die persönlichen Auslösefaktoren schnell erkennen.
  • Ernährung: Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Coenzym Q10 und Riboflavin sind gut verträglich und haben in Studien positive Effekte auf Migräne gezeigt. Eine niedrig-glykämische Ernährung mit personalisierten Ernährungsempfehlungen kann ebenfalls hilfreich sein.

tags: #metropolol #bei #migrane #dosis