Gehirnentzündungen, auch Enzephalitis genannt, sind Entzündungen des Gehirns, die durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden können. In Mexiko sind bestimmte Arten von Gehirnentzündungen aufgrund geografischer und klimatischer Bedingungen sowie spezifischer Risikofaktoren häufiger anzutreffen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prävention von Gehirnentzündungen in Mexiko, wobei ein besonderer Fokus auf durch Infektionen verursachte Formen gelegt wird.
Ursachen von Gehirnentzündungen in Mexiko
Die Ursachen für Gehirnentzündungen sind vielfältig, wobei infektiöse Erreger eine bedeutende Rolle spielen. Zu den häufigsten Ursachen gehören:
Viren: Verschiedene Viren können eine Enzephalitis verursachen, darunter Arboviren wie das West-Nil-Virus, Dengue-Virus und Zika-Virus. Diese Viren werden oft durch Mücken übertragen und sind in tropischen und subtropischen Regionen wie Mexiko verbreitet. Auch Herpesviren (z. B. Herpes simplex Virus, Varicella-Zoster-Virus) können eine Enzephalitis auslösen. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME-Viren), die durch Zecken übertragen werden.
Bakterien: Bakterielle Meningitis, eine Entzündung der Hirnhäute, kann sich auf das Gehirn ausweiten und eine Enzephalitis verursachen. Häufige bakterielle Erreger sind Neisseria meningitidis (Meningokokken), Streptococcus pneumoniae (Pneumokokken), Haemophilus influenzae und Listeria monocytogenes.
Pilze: Pilzinfektionen des Gehirns sind seltener, können aber bei immungeschwächten Personen auftreten. Ein Beispiel ist die Kokzidioidomykose, eine durch den Pilz Coccidioides immitis oder Coccidioides posadasii verursachte Infektion, die in bestimmten Regionen Mexikos endemisch ist.
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Parasiten: Parasitäre Infektionen des Gehirns sind ebenfalls selten, können aber schwerwiegende Folgen haben. Naegleria fowleri, eine Amöbe, kann über die Nase ins Gehirn gelangen und eine primäre Amöben-Meningoenzephalitis (PAM) verursachen. Auch Toxoplasma gondii kann bei immungeschwächten Personen eine Enzephalitis auslösen.
Spezifische Erreger und Erkrankungen in Mexiko
Kokzidioidomykose: Diese Pilzinfektion wird durch das Einatmen von Sporen des Pilzes Coccidioides posadasii verursacht, der in trockenen, alkalischen Böden in Mexiko vorkommt. Die Infektion kann sich auf das Gehirn und das zentrale Nervensystem ausbreiten, insbesondere bei immungeschwächten Personen, wie z. B. HIV-Infizierten.
Dengue-Fieber: Dengue-Fieber ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, die in Mexiko weit verbreitet ist. In seltenen Fällen kann Dengue zu neurologischen Komplikationen wie Enzephalitis führen.
Amöben-Meningoenzephalitis: Die Amöbe Naegleria fowleri kommt in warmen Süßwasserquellen vor und kann beim Schwimmen oder Tauchen in kontaminierten Gewässern über die Nase ins Gehirn gelangen. Diese seltene, aber tödliche Infektion führt zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute.
Symptome und Diagnose
Die Symptome einer Gehirnentzündung können je nach Ursache und Schweregrad der Infektion variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
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- Fieber: Oft ein frühes und häufiges Symptom.
- Kopfschmerzen: Können stark und anhaltend sein.
- Nackensteifigkeit: Ein häufiges Symptom bei Meningitis.
- Bewusstseinsstörungen: Verwirrung, Desorientierung, Schläfrigkeit bis hin zum Koma.
- Neurologische Ausfälle: Krampfanfälle, Muskelschwäche, Lähmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen.
- Übelkeit und Erbrechen: Können begleitend auftreten.
Diagnostische Verfahren
Die Diagnose einer Gehirnentzündung umfasst in der Regel eine Kombination aus klinischer Untersuchung, Anamnese und verschiedenen diagnostischen Tests:
- Liquoruntersuchung (Lumbalpunktion): Die Analyse des Liquors (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) ist entscheidend, um Entzündungszeichen, Erreger und andere Anomalien festzustellen. Es ist notwendig, zwischen intrathekal produzierten Antikörpern und aus dem Blut in den Liquor gelangten Antikörpern zu unterscheiden. Dafür werden sowohl im Liquor als auch im Serum des Patienten die Konzentrationen der erregerspezifischen Antikörper sowie der entsprechenden Immunglobulinklassen (Gesamt-IgG bzw. -IgM) und des Albumins bestimmt. Liegt eine Infektion des zentralen Nervensystems vor, kommt es zur Anreicherung erregerspezifischer Antikörper im Liquor. Ein Maß für die intrathekale erregerspezifische Antikörperproduktion ist der Antikörperindex AI (Synonym: relativer Liquor-Serum-Quotient LSQrel). Dieser errechnet sich als Anteil erregerspezifischer Antikörper am Gesamt-IgG bzw. -IgM des Liquors im Verhältnis zum Anteil erregerspezifischer Antikörper am Gesamt-IgG bzw. -IgM des Serums. Ein AI > 1,5 ist ein Hinweis für eine intrathekale Synthese erregerspezifischer Antikörper.Zusätzlich zur Bestimmung spezifischer Antikörper ist auch die Untersuchung des Chemokins CXCL13 im Liquor für den Nachweis einer Neuroborreliose hilfreich. Bei Patienten mit akuter Neuroborreliose werden häufig schon im frühen Stadium der Erkrankung hohe Konzentrationen an CXCL13 im Liquor beobachtet - oftmals sogar, bevor Antikörper gegen Borrelien messbar sind. Durch eine CXCL13-Bestimmung kann die diagnostische Lücke zwischen Infektion und positivem Antikörpertest geschlossen und eine Neuroborreliose früher erkannt werden. Darüber hinaus ermöglicht CXCL13 als Aktivitätsmarker die Unterscheidung zwischen akuter und zurückliegender Neuroborreliose. Auch als Verlaufsmarker nach einer Therapie ist CXCL13 geeignet: Seine Konzentration im Liquor sinkt unter erfolgreicher Behandlung schnell ab.
- Blutuntersuchungen: Zur Bestimmung von Entzündungswerten, Erregernachweis und Beurteilung des Immunstatus.
- Bildgebende Verfahren: Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns können helfen, Entzündungen, Schwellungen, Blutungen oder andere strukturelle Veränderungen zu erkennen. Ist vermehrtes Hirnwasser (Liquor) die Ursache der Druckerhöhung, kann mittels CT die Diagnose eines Hydrocephalus gestellt werden.
- Elektroenzephalographie (EEG): Zur Aufzeichnung der Hirnaktivität und Erkennung von Krampfanfällen oder anderen neurologischen Auffälligkeiten.
- PCR (Polymerase-Kettenreaktion): Ein molekularbiologisches Verfahren zum Nachweis von Erregern (z. B. Viren, Bakterien) im Liquor oder Blut. Der Erregernachweis kann nur während der virämischen Phase in den ersten 4 bis 5 Krankheitstagen mit der Reversen-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (PCR) erfolgen. Als Marker zur Bestätigung einer Dengue-Virus-Infektion hat sich das Dengue-NS1 -Protein sowohl bei Erst- als auch bei Zweitinfektionen vom 1. bis zum 9./10. Tag nach Symptombeginn bewährt.
- Metagenomische Next-Generation-Sequencing (mNGS): Ein neu entwickeltes Verfahren zur umfassenden Analyse von Erbgutmaterial im Hirnwasser, das die Identifizierung verschiedenster Erregertypen (Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten) ermöglicht.
Behandlung
Die Behandlung von Gehirnentzündungen richtet sich nach der Ursache der Erkrankung.
- Virale Enzephalitis:
- Antivirale Medikamente: Bei bestimmten viralen Enzephalitiden, wie z. B. Herpes-simplex-Enzephalitis, können antivirale Medikamente wie Aciclovir eingesetzt werden. Bei einigen Viren (zum Beispiel Herpesviren) können antivirale Medikamente sinnvoll sein. Damit lässt sich die Vermehrung der Viren eindämmen.
- Unterstützende Maßnahmen: Bettruhe, Flüssigkeitszufuhr, Schmerzmittel und fiebersenkende Mittel.
- Bakterielle Meningitis/Enzephalitis:
- Antibiotika: Eine sofortige Behandlung mit Antibiotika ist entscheidend, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden. Bei begründetem Verdacht auf eine bakterielle Hirnhautentzündung sofort eine kombinierte Antibiotika-Therapie. Die Wirkung tritt in der Regel innerhalb von 24 Stunden ein; so lange werden die Patientinnen und Patienten isoliert.
- Pilzinfektionen:
- Antimykotika: Bei Pilzinfektionen wie Kokzidioidomykose werden Antimykotika wie Fluconazol, Itraconazol oder Amphotericin B eingesetzt.
- Kokzidioidomykose: Die Therapiedauer der Kokzidioidomykose sind durch Studien gut gesichert. Unterschied in der Behandlung je nach Zentrum. Wochen sollte die Therapie aber dennoch angeboten werden. Vorgeschichte sollte die Therapie ein Jahr lang gegeben werden. Kokzidioidomykose bei HIV-Patienten gibt es kaum. Fluconazol erhalten. IgG negativ ist, auf 400 mg täglich reduziert werden. >250/µl brauchen wahrscheinlich nicht länger als 12 Monate Therapie.
- Parasitäre Infektionen:
- Antiparasitäre Medikamente: Bei parasitären Infektionen wie Amöben-Meningoenzephalitis können verschiedene antiparasitäre Medikamente eingesetzt werden, obwohl die Behandlung oft schwierig ist. In den USA und Mexiko haben zwei Personen diese Erkrankung überlebt, nachdem sie mit dem Wirkstoff Miltefosin behandelt wurden.
- Hirnödem:
- Behandlung: Eine gerade, leichte Oberkörperhochlagerung, eine milde Hyperventilation, die Gabe von Medikamenten und das Ablassen von Hirnwasser über eine zuvor angelegte, externe Ventrikeldrainage. Das erfordert eine gute Zusammenarbeit von Pflege und ärztlichem Personal. Ist der Hirndruck durch diese Maßnahmen nicht dauerhaft unter 25 mmH2O zu senken, ist eine Operation die Therapie der Wahl. In diesem Fall wird eine dekompressive Kraniektomie durchgeführt, die Schädeldecke auf der betroffenen Seite entfernt und die Hirnhaut erweitert. Dadurch hat das geschwollene Gehirn Raum, sich auszudehnen.
Zusätzliche Behandlungsmaßnahmen
- Kortikosteroide: Können zur Reduzierung von Hirnschwellungen und Entzündungen eingesetzt werden.
- Antikonvulsiva: Zur Behandlung von Krampfanfällen.
- Intensivmedizinische Betreuung: Bei schweren Fällen kann eine intensivmedizinische Betreuung mit Überwachung der Vitalfunktionen und Unterstützung der Atmung erforderlich sein.
Prävention
Die Prävention von Gehirnentzündungen umfasst verschiedene Maßnahmen, die darauf abzielen, das Risiko einer Infektion zu reduzieren.
- Impfungen: Impfungen gegen bestimmte Erreger, die Meningitis oder Enzephalitis verursachen können, sind ein wichtiger Bestandteil der Prävention. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, dass Babys innerhalb der ersten 14 Lebensmonate die Impfungen gegen Haemophilus influenzae sowie gegen Pneumokokken erhalten. Ab zwölf Monaten empfiehlt die Stiko eine Immunisierung gegen Meningokokken. Es gibt verschiedene Meningokokken-Typen (Serogruppen). In Deutschland sind die Typen B und C am häufigsten. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine Impfung für alle Kinder im Alter von zwölf bis 23 Monaten gegen die Meningokokken Typ C (Serogruppe C). Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Meningokokken B sind vor allem für Babys und Kleinkinder gefährlich.
- Mückenschutz: In Regionen, in denen durch Mücken übertragene Viren wie Dengue- und Zika-Virus vorkommen, ist ein konsequenter Mückenschutz wichtig. Auf unbedeckten Hautstellen hochwirksame Repellents verwenden und möglichst stichfeste oder imprägnierte Kleidung tragen.
- Lebensmittelhygiene: Um Infektionen mit Listeria monocytogenes zu vermeiden, sollten bestimmte Regeln der Küchenhygiene eingehalten und frische Lebensmittel innerhalb kurzer Zeit verbraucht werden.
- Vermeidung von Süßwasserkontakt: Um das Risiko einer Infektion mit Naegleria fowleri zu minimieren, sollte der Kontakt mit warmen Süßwasserquellen vermieden werden, insbesondere beim Schwimmen oder Tauchen.
- Information und Aufklärung: Reisende in Endemiegebiete sollten sich über die Risiken von Infektionskrankheiten informieren und geeignete Vorsichtsmaßnahmen treffen. AIDS-Patienten aus dem Norden der USA (Abb. 1). seit dem Jahr 2000. betroffenen Gebieten. Mensch zu Mensch (oder von Hund auf Mensch) übertragen werden. HIV-Infizierten. die Endemiegebiete abraten bzw. Kokzidioidomykose denken.
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