Micardis ist ein Medikament, das zur Behandlung von Bluthochdruck (essentielle Hypertonie) bei Erwachsenen eingesetzt wird. Es gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die als Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bezeichnet werden. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Micardis, einschließlich seiner Anwendung, Wirkungsweise, Dosierung, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und wichtiger Patientenhinweise.
Was ist Micardis und wofür wird es angewendet?
Micardis ist ein Blutdrucksenker, der den Wirkstoff Telmisartan enthält. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von essentiellem Bluthochdruck eingesetzt, was bedeutet, dass der erhöhte Blutdruck nicht durch eine andere behandelbare Erkrankung verursacht wird. Micardis kann auch zur Reduktion von Herz-Kreislauf-Ereignissen (z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall) bei Erwachsenen mit bestehendem Risiko eingesetzt werden, wie z. B. bei Patienten mit eingeschränkter Durchblutung des Herzens oder der Beine, nach einem Schlaganfall oder bei Hochrisiko-Diabetes mellitus.
Wirkungsweise von Micardis
Der Wirkstoff Telmisartan in Micardis blockiert die Wirkung von Angiotensin II, einer Substanz, die im Körper gebildet wird und die Blutgefäße enger werden lässt. Durch die Blockierung von Angiotensin II entspannen sich die Blutgefäße, und der Blutdruck sinkt. Dies entlastet das Herz und verbessert die Durchblutung. Telmisartan wirkt selektiv auf den AT1-Rezeptor, wodurch die meisten durch Angiotensin II ausgelösten Reaktionen, wie Vasokonstriktion oder Freisetzung von Aldosteron, ausbleiben. Einige Sartane können durch hohe Konzentrationen von Angiotensin-II von ihrer Bindung an den AT1-Rezeptor verdrängt werden, aber die Bindung von Telmisartan ist dauerhafter.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Micardis wird individuell vom Arzt festgelegt. In der Regel beträgt die Anfangsdosis 1 x täglich 40 mg, um den Blutdruck über 24 Stunden zu kontrollieren. In einigen Fällen kann der Arzt eine niedrigere Dosis von 20 mg oder eine höhere Dosis von 80 mg empfehlen. Bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen sollte die Dosis 40 mg täglich nicht überschreiten.
Micardis wird einmal täglich eingenommen, am besten immer zur gleichen Zeit. Die Tabletten werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten. Es ist wichtig, Micardis regelmäßig einzunehmen, auch wenn keine Symptome vorliegen, da Bluthochdruck oft unbemerkt bleibt.
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Wichtige Hinweise zur Einnahme
- Nehmen Sie Micardis immer genau nach Anweisung des Arztes ein.
- Ändern Sie die Dosierung nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
- Nehmen Sie die Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit ein.
- Micardis kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
- Schlucken Sie die Tablette unzerkaut mit etwas Flüssigkeit.
- Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, nehmen Sie sie ein, sobald Sie daran denken, und setzen Sie die Behandlung wie gewohnt fort. Nehmen Sie keine doppelte Dosis ein, um die vergessene Dosis auszugleichen.
Gegenanzeigen
Micardis darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Telmisartan oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels
- Stauung der Gallenflüssigkeit (Cholestase)
- Schweren Leberfunktionsstörungen
- Schwangerschaft
Unter bestimmten Umständen ist Vorsicht geboten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie an einer der folgenden Erkrankungen leiden:
- Nierenerkrankung oder Nierentransplantation
- Nierenarterienstenose (Verengung der zu den Nieren führenden Blutgefäße)
- Lebererkrankung
- Herzbeschwerden
- Erhöhte Aldosteronspiegel
- Niedriger Blutdruck (Hypotonie)
- Erhöhte Kaliumspiegel im Blut
- Diabetes mellitus
Micardis wird nicht für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Micardis kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln haben. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, insbesondere:
- ACE-Hemmer (z. B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril)
- Aliskiren
- Digoxin
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac
- Diuretika ("Entwässerungstabletten")
- Lithium
- Kaliumsparende Diuretika
- Kaliumergänzungsmittel
- Heparin
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Micardis Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
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Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Schwindel
- Niedriger Blutdruck
Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen
- Müdigkeit
- Schlafstörungen
- Hautausschlag, Juckreiz
- Atemwegsinfektionen
- Harnwegsinfektionen
- Erhöhte Kaliumwerte im Blut
- Anämie (Blutarmut)
Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):
- Schnupfen
- Rachenentzündung
- Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut
- Kurzzeitige Bewusstlosigkeit
- Pulserniedrigung
- Brustschmerzen
- Anfälle von Atemnot
- Nierenfunktionsstörungen bis zur Nierenschädigung
- Veränderung des Blutbildes
- Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe
- Allgemeine Schwäche
- Husten
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch wenn diese nicht in der Packungsbeilage aufgeführt sind.
Schwangerschaft und Stillzeit
Micardis darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, insbesondere nicht im zweiten und dritten Trimester, da es dem ungeborenen Kind schaden kann. Wenn Sie schwanger sind oder vermuten, schwanger zu sein, informieren Sie umgehend Ihren Arzt. Er wird Ihnen ein anderes Medikament empfehlen.
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Während der Stillzeit wird die Anwendung von Micardis nicht empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alternative Behandlungsmöglichkeiten, wenn Sie stillen möchten.
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Micardis kann Schwindel oder Müdigkeit verursachen. Wenn Sie diese Nebenwirkungen bemerken, sollten Sie nicht Auto fahren oder Maschinen bedienen.
Zusätzliche Informationen
Micardis Filmtabletten enthalten neben Telmisartan folgende Hilfsstoffe: Povidon K25, Meglumin, Natriumhydroxid, Sorbitol und Magnesiumstearat.