Microblading: Kontraindikationen und alles, was Sie wissen müssen

Microblading ist eine beliebte Methode des Permanent Make-ups, die darauf abzielt, natürlich aussehende Augenbrauen zu erzeugen. Im Gegensatz zum traditionellen Permanent Make-up, bei dem eine Maschine verwendet wird, um Farbe in die Haut einzubringen, werden beim Microblading feine Härchen einzeln mit einem speziellen Stift gezeichnet, an dessen Spitze winzige Nadeln (Blades) angebracht sind. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Microbladings, einschließlich des Verfahrens, der Haltbarkeit, der Pflege und vor allem der Kontraindikationen, insbesondere im Zusammenhang mit Epilepsie.

Was ist Microblading?

Microblading ist eine Technik, bei der Pigmente mit einer manuellen Methode, ohne Maschine, in die Haut „geschmiert“ werden. Dabei wird die Haut mit sehr feinen Nadeln in einem Schnitt geöffnet und die Farbe eingearbeitet. Im Vergleich dazu wird beim Permanent Make-up die Farbe in die Haut „gespritzt“. Die Nadeln beim Microblading sind feiner, was präzisere Ergebnisse ermöglicht.

Der Ablauf einer Microblading-Behandlung

  1. Beratungsgespräch: Zunächst findet ein ausführliches Beratungsgespräch statt, um Wünsche, Vorstellungen und Fragen zu klären. Der Behandlungsvertrag wird durchgelesen und unterschrieben.
  2. Vorbereitung: Die zu behandelnde Stelle wird gereinigt und desinfiziert. Die korrekte Form der Augenbrauen wird gemessen und vorgezeichnet. Das Ergebnis wird gemeinsam abgestimmt.
  3. Pigmentierung: Mit einem speziellen Handstück, das mit feinen Nadeln bestückt ist, wird das Pigment schonend in die Haut eingebracht. Es entstehen feine Striche in Form von Härchen. Dieser Vorgang erfolgt in zwei Durchgängen.
  4. Nachbehandlung: Nach etwa vier Wochen findet eine Nacharbeit statt, bei der verblasste Härchen nachgearbeitet, Lücken geschlossen und die Form optimiert wird.

Haltbarkeit und Faktoren, die die Haltbarkeit beeinflussen

Ein Microblading hält in der Regel 1 bis 3 Jahre, da die Pigmente nur oberflächlich in die Basalmembran zwischen Oberhaut und Lederhaut eingebracht werden. Die Haltbarkeit wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Hauterneuerungsgeschwindigkeit
  • Fettgehalt der Haut
  • Farbwahl und Intensität
  • Technik des Artists
  • Pigmentiergerät
  • Lebensalter
  • Stoffwechselprozess
  • Beachtung der Pflegehinweise
  • UV-Einstrahlung

Ein starker Lichtschutzfaktor 50 kann das PMU gut schützen.

Verwendete Pigmente

Es werden REACH-konforme Farben verwendet, die in Deutschland hergestellt werden. Man unterscheidet zwischen mineralischen und organischen Pigmenten. Organische Pigmente können nach einiger Zeit in einen warmen oder kühlen Farbton kippen, sind aber farbintensiver. Mineralische Pigmente wirken natürlicher und werden häufig für Augenbrauen verwendet.

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Schmerzempfinden

Microblading verursacht kein extrem starkes Schmerzempfinden, ist aber auch nicht ganz schmerzfrei. Die Behandlung wird von den meisten als ein Ziepen ähnlich dem Zupfen der Augenbrauen empfunden.

Nachbehandlung und Pflege

In den ersten zwei Wochen nach der Behandlung sollten Solarium, Sauna, Schwitzen, Schwimmen und Sonnenbaden vermieden werden. Die UV-Strahlen bleichen die Pigmente aus. Das PMU sollte weder zu trocken noch zu feucht gehalten werden.

Die Pflege zu Hause macht 70 % des Behandlungserfolgs aus. In den ersten 24 Stunden sollten die Augenbrauen alle 1,5 Stunden gereinigt und desinfiziert werden. Danach wird die Spezialpflege SKIN CANDY dünn aufgetragen. Während der nächsten 7 Tage wird SKIN CANDY 3-5 mal täglich dünn aufgetragen.

Kontraindikationen für Microblading

Es gibt bestimmte Personengruppen und Umstände, bei denen von einem Microblading abzuraten ist:

  • Hauterkrankungen: Akne, Ekzeme, Keloide (hypertrophe Narben), Neurodermitis und Muttermale im zu behandelnden Bereich.
  • Erkrankungen: Diabetes, Blutererkrankheit, HIV und Hepatitis.
  • Autoimmunerkrankungen: Hier sollte vorab mit einem Arzt gesprochen werden, da die Behandlung einen Schub auslösen kann.
  • Medikamente: Die Einnahme von Aspirin, Marcumar, Heparin kann zu verstärkter Blutung und verzögerter Wundheilung führen. Isotretinoin (Accutane) beschleunigt die Hauterneuerung, wodurch das Pigment nicht gut hält. Cortisonhaltige Therapien machen die Haut dünn.
  • Hautzustand: Eine gesunde Haut ist Voraussetzung für ein gutes Farbergebnis. Hautanomalien und besondere Hautreaktionen sind Kontraindikationen.
  • Herzprobleme: Kunden mit einem Herzschrittmacher oder Herzleiden sollten kein Microblading durchführen lassen.
  • Blutdruck: Der Blutdruck sollte vor der Behandlung gemessen und bei Bedarf gesenkt werden.
  • Infektionen: Erkältungen, Fieber und insbesondere Infektionskrankheiten wie Hepatitis und HIV sind absolute Kontraindikationen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Aufgrund hormoneller Veränderungen und möglicher Pigmentübertragung in die Muttermilch sollte Microblading vermieden werden.
  • Reduzierte Blutgerinnung: Dies birgt Risiken wie starke Blutungen, Infektionen und verlangsamte Heilung.
  • Schwere, somatische Erkrankungen: Dies erhöht das Infektionsrisiko und verzögert die Wundheilung.
  • Akute Entzündungskrankheiten: Können zu erhöhtem Infektionsrisiko und verzögerter Heilung führen.
  • Keloidnarben: Das Risiko überschießender Narbenbildung ist erhöht.

Microblading und Epilepsie: Eine besondere Kontraindikation

Bei Kunden, die unter Epilepsie leiden, ist eine Microblading-Behandlung leider nicht möglich. Die Schmerzen, der Stress und die möglichen Bewegungen während der Behandlung könnten Anfälle auslösen oder beeinflussen. Es ist entscheidend, vorher mit einem Arzt zu sprechen, um die Sicherheit der Behandlung zu bewerten und mögliche Risiken zu minimieren.

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Gründe für minderwertiges Permanent Make-up und dessen Entfernung

  • Minderwertige Pigmente: Pigmente, die nicht für das Gesicht hergestellt wurden und keine Sicherheitsstandards erfüllen.
  • Falsche Farbwahl: Die Farbe des abgeheilten Permanent Make-ups kann anders aussehen als die Farbe des Pigments im Fläschchen.
  • Ungünstige Form: Eine falsche Form, die nicht zur Gesichtsstruktur passt.
  • Qualitativ minderwertige Arbeit: Unerfahrene Master verwenden günstige Materialien und Geräte.

Möglichkeiten, Permanent Make-up zu entfernen:

  • Laser
  • Remover: Ein chemischer Wirkstoff, der in die Haut eindringt und dort das Pigment entfernt.

Ablauf der Entfernung mit einem Remover

  1. Betäubung: Eine Betäubung wird 10 Minuten vor der Behandlung aufgetragen.
  2. Entfernung: Der Master injiziert den Remover mit einer Nadel in die Haut im Bereich des minderwertigen Permanent Make-ups.
  3. Nachbehandlung: Der Remover und der austretende Farbstoff werden mit einem trockenen Wattepad entfernt.

Vorbereitung auf die Entfernung

  • Keine ultraviolette Strahlung drei bis vier Tage vor dem Eingriff.
  • Einen Tag vor dem Eingriff auf Alkohol verzichten.
  • Am Tag der Behandlung auf Kaffee und koffeinhaltige Getränke verzichten.
  • Einige Tage vor der Behandlung auf Blutverdünner verzichten.
  • Bei Lippen: Verzichten Sie 3 bis 4 Wochen vor der Entfernung auf Hyaluronsäure-Injektionen und andere kosmetische Eingriffe im entsprechenden Bereich.
  • Die Verwendung von dekorativer Kosmetik wird nicht empfohlen.

Kontraindikationen für die Entfernung

  • Typ-I-Diabetes
  • Niedrige Blutgerinnung
  • Neigung zu Keloidnarben
  • Epilepsie
  • Entzündliche Erkrankungen in akuter Form
  • Somatische Erkrankungen in schwerer Form
  • HIV, Hepatitis

Heilungsprozess und Pflegehinweise nach der Entfernung

  • Am ersten Tag den behandelten Bereich mit einem in abgekochtem Wasser angefeuchteten Schwamm abtupfen.
  • Sobald die Haut antrocknet, eine Feuchtigkeitssalbe auf Vaselinebasis auftragen.
  • Die Verwendung von Kosmetika im behandelten Bereich wird während des Heilungsprozesses nicht empfohlen.
  • Kein Solarium und direkte Sonnenstrahlung für drei bis vier Wochen vermeiden.
  • Für zwei bis drei Wochen auf Saunagänge verzichten.
  • Kosmetische Behandlungen, deren Inhalte auf den behandelten Bereich gelangen könnten, sind innerhalb von zwei Wochen untersagt.

Alternativen und Ergänzungen zu Microblading

Es gibt verschiedene Techniken für Permanent Make-up der Augenbrauen, die individuell an Typ und Stil angepasst werden können:

  • Powder Brows: Gleichmäßige Färbung der Augenbrauen, ähnlich dem Effekt von Augenbrauenpuder.
  • Ombre Brows: Weicher Farbverlauf, der an der Spitze heller und am Ende dunkler ist.
  • Combo Brows: Kombination aus Microblading/Nano Brows und Schattierung.
  • Nano Brows: Geeignet für nahezu alle Hauttypen.

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