Migräne, Augenschmerzen, und Kreislaufprobleme können in komplexen Zusammenhängen auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Formen von Migräne, ihre Symptome, mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten, wobei insbesondere auf die Verbindung zu Augenschmerzen und Kreislaufproblemen eingegangen wird.
Augenmigräne: Eine besondere Form der Migräne
Die Augenmigräne, auch ophthalmische oder retinale Migräne genannt, ist eine spezielle Form der Migräne, die sich durch Sehstörungen auszeichnet.
Formen der Augenmigräne
Es gibt verschiedene Formen der Augenmigräne, darunter:
- Retinale Migräne: Betrifft die Netzhaut und tritt meist einseitig auf. Sie ist durch einen sich ausweitenden und wieder abklingenden blinden Fleck gekennzeichnet.
- Migräne mit Aura: Hier treten zusätzlich zu starken Kopfschmerzen Symptome wie Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit auf. Eine Aura kann sich durch Sehstörungen, Schwindel, Missempfindungen oder Sprachstörungen äußern.
Symptome der Augenmigräne
Die Symptome der Augenmigräne können unterschiedlich sein, aber häufig treten auf:
- Vorübergehende Sehstörungen (Lichtblitze, Flimmern, blinde Flecken)
- Übelkeit
- Lichtempfindlichkeit
- Augenschmerzen
Ursachen und Auslöser der Augenmigräne
Wie bei der gewöhnlichen Migräne spielt auch bei der Augenmigräne oft eine genetische Veranlagung eine Rolle. Zudem können bestimmte Faktoren, sogenannte Trigger, eine Augenmigräne begünstigen. Dazu gehören:
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- Stress
- Schlafmangel
- Bestimmte Lebensmittel (Käse, Nüsse, Natriumglutamat)
- Alkohol
- Hormonschwankungen
- Wetterumschwünge
Behandlung und Vorbeugung der Augenmigräne
Im Akutfall können Betroffene einen ruhigen, abgedunkelten Raum aufsuchen und versuchen, sich zu entspannen. Kalte Tücher auf Stirn und Augen können ebenfalls helfen. Langfristig ist es wichtig, die individuellen Auslöser zu kennen und zu vermeiden. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt zudem die Einnahme von Magnesium und Vitamin B12 zur Vorbeugung.
Vestibuläre Migräne: Schwindel als Begleiterscheinung
Die vestibuläre Migräne, auch Schwindelmigräne genannt, ist eine Sonderform der Migräne, die mit plötzlichen Drehschwindel-Attacken einhergeht.
Symptome der vestibulären Migräne
- Plötzlicher Drehschwindel, der auch lageabhängig auftreten kann
- Kopfschmerzen (müssen aber nicht auftreten)
- Sehstörungen
- Lärm- und Lichtempfindlichkeit
- Tinnitus
- Übelkeit und Erbrechen
Ursachen und Behandlung der vestibulären Migräne
Man geht davon aus, dass eine Migräneattacke mit einer Überaktivität von Nervenzellen im Hirnstamm beginnt. Die vestibuläre Migräne wird wie jede andere Migräne behandelt. Regelmäßige körperliche Betätigung und Stressabbau können eine Migräne sehr positiv beeinflussen. Gegen den Schwindel selbst gibt es bisher kein spezifisches Medikament.
Kreislaufprobleme und Migräne
Eine Kreislaufschwäche tritt häufig bei Menschen mit niedrigem Blutdruck auf. Sie kann sich durch Schwindel, Schwarzwerden vor Augen und Benommenheit äußern, besonders beim Aufstehen.
Ursachen von Kreislaufproblemen
- Niedriger Blutdruck
- Störungen des Nervensystems, das den Kreislauf reguliert
- Erkrankungen an Herz und Blutgefäßen
- Diabetes
- Parkinson
Maßnahmen bei Kreislaufproblemen
- Hausmittel: Massagen, Kneipp'sche Anwendungen, Sport
- Koffeinhaltige Getränke
- Überkreuzen und Gegeneinanderpressen der Beine bei langem Stehen
- Ärztliche Untersuchung bei häufigen oder starken Beschwerden
Kopf- und Augenschmerzen: Mögliche Ursachen
Kopf- und Augenschmerzen können verschiedene Ursachen haben, die oft miteinander in Verbindung stehen.
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Mögliche Ursachen
- Überanstrengung der Augen (z.B. durch langes Lesen oder Bildschirmarbeit)
- Falsch eingestellte Brille oder nicht korrigierte Fehlsichtigkeit
- Verspannungen der Halsmuskeln
- Erkrankungen des Auges (z.B. Grüner Star, Entzündungen des Sehnervs)
- Migräne
- Clusterkopfschmerzen
- Trigeminusneuralgie
- Hirnaneurysma
Symptome und Begleiterscheinungen
- Augenflimmern
- Augenzucken
- Verschwommene Sicht
- Augendruck
- Schmerzen in oder hinter den Augen
Cluster-Kopfschmerzen: Heftige Schmerzen im Bereich des Auges
Cluster-Kopfschmerzen sind durch häufige Attacken mit heftigen, immer einseitigen Kopfschmerzen gekennzeichnet, die meist im Bereich der Schläfe oder des Auges auftreten.
Symptome von Cluster-Kopfschmerzen
- Einseitige, stechende oder brennende Schmerzen im Bereich eines Auges
- Tränendes Auge
- Laufende oder verstopfte Nase
- Verkleinerte Pupille
- Schwitzen an Stirn und Wange
- Hängendes oder geschwollenes Augenlid
- Unruhe und Bewegungsdrang
Ursachen und Auslöser von Cluster-Kopfschmerzen
Die Ursachen sind nicht bekannt, aber es wird vermutet, dass die Nervenzellen im Gehirn, die den Tag-Nacht-Rhythmus regulieren, überaktiv sind. Mögliche Auslöser sind Alkohol, Aufenthalt in großen Höhen und bestimmte Medikamente.
Behandlung und Vorbeugung von Cluster-Kopfschmerzen
Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol wirken nicht gegen akute Cluster-Kopfschmerzen. Vielen hilft es, reinen Sauerstoff einzuatmen oder Triptane als Spritze oder Nasenspray zu verwenden. Zur Vorbeugung können bestimmte Medikamente wie Verapamil eingesetzt werden.
Chronische Migräne
Von chronischer Migräne spricht man, wenn seit 3 Monaten oder länger Kopfschmerzen an mindestens 15 Tagen im Monat bestehen, davon 8 oder mehr Tage mit Migräne.
Symptome der chronischen Migräne
- Häufige Kopfschmerzattacken, die zwischen 4 Stunden und 3 Tagen anhalten
- Starke, pulsierend-pochende oder hämmernde Kopfschmerzen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Licht- und Geräuschempfindlichkeit
Mögliche Vorboten und Auslöser der chronischen Migräne
- Stimmungsschwankungen
- Häufiges Gähnen
- Heißhunger oder Appetitlosigkeit
- Extremer Durst
- Verdauungsprobleme
- Sehstörungen
- Gefühlsstörungen
- Lähmungserscheinungen
- Stress
- Schlafmangel
- Hormonelle Veränderungen
- Bestimmte Lebensmittel
- Wetterumschwünge
- Düfte und Gerüche
- Licht
Was tun bei akuten Beschwerden?
Bei akuten Augenmigräne-Anfällen helfen Ruhe und Dunkelheit. Kühle Tücher auf Stirn und Augen können Linderung verschaffen. Bei weniger starken Anfällen kommen die meisten Patienten ohne Schmerzmittel aus. Wenn die Anfälle an Intensität zunehmen, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
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