Migräne bei Kindern: Ursachen, Symptome und Behandlung in Wuppertal

Migräne ist nicht nur ein Problem von Erwachsenen. Auch Kinder und Jugendliche können darunter leiden. In Wuppertal gibt es verschiedene Anlaufstellen und Therapieangebote, um Betroffenen zu helfen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Migräne bei Kindern.

Einführung

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das auch Kinder betrifft. Laut einer Umfrage in Wuppertal haben bereits 90 Prozent der neunjährigen Schulkinder Erfahrungen mit Kopfschmerzen gemacht. Neben dem häufigen Spannungskopfschmerz ist die Migräne eine weitere wichtige Kopfschmerzform, die bei Kindern und Jugendlichen vorkommt.

Was ist Migräne?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, von der etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Sie zeichnet sich durch starke, meist einseitige Kopfschmerzen aus, die oft pulsierend, stechend oder hämmernd wahrgenommen werden. Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Sehstörungen machen Migräneanfälle für Betroffene besonders belastend.

Unterschied zu Spannungskopfschmerzen

Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen ist Migräne meist einseitig lokalisiert und von deutlich stärkeren Schmerzen begleitet. Übelkeit, Erbrechen und starke Licht- sowie Geräuschempfindlichkeit sind typisch. Außerdem kann eine Migräneattacke zwischen wenigen Stunden und mehreren Tagen andauern. Während Spannungskopfschmerzen eher ein monotones, drückendes Schmerzbild zeigen, ist die Migräne oft pulsierend und schränkt Betroffene im Alltag deutlich stärker ein.

Ursachen von Migräne bei Kindern

Die genauen Ursachen für Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass verschiedene Faktoren eine Rolle spielen:

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  • Genetische Veranlagung: Migräne tritt häufiger in Familien auf, was auf eine genetische Komponente hindeutet.
  • Hormonelle Schwankungen: Bei Mädchen können hormonelle Veränderungen, beispielsweise während der Menstruation, Migräneattacken auslösen.
  • Umweltfaktoren: Verschiedene Umweltfaktoren können als Trigger für Migräne wirken. Dazu gehören Stress, Schlafmangel, bestimmte Nahrungsmittel, Wetteränderungen und Reizüberflutung.
  • Übererregbarkeit des Gehirns: Migräne wird als komplexe Störung des Nervensystems betrachtet, bei der bestimmte Gehirnbereiche übererregbar sind.

Symptome von Migräne bei Kindern

Die Symptome von Migräne können bei Kindern vielfältig sein. Typische Anzeichen sind:

  • Starke Kopfschmerzen: Meist einseitig, pulsierend oder hämmernd.
  • Übelkeit und Erbrechen: Begleiten häufig die Kopfschmerzen.
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit: Betroffene ziehen sich oft in abgedunkelte und ruhige Räume zurück.
  • Sehstörungen: In manchen Fällen treten vor oder während der Migräneattacke Sehstörungen auf, wie z.B. Flimmern vor den Augen (Aura).
  • Schwindel: Insbesondere bei der vestibulären Migräne kann Schwindel ein Hauptsymptom sein.

Diagnose von Migräne bei Kindern

Die Diagnose von Migräne bei Kindern basiert in erster Linie auf der Anamnese und der Beschreibung der Symptome. Der Arzt wird Fragen stellen, um die Art, Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzen zu erfassen. Ein Kopfschmerztagebuch kann dabei helfen, Muster und Auslöser zu erkennen. Eine körperliche Untersuchung dient dazu, andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen. In manchen Fällen können neurologische Untersuchungen oder bildgebende Verfahren (z.B. MRT) erforderlich sein.

Behandlung von Migräne bei Kindern in Wuppertal

Die Behandlung von Migräne bei Kindern zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Häufigkeit von Attacken zu reduzieren. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die individuell auf das Kind abgestimmt werden:

Akutbehandlung

Bei akuten Migräneattacken können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen, die Schmerzen zu lindern. Speziell für Migräne entwickelte Medikamente, sogenannte Triptane, können ebenfalls eingesetzt werden. Es ist wichtig, die Medikamente frühzeitig einzunehmen, sobald die Kopfschmerzen beginnen.

Vorbeugende Maßnahmen

Um die Häufigkeit von Migräneattacken zu reduzieren, können verschiedene vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden:

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  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Ein strukturierter Tagesablauf mit festen Schlaf- und Essenszeiten kann helfen, Migräneattacken vorzubeugen.
  • Stressmanagement: Entspannungsübungen, Achtsamkeitstraining, Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und die Häufigkeit von Migräneattacken zu verringern.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung und das Vermeiden von bestimmten Nahrungsmitteln, die als Trigger für Migräne gelten, können hilfreich sein.
  • Ausdauersport: Moderate sportliche Aktivitäten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen fördern die Durchblutung und können Migräneanfälle langfristig reduzieren.

Alternative Therapien

Ergänzend zu den konventionellen Behandlungsmethoden können auch alternative Therapien bei Migräne eingesetzt werden:

  • Osteopathie und Manuelle Therapie: Durch die Verbesserung der Beweglichkeit von Kopf-, Nacken- und Kiefergelenken und der Behandlung von Bindegewebsspannungen kann die Häufigkeit und Intensität von Attacken reduziert werden. CoSanum in Wuppertal bietet beispielsweise verschiedene Massagetechniken und manuelle Therapien an, die bei Kopfschmerzen und Migräne helfen können. Dazu gehören:
    • Massage: Entspannende Therapie zur Behandlung von Haut, Bindegewebe, Faszien, Sehnen, Bändern und Muskeln.
    • Manuelle Therapie: Sanfte Mobilisierung und Deblockierung von Gelenken, Wirbelsäule, Muskeln, Faszien und Nerven.
    • Kiefergelenkstherapie: Behandlung von Kiefergelenksproblemen, die Kopfschmerzen und Migräne verursachen können.
    • Atlastherapie: Korrektur des verschobenen Atlaswirbels (1. Halswirbel), der Kopfschmerzen, Migräne und Schwindel auslösen kann.
  • Kinesiotaping: Durch Aufkleben von speziellen Tapes kann Einfluss auf das Gewebe, die Lymphe, die Muskulatur und die Schmerzregulation genommen werden.
  • Hypnose: Lösungsorientierte Hypnose kann helfen, unbewusste Ursachen für die Migräne zu finden und zu beeinflussen.

Spezielle Therapieangebote in Wuppertal

In Wuppertal gibt es verschiedene Einrichtungen, die sich auf die Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne spezialisiert haben. Dazu gehören:

  • Helios Universitätsklinikum Wuppertal: Die Schmerzklinik des Helios Universitätsklinikums bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie von chronischen Kopfschmerzen an.
  • CoSanum: Praxis für Physiotherapie und alternative Therapien mit einem breiten Angebot an Behandlungen für Kopfschmerzen und Migräne.
  • Weitere Physiotherapiepraxen: Viele Physiotherapiepraxen in Wuppertal bieten spezielle Behandlungen für Kopfschmerzen und Migräne an, wie z.B. manuelle Therapie, Massagen und Triggerpunkttherapie.

Vestibuläre Migräne bei Kindern

Eine besondere Form der Migräne bei Kindern ist die vestibuläre Migräne. Sie zeichnet sich durch Schwindelattacken aus, die Minuten bis Tage andauern können. Mitunter besteht in der Attacke kein migränetypischer Kopfschmerz. Übelkeit, Oszillopsien, Ruhebedürfnis sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit sind weitere Begleitsymptome. Auslöser können Stress, hormonelle Umstellung, Schlaf- oder Flüssigkeitsmangel sein.

Diagnostik und Therapie von Schwindel bei Kindern in Wuppertal

Bei Kindern mit Schwindel ist eine umfassende Diagnostik erforderlich, um die Ursache zu finden. Im Deutschen Schwindel- und Gleichgewichtszentrum der LMU München war die vestibuläre Migräne die häufigste Diagnose bei Kindern und Jugendlichen mit Schwindel. Die Diagnostik umfasst die Differenzierung des Schwindels (Art, Beginn, Dauer, Frequenz, Auslöser, Begleitsymptome), die Erhebung des neurologischen Befundes sowie neuroophthalmologische und neurootologische Untersuchungen. Je nach Befund werden apparative Funktionstests wie Video-Kopf-Impuls-Test/-Okulographie durchgeführt. Die Therapie richtet sich nach der Ursache des Schwindels. Bei vestibulärer Migräne können die gleichen Medikamente und Maßnahmen eingesetzt werden wie bei Migräne mit Kopfschmerzen.

Leben mit Migräne bei Kindern

Migräne kann für Kinder und ihre Familien eine große Belastung darstellen. Es ist wichtig, die Erkrankung ernst zu nehmen und die Kinder bestmöglich zu unterstützen. Dazu gehört:

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  • Aufklärung: Kinder und Jugendliche sollten über ihre Erkrankung aufgeklärt werden, um sie besser zu verstehen und damit umgehen zu können.
  • Unterstützung: Eltern, Lehrer und Freunde sollten die Kinder unterstützen und ihnen helfen, ihren Alltag trotz der Migräne zu bewältigen.
  • Austausch: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann hilfreich sein, um sich gegenseitig zu unterstützen und Erfahrungen auszutauschen.

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