Migräne, Druck im Ohr und ihre Ursachen

Ohren- und Kopfschmerzen treten oft gleichzeitig auf, und dafür gibt es eine recht einfache Erklärung: die Ursache liegt in der Anatomie. Ohren, Nase und Hals stehen in gegenseitiger Verbindung. Bei vielen Erkrankungen können Infektionen Auswirkungen auf verschiedene Organe haben. Es kann zu einer Reizung der Nerven von Gesicht und Kopf und demzufolge zu Kopfschmerzen oder Migräne kommen.

Anatomische Verbindungen und ihre Auswirkungen

Die unmittelbare Nähe der Strukturen von Kopf und Hals und die Tatsache, dass komplexe Nervenbahnen beide Körperpartien durchlaufen, sind die Hauptursache für die diffusen Schmerzen. Wie bereits gesagt sind Hals, Nase und Ohren miteinander verbunden und von den Nasennebenhöhlen in den Wangenknochen, in der Stirnmitte, zwischen den Augen und in der Nase umgeben. Bei einer Sinusitis fühlen sich diese Höhen mit Schleim, was Kopfschmerzen verursachen kann.

Können Ohrenschmerzen Kopfschmerzen verursachen?

Ohrenschmerzen können Kopfschmerzen verursachen, vor allen bei Druck in den Nasennebenhöhlen oder viralen Hals- oder Ohreninfektionen. Bei Beschwerden oder Schmerzen an den Ohren, vor allem wenn diese auch in den Kopf ausstrahlen, sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.

Temporomandibuläre Dysfunktion (TMD)

Eine temporomandibuläre Dysfunktion steht in engem Zusammenhang mit Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen. Zu den wichtigsten Symptomen gehören Druck im Ohr, Otalgie, Tinnitus, Schwindelgefühl und mitunter auch Schwerhörigkeit und Juckreiz. Zahnärzte arbeiten eng mit HNO-Ärzten zusammen, um alle das Ohr betreffenden Symptome zu diagnostizieren und optimal zu behandeln.

Einseitige Kopf- und Ohrenschmerzen

Häufig treten Kopf- und Ohrenschmerzen nur auf einer Seite auf. Die einseitigen Schmerzen können durch verschiedene Ursachen ausgelöst werden, zum Beispiel durch eine Erkältung oder Grippe, starken Lärm, ständige Bewegung, intensives Licht oder auch durch Angst und Stress.

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Rechtsseitige Kopf- und Ohrenschmerzen

Oft ist nur die rechte Seite des Kopfes von Schmerzen betroffen. Für diese Schmerzen kann es verschiedene Gründe geben, darunter Migräne, Nackenschmerzen oder Müdigkeit oder eine Trigeminusneuralgie. Manchmal werden rechtsseitige Kopfschmerzen zusätzlich von Ohrenschmerzen begleitet. Diese können durch eine Infektion am Ohr (mit Schmerzen, die in alle umliegenden Bereiche ausstrahlen und auch den Kopf betreffen), Migräne oder auch durch Zugluft ausgelöst werden. Die Schmerzen können akut und persistierend sein, eine unterschiedlicher Dauer haben, wobei sich Schmerzspitzen mit Momenten leichter Beschwerden abwechseln, oder weniger stark ausgeprägt sein, aber dafür längere Zeit anhalten. Zur Ergründung der Ursache empfiehlt es sich, einen HNO-Arzt aufzusuchen.

Linksseitige Kopf- und Ohrenschmerzen

Manchmal sind Kopfschmerzen auf der linken Seite zu spüren, denn nicht immer ist der gesamte Kopf betroffen. Die Ursachen für diese Schmerzen können vielfältig sein: Migräne (mit und ohne Aura), Trigeminusneuralgie, Cluster-Kopfschmerzen, Infektionen, Nackenschmerzen, aber auch Müdigkeit; einhergehen können sie mit Übelkeit, Sehstörungen und Ohrenschmerzen. Auch die linksseitigen Kopfschmerzen können mit Ohrenschmerzen einhergehen. Die Ursachen sind die gleichen wie bei den rechtseitigen Schmerzen, d. h. Ohrinfektionen mit Schmerzen, die bis in den Kopf ausstrahlen, Migräne und Zugluft. Es kann sich um einen akuten oder einen leichteren Schmerz handeln, dessen Dauer und Intensität von Fall zu Fall variabel ist. Der Hausarzt oder ein HNO-Arzt können unter Betrachtung der verschiedenen Symptome die Ursache der Schmerzen ermitteln.

Beidseitige Kopf- und Ohrenschmerzen

Wie bereits erwähnt, können Kopfschmerzen mit beidseitigen Ohrenschmerzen einhergehen. Auch in diesem Fall können abwechselnd starke, penetrante Schmerzen auftreten und dann wieder Momente, in denen der Schmerz abzunehmen scheint. Oder aber die Schmerzen sind weniger stark ausgeprägt, dauern aber länger.

Tinnitus und Migräne

Tinnitus gilt nicht als ein typisches Symptom von Migräne, aber es gibt Zusammenhänge. Als Tinnitus (vom lateinischen Wort tinnire, zu Deutsch „klingeln“) bezeichnet die Medizin Ohrgeräusche, die wiederkehrend oder anhaltend auftreten und von den Betroffenen als störend empfunden werden. Am häufigsten manifestieren sie sich als hohes Pfeifen oder tiefes Rauschen, aber auch Pochen, Klicken und Summen sind möglich.

Zusammenhang zwischen Migräne und Tinnitus

Menschen mit Migräne nehmen häufiger einen Tinnitus wahr als gesunde Menschen. Studien kamen zu dem Ergebnis, dass Studienteilnehmer mit Migräne Ohrgeräusche und Hörstörungen häufiger erfuhren. Das galt vor allem für Tinnitus, aber auch für Höreinschränkungen oder plötzlichen Hörverlust. Die Symptome traten nicht immer gemeinsam mit Kopfschmerzen auf, daher müsse die Form einer cochleären Migräne in Betracht gezogen werden. Demnach kann Migräne Symptome wie Schwindel, Tinnitus und Hörverlust auslösen - auch ohne den charakteristischen Migränekopfschmerz.

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Behandlung von Tinnitus bei Migräne

Häufig lässt sich bei einem chronischen Tinnitus keine behandelbare Ursache ermitteln. Die Therapie stellt dann ein sogenanntes Tinnitus-Counseling in den Mittelpunkt - eine umfassende Aufklärung und Beratung. Ergänzend können eine Tinnitus-spezifische Verhaltenstherapie, Entspannungstechniken und hörverbessernde Maßnahmen (etwa durch Hörgeräte) hinzukommen. Ein akuter Tinnitus wird in der Regel mit einer Kortison-Therapie behandelt. Gibt es Hinweise auf einen Zusammenhang mit Migräne, können Migräne-Medikamente wie Triptane den Tinnitus unter Umständen positiv beeinflussen.

Migräne mit Hirnstammaura

Vor 40 Jahren wurde die Migräne mit Hirnstammaura das erste Mal beschrieben. Typische Symptome der Migräne mit Hirnstammaura sind: Doppeltsehen, Sprachstörungen, Schwindel (vestibuläre Migräne), Tinnitus (Ohrgeräusche), Hörminderung, beidseitige Sehstörung, Ataxie (Koordinationsstörung), Störung des Bewusstseins, auf beiden Seiten gleichzeitig auftretendes Taubheitsgefühl (simultane bilaterale Parästhesie) zum Beispiel der Arme.

Ursachen der Migräne mit Hirnstammaura

Bei einer Migräne mit Hirnstammaura liegen funktionelle Störungen im Bereich der Arteria basilaris vor beziehungsweise kommt es zu Durchblutungsstörungen im Hirnstamm. Neben dem Hirnstamm, der unter anderem Atmung, Herzschlag, Sehen, Hören und Tasten reguliert, versorgt die Arteria basilaris auch das Hinterhirn.

Diagnose und Therapie der Migräne mit Hirnstammaura

Für die Diagnosestellung wird von der International Headache Society (IHS) als Kriterium angegeben, dass mindestens zwei der oben genannten Symptome auftreten, sie wieder vollständig verschwinden und keine motorische Schwäche (zum Beispiel Lähmung der Arme oder Beine) vorkommt - erst dann kann von einer Migräne mit Hirnstammaura ausgegangen werden.

Triptane, Schmerzmittel, die speziell zur Behandlung von Migräne entwickelt wurden, sind bei der Migräne mit Hirnstammaura allerdings nicht empfohlen. Der Grund: Die Medikamente bewirken eine Verengung der Arterien im Gehirn. Da nach derzeitigem Wissensstand eine eingeschränkte Blutzufuhr die Ursache für eine Migräne mit Hirnstammaura ist, wird befürchtet, dass eine zusätzliche Verengung durch Arzneimittel die Beschwerden noch mehr verstärkt.

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Ein weiterer wichtiger Baustein der Therapie einer Migräne mit Hirnstammaura sind prophylaktische Maßnahmen wie regelmäßiger Ausdauersport, Erlernen von Stressbewältigungs- und Entspannungstechniken und Biofeedback (gezieltes Entspannen von Muskeln).

Vestibuläre Migräne

Die vestibuläre Migräne ist eine Form der episodischen Migräne. Sie betrifft das Vestibularorgan im Innenohr. Das Leitsymptom der vestibulären Migräne ist Schwindel. Zusätzlich treten allgemeine Migräne-Symptome auf, darunter Kopfschmerzen, Lärm- und Lichtscheu.

Symptome der vestibulären Migräne

Das Hauptsymptom der vestibulären Migräne ist Schwindel. Dieser kann sich als Drehschwindel äußern, als lageabhängiger Schwindel oder als Kopfbewegungsintoleranz. Bei einigen Patienten und Patientinnen werden die Schwindel-Attacken auch von visuellen Signalen beeinflusst: Die Ansicht bewegter oder besonders komplexer Muster mit vielen Farben und Formen lösen den Schwindel aus. Eine Schwindel-Attacke kann zwischen wenigen Sekunden und mehreren Tagen andauern.

Neben dem Schwindel gibt es weitere Symptome, die das Beschwerdebild der vestibulären Migräne vervollständigen: Oszillopsien, Übelkeit, Erbrechen, Gangunsicherheit, Migräne-Symptome und auditive Symptome (Hörminderung, Tinnitus oder Ohrendruck).

Behandlung der vestibulären Migräne

Eine gesunde Lebensführung ist die beste Maßnahme, um die vestibuläre Migräne erfolgreich zu behandeln. Vermeiden Sie Migräne-Auslöser (Trigger), achten Sie auf ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und vergessen Sie nicht, genügend zu trinken. Versuchen Sie außerdem, regelmäßige Arbeitspausen einzubauen, Sport zu treiben und ein Entspannungsverfahren zu lernen - das reduziert Stress und erhöht die Lebensqualität.

Bei der Behandlung von vestibulärer Migräne setzt man auch auf Substanzen, die bestimmte Symptome lindern. Antiemetika wie Metoclopramid und Domperidon wirken zum Beispiel gegen die Übelkeit, die das Schwindelgefühl oft begleitet. Generell wirksam gegen Migräne sind Triptane. Allerdings verbessern natürlich auch klassische Schmerzmittel (Analgetika) den akuten Zustand, indem sie die Schmerzen beseitigen. Zu den häufig eingesetzten Schmerzmitteln gehören vor allem Ibuprofen und ASS.

Besonders geeignet zur Vorbeugung (Prophylaxe) ist der Calciumkanalblocker Flunarizin. Acetazolamid und Diclofenamid sind Carboanhydrasehemmer, die bei der Vorbeugung von vestibulärer Migräne ebenfalls gute Ergebnisse erzielen.

Druck im Kopf und seine Ursachen

Eingezwängt in eine Klammer, unter Wasser gedrückt, wie in Watte gepackt oder einfach eng - Druck im Kopf fühlt sich ganz unterschiedlich an. Wenn Sie Druck im Kopf spüren, hat das oft mit Spannungskopfschmerzen zu tun. Aber auch Erkrankungen der Nebenhöhlen oder der Ohren können dieses Symptom verursachen.

Mögliche Ursachen für Druck im Kopf

  • Spannungskopfschmerzen: Die Beschwerden sind meist leicht bis mittelschwer und fühlen sich an wie ein enges Gummiband, das um den Kopf geschlungen ist.
  • Entzündung der Nebenhöhlen: Hier spüren Sie einen Druck hinter Stirn, Wangenknochen, Nase, Kiefer oder Ohren.
  • Ohrerkrankungen: Betroffene spüren einen stumpfen, konstanten Druck auf Nase und Ohren, im Kieferbereich, auf den Kopfseiten bzw. an den Schläfen. Auch Tinnitus kann mit Ohrerkrankungen zusammenhängen.
  • Migräne: Die Patienten haben sehr heftige pulsierende oder pochende Schmerzen meist auf einer Seite des Kopfes, außerdem oft Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Geräusch- und Lichtempfindlichkeit.
  • Weitere Ursachen: Clusterkopfschmerzen, Rebound-Kopfschmerzen (durch Schmerzmittelübergebrauch verursachte Kopfschmerzen), Beschwerden durch Gehirnerschütterung, Flüssigkeitsmangel oder Hunger, Zahn-Probleme (z.B. ein verspannter Kieferbereich), Müdigkeit, hoher Blutdruck, Muskelzerrungen im Nackenbereich.

Was tun bei Druck im Kopf?

Hilfreich sind Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Biofeedback oder Progressive Muskelentspannung, aber auch sanfte Dehnübungen, Massagen und Wärmeanwendungen. Gegen das Wattegefühl im Kopf können Sie Pfefferminzöl nehmen: Öffnen Sie die Flasche und riechen Sie daran. Schnelle Hilfe bringen Schmerzmittel aus der Apotheke z.B. Schmerzmittel-Kombination aus Ibuprofen bzw.

Behandlung von Kopfschmerzen und Ohrenschmerzen

Die Behandlungen zur Linderung von Kopf- und Ohrenschmerzen richten sich nach der auslösenden Ursache. Bei Kopf- und Ohrenschmerzen können auch altbewährte Haus- und Heilmittel helfen: sich ausruhen, warme Getränke oder Brühe zu sich nehmen, generell viel trinken und die Schläfen mit ätherischem Eukalyptus- oder Minzöl einreiben, um nur einige Beispiele zu nennen.

Wann zum Arzt?

Wenn bei Ihnen ganz plötzlich Kopfschmerzen auftreten sollten, die Sie in der Art noch nicht hatten, sprechen Sie unbedingt Ihren Arzt an. Sprechen Sie auch mit ihm, wenn Sie mehr als zweimal pro Woche Kopfschmerzen haben, die Sie mit Schmerzmitteln behandeln. Bei chronischen Kopfschmerzen besteht nämlich die Gefahr der Überdosierung von Medikamenten.

Biomentale Migränetherapie

Erstaunlicherweise reagierte die Migräne ebenso gut auf die Biomentale Therapie, wie Schwindel, Ohrgeräusche oder Hörverlust. In dem Buch „Viel um die Ohren“, beschreibe ich die Ursachen, den Erkrankungsmechanismus und die Heilungschancen - nicht nur bei Tinnitus, Hörsturz und menière’schem Schwindel, sondern auch bei Migräne und Spannungskopfschmerzen. Als Behandlung bietet sich die Biomentale Einzeltherapie an, dessen Kosten nach Genehmigung eines Antrags durch mich in der Regel von privaten Krankenkassen oder Beihilfestellen erstattet wird.

Botox als Therapie bei Migräne

Botulinumtoxin A gegen Migräne ist mittlerweile nachweislich als wirksam anerkannt. Auch andere Schmerzen, die durch Verspannungen ausgelöst werden, werden mit Botulinumtoxin A in Kombination mit einer kostenlosen Entspannungs- bzw. Reflextherapie für zu Hause (BiomentOhr4) erfolgreich bekämpft. Dabei wirkt Botox symptomatisch von „außen“ und BiomentOhr4 über das vegetative Nervensystem von „innen“.

Migräne im Kindesalter

In den letzten Jahren, häufen sich die Fälle von Tinnitus-, Migräne und Kopfschmerzerkrankungen im Kindesalter. Obwohl mein Therapiekonzept auf Erwachsene zugeschnitten ist, haben wir auch Kinder ab dem 8. Lebensjahr damit behandelt - und das mit noch größerem Erfolg, denn Kinder sind eben noch viel lernfähiger als Erwachsene. Schulstress kann Mobbing unter Schülern bedeuten, aber auch hausgemacht sein, indem ehrgeizige Eltern ihre Kinder unter Druck setzen oder, was schlimmer ist, indem Lehrer bestimmte Schüler auf dem „Kieker“ haben, was auch als Mobbing zu bezeichnen ist. Als Behandlung bietet sich auch hier die Biomentale Einzeltherapie » für Tinnitus-, Hörsturz, Morbus Menière- (Schwindel-) aber auch für Migräne-Betroffene an.

Zusammenhang zwischen Migräne und Hörstörungen

Sehstörungen sind zu Beginn einer Migräneattacke eine bekannte Begleiterscheinung. Was kaum jemand weiß: Auch Ohrgeräusche und Hörverlust können damit einhergehen. Neben Blitzen, die Betroffene durchs Sichtfeld flackern sehen, können Ohrgeräusche oder sogar ein temporärer Hörverlust mit einer Migräneattacke einhergehen. Patienten stellen dann etwa fest, dass die Lautstärke stark schwankt und alles sehr gedämpft und weit entfernt klingt. Solche Symptome einer Migräne sind eine Art Tinnitus, die einem kurzzeitigen Hörsturz oder Knalltrauma ähneln. In der Regel dauert der Zustand etwa eine Stunde, dann verbessert sich das Hörvermögen wieder und das Ohrgeräusch verschwindet.

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