Migräne durch Fußprobleme: Ursachen und Lösungsansätze

Migräne, eine oft missverstandene und unterschätzte neurologische Erkrankung, betrifft Millionen Menschen weltweit. Die Ursachen für Migräne sind vielfältig und oft schwer zu identifizieren. Stress, Ernährung, hormonelle Veränderungen und Umweltfaktoren können eine Rolle spielen. Interessanterweise können auch Probleme mit den Füßen Migräne auslösen oder verstärken. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Fußproblemen und Migräne und bietet Lösungsansätze zur Vorbeugung und Behandlung.

Einführung in die Migräne

Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Sie ist eine idiopathische Kopfschmerzerkrankung, die sich durch starke, einseitige, rezidivierende, pulsierende Schmerzen auszeichnet. Die Schmerzen halten in der Regel mehrere Stunden bis Tage an und werden oft von vegetativen Begleitsymptomen wie Übelkeit und Erbrechen begleitet. Hinzu kommt eine Überempfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und bei Kindern treten die Kopfschmerzen oft im ganzen Kopf auf, zusammen mit den genannten Begleitsymptomen.

Ursachen von Migräne

Die genaue Ursache von Migräne ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht jedoch von einer genetischen Veranlagung aus. In einer Studie wurden 38 genetische Regionen identifiziert, die mit Migräne in Verbindung stehen. Triggerfaktoren spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Entwicklung von Migräne. Stress entsteht, wenn gestellte Aufgaben und Anforderungen nicht mehr gemeistert werden können. Das bedeutet, dass nicht das stresst, womit man konfrontiert wird - sondern, wie man damit umgeht. Stress ist mithin das Ergebnis dessen, wie Anforderungen verarbeitet und bewertet werden: Jeder ist durch etwas anderes gestresst und jeder wirkt selbst an seinem Stresserleben mit.

Stress als Migräneauslöser

Stress wird bei jedem Menschen durch etwas anderes ausgelöst: Nicht das, was auf uns einwirkt, sondern wie wir damit umgehen, macht uns Stress. Stress ist, mit anderen Worten ausgedrückt, das Ergebnis dessen, wie Anforderungen gedanklich verarbeitet werden. Und das ist individuell sehr unterschiedlich: Was für den einen Stress bedeutet, ist für den anderen Alltagsroutine. Entscheidend ist, wie man die Situation selbst bewertet.

Migräne und Sport

Sport hat viele positive Aspekte für die Gesundheit - von körperlicher Fitness bis hin zum Stressabbau. Migräne-Patienten müssen jedoch aufpassen, denn er kann auch ein Migräne-Auslöser (Triggerfaktor) sein: Typische Aura-Symptome wie Augenflimmern oder Kopfschmerzen sind nach dem Sport möglich. Folgende Sportarten können Migräne auslösen und sind demnach Betroffenen nicht zu empfehlen: Krafttraining, Tennis oder Squash, Kampfsportarten, Ballsportarten wie Fußball oder Handball und Reiten. All das sind Sportarten mit schnellen, wechselnden und ruckartigen Bewegungsabläufen, die sich negativ auf die Migräne auswirken können.

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Der Zusammenhang zwischen Fußproblemen und Migräne

Dr. Matthias Lerch, Chef der Orthopädie und Unfallchirurgie, Hand- und Fußchirurgie sowie Sportmedizin im Krankenhaus Wittmund, erklärt, wie auch Kopfschmerzen mit den Plattfüßen zusammenhängen können: „Das gesamte Skelett baut sich auf den Füßen auf. Bei einem Plattfuß neigen sich die Beine zur X-Stellung, damit verschieben sich dann auch Hüfte und Becken, am Ende sogar die Schultern und die Halswirbelsäule. Das kann zu Kopfschmerzen oder sogar zu Zahnfehlstellungen führen.“

Plattfüße als Ursache von Kopfschmerzen

Plattfüße können Kopfschmerzen verursachen, da das gesamte Skelett auf den Füßen aufbaut. Bei einem Plattfuß neigen sich die Beine zur X-Stellung, wodurch sich Hüfte und Becken verschieben. Am Ende können sich sogar die Schultern und die Halswirbelsäule verschieben, was zu Kopfschmerzen oder sogar zu Zahnfehlstellungen führen kann. Meist ist der Funktionsverlust der Tibialis Posterior Sehne verantwortlich. Diese Sehne stabilisiert die Innenseite des Fußes und wird so beim Plattfuß mehr belastet als normal. Das kann zu einer Entzündung und einem Verschleiß führen. Die Folge wird sein, dass der Fuß sich weiter nach innen senkt, das Gewebe anschwillt und es zu Schmerzen kommt. Spätestens dann sollte man handeln.

Atlasfehlstellung und Migräne

Eine Atlasfehlstellung, also eine Fehlstellung des obersten Halswirbels, kann ebenfalls zu Migräne führen. Verspannungen in der Schulter- und Nackenmuskulatur scheinen als Auslöser und/oder Treiber bei den Attacken ebenfalls ausschlaggebend zu sein. "Ich war beim Orthopäden, wo sie gesagt haben, die braucht Einlagen in den Schuhen, die hat eine schiefe Wirbelsäule … ."

Diagnose und Behandlung von Fußproblemen

Die Diagnose von Fußproblemen erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT. Es gibt viele und sehr gute konservative Behandlungsmöglichkeiten von Einlagen bis hin zu Physiotherapie. Mittels des MRT kann er feststellen, welche Behandlungsmöglichkeiten angewendet werden müssen, um den Fuß zu richten und die Belastbarkeit ohne Schmerzen wieder herzustellen.

Konservative Behandlungsmöglichkeiten

Es gibt viele und sehr gute konservative Behandlungsmöglichkeiten von Einlagen bis hin zu Physiotherapie. Jeder Betroffene kann die Muskulatur kräftigen, das wird auch durch Barfußlaufen gefördert. Denn prägt sich die Fehlstellung weiter aus, dann wird sich auch die Wadenmuskulatur und die Achillessehne verkürzen. Das wiederum hat die Knickstellung der Ferse zur Folge.

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Operative Behandlungsmöglichkeiten

Bei der Operation, die zwischen 15 Minuten und 1,5 Stunden dauern kann, bietet der Mediziner, wie er sagt, gerne das gesamte Menü an. „Die Achse der Ferse wird korrigiert, sie wird ein Stück verlängert und verschoben und mit Schrauben fixiert“, erklärt der Arzt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, Körper und Sprunggelenk auszutricksen. Im unteren Sprunggelenk gibt es einen Hohlraum, den man mittels eines Sinus Tarsi Implantats auffüllen kann. Das ist eine kleine Schraube, die eine große Wirkung erzielt. Damit wird der Fersenknochen wieder unter das Sprungbein reponiert und das Einknicken verhindert. Der Fuß wird sich aufrichten und ein Gewölbe entstehen.

Weitere Ursachen von Migräne

Die Entstehung von Migräne basiert auf einer Engstellung der Gefäße im Kopf, die sich dann zu einer Weitstellung entwickelt. Genau diese Weitstellung ist dann der Grund für die Schmerzen. Somit kann die Ursache für eine Migräne auf eine Funktionsstörung der Gefäße zurückgeführt werden. Diese Funktionsstörung wird von verschiedenen Botenstoffen im Gehirn verursacht. So gibt es eben auch unterschiedliche Auslöser, die eine Migräne verursachen können. Erhöhte Muskelanspannungen sorgen bei den Spannungskopfschmerzen für eine verringerte Durchblutung. Durch die Verspannungen werden dann Substanzen freigesetzt, die anschließend die Schmerznerven reizen. So werden die Kopfschmerzen von den Betroffenen wahrgenommen. Der Schmerz wiederum sorgt aber auch dafür, dass die Muskeln wieder angespannt werden. Es entsteht ein Teufelskreis, der für die Betroffenen sehr schmerzvoll ist. Bei den Spannungskopfschmerzen ist sehr häufig Stress der Auslöser. Starke psychische Belastung oder auch enorme körperliche Anstrengung können Spannungskopfschmerzen begünstigen.

Kieferfehlstellung als Migräneauslöser

Die gewöhnliche Migräne entwickelt sich langsam und wird durch Müdigkeit, Essgelüsten, Gähnen, Depression, Reizbarkeit und Ängstlichkeit begleitet. All diese Faktoren können zu einer Migräne führen, aber der Hauptverursacher ist eine Fehlstellung zwischen Unterkiefer und Oberkiefer. Bei jedem Zusammenbeißen ist die Kiefermuskulatur damit beschäftigt, den Fehlbiss auszugleichen, und zieht dabei auch die Kopf- und Nackenmuskulatur in Mitleidenschaft. Dies passiert ca. 2000-3000 Mal am Tag, wenn gekaut oder Nahrung heruntergeschluckt wird. Dadurch ermüdet die Muskulatur oder zieht sich in Spasmen zusammen.

Therapieansätze bei Migräne

Neben der Behandlung von Fußproblemen gibt es verschiedene Therapieansätze bei Migräne.

Medikamentöse Therapie

Standard-Schmerzmittel können bei einer akuten Migräneattacke nur bei milden Formen Hilfe leisten. Allerdings bergen Triptane - wie auch alle anderen Schmerzmittel - ebenfalls eine Gefahr. Eine chronische Migräne liegt dann vor, wenn die Betroffenen mehr Kopfschmerztage im Monat haben als schmerzfreie Tage. Durch Übergebrauch von Schmerzmitteln kommen die Migräniker auch in den sogenannten Status migraenosus, eine Migräneattacke geht dann in die andere über.

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Nicht-medikamentöse Therapie

Es gibt also eine Reihe von nicht medikamentösen Werkzeugen, um Migräne-Attacken vorzubeugen, sie seltener und erträglicher zu machen.

Hydrotherapie

Hydrotherapie kann bei Spannungskopfschmerzen und Migräne durch die Anwendung von Wasser in verschiedenen Formen, wie warmen oder kalten Güssen, Wickeln, Bädern oder Duschen, Linderung verschaffen. Die Wärme fördert die Durchblutung und entspannt verspannte Muskulatur, während Kälte Entzündungen reduzieren und Schmerzen betäuben kann. Zudem kann die Hydrotherapie Stress abbauen und das allgemeine Wohlbefinden steigern, was ebenfalls zur Verringerung der Häufigkeit und Intensität von Kopfschmerzattacken beitragen kann.

Kalter Gesichtsguss

Sehr einfach durchzuführen ist der kalte Gesichtsguss, den Kneipp als „Schönheitsguss“ bezeichnete. Er wirkt reflektorisch auf die gesamte Kopfregion und ist sowohl bei Kopfschmerzen als auch bei Erschöpfungszuständen und nachlassender Sehkraft indiziert.

Ansteigender Nackenguss

Eine wahre Wohltat für verspannte und schmerzhafte Muskeln speziell im Rücken- und Nackenbereich und bei Spannungskopfschmerzen sind (temperatur-)ansteigende Güsse. Diese wirken entspannend, entkrampfend und durchblutungssteigernd auf das behandelte Muskelareal und reflektorisch auf die segmental zugeordneten Brust-, Bauch- und Beckenorgane.

Warmes Fußbad, Wechselfußbad

Bei Kopfschmerzen und Migräne sind vor allem warme Bäder angezeigt, die eine vagotonisierende Wirkung haben. Als Ausdruck vegetativer Fehlregulation im Allgemeinen und Störung des Gefäßtonus im Besonderen leiden nahezu alle Migränepatienten an kalten Füßen. Deshalb können warme und Wechselfußbäder hierbei oftmals wahre Wunder wirken.

Entspannungstechniken

Die Möglichkeiten, sich effektiv entspannen zu lernen, sind vielfältig. Jeder muss selbst herausfinden, welche Methode ihm am besten hilft. In Frage kommen unter anderem Atemtherapie, Autogenes Training oder auch Muskelentspannungstraining nach Jacobson. Wer es exotischer mag, kann auch durch Yoga und Meditation zur Entspannung finden.

Verhaltenstherapie

Viele Migräniker wollen es allen Bezugspersonen recht machen. Auch unlösbare Aufgaben versuchen sie zu lösen. Die eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen, fällt dagegen schwer. Verhaltenstherapie kann diese Kanäle öffnen. Daneben können auch Entspannungsverfahren helfen. Stress abbauen, den Umgang mit Schmerzen trainieren - so verschwindet die Furcht vor der nächsten Attacke.

Präventive Maßnahmen

Neben der Behandlung akuter Migräneattacken gibt es auch präventive Maßnahmen, um die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren.

Sportliche Betätigung

Sportliche Betätigung kann auch eine wichtige Maßnahme zur Migräne-Vorbeugung sein. Welche Effekte des Ausdauersports genau für die positive Wirkung bei Migräne verantwortlich sind, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend geklärt. Durch die regelmäßige Bewegung produziert der Köper mehr Endorphine, ebenso als Glückshormone bekannt, die sich positiv auf die Stimmung auswirken und Migräne durch Stress reduzieren.

Ernährung

Auslöser für Kopfschmerz- und Migräneanfälle können unter anderem auch Genussmittel sein. Deshalb sollten Alkohol und Nikotin von Patienten gemieden werden. Es durchaus auch möglich sein, dass koffeinhaltige Getränke und Lebensmittel eine negative Wirkung haben und Kopfschmerzen begünstigen. In einigen Studien konnten nun aber belegt werden, dass Koffein durchaus auch eine positive Wirkung auf den Kopfschmerz haben kann. Vor allem wenn sich der Schmerz noch im Anfangsstadium befindet.

Kopfschmerztagebuch

Es wird nicht ausbleiben, als Kopfschmerzpatient ein entsprechendes Schmerztagebuch zu führen. Wie der Name schon sagt, beschäftigt sich dieses Tagebuch ausschließlich mit den Kopfschmerzen. Jeder Tag und jede Situation, an denen es zu einem Kopfschmerz gekommen ist, sollte in diesem Buch festgehalten werden. Darüber hinaus sollte der Patienten auch die Intensität bestimmen. Hilfreich ist in diesem Fall eine Skala von 1 bis 10. Wobei die 10 für den höchsten Schmerz steht.

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