Migräne durch Gülle: Ursachen, Auswirkungen und Lösungsansätze

Die Migräne ist ein primärer Kopfschmerz, der nicht durch andere Erkrankungen erzeugt wird. In Deutschland leiden rund acht Millionen Menschen immer wieder unter oft sehr schmerzhaften und lange anhaltenden Migräne-Attacken. Im Laufe ihres Lebens entwickeln etwa zwölf bis 15 Prozent der Frauen eine Migräne, während rund sechs bis acht Prozent der Männer betroffen sind. Die unabhängig vom Geschlecht meistens chronisch und in Schüben verlaufende Migräne kann in zahlreichen unterschiedlichen Formen und Ausprägungen auftreten. Typische Symptome sind vor allem pochende und/oder pulsierende halbseitige Kopfschmerzen, die im Stirnbereich beginnen und von dort aus weiter ausstrahlen. Die häufig ohne Vorwarnung auftretenden Kopfschmerzen können nach einigen Stunden abklingen und verschwinden, aber auch mehrere Tage in unverminderter Stärke anhalten. Bei einer Migräne-Attacke fühlen sich viele Betroffene so schlecht, dass ihnen alles zu viel wird. Der Schmerz belastet nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch ihr privates Umfeld. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass immer wiederkehrende Migräne-Attacken mitunter viele Jahre ohne fachlich kompetente Hilfe ertragen werden. Migräne-Beschwerden treten meistens erstmals zwischen der Pubertät und dem 30. Lebensjahr auf, können sich aber auch schon im Kindesalter einstellen. Mit zunehmendem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit einer Neuerkrankung ab. Bei Betroffenen geht die Häufigkeit und Heftigkeit der Attacken oft etwa ab dem 60. Lebensjahr praktisch von selbst zurück. Wahrscheinlich ist, dass die Alterung der Hirngefäße sowie bei Frauen auch die Hormone eine Rolle spielen. Inzwischen wurde zwar eine Reihe von Genen identifiziert, die nachweislich mitverantwortlich für das Entstehen einer Migräne sind. Die genauen Gründe sind aber abgesehen von einer familiären Disposition noch nicht abschließend aufgeklärt, betont Dwenger: „Es gibt eine familiäre Häufung. Die bei der Migräne an den Nervenzellen ablaufenden Prozesse sind komplex. Man vermutet eine Art dauernder leichter Übererregung in Folge eines fehlerhaften Elektrolyteinstroms. Auch können Reaktionen an den Gefäßen, im Zwischenhirn und an den Trigeminusnerven eine Rolle spielen. Die Migräne-Attacke ist eine Art Erholungsphase für ein dauerhaft übersteuertes Gehirn. Bei fünf bis zehn Prozent der Migräne-Betroffenen stellen sich noch vor den Kopfschmerzen sogenannte Auren ein. Neben Gesichtsfeldausfällen und Augenflimmern können das auch schlaganfallähnliche Beschwerden bis hin zu Lähmungserscheinungen sein. „Eine sichere Migräne-Diagnose ist nach einer eingehenden Schilderung der Aura-Symptome und einer genauen körperlichen Untersuchung oft sehr schnell möglich“, so Dwenger. Andere Kopfschmerz-Formen lassen sich mitunter nur viel schwerer diagnostizieren - auch weil man symptomatische Ursachen ausschließen muss. Die Behandlung einer Migräne zielt zunächst auf eine optimale Beschwerde-Linderung bei einer Migräne-Attacke ab. Im Akut-Fall können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, die Betroffene in vielen Fällen weitgehend oder ganz von den Schmerzen befreien. Bei gehäuften Attacken - spätestens bei zehn Medikamentengaben im Monat - sollte eine Intervalltherapie erfolgen. Die heute verfügbaren Mittel lassen gewöhnlich eine Halbierung der Attackenhäufigkeit erwarten. Viele Betroffene können mit einer ärztlich kontrollierten Behandlung und verschiedenen Regeln für das tägliche Leben erreichen, dass die Migräne-Attacken seltener werden und milder verlaufen, so Manfred Dwenger: „Die Migräne ist zwar nicht heilbar.

Die Belastung des deutschen Grundwassers mit Nitrat ist ein wachsendes Problem, das nicht nur die Umwelt betrifft, sondern auch gesundheitliche Auswirkungen haben kann. Ein besonders drastisches Beispiel hierfür ist die Situation in ländlichen Regionen, in denen intensive Landwirtschaft betrieben wird. Hier kann es durch die Ausbringung von Gülle zu einer Belastung der Luft und des Wassers kommen, die wiederum Migräne und andere gesundheitliche Beschwerden auslösen kann.

Nitratbelastung und ihre Ursachen

Das deutsche Grundwasser ist vielerorts mit Nitrat belastet. Das geht aus einem Bericht der Regierung hervor. In den vergangenen Jahren seien in Deutschland bei der Nitratbelastung "keine wesentlichen Veränderungen" erzielt worden, heißt es in dem Regierungsbericht. Problematisch ist den Befunden zufolge auch das hohe Vorkommen von Phosphor, das über landwirtschaftliche Flächen letztlich in Nord- und Ostsee gelange und dort das Algenwachstum begünstige.

Verursacher ist aus Sicht des Bundesumweltministeriums die Landwirtschaft, die Nährstoffe in Form von Gülle oder Kunstdünger auf die Felder ausbringt. Der Regen kann den Stoff aus dem Boden auswaschen, und er gelangt ins Grundwasser. "Die intensivierte Landwirtschaft kommt uns immer wieder teuer zu stehen", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der "NOZ". Das Übermaß an Nährstoffen gefährde die Artenvielfalt. Zusätzliche Kosten für die Trinkwasserversorgung seien nicht ausgeschlossen, auch wenn hier bislang keine Beeinträchtigung festzustellen sei. Im November hatte die EU-Kommission die Bundesrepublik wegen Verstößen gegen die EU-Nitratrichtlinie verklagt. Noch im Januar muss die Bundesregierung darauf eine Erwiderung übermitteln. Nitrat hilft Pflanzen beim Wachsen und wird häufig als Düngemittel eingesetzt. Überhöhte Mengen von Nitrat führen allerdings zu starken Wasserverunreinigungen und verringern die biologische Vielfalt in den Gewässern. Eine Nitratkonzentration von über 50 Milligramm pro Liter kann nach Angaben der EU-Kommission erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen haben. Bedenklich ist sie insbesondere für schwangere Frauen und Kleinkinder. Laut Trinkwasserverordnung darf Trinkwasser den Höchstwert von 50 Milligramm pro Liter jedoch nicht überschreiten. Es sei "im Sinne unseres Gemeinwohls, wenn wir hier stärker als bisher gegensteuern", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der "NOZ". Das gehe nur mit "verschärften Düngeregeln", sagte die SPD-Politikerin.

Massentierhaltung als Problem

Tatsächlich sind nirgendwo sonst so viele Hühner und Schweine konzentriert wie im Land zwischen den niedersächsischen Städten Oldenburg und Osnabrück. Allein im Landkreis Cloppenburg werden mehr als 400 000 Borsten- und zwei Millionen Federviecher gehalten, im benachbarten Kreis Vechta sind es sogar 654 000 Schweine und über zehn Millionen Hühner. Die Folgen der Massentierhaltung sind verheerend für Mensch und Natur. Riesige Agrarflächen werden nur noch als Kloaken genutzt, auf denen die Exkremente der Hühner- und Schweineheerscharen entsorgt werden. Seit Jahren schon klagen Naturschützer, daß die aus der Gülle entweichenden Ammoniak-Gase und Nitrate mitverantwortlich seien für das Waldsterben, die Algenpest der Meere und verseuchtes Trinkwasser (SPIEGEL 47/1989). Beim Menschen kann das stechend riechende Ammoniak tränende Augen und Reizungen der Atemwege bewirken. Bei hohen Konzentrationen sind sogar Verätzungen möglich. Neue Untersuchungen zeigen, daß die Luft in der Umgebung von Mast- und Legebatterien womöglich noch aus einem anderen Grunde krank macht: Experten des Landes-Hygiene-Instituts Oldenburg fanden in der Luft des Örtchens Gehlenberg Tausende von Keimen und Pilzen, darunter solche, die allergische Erkrankungen, »insbesondere der Atemwege«, auslösen können. Der »Gehalt von keimfähigen Pilzsporen« war so hoch, daß er mit den eingesetzten Geräten nicht mehr exakt bestimmt werden konnte, weil »der Meßbereich überschritten wurde«. Jörg Hartung von der Tierärztlichen Hochschule Hannover, der die Luft um Cloppenburg untersucht hat, will »nicht ausschließen«, daß für die Bewohner der Hühner- und Schweinehochburgen »gesundheitliche Nachteile« entstehen können. Erfahrungen der Ärzte vor Ort stützen den Verdacht des hannoverschen Experten. In den Praxen zwischen Osnabrück und Oldenburg melden sich vermehrt Menschen mit Atemnot. »Schon Eineinhalbjährige sitzen vorm Inhalationsgerät«, berichtet Rüdiger Abel, Kinderarzt in Löningen im Landkreis Cloppenburg. In der Massentierhaltung, sagt der Staatssekretär im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, Uwe Bartels, der selbst aus Vechta kommt, »ist die Grenze des Erträglichen ereicht«. Gebaut wird dennoch munter weiter. Im Regierungsbezirk Weser-Ems liegen 272 _(* Egmont R. Koch, Reinhard Klopfleisch, ) _(Armin Maywald: »Die Gesundheit der ) _(Nation«. Kiepenheuer & Witsch, Köln; 388 ) _(Seiten; 29,80 Mark. ) Anträge für die Vergrößerung oder den Neubau von Ställen vor. Und die Kommunen haben nur wenig Möglichkeiten, Anträge abzulehnen. In den CDU-regierten Landkreisen sind die Verantwortlichen zudem mit den Betrieben von Massenställen und Legebatterien häufig verfilzt. Gegen die »mafiaähnlichen Zustände« (Bartels) sind die betroffenen Bürger machtlos. Das Verwaltungsgericht Hannover und das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg etwa verwarfen eine Beschwerde von Marianne Pillar gegen die Gülle-Kloake vor ihrer Haustür, obwohl Frau Pillar ein Attest vorlegte, in dem ihr bescheinigt wird, es bestehe die Gefahr, daß ein vor acht Jahren operierter Gehirntumor durch »die ständige Reizbelastung« aus dem Gülle-See wieder nachwachse. Die rot-grüne Koalition in Hannover möchte die Massentierhaltung durch ein Gesetz stoppen, nach dem Agrarfabriken künftig nicht mehr als bäuerliche Anwesen, sondern als Gewerbebetriebe gelten. Für Staatssekretär Uwe Bartels ist die Sache jedoch noch nicht gelaufen. An einem solchen Projekt, so der Sozialdemokrat, hätten sich schon viele »die Zähne ausgebissen«.* Egmont R. Koch, Reinhard Klopfleisch, Armin Maywald: »DieGesundheit der Nation«.

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Fallbeispiel: Familie Pillar

Vor allem bei Südwestwind riecht es im Schlafzimmer der Familie Pillar im niedersächsischen Rehden bei Diepholz, als stünden Bett und Schrank mitten in einer Kloake. Beißender Gestank durchwabert auch Terrasse und Wohnzimmer. Die Ursache liegt 120 Meter entfernt: ein riesiges offenes Becken, gefüllt mit Schweineexkrementen. Gülle-Lagune nennen Fachleute beschönigend den vor sich hinstinkenden Tümpel, der Marianne Pillar, 61, den Schlaf und die Gesundheit kostet. Die Hausfrau klagt über starke Kopfschmerzen, tränende Augen, gereizte Schleimhäute und Schlaflosigkeit.

Gesundheitliche Auswirkungen von Gülle

Die gesundheitlichen Auswirkungen von Gülle sind vielfältig und können von Reizungen der Atemwege bis hin zu chronischen Erkrankungen reichen.

Reizungen und Allergien

Beim Menschen kann das stechend riechende Ammoniak tränende Augen und Reizungen der Atemwege bewirken. Bei hohen Konzentrationen sind sogar Verätzungen möglich. Neue Untersuchungen zeigen, daß die Luft in der Umgebung von Mast- und Legebatterien womöglich noch aus einem anderen Grunde krank macht: Experten des Landes-Hygiene-Instituts Oldenburg fanden in der Luft des Örtchens Gehlenberg Tausende von Keimen und Pilzen, darunter solche, die allergische Erkrankungen, »insbesondere der Atemwege«, auslösen können. Der »Gehalt von keimfähigen Pilzsporen« war so hoch, daß er mit den eingesetzten Geräten nicht mehr exakt bestimmt werden konnte, weil »der Meßbereich überschritten wurde«.

Atemwegserkrankungen

Erstickungsanfälle hindern auch Edeltraud Scheffler-Goll aus Barßel im Landkreis Cloppenburg des öfteren am Schlaf. Wenn der Wind aus Süd-West kommt, sagt, sie »ist es, als habe ich den Hals voll Sägemehl und Fusseln«. Ärzte bescheinigten der gelernten Schauspielerin eine Reizschleim-Allergie. In den Praxen zwischen Osnabrück und Oldenburg melden sich vermehrt Menschen mit Atemnot. »Schon Eineinhalbjährige sitzen vorm Inhalationsgerät«, berichtet Rüdiger Abel, Kinderarzt in Löningen im Landkreis Cloppenburg.

Migräne

Marianne Pillar klagt über starke Kopfschmerzen, tränende Augen, gereizte Schleimhäute und Schlaflosigkeit. Das Verwaltungsgericht Hannover und das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg etwa verwarfen eine Beschwerde von Marianne Pillar gegen die Gülle-Kloake vor ihrer Haustür, obwohl Frau Pillar ein Attest vorlegte, in dem ihr bescheinigt wird, es bestehe die Gefahr, daß ein vor acht Jahren operierter Gehirntumor durch »die ständige Reizbelastung« aus dem Gülle-See wieder nachwachse.

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Weitere gesundheitliche Risiken durch EHEC-Erreger

EHEC-Erreger (enterohämorrhagische Escherichia coli) befinden sich im Darm von Wiederkäuern wie Rindern und Schafen. Die Bakterien können spezielle Shigatoxine produzieren, welche beim Menschen zu Durchfallerkrankungen führen können. Eine Übertragung auf den Menschen kann durch roh verzehrte oder unzureichend erhitzte Lebensmittel erfolgen. Im Fokus der Erkrankung steht wässriger Durchfall. Außerdem kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber kommen. Bei schweren Verläufen ist blutiger Durchfall möglich. Eine seltene Komplikation stellt das sogenannte „hämolytisch-urämische Syndrom“ (HUS) dar, welches vor allem bei Kindern auftreten kann: Dabei handelt es sich um eine Blutgerinnungsstörung, welche oft mit einer Funktionsstörung der Nieren einhergeht. Auch neurologische Symptome sind möglich.

Mögliche Zusammenhänge zwischen Gülle und Migräne

Der Zusammenhang zwischen Gülle und Migräne ist komplex und noch nicht vollständig erforscht. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die eine Rolle spielen könnten:

  • Geruchsbelästigung: Der intensive Geruch von Gülle kann bei empfindlichen Menschen Migräne auslösen. Gerüche können über den Trigeminusnerven eine Migräneattacke auslösen.
  • Luftverschmutzung: Die in der Gülle enthaltenen Ammoniak-Gase und andere Schadstoffe können die Luftqualität beeinträchtigen und somit Migräne begünstigen.
  • Psychischer Stress: Die Belastung durch den Gestank und die Angst vor gesundheitlichen Schäden können psychischen Stress verursachen, der ebenfalls Migräne auslösen kann.
  • Indirekte Auswirkungen: Durch die Nitratbelastung des Grundwassers kann es zu einer Verunreinigung des Trinkwassers kommen, was langfristig gesundheitliche Probleme verursachen und somit auch Migräne begünstigen kann.

Lösungsansätze zur Reduzierung der Gülle-Belastung

Um die Belastung durch Gülle zu reduzieren und somit auch die gesundheitlichen Auswirkungen zu minimieren, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich:

  • Reduzierung der Massentierhaltung: Eine Reduzierung der Tierbestände würde automatisch zu einer geringeren Güllemenge führen.
  • Verbesserte Güllelagerung: Durch eine abgedeckte Lagerung der Gülle können die Emissionen von Ammoniak-Gasen reduziert werden.
  • Effizientere Gülledüngung: Durch eine bedarfsgerechte Düngung kann die Nitratbelastung des Grundwassers verringert werden.
  • Stärkere Kontrollen: Strengere Kontrollen der Einhaltung von Düngeregeln sind notwendig, um die Umweltbelastung zu reduzieren.
  • Förderung der ökologischen Landwirtschaft: Die ökologische Landwirtschaft verzichtet auf chemisch-synthetische Düngemittel und Pestizide und trägt somit zu einer geringeren Umweltbelastung bei.

Politische und rechtliche Rahmenbedingungen

Die rot-grüne Koalition in Hannover möchte die Massentierhaltung durch ein Gesetz stoppen, nach dem Agrarfabriken künftig nicht mehr als bäuerliche Anwesen, sondern als Gewerbebetriebe gelten. Für Staatssekretär Uwe Bartels ist die Sache jedoch noch nicht gelaufen. An einem solchen Projekt, so der Sozialdemokrat, hätten sich schon viele »die Zähne ausgebissen«.

Im November hatte die EU-Kommission die Bundesrepublik wegen Verstößen gegen die EU-Nitratrichtlinie verklagt. Noch im Januar muss die Bundesregierung darauf eine Erwiderung übermitteln. Es sei "im Sinne unseres Gemeinwohls, wenn wir hier stärker als bisher gegensteuern", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der "NOZ". Das gehe nur mit "verschärften Düngeregeln", sagte die SPD-Politikerin.

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Der Einfluss unseres Konsums auf die Umwelt

Unser persönlicher Lebensmittelkonsum be­ansprucht Umweltressourcen weltweit. Von den realen Auswirkungen bekommen wir jedoch kaum etwas mit. Anschauliche Zahlen des Umweltbundesamtes verdeutlichen die globalen Umweltfolgen unseres Konsums. So oder so ähnlich könnte ein Wocheneinkauf von 50 Euro aussehen. Um die Auswirkungen unseres Lebensmittelkonsums anschaulich zu machen, hat das Umweltbundesamt (UBA) 2021 die Kurzstudie „Von der Welt auf den Teller“ erstellt. Mit den errechneten Zahlen wollen die Herausgeber die globalen Zusammenhänge aufzeigen und dazu beitragen, einen verantwortungsvollen Konsum zu fördern.

Flächenverbrauch

Für unsere Lebensmittel benötigen wir landwirtschaftliche Fläche für den Anbau - weltweit. Pro Kopf sind dies jährlich 2250 Quadratmeter. Dies entspricht etwa einem Drittel eines Fußballfeldes. Diese Fläche wird nicht nur für die Nahrungsmittel benötigt, die wir direkt verspeisen. Mehr als die Hälfte (61 %) wird für Futtermittel benötigt, um Rinder, Schweine und Hühner zu versorgen, damit sie uns Milch, Fleisch und Eier liefern. Hinzu kommen ausgedehnte Raps- und Maisfelder, die für Biosprit und Biogas genutzt werden und den Anbau von Nahrung und Futtermitteln verdrängen. Dafür reicht die landwirtschaftliche Fläche, die wir derzeit in Deutschland bewirtschaften, bei Weitem nicht aus. Nur ein Drittel der benötigten Fläche für unsere Nahrungsmittel wird im Inland gedeckt, der Rest liegt außerhalb Deutschlands. Dabei schlägt besonders die Fläche für tierische Lebensmittel zu Buche (siehe Abb. Im Unterschied zum Rind ist der Importanteil bei Fut­termitteln für die Schweinemast deutlich höher: 35 % der Flächen für Schweinefutter liegen im Ausland und werden größtenteils durch Sojaschrot gedeckt. Soja wird fast ausschließlich importiert, vor allem aus Südamerika. Dort explodieren seit Jahren die Anbau­flächen. Dadurch gehen artenreiche Graslandschaften und Savannengebiete verloren. Der Anbau von großflächigen Soja-Monokulturen führt zu Verlusten der lokalen Artenvielfalt. Auch Milchprodukte brauchen Fläche. Die Butter auf dem Brot, im Kuchen und in der Pfanne macht ein Drittel des Flächenkonsums für Milchprodukte aus. Vor allem Genussmittel wie Kakao und Kaffee sowie Nüsse benötigen viel Fläche für den Anbau. Für die Ernte eines Kilogramms Kakao werden 20 Quadrat­meter benötigt, für Kaffee und Nüsse fast zehn (siehe Tab. 1). Südfrüchte beanspruchen dagegen nur 0,6 Quadratmeter. Insgesamt 7 % der weltweiten Anbau­fläche für Kakao gehen allein auf Deutschlands Konsum von Süßigkeiten zurück.

Wasserverbrauch

Für die Herstellung von Nahrungsmitteln beansprucht jeder Bundesbürger etwa 1,2 Millionen Liter Wasser im Jahr. 93 % ist natürliches Niederschlagswasser. Die anderen 7 % stammen aus Grundwasser, Seen und Flüssen. Dieses sogenannte blaue Wasser wird für die künstliche Bewässerung und in der Verarbeitung von Lebensmitteln benötigt. Besonders kritisch ist der Wasserverbrauch für unsere Lebensmittel in Gebieten mit (saisonaler) Wasserknappheit. Dieser liegt pro Kopf bei 321 Litern - am Tag. Das sind umgerechnet mehr als zwei Badewannen. Eine der beiden Badewannen geht auf Länder mit hohem Wasserstress zurück. Hierbei handelt es sich insbesondere um Früchte und Gemüse aus Spanien und der Türkei. Die andere Badewanne bezieht sich auf Lebensmittel aus Ländern mit einem sehr hohen Wasserstress, vor allem aus Indien und dem Mittleren Osten inklusive Nordafrika. Aus Indien importiert Deutschland Tee, Früchte, Reis und Soja. Aus dem Mittleren Osten und Nordafrika stammen Früchte und Gemüse sowie Oliven.

Treibhausgasemissionen

Mehr als ein Fünftel der Treibhausgasemissionen unseres Konsums geht auf die Ernährung zurück, Tendenz steigend. Zum Vergleich: Die Emissionen für unsere Mobilität sind etwa genauso groß. Einer der Gründe für den Anstieg ist der zunehmende Verzehr von Rindfleisch. Mehr als die Hälfte der Treibhausgase entstehen dabei im Ausland. Hinzu kommen Luftschadstoffe wie Ammoniak (NH3) und Stickoxide. Ammoniak entsteht fast ausschließlich durch landwirtschaftliche Prozesse, vor allem in der Tierhaltung. Mit der Gülle gelangt die Stickstoffverbindung in die Umwelt. Die Folge: eine Überversorgung von Nährstoffen im Wasser und im Boden. Außerdem kann sich Ammoniak in der Luft mit anderen Gasen zu Feinstaub verbinden und damit auch für uns Menschen zur Gesundheitsbelastung werden. Stickoxide reizen die Atemwege, tragen zur Bildung von gesundheitsschädlichem Ozon bei und spielen wiederum bei der Entstehung von Feinstaub eine Rolle.

Handlungsempfehlungen für Verbraucher

Nahrungsmittel sind ein globales Handelsgut. Durch einen bewussten Konsum können wir dazu beitragen, Ressourcen einzusparen und die Umwelt zu entlasten. Wer seltener Fleisch und Milchprodukte verzehrt, gestaltet seinen Nahrungsmittelkonsum nachhaltiger. Auch die Bevorzugung regionaler und saisonaler Lebensmittel reduziert den Ressourcenverbrauch und entlastet die Umwelt. Billig ist selten besser. Verantwortungsvolle Verbraucher achten deshalb beim Kauf auf Nachhaltigkeitssiegel wie Bio und umweltfreundliche Produktionsweisen.

Schimmelgefahr im Herbst und Winter

Der Herbst ist da und mit ihm sonnige, warme Tage und kalte, feuchte Nächte. Achtung, hier besteht Schimmelgefahr für Haus und Keller! Zum Thema Schimmel gibt es viele Aussagen. Ein bisschen Schimmel ist nicht so schlimm, meinen Sie? Falsch!

Ursachen für Schimmelbildung

Schimmel kann immer wieder kommen, denn Schimmelsporen sind immer in der Luft - finden sie an Oberflächen die geeignete Feuchtigkeit und Nahrung, dann bildet sich Schimmel. Daher ist es wichtig die Ursache zu beheben. Schimmelgefahr besteht:

  • an schlecht gedämmten Außenwänden
  • bei hoher Luftfeuchtigkeit
  • wenn Möbel zu nahe an Außenwänden stehen und die Luft dahinter nicht zirkulieren kann
  • Auch in schlecht gelüfteten Badezimmern und kalten Fensternischen kann sich leicht Schimmel bilden.

Irrtümer über Schimmel

  • Normaler Haushaltsessig hilft nicht gegen Schimmel, er kann im Gegenteil auf kalkhaltigem Untergrund sogar Nahrung für Schimmel bieten. Das günstigste Hausmittel ist, Schimmel mit Spiritus aus dem Bau- oder Drogeriefachhandel zu besprühen.
  • Das stimmt ab einer Luftfeuchtigkeit von 60 % nicht, denn dann können sich Schimmelsporen und Milben gut vermehren und bei gleichzeitig hoher Raumtemperatur wird der Kreislauf stark belastet. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 30 und 55 % liegen. Unter 30 % trocknen im Winter die Schleimhäute aus und Viren können sich besser vermehren. Die Feuchtigkeit lässt sich mit einem Hygrometer messen, das bereits ab ca. 10 Euro erhältlich ist.
  • Das stimmt in der kalten Jahreszeit nicht. Luft kann beim Erwärmen Feuchtigkeit aufnehmen.
  • Das trifft nur für das Lüften bei Nacht zu. Wenn im Sommer tagsüber gelüftet wird und warme Luft in kühle Keller strömt, wird dadurch die Luftfeuchtigkeit noch erhöht.
  • Falsch! Herrscht in einer Wohnung zu lange hohe Luftfeuchtigkeit, beginnt es irgendwann zu schimmeln. Im Neubau kann nach dem Einzug durch hohe Baufeuchte Schimmel entstehen.
  • Genau das Gegenteil ist der Fall! Beim Kippen dauert es sehr lange, bis die Luft ausgetauscht wird, zugleich kühlt die Wand über dem Fenster stark ab - es besteht Schimmelgefahr, weil an der kalten Wand die Luftfeuchtigkeit kondensieren kann.
  • Großflächiger Schimmelbefall oder trotz Lüften wiederkehrender Schimmel kann Wasserschäden oder Baumängel als Ursache haben. Daher ist der Hausverwaltung bzw. dem/der VermieterIn unverzüglich schriftlich Bescheid zu geben. Wichtig: Fotos machen und mehrmals am Tag die Luftfeuchtigkeit protokollieren.

Rückruf von Mehl wegen EHEC-Erregern

Der Mehl-Rückruf betrifft ausschließlich die Region rund um die Landkreise Neu-Ulm und Augsburg. Konkret sind drei regionale Unternehmen betroffen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gab eine entsprechende Warnung heraus. Der Direktvermarkter Gerhard Labahn aus Bodenkirchen ruft eine Sorte Bio Weizenmehl zurück, welches lokal in Bodenkirchen und Eching/Biller auf dem Bauernmarkt abgegeben wurde. Auch ein Hofladen aus Landsberg am Lech und ein Mühlenladen aus Nersingen haben sich dem Rückruf angeschlossen. Die Mehle wurden nur regional vertrieben und waren vor allem in Metzgereien, Bäckereien und Hofläden erhältlich.

Ursache für die Verunreinigung

Grund für den Rückruf ist eine mögliche Verunreinigung mit EHEC-Erregern. Bei rohem Verzehr von mit dem Mehl hergestellten Produkten kann es daher zu gesundheitlichen Problemen kommen. Der Ursprung der Erreger sei auf tierische Exkremente zurückzuführen: Durch die Düngung mit Gülle kann es zu einer Kontamination kommen, auch Hundekot auf dem Acker könne das Getreide verunreinigt haben, so die Erklärung.

Symptome einer EHEC-Infektion

Personen, die eines der betroffenen Mehle gegessen haben und schwere oder anhaltende Symptome entwickeln, sollten ärztliche Hilfe aufsuchen und auf eine mögliche EHEC-Infektion hinweisen.

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