Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, die nicht nur Erwachsene betrifft, sondern auch Kinder und Jugendliche. Im Kindesalter sind etwa vier bis fünf Prozent aller Kinder von Migräne betroffen. Die gute Nachricht ist, dass bei etwa der Hälfte dieser Kinder die Migräne in der Pubertät verschwindet. Für die anderen bleibt sie jedoch bestehen und kann eine erhebliche Belastung darstellen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Migräne in der Pubertät, um Betroffenen und ihren Familien ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen.
Epidemiologie der Migräne im Kindes- und Jugendalter
Die Prävalenz von Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen hat in den letzten 30 Jahren zugenommen. Insgesamt steigt die Kopfschmerzinzidenz mit zunehmendem Alter. Die Lebenszeitprävalenz der Migräne nach den Kriterien der International Headache Society (IHS) liegt bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr weltweit bei 3,7-10,6 %, darunter 1,5-2,8 % Migräne mit Aura, wobei das Geschlechterverhältnis annähernd ausgeglichen ist. Studien haben gezeigt, dass etwa 90 % der Kinder bis zum 12. Lebensjahr Kopfschmerzerfahrungen haben, wobei es sich in etwa 60 % der Fälle um Kopfschmerzen vom Spannungstyp und in etwa 12 % um Migräne handelt.
Geschlechtsunterschiede spielen im Kindes- und Jugendalter bei Kopfschmerzen keine wesentliche Rolle. Die Prävalenz der Migräne steigt mit 4 % bei Kindern auf 11 % bei Jugendlichen. Etwa 2,6 % aller Jugendlichen leiden unter reiner episodischer Migräne, 6,9 % unter wahrscheinlicher Migräne und 0,1 % unter chronischer Migräne. Mädchen mit Migräne haben ihre Menarche bereits mit 11,8 Jahren und damit deutlich früher als ihre Altersgenossinnen ohne Migräne (12,3 Jahre).
Ursachen von Migräne in der Pubertät
Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Besonders häufig entwickeln Kinder Migräne, deren Mutter und/oder Vater ebenfalls an Migräne erkrankt sind. Das kindliche Gehirn reagiert auf viel mehr Reize und Ereignisse mit einem Migräne-Anfall als das Gehirn von Erwachsenen.
Mögliche Auslöser (Triggerfaktoren)
Es gibt eine Reihe von Faktoren, die Migräneattacken bei Kindern und Jugendlichen begünstigen können. Diese sogenannten Triggerfaktoren sind individuell verschieden, und es ist wichtig, sie zu identifizieren, um ihnen gezielt entgegenwirken zu können. Zu den häufigsten Triggern gehören:
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- Unregelmäßiger Schlaf: Sowohl zu wenig als auch zu viel Schlaf kann einen Migräne-Anfall auslösen. Ein gestörter Schlafrhythmus, insbesondere am Wochenende, wenn Kinder später ins Bett gehen und länger schlafen, kann Migräneattacken begünstigen.
- Stress: Psychische Belastungen, Stress, familiäre Konflikte, hohe Leistungsansprüche in der Schule und Mobbing sind häufige Auslöser. Auch Reizüberflutung durch elektronische Geräte wie Computer, Smartphones oder Fernseher, insbesondere vor dem Schlafengehen, kann Migräne begünstigen.
- Ernährung: Ein niedriger Blutzuckerspiegel und Flüssigkeitsmangel können Migräneattacken auslösen. Kinder reagieren besonders sensibel auf einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel, beispielsweise wenn sie morgens nicht gefrühstückt haben. Auch bestimmte Nahrungsmittel stehen im Verdacht, Migräne auszulösen, obwohl wissenschaftliche Belege dafür oft fehlen. Dazu gehören beispielsweise Kuhmilch, Eier, Käse, Schokolade, koffeinhaltige Produkte, glutenhaltige Getreidesorten, Tomaten, Zitrusfrüchte und fettige Speisen. Eine spezielle „Migränediät“ ist jedoch ernährungsmedizinischen Erkenntnissen zufolge nicht sinnvoll.
- Wetter: Kinder reagieren oft sensibel auf bestimmte Wetterlagen, insbesondere plötzliche Temperaturwechsel (meist ein Temperaturanstieg) und hohe Luftfeuchtigkeit. Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Wetter und Migräne ist jedoch bislang nicht wissenschaftlich belegt.
- Lärm und Licht: Insbesondere Lärm und Lichtveränderungen können einen Migräne-Anfall auslösen. Lärm löst starken Stress aus, und flackernde Blitzlichter können bei manchen Jugendlichen eine Migräne hervorrufen.
- Chemische Reizstoffe: Kinder reagieren häufig sensibel auf chemische Reizstoffe wie Abgase von Autos, Farb- und Klebstoffe, Parfums und Deodorants, Wohngifte und Zigarettenrauch.
Symptome von Migräne in der Pubertät
Die Symptome von Migräne können bei Kindern und Jugendlichen variieren und sich von denen bei Erwachsenen unterscheiden. Plötzliche Kopfschmerz-Attacken, die wiederholt auftreten oder länger anhalten, sind das häufigste Symptom. Manchmal äußert sich der Kopfschmerz auch als starker Druck am Kopf. Je jünger das Kind ist, desto eher sind die Kopfschmerzen beidseitig (bilateral). Selten betrifft der Migränekopfschmerz nur eine Seite wie bei Erwachsenen. Am häufigsten tritt der Schmerz an der Stirn, den Schläfen und im Augenbereich auf. Schmerzen im hinteren Bereich des Kopfes sind für eine Migräne bei Kindern eher untypisch.
Im Gegensatz zu Erwachsenen kommt es bei Kindern auch oft zu Migräne ohne Kopfschmerzen oder die Attacken sind kürzer als bei Erwachsenen. Dafür sind Übelkeit und Erbrechen bei Kindern deutlich stärker und häufiger. Manche Kinder zeigen zusätzlich oder ausschließlich andere Symptome wie:
- Licht-, Lärm- und Geruchsempfindlichkeit
- Erhöhte Temperatur oder Fieber
- Bauchschmerzen (sogenannte „Bauchmigräne“ oder abdominelle Migräne)
- Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen
- Vermehrtem Harndrang
- Durst
- Herzrasen
Migräne mit Aura
Manche Kinder haben auch neurologische Beschwerden - die sogenannte „Aura“. Typische Anzeichen sind zum Beispiel optische Halluzinationen wie bunte Farben und seltsame Formen, die das Kind wahrnimmt. Auch Sehstörungen, Lichtblitze oder flimmernde Muster treten auf. Weitere typische Aura-Symptome sind Missempfindungen, zum Beispiel ein Taubheits- oder Lähmungsgefühl oder auch Kribbeln in Armen und Beinen. Manche Kinder haben außerdem Probleme zu sprechen.
Dauer einer Migräneattacke
In den meisten Fällen ist ein Migräne-Anfall bei Kindern nach zwei bis sechs Stunden vorüber. Die Attacken sind kürzer als bei Erwachsenen. Gelegentlich kann eine Migräne bei Kindern jedoch auch bis zu 48 Stunden andauern. Auch die Symptome einer Aura sind bei Kindern nur vorübergehend und kündigen die Kopfschmerzen der Migräne in der Regel an. Die Aura-Wahrnehmungen lassen meist schnell nach und halten etwa eine halbe bis eine Stunde lang an. Bleibende neurologische Schäden sind nicht zu befürchten.
Wie erkennt man Migräne bei Kindern?
Gerade kleine Kinder können ihre Empfindungen und Körpersignale noch nicht genau deuten und sich nicht richtig ausdrücken. Achten Sie deshalb darauf, ob sich Ihr Kind anders verhält als sonst. Viele Kinder hören beispielsweise auf zu spielen, sind blass oder rot im Gesicht oder möchten sich gerne hinlegen und schlafen. Andere Kinder werden unruhig und reizbar. Manche klagen über Bauchweh oder kneifen die Augen bei hellem Licht zusammen. Schulkinder haben zudem oft plötzlich Probleme, sich zu konzentrieren und ihre Hausaufgaben zu machen. Auch bei Kopfschmerzen, die das Kind nachts wecken, sollten Sie an Migräne denken.
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Diagnose von Migräne in der Pubertät
Da sich kleine Kinder meist noch nicht entsprechend ausdrücken können, gestaltet sich die Diagnostik bei einer kindlichen Migräne oft schwierig. In vielen Fällen wird eine Migräne erst relativ spät festgestellt. Wenn Sie Migräne bei Ihrem Kind vermuten, lassen Sie Ihr Kind möglichst rasch ärztlich untersuchen. Der Kinder- oder Hausarzt ist Ihr erster Ansprechpartner. Bei Bedarf oder für weitere Untersuchungen überweist er Ihr Kind gegebenenfalls weiter an einen Neurologen oder Kinderneurologen.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Die Diagnose von Migräne basiert in erster Linie auf einem ausführlichen Anamnesegespräch, in dem die Symptome, Häufigkeit, Dauer und Auslöser der Kopfschmerzen erfasst werden. Wichtig ist auch die familiäre Vorbelastung mit Migräne. Eine körperliche Untersuchung, einschließlich einer neurologischen Untersuchung, dient dazu, andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen.
Kopfschmerztagebuch
Das Führen eines Kopfschmerztagebuchs ist ein wichtiges Hilfsmittel bei der Diagnose und Behandlung von Migräne. Im Tagebuch werden Häufigkeit, Intensität und Dauer der Attacken sowie mögliche Auslöser, Begleitsymptome und eingenommene Medikamente dokumentiert. Die strukturierte Wahrnehmung durch die Dokumentation führt oft zur Identifikation von individuellen Auslösern der Migräne, sodass günstige Verhaltensweisen besprochen werden können.
Bildgebende Verfahren
In manchen Fällen können bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns erforderlich sein, um andere Ursachen für die Kopfschmerzen auszuschließen, insbesondere wenn neurologische Ausfälle auftreten oder die Kopfschmerzen erst seit kurzer Zeit bestehen, mit zunehmender Intensität auftreten oder streng einseitig lokalisiert sind.
Behandlung von Migräne in der Pubertät
Die Therapie von Migräne bei Kindern unterscheidet sich von der Behandlung bei Erwachsenen. Ärzte empfehlen, eine Migräne bei Kindern zunächst nur mit unterstützenden Maßnahmen ohne Medikamente zu behandeln. Diese Maßnahmen sind bei Kindern erfahrungsgemäß viel wirkungsvoller als bei Erwachsenen. Lassen sich die Beschwerden so nicht ausreichend lindern oder hat das Kind starke Schmerzen, verordnen Ärzte bei Bedarf auch Medikamente. Allerdings bekommen Kinder andere Arzneimittel als Erwachsene.
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Nicht-medikamentöse Behandlung
- Entspannungsverfahren: Kindern mit Migräne helfen meist bereits einfache Entspannungsverfahren wie die Muskelrelaxation nach Jacobson. Dabei lernen sie, bestimmte Muskelbereiche anzuspannen und wieder zu entspannen. Auch autogenes Training ist gut geeignet. Die Kinder sagen sich wiederholt Gedankenformeln vor (z.B. „Mein Arm wird ganz schwer“) und entspannen sich dadurch. Bei beiden Methoden ist es allerdings wichtig, dass die Kinder die Übungen regelmäßig - am besten täglich - durchführen.
- Physikalische Therapie: Die physikalische Therapie beinhaltet Wärmeanwendungen oder Massagen von Hals, Nacken, Kopf und Gesicht sowie Akupunktur. Diese Maßnahmen können starke Kopfschmerzen bei Kindern lindern.
- Biofeedback: Insbesondere das sogenannte Biofeedback ist bei Kindern und Jugendlichen sehr wirkungsvoll. Über Elektroden auf der Haut lassen sich verschiedene Körperfunktionen messen, beispielsweise Anspannung oder Entspannung der Kopfmuskulatur oder auch die Weit- und Engstellung der Arterien im Gehirn. Diese Messungen werden durch Ton- und Lichtsignale sichtbar gemacht. Die Betroffenen lernen so, diese Funktionen absichtlich und gezielt zu beeinflussen. Dadurch können sie einen akuten Migräne-Anfall abschwächen und den Attacken vorbeugen (Prophylaxe).
- Hausmittel: Bei einem akuten Migräne-Anfall ist es wichtig, dass die Kinder Ruhe bekommen. Selbst kleinste Tätigkeiten wie Umherlaufen oder Fernsehen verstärken oft die Migräne bei Kindern. Bringen Sie Ihr Kind in einen wohltemperierten und abgedunkelten Raum. Schirmen Sie es vor störenden Reizen und Geräuschquellen wie Radio oder Fernsehen ab. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ausreichend Wasser trinkt. Auch einige Stunden Schlaf, ein kühles Tuch auf der Stirn oder eine Nackenmassage mit Pfefferminzöl sorgen in den meisten Fällen dafür, dass sich Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern schnell wieder bessern. Pfefferminzöl darf bei Säuglingen und Kleinkindern nicht angewendet werden! Gerade kleine Kinder mit Migräne schlafen auch beim Spielen ein. Lassen Sie Ihr Kind in diesem Fall am besten einfach weiterschlafen. Der Schlaf tut Ihrem Kind gut, und es wacht möglicherweise ohne Kopfschmerzen wieder auf.
Medikamentöse Behandlung
Die medikamentöse Behandlung von Migräne bei Kindern ist nicht das erste Mittel der Wahl. Die ärztliche Empfehlung lautet, zuerst nicht-medikamentöse Methoden auszuprobieren. Medikamente dienen bei Kindern mit Migräne eher als Reservemaßnahme, wenn die anderen Methoden nicht erfolgreich sind. Werden die Schmerzmittel frühzeitig eingenommen, lassen sich die Migräne-Attacken manchmal noch stoppen. Da Migräne-Anfälle bei Kindern meist kürzer sind als bei Erwachsenen, wirken die Medikamente oft erst dann, wenn die Attacke schon vorbei ist. Allerdings gibt es auch Kinder, die sehr starke Schmerzen haben und dringend Medikamente benötigen. Ob und in welcher Dosis Ihr Kind Schmerzmittel einnehmen sollte, erklärt Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin.
- Migräne-Medikamente bei Kindern unter 12 Jahren: Bei einem akuten Migräne-Anfall empfehlen Ärzte Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol für Kinder. Azetylsalizylsäure (ASS) ist für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet, weil der Wirkstoff bei ihnen in Einzelfällen gefährliche Gesundheitskomplikationen auslösen kann.
- Migräne-Medikamente bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren: Kinder ab zwölf Jahren dürfen nach einer ärztlichen Untersuchung die folgenden Medikamente einnehmen:
- Schmerzmittel wie Aspirin (Acetylsalicylsäure) sind als Tabletten, Pulver oder Zäpfchen erhältlich.
- Das verschreibungspflichtige Antiemetikum Domperidon gibt es als Tabletten oder Zäpfchen. Das Medikament bekämpft nicht nur die Übelkeit, sondern verstärkt auch die Wirkung von Schmerzmitteln.
- Wirkstoffe aus der Gruppe der Triptane wirken gefäßverengend, entzündungshemmend und schmerzlindernd. Dazu gehören beispielsweise die Mittel Sumatriptan und Zolmitriptan in Form von Nasensprays.
Viele Medikamente gegen Migräne (z. B. Metoclopramid oder Steroide), die Erwachsenen helfen, richten bei Kindern unter Umständen schwere Schäden an. Geben Sie Ihrem Kind niemals Medikamente, die Sie selbst einnehmen!
Alternative und komplementäre Therapien
Neben den konventionellen Behandlungsmethoden gibt es auch alternative und komplementäre Therapien, die bei Migräne in der Pubertät eingesetzt werden können. Dazu gehören beispielsweise Akupunktur, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), chinesische Ernährungstherapie und verhaltensmedizinische Verfahren.
- Akupunktur: Akute Kopfschmerzen sprechen gut auf (Laser-)Punktur von Ex-KH 5 an (Taiyang; Vorderrand des M. temporalis in Augenspalthöhe). Ähnlich wirksam ist die Zone A der Neuen Schädelakupunktur nach Yamamoto (YNSA). Die Laserreizung beträgt ca. 500 mJ/Punkt. Bei älteren Schulkindern kommt an diesen Stellen auch eine Nadelreizung infrage. Die kurative Nadelakupunktur wird insbesondere an dem spasmolytisch wirksamen Punkt Le 3 (im ersten Metatarsalraum) durchgeführt. Ma 36 (lateral der Tuberositas tibiae) dient zur Tonisierung bei gastrointestinaler Symptomatik. Eine ähnliche Wirksamkeit entfaltet Di 4 (M. adductor pollicis), zugleich allgemein analgetisch und als Fernpunkt für die frontale Kopfregion. Ergänzend wirksam sind psychisch distanzierende Punkte wie He 7 (an der ulnaren Handwurzel) sowie Pe 6 (zwei Finger proximal der Handwurzel über dem N. medianus).
- TCM: Migräne mit ihrer klassischen anfallsartigen Charakteristik ist in erster Linie dem (konstitutionellen) System Leber / Gallenblase zugeordnet. Das aufsteigende Leber-Yang tritt quasi als Ventil bei unterlagerter Leber-Qi-Blockade in Erscheinung. Aus psychosomatischer Sicht liegt dem oft unterdrückter Ärger zugrunde. Andere Kopfschmerzformen stehen im Zusammenhang mit einer Umkehr der Magen-(Qi-)Funktion und gehen mit Erbrechen einher. Dabei sind die Kopfschmerzen frontal lokalisiert, wie es häufig bei jüngeren Kindern der Fall ist. Bei Lokalisation der Kopfschmerzen frontal im Bereich der Nasenwurzel besteht der Verdacht auf eine Störung im Niere-Blase-System.
- Chinesische Ernährungstherapie: Insbesondere sollte auf schleimbildende Süßigkeiten, Trinkmilch, Quark, Farb- und Konservierungsstoffe sowie schmerztriggernde Geschmacksverstärker wie Glutamat und Emulgatoren wie Carrageen (E407) verzichtet werden, da sie die Kohlenhydratverdauung („Milz“) belasten. Gemüse und Obst sind hingegen ohne Einschränkung zugelassen.
- Verhaltensmedizinische Verfahren: Die erfolgreichen verhaltensmedizinischen Verfahren bei Jugend-Kopfschmerzen sind Entspannungsverfahren (vor allem progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR), Fantasiereisen) und Biofeedbackverfahren (Hauterwärmungstraining, Vasokonstriktionstraining, EMG-Feedback).
Vorbeugung von Migräne in der Pubertät
Neben der Behandlung von akuten Migräneattacken ist die Vorbeugung von großer Bedeutung, um die Häufigkeit und Intensität der Anfälle zu reduzieren. Hierzu gehört in erster Linie die Identifizierung und Vermeidung von Triggerfaktoren. Darüber hinaus können folgende Maßnahmen helfen:
- Regelmäßiger Tagesablauf: Ein routinierter Tagesablauf mit festen Schlaf- und Essenszeiten kann helfen, Migräne in den Griff zu bekommen.
- Ausreichend Schlaf: Achten Sie auf ausreichend und regelmäßigen Schlaf.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, Migräne vorzubeugen. Vermeiden Sie Mahlzeiten auszulassen und trinken Sie ausreichend Wasser.
- Regelmäßige Bewegung: Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren können einen positiven Einfluss auf die Migräne haben.
- Stressmanagement: Lernen Sie Entspannungstechniken und suchen Sie bei Bedarf professionelle Hilfe, um Stress abzubauen.
- Begrenzung des Medienkonsums: Reduzieren Sie den Konsum von elektronischen Geräten wie Computern, Smartphones und Fernsehern, insbesondere vor dem Schlafengehen.