Migräne durch dicke Haare? Ursachen und Behandlung von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit der Frisur

Viele Menschen leiden unter Kopfschmerzen, und oft werden die Ursachen in Stress, Ernährung oder anderen Faktoren vermutet. Doch was viele nicht wissen: Auch die eigenen Haare und die Art, wie sie getragen werden, können eine Rolle spielen. Insbesondere bei dicken und langen Haaren können bestimmte Frisuren oder auch Erkrankungen der Kopfhaut zu Kopfschmerzen oder anderen Beschwerden führen.

Spannungskopfschmerzen durch Frisuren

Eine häufige Ursache für Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Haaren sind zu straff gebundene Frisuren. Wenn die Haare zu einem Pferdeschwanz oder einer Hochsteckfrisur wie dem Top Knot streng zurückgebunden werden, erzeugt der Zopf eine permanente Spannung auf der Kopfhaut. Diese Spannung kann unter Umständen zu Kopfschmerzen führen. Besonders lange und schwere Zöpfe können die Nackenmuskulatur verspannen, da die Kopfhaltung durch das Gewicht verändert wird.

Was kann man tun?

  • Frisur lockern: Die einfachste Lösung ist oft, die Frisur zu lockern oder ganz zu öffnen. Es kann jedoch mehrere Stunden dauern, bis die Schmerzen nachlassen.
  • Abwechslung: Vermeiden Sie es, die Haare immer auf die gleiche Weise zu tragen. Wechseln Sie zwischen verschiedenen Frisuren oder tragen Sie die Haare auch mal offen.
  • Gewicht reduzieren: Bei sehr langen und dicken Haaren kann es helfen, die Haare etwas zu kürzen oder auszudünnen, um das Gewicht zu reduzieren.
  • Professionelle Beratung: Lassen Sie sich von einem Friseur beraten, welche Frisuren für Ihre Haare geeignet sind und wie Sie diese schonend stylen können.

Trichodynie: Schmerzen der Kopfhaut und Haarwurzeln

Neben den Spannungskopfschmerzen durch Frisuren kann auch eine gesteigerte Empfindlichkeit der Kopfhaut, die sogenannte Trichodynie, zu Kopfschmerzen und anderen Beschwerden führen. Bei der Trichodynie schmerzen die Kopfhaut oder Haarwurzeln, Berührungen werden als unangenehm oder schmerzhaft empfunden, und es kann auch zu brennenden Schmerzen der Kopfhaut kommen. Oft wird auch das Kämmen der Haare oder jede Lageveränderung der Haare als sehr unangenehm empfunden.

Die Ursachen der Trichodynie sind vielfältig und noch nicht ausreichend erforscht. Mögliche Auslöser sind:

  • Stress: Psychischer Stress kann sich auch auf die Kopfhaut auswirken und zu einer erhöhten Empfindlichkeit führen.
  • Hauterkrankungen: Entzündungen oder andere Erkrankungen der Kopfhaut können die Nervenenden reizen und Schmerzen verursachen.
  • Allergien: Allergische Reaktionen auf Shampoos, Spülungen oder andere Haarpflegeprodukte können ebenfalls zu Kopfhautschmerzen führen.
  • Nervenschäden: In seltenen Fällen können Nervenschäden die Ursache für die Trichodynie sein.

Was kann man tun?

  • Hautarzt aufsuchen: Der erste Schritt bei Kopfhautschmerzen und Trichodynie sollte immer der Besuch eines Hautarztes sein. Dieser kann mögliche krankhafte Ursachen abklären und eine geeignete Therapie empfehlen.
  • Äußere Reizungen meiden: Vermeiden Sie bis zur Ursachenklärung jede äußere Reizung der Kopfhaut. Dazu gehören übertriebene Reinigungsmaßnahmen ebenso wie eine vernachlässigte Körperpflege.
  • Ursachenforschung: Versuchen Sie, den Auslöser für die Kopfhautschmerzen zu finden und diesen auszuschalten.
  • Therapie: Die Therapie der Trichodynie richtet sich nach den Ursachen. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die in vielen Fällen eine gute Besserung der Beschwerden erzielen können.

Atherome als Ursache für Kopfschmerzen

Atherome, umgangssprachlich auch Grützbeutel genannt, sind gutartige Zysten, die meist in der Kopfhaut sitzen und sich halbkugelförmig vorwölben. Sie entstehen in der Haarwurzel und können bis zur Größe eines Hühnereis anschwellen. Atherome sind in der Regel schmerzlos, können aber je nach Sitz und Größe als kosmetisch störend empfunden werden. Entzündete Atherome können jedoch Schmerzen verursachen.

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

Symptome von Atheromen:

  • Von außen sichtbare Erhebung in der Haut
  • Prall gefüllt, aber eher elastisch als hart
  • Manchmal unter der Haut verschiebbar
  • Bei Entzündung: Rötung, Schwellung, Schmerzen

Ursachen von Atheromen:

  • Verstopfung des Ausführungsgangs der Talgdrüse in der Haarwurzel
  • Talg kann nicht mehr abfließen und staut sich

Diagnose und Behandlung von Atheromen:

Die Diagnose Atherom wird in der Regel von einem Allgemeinmediziner oder einem Hautarzt gestellt. Die Behandlung besteht meist in einer operativen Entfernung des Atheroms.

Weitere mögliche Ursachen für Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Haaren

Neben den genannten Ursachen gibt es noch weitere Faktoren, die Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Haaren begünstigen können:

  • Falsche Haarpflege: Die Verwendung von ungeeigneten Shampoos, Spülungen oder Stylingprodukten kann die Kopfhaut reizen und zu Kopfschmerzen führen.
  • Allergien: Allergische Reaktionen auf bestimmte Inhaltsstoffe in Haarpflegeprodukten oder Haarfarben können ebenfalls Kopfschmerzen auslösen.
  • Verspannungen: Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich können sich auf die Kopfhaut auswirken und Kopfschmerzen verursachen.
  • Flüssigkeitsmangel: Auch ein Mangel an Flüssigkeit kann zu Kopfschmerzen führen. Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken.
  • Wetterfühligkeit: Bei manchen Menschen können Wetterumschwünge Kopfschmerzen auslösen.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen, beispielsweise während der Menstruation oder in den Wechseljahren, können ebenfalls Kopfschmerzen begünstigen.
  • Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Kopfschmerzen verursachen.

Tipps zur Vorbeugung von Kopfschmerzen im Zusammenhang mit den Haaren

  • Tragen Sie die Haare nicht zu straff: Vermeiden Sie zu enge Pferdeschwänze, Dutts oder andere Frisuren, die die Kopfhaut unnötig belasten.
  • Wechseln Sie die Frisur regelmäßig: Tragen Sie die Haare nicht immer auf die gleiche Weise, sondern variieren Sie die Frisur, um die Kopfhaut zu entlasten.
  • Verwenden Sie geeignete Haarpflegeprodukte: Achten Sie darauf, Shampoos, Spülungen und Stylingprodukte zu verwenden, die für Ihren Haartyp geeignet sind und die Kopfhaut nicht reizen.
  • Vermeiden Sie Allergene: Wenn Sie unter Allergien leiden, achten Sie darauf, Haarpflegeprodukte zu verwenden, die keine allergieauslösenden Stoffe enthalten.
  • Entspannen Sie die Nackenmuskulatur: Regelmäßige Entspannungsübungen oder Massagen können helfen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu lösen.
  • Trinken Sie ausreichend: Achten Sie darauf, ausreichend zu trinken, um Kopfschmerzen durch Flüssigkeitsmangel vorzubeugen.
  • Achten Sie auf Ihre Körperhaltung: Eine gute Körperhaltung kann helfen, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu vermeiden.
  • Reduzieren Sie Stress: Versuchen Sie, Stress abzubauen, beispielsweise durch Entspannungsübungen, Sport oder andere Hobbys.
  • Suchen Sie einen Arzt auf: Wenn Sie regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung zu finden.

Migräne: Wenn Kopfschmerzen zur Qual werden

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, meist einseitige Kopfschmerzen äußert. Die Schmerzen sind oft pulsierend oder hämmernd und werden von Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet. Migräne kann die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Wichtige Fakten zur Migräne:

  • Migräne ist eine neurologische Erkrankung und keine einfache Kopfschmerzerkrankung.
  • Migräne ist nicht die Folge eines stressigen Lebens.
  • Migräne ist eine der schlimmsten Schmerzzustände, die Menschen heimsuchen können.
  • Migräne ist eine eigenständige primäre Erkrankung und nie das Symptom einer anderen Erkrankung.
  • Migräne wird nicht durch Allergien bedingt.
  • Diäten sind bei Migräne wirkungslos.

Behandlung von Migräne:

Die Behandlung von Migräne umfasst sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Maßnahmen.

  • Medikamentöse Behandlung: Bei akuten Migräneanfällen können Schmerzmittel oder Triptane eingesetzt werden. Zur Vorbeugung von Migräne können Betablocker, Antidepressiva oder Antiepileptika eingesetzt werden.
  • Nicht-medikamentöse Behandlung: Entspannungsübungen, Stressmanagement, Akupunktur oder Biofeedback können ebenfalls zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden.

Wann sollte man bei Kopfschmerzen einen Arzt aufsuchen?

  • Wenn die Kopfschmerzen plötzlich und heftig auftreten.
  • Wenn die Kopfschmerzen von Begleitsymptomen wie Fieber, Nackensteifigkeit oder neurologischen Ausfällen begleitet werden.
  • Wenn die Kopfschmerzen häufiger oder stärker werden.
  • Wenn die Kopfschmerzen nicht auf Schmerzmittel ansprechen.
  • Wenn Sie unter chronischen Kopfschmerzen leiden.

Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne

Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?

tags: #migrane #durch #zu #dicke #haare