Migräne: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Migräne ist eine häufige neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Diese Kopfschmerzen sind oft von Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet. Die Ursachen für Migräne sind vielfältig und noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt verschiedene Behandlungsansätze, um die Symptome zu lindern und die Häufigkeit der Attacken zu reduzieren.

Was ist Migräne?

Per Definition ist Migräne eine nicht ansteckende Krankheit mit sehr starken Kopfschmerzen. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (IHS) hat über 240 verschiedene Kopfschmerzarten klassifiziert, wobei die Migräne zu den primären Kopfschmerzerkrankungen zählt. Die Kopfschmerz-Attacken werden oft von weiteren Symptomen wie Übelkeit begleitet.

Symptome und Diagnose

Bei einer Migräne handelt es sich in der Regel um anfallsweise einseitig auftretende Kopfschmerzen, die durch äußere Einflüsse und Bewegung zusätzlich verstärkt werden können. Neben den intensiven Kopfschmerzen können weitere Symptome wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit oder sogar Bewegungseinschränkungen auftreten. In einigen Fällen gehen den Migräne-Kopfschmerzen Sinnesstörungen voraus, die als Aura bezeichnet werden.

Was unterscheidet Migräne von anderen Kopfschmerzen? Im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz ist die Migräne meist genetisch bedingt, also nicht dauerhaft heilbar und nimmt bei körperlicher Betätigung zu. Schon leichte Kopfbewegungen können die Schmerzintensität und Beschwerden empfindlich erhöhen. Insgesamt sind die Schmerzen bei Migräneattacken stärker ausgeprägt und im Gegensatz zum Spannungskopfschmerz fast immer einseitig, dabei liegt das Schmerzzentrum oft rund um das Auge.

Viele Betroffene beschreiben auch das Phänomen einer “Aura". Darunter versteht man neurologische Reiz- oder Ausfallerscheinungen. So machen sich Migräne Aura-Symptome häufig durch Sehstörungen der Augen wie Lichtblitze oder eine Einschränkung des Gesichtsfelds bemerkbar. In diesen Fällen spricht man auch von einer Augenmigräne.

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Für die richtige Diagnose einer Migräne sollten Sie auf jeden Fall Kontakt mit einem Facharzt aufnehmen. Während der Untersuchung fragt der Arzt nach den Symptomen, der Schwere und Häufigkeit der Attacken, sowie nach begleitenden Symptomen und Ihrem Medikamentenkonsum. Aufbauend auf dem Gespräch mit dem Patienten und einer klinischen und neurologischen Untersuchung kann der Arzt dann eine potenzielle Migräne Diagnose stellen.

Dauer und Häufigkeit

Die Haupt-Kopfschmerzphase der Migräne weist eine Dauer von 4 bis 72 Stunden auf. Die Migräne-Attacke kann mehrmals wöchentlich, alle paar Monate oder auch nur ein- bis zweimal im Jahr vorkommen. Im Durchschnitt treten Migräne-Attacken an dreieinhalb Tagen im Monat auf. Mediziner unterscheiden, was die Häufigkeit der Attacken betrifft, daher noch einmal zwischen der episodischen Migräne (an bis zu 14 Tagen im Monat) und der chronischen Migräne. Eine Migräne gilt als chronisch, wenn sie an mehr als 15 Tagen pro Monat über mehr als 3 Monate hinweg auftritt.

Migräne und Komorbiditäten

Migräne kommt nicht immer allein. Tatsächlich können viele Patienten weitere Erkrankungen, in der Fachsprache Komorbiditäten genannt, entwickeln. Zum einen haben Menschen mit Migräne ein erhöhtes Risiko für psychische Störungen wie für Depressionen, generalisierte Angststörungen oder bipolare Störungen. Zum anderen steht Migräne schwach mit Epilepsie in Verbindung. Aber auch physische Leiden können mit Migräne zusammenhängen. Studien haben gezeigt, dass für Migräne-Patienten ein erhöhtes Risiko für Depressionen besteht, besonders für Frauen mit einer Migräne mit Aura. Es gibt eine Reihe an wirksamen Therapiemöglichkeiten.

Ursachen und Auslöser

Ausgehend vom aktuellen Forschungsstand ist die Migräne meist genetisch bedingt. Kommen dann noch Migräne-Auslöser, sogenannte Triggerfaktoren wie z.B. Veränderungen des Stressniveaus, ein Wetterumschwung, Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus oder hormonelle Schwankungen hinzu, kann eine Migräne-Attacke leicht ausgelöst werden. Die genauen Ursachen der Migräne und die zugrunde liegenden Krankheitsmechanismen sind noch nicht vollständig aufgeklärt. Man vermutet bei den Betroffenen eine genetische Veranlagung (Prädisposition) - nicht selten tritt Migräne familiär gehäuft auf. Auf Basis dieser genetischen Neigung scheint es im Zusammenspiel mit verschiedenen inneren oder äußeren Faktoren (Triggern) zu den Migräne-Attacken zu kommen.

Bestimmte innere und äußere Faktoren, so genannte Trigger, können bei entsprechender Veranlagung eine Migräne begünstigen. Jeder Migräne-Patient kann durch Selbstbeobachtung und konsequente Führung eines Kopfschmerz-Tagebuchs/Kalenders seine verschiedenen, persönlichen Auslöser ermitteln:

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  • Wechselnder Schlaf-Wach-Rhythmus (z.B. zu viel oder zu wenig Schlaf)
  • Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf - Unterzuckerung/Hungerzustand (z.B. aufgrund des Auslassens von Mahlzeiten)
  • Hormonveränderungen, z.B. während des Zyklus (Eisprung oder Menstruation) bzw. aufgrund der Einnahme von Hormonpräparaten (z.B. Anti-Baby-Pille, bei Beschwerden der Wechseljahre oder zur Osteoporose-Vorsorge)
  • Stress in Form körperlicher oder seelischer Belastungen - Migräne tritt meist in der Entspannungsphase danach auf
  • Verqualmte Räume
  • Bestimmte Nahrungsmittel - z.B. Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol (Rotwein!)
  • Äußere Reize wie (Flacker)Licht, Lärm oder Gerüche
  • Wetter- und Höhenveränderungen (Föhn, Kälte etc.)
  • Starke Emotionen, z.B. ausgeprägte Freude, tiefe Trauer, heftige Schreckreaktion, Angst
  • evtl. Medikamente z.B.

Genetische Veranlagung

Migräne ist vererbbar - diese Art des Kopfschmerzes kann innerhalb einer Familie weitergegeben werden. Oft handelt es sich um ähnliche Formen der Migräne, aber nicht immer. Es kann also sein, dass die Migräne bei Kindern mit Übelkeit, Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit einhergeht, die ebenfalls betroffenen Eltern oder Großeltern aber keine dieser zusätzlichen Symptome aufweisen. Nach Expertenmeinung liegt Migräne eine polygenetische Veranlagung zugrunde: Veränderungen (Mutationen) in mehreren Genen erhöhen das Migränerisiko. Manche dieser Gene sind an der Regulierung der neurologischen Schaltungen im Gehirn beteiligt. Andere Genveränderungen werden mit oxidativem Stress in Verbindung gebracht. Über welche biologischen Mechanismen diese Genmutationen genau eine Migräne begünstigen, ist bislang aber noch nicht geklärt.

Auslöser (Trigger)

Verschiedene Trigger können bei entsprechender genetischer Veranlagung eine Migräne-Attacke auslösen. Welche Faktoren im Einzelfall einen Anfall „triggern“, ist individuell verschieden. Einige Beispiele:

  • Stress: Ein häufiger Auslöser ist Stress im privaten oder beruflichen Umfeld.
  • Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus: Betroffen sind oft Menschen, die im Schichtdienst arbeiten.
  • Reizüberflutung: Wenn das Gehirn zu viele Eindrücke gleichzeitig verarbeiten muss, entsteht ebenfalls Stress.
  • Wetter/Wetterwechsel: Es gibt kein bestimmtes „Migräne-Wetter“, das Attacken verursacht. Viele Betroffene reagieren empfindlich auf schwülwarme Gewitterluft, starken Sturm, Föhnwetter oder sehr helles Licht an einem wolkenlosen Tag. Bei manchen wiederum löst Kälte Migräne-Attacken aus. Warum das so ist, konnte man noch nicht klären.
  • Tyraminhaltige Lebensmittel: Bei einigen Produkten wie Bananen oder bestimmten Käsesorten hat man Tyramin im Verdacht. Achten Sie darauf, regelmäßig zu essen. Häufig setzen Migräne-Anfälle ein, wenn man zu wenig gegessen hat (Unterzuckerung).
  • Hormonelle Veränderungen: Geschlechtshormone haben einen starken Einfluss auf Migräne. So sind im Kindesalter Mädchen und Jungen noch etwa gleich häufig betroffen. Mit der Pubertät verschiebt sich das Verhältnis: Frauen leiden deutlich häufiger an Migräne als Männer. Vielfach steht die Migräne in Zusammenhang mit der Menstruation. So löst der Abfall des Östrogenspiegels vor der Regelblutung bei manchen Frauen eine Migräne-Attacke aus. Darüber hinaus können hormonelle Verhütungsmittel („Pille“) ebenfalls Migräne verursachen. Deshalb heißt diese Form auch „hormonelle Migräne“.

Formen der Migräne

Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft (International Headache Society, IHS) unterscheidet verschiedene Arten von Migräne. Dazu gehören:

  1. Migräne ohne Aura, mit drei Unterformen:

    • Rein menstruelle Migräne ohne Aura
    • Menstruationsassoziierte Migräne ohne Aura
    • Nicht-menstruelle Migräne ohne Aura
  2. Migräne mit Aura, mit verschiedenen Unterformen:

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    • Migräne mit typischer Aura (Unterformen: Typische Aura mit Kopfschmerzen, typische Aura ohne Kopfschmerzen)
    • Migräne mit Hirnstammaura (früher: basiläre Migräne)
    • Hemiplegische Migräne
    • Retinale Migräne
    • Rein menstruelle Migräne mit Aura
    • Menstruationsassoziierte Migräne mit Aura
    • Nicht-menstruelle Migräne mit Aura
  3. Chronische Migräne

  4. Migränekomplikationen, zum Beispiel:

    • Status migraenosus
    • Migränöser Infarkt
    • Epileptischer Anfall, durch Aura getriggert
  5. Wahrscheinliche Migräne mit oder ohne Aura

  6. Episodische Syndrome, die mit einer Migräne einhergehen können, zum Beispiel:

    • Wiederkehrende Magen-Darm-Störungen (z. B. abdominelle Migräne)
    • Vestibuläre Migräne
  7. Stille Migräne

Die Hauptformen sind Migräne ohne Aura und Migräne mit Aura. Betroffene müssen nicht immer an der gleichen Form von Migräne leiden. Haben sie beispielsweise häufig Migräne-Attacken mit Aura, kann trotzdem einmal Migräne ohne die typischen Symptome einer Aura entstehen.

Migräne ohne Aura

Die Migräne ohne Aura ist die häufigste Form von Migräne. Typisch sind anfallsartig auftretende, einseitige, pulsierende Kopfschmerzen von mittlerer bis starker Intensität. Sie verstärken sich durch körperliche Routineaktivitäten (z. B. Gehen, Treppensteigen) und halten vier (bei Kindern und Jugendlichen zwei) bis 72 Stunden an. Begleitet werden sie von Übelkeit und/oder Licht- und Lärmempfindlichkeit.

Bei manchen Frauen treten Migräne-Attacken im Zusammenhang mit der Menstruation auf. Das erlaubt die Unterscheidung von Unterformen der Erkrankung. Bei allen Formen sind die oben genannten Kriterien der „Migräne ohne Aura“ erfüllt, aber zusätzlich gilt:

  • Rein menstruelle Migräne ohne Aura: Die Migräne-Attacken treten ausschließlich zwei Tage vor bis drei Tage nach dem Einsetzen der Regelblutung auf, und zwar in mindestens zwei von drei Menstruationszyklen. Der restliche Zyklus ist stets migränefrei.
  • Menstruationsassoziierte Migräne ohne Aura: Auch hier treten die Migräne-Attacken in mindestens zwei von drei Zyklen im Zeitfenster zwei Tage vor bis zwei Tage nach Menstruationsbeginn auf - zusätzlich kann die Migräne aber auch zu einem anderen Zeitpunkt im Zyklus auftreten.
  • Nicht-menstruelle Migräne ohne Aura: Migräne-Attacken, die während der Menstruation auftreten, sind im Allgemeinen von längerer Dauer und von stärkerer Übelkeit begleitet als Attacken ohne zeitlichen Bezug zur Regelblutung.

Migräne mit Aura

Die Migräne mit Aura ist seltener als die Migräne ohne Aura. Die Aura bezeichnet neurologische Symptome, die der Kopfschmerzphase vorausgehen oder zusammen mit dieser auftreten können. Die Symptome der Aura setzen schleichend ein und zeigen sich auf einer Kopfseite. Sie können Lichtblitze, Flimmern, Sehen von gezackten Linien, Gesichtsfeldausfall, Sprachstörungen, Missempfindungen, unvollständige Lähmungen und Schwindel umfassen. Sie sind vorübergehend und verursachen keine bleibenden Schäden.

Symptome der Hirnstammaura können sein: Sprechstörung (Dysarthrie), Schwindel, Ohrgeräusche (Tinnitus), Hörminderung, Doppelbilder und Störung der Bewegungskoordination (Ataxie).

Ebenfalls eine Form von „Migräne mit Aura“ ist die hemiplegische Migräne (auch „komplizierte Migräne“ genannt). Charakteristisch ist hier eine motorische Schwäche. Zusätzlich treten Symptome im Bereich des Sehens, der Sensibilität und/oder der Sprache bzw. des Sprechens auf.

Die retinale Migräne (Netzhautmigräne) ist selten. Sie ist gekennzeichnet durch wiederholte Anfälle von einseitigen Sehstörungen wie Flimmern vor den Augen, Gesichtsfeldausfall (Skotom) oder - ganz selten - vorübergehender Blindheit.

Chronische Migräne

Wer an mindestens 15 Tagen pro Monat, und das über mehr als drei Monate hinweg, an Kopfschmerzen leidet, die an mindestens acht Tagen die Kriterien von Migränekopfschmerzen erfüllen, ist von chronischer Migräne betroffen. Sie kann sich aus einer Migräne ohne Aura und/oder einer Migräne mit Aura entwickeln.

Behandlungsmöglichkeiten

Migräne als Krankheitsform ist nicht wirklich heilbar, dennoch müssen Sie den Symptomen nicht hilflos ausgeliefert sein. Auch, wenn die Schmerzen manchmal ausweglos erscheinen, gibt es Hilfsmittel, die Sie auf dem Weg der Besserung unterstützen können. Im akuten Schmerzfall können Migräne-Medikamente helfen die Schmerzen zu lindern. Weiterhin kann durch Entspannungsübungen, Ausdauersport, Meditation oder eine angepasste Ernährung die Häufigkeit von Migräneattacken reduziert werden. Viele Betroffene schwören auch auf Migräne-Hausmittel, die Ihnen helfen besser mit den Schmerzen umzugehen.

Medikamentöse Behandlung

Das Ziel einer medikamentösen Behandlung z.B. mit den Migräne-Tabletten DOLORMIN® Migräne oder DOLORTRIPTAN®, die Ibuprofen bzw. ein Triptan enthalten, ist es den Kopfschmerz und die Begleitsymptome zu lindern. Triptane sollten allerdings nur nach einer Migräne Diagnose durch den Arzt eingenommen werden.

Hausmittel gegen Migräne

Hausmittel gegen normale Kopfschmerzen sind oft gut in der Lage die Beschwerden zu lindern. Bei einer Migräne ist der Einsatz aber nicht immer von Erfolg gekrönt. Ohne Migräne-Medikamente stellt sich leider oft keine Besserung ein. Trotzdem berichten viele Betroffene, dass bestimmte Migräne-Hausmittel zumindest etwas dabei helfen die Migräneattacken besser zu überstehen. Bevor Sie sich für die sanften Helfer entscheiden, sollten Sie aber unbedingt Ihren Arzt zu Rate ziehen. Pflanzen können nämlich Wechselwirkung mit Medikamenten haben, wodurch sich Ihre Migräne-Symptome sogar noch verschlimmern könnten.

Migräne-Tagebuch

Häufig werden Patienten im Rahmen der Migräne-Diagnostik gebeten ein Migräne-Tagebuch über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen zu führen. Die Dokumentation Ihrer Migräne-Symptome kann dazu beitragen, mögliche Auslöser zu erkennen und in der Folge zu vermeiden. Nutzen Sie unsere Dokumentationshilfe, um Schmerzdauer, Schmerzintensität und mögliche psychische, körperliche oder ernährungsbedingte Ursachen zu erkennen. Dies hilft herauszufinden, wie Sie Ihrer Migräne bestmöglich vorbeugen können.

Migräne und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Migräne ist mit einem erhöhten Risiko für Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße verbunden, einschließlich Herzinfarkt, Schlaganfall, Blutgerinnsel und einer unregelmäßigen Herzfrequenz. Eine Studie bestätigte vor wenigen Wochen auch ein Team aus Forschern der Charité Berlin und amerikanischen Kollegen, vor allem von der Harvard Medical School in Boston, dass Migränepatienten doppelt so hohe Schlaganfallgefahr haben. Die Auswertung zeigte: Auch das Herzinfarktrisiko war deutlich erhöht bei Migränepatientinnen - nämlich um fast 40 Prozent. In dieser Studie konnte nachgewiesen werden, dass die höheren Risiken für kardiovaskuläre Erkrankungen, die Herzinfarkt und Schlaganfall bedingen, sogar unabhängig von der Frage war, ob der Migränepatient vor den Anfällen eine Aura sieht oder nicht.

Anstrengungskopfschmerzen

Anstrengungskopfschmerzen zeigen sich als pulsierende beidseitige Kopfschmerzen, die durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden. Vielen Patient*innen helfen Allgemeinmaßnahmen, manchmal ist eine ergänzende medikamentöse Behandlung notwendig.

Anstrengungskopfschmerzen sind Kopfschmerzen, die durch jede Form von körperlicher Anstrengung ausgelöst werden, ohne dass eine Erkrankung innerhalb des Kopfes zugrunde liegt. Der Anstrengungskopfschmerz gehört zu den primären Kopfschmerzerkrankungen, die u. a. auch Migräne und Spannungskopfschmerzen umfassen.

Symptome

Anstrengungskopfschmerzen zeigen sich als pochend, pulsierende Kopfschmerzen, die beidseitig im Kopf auftreten. Sie treten bei einem Großteil der Patient*innen innerhalb von 30 Minuten nach dem Beginn der Anstrengung auf und halten 5 Minuten bis maximal 48 Stunden an.

Folgende Symptome sollten Sie von Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt abklären lassen:

  • plötzlicher schwerer Kopfschmerz
  • über mehrere Tage zunehmender Kopfschmerz
  • neuartiger Kopfschmerz, Änderungen des bekannten Kopfschmerzmusters
  • anhaltender einseitiger Kopfschmerz
  • neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprechstörungen etc.
  • Nackensteifigkeit
  • Kopfschmerzen, die zum Erwachen führen
  • Beschwerden/Schmerzen in den Nebenhöhlen, Augen, Ohren
  • Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Krankheitsgefühl

Ursachen

Anstrengungskopfschmerzen können durch jede länger anhaltende körperliche Anstrengung ausgelöst werden, die zu einem deutlichen Pulsanstieg führt. Warum genau das passiert, ist bisher nicht vollständig verstanden. Vermutet wird, dass bei Patient*innen mit Anstrengungskopfschmerzen der die Gefäße im Kopf vorübergehend erweitert sind oder der Blutrückfluss über die Kopfvenen gestört ist. Hohe Außentemperaturen und/oder Hitze sowie große Höhen können das Auftreten von Anstrengungskopfschmerzen begünstigen.

Behandlung

Das Ziel der Behandlung ist es, die Häufigkeit und Intensität der Kopfschmerzattacken zu reduzieren. Am wichtigsten sind dafür folgende Allgemeinmaßnahmen:

  • Vermeidung der auslösenden Aktivität
  • Verlängertes Aufwärmen vor Belastungen
  • Allmähliche Steigerung des Belastungslevels über Wochen/Monate
  • Verzicht auf einengende Kopfbedeckung
  • Vermeidung von Anstrengung bei Hitze
  • Vermeidung von Anstrengung in großer Höhe

Lindern die allgemeinen Maßnahmen die Kopfschmerzen nicht, kann eine ergänzende medikamentöse Therapie mit steroidalen Antirheumatika (NSAR) eingeleitet werden. Eingesetzt wird beispielsweise Naproxen, das schmerzlindernd wirkt und auch prophylaktisch eine Stunde vor einer körperlichen Belastung eingenommen werden kann. Bei gleichzeitig bestehender Migräne sind Triptane eine Option.

Mit der Umsetzung der Allgemeinmaßnahmen können Sie dem erneuten Auftreten von Anstrengungskopfschmerzen vorbeugen. Wurde Ihnen ein NSAR empfohlen, können Sie dieses 1 Stunde vor einer körperlichen Belastung einnehmen.

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