Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch pochende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit und andere Symptome gekennzeichnet ist. Viele Betroffene suchen nach Möglichkeiten, die Schmerzen ohne Medikamente zu lindern, insbesondere während der Schwangerschaft, wenn Vorsicht geboten ist. In diesem Artikel werden die Anwendung von Ingwer bei Migräne, seine Wirkungsweise und die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu beleuchtet.
Was ist Migräne?
Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Sie ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen äußert, die von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet sein können. Migräne kann den Alltag der Betroffenen massiv einschränken.
Hausmittel gegen Migräne
Viele Menschen suchen nach natürlichen Wegen, Migräne zu lindern. Es gibt verschiedene Hausmittel, die bei Migräne helfen können, darunter:
- Dunkelheit und Ruhe: Sich bei den ersten Anzeichen einer Migräne in einen dunklen, ruhigen Raum zurückzuziehen, kann helfen, die Symptome zu lindern. Ein kalter Waschlappen auf der Stirn kann zusätzlich wohltuend sein.
- Pfefferminzöl: Das in Pfefferminzöl enthaltene Menthol kann Migräneattacken verhindern. Es kühlt, fördert die Durchblutung, wirkt entkrampfend und blockiert die Weiterleitung von Schmerzimpulsen. Einige Tropfen Pfefferminzöl können auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen und sanft einmassiert werden. Pfefferminztee kann ebenfalls hilfreich sein.
- Lavendelöl: Das ätherische Öl des Lavendels kann Migräneschmerzen verringern.
- Mutterkraut: CO2-Extrakt aus Mutterkraut kann die Anzahl der Migräneanfälle reduzieren.
- Weidenrinde: Ein Kräutertee aus Weidenrinde kann Migräne lindern, da sie Salicylsäure enthält.
- Magnesium: Eine ausreichende Zufuhr von Magnesium kann bei Migräne wirksam sein, insbesondere bei menstruationsbedingter Migräne.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen und besser mit Migräne umzugehen.
- Regelmäßiger Ausdauersport: Regelmäßiger Ausdauersport kann die Anfallshäufigkeit bei Migränepatienten senken.
- Kognitive Verhaltenstherapie: Sie kann helfen, zu hohe Ansprüche an sich selbst und ungünstige Erwartungen wie die Furcht vor dem nächsten Migräneanfall zu lindern.
- Geregelter Tagesablauf: Ein geregelter Tagesablauf mit festen Zeiten für Mahlzeiten und Bettruhe kann hilfreich sein.
Ingwer: Ein natürliches Mittel gegen Migräne?
Ingwer ist ein bekanntes Gewürz mit vielfältigen gesundheitlichen Vorteilen. Ihm werden schmerzlindernde, entzündungshemmende und übelkeitshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Daher stellt sich die Frage, ob Ingwer auch bei Migräne helfen kann.
Die Wirkung von Ingwer
Ingwer enthält verschiedene chemische Bestandteile, darunter phenolische Verbindungen, Terpene, Polysaccharide, Lipide und organische Säuren. Besonders wichtig sind 6-Shogaol, 6-Gingerol und 10-Dehydrogingerdion. Ingwer wirkt antioxidativ, entzündungshemmend, senkt den Prostaglandinspiegel und hat eine mutmaßlich vasoprotektive Wirkung.
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Die Schärfe des Ingwers regt den Magensaft-Fluss und die Darmbewegungen an, was bei Migräne-bedingter Übelkeit hilfreich sein kann.
Studienlage zu Ingwer und Migräne
Einige Studien deuten darauf hin, dass Ingwer bei Migräne wirksam sein kann:
- Akute Migräne: Eine Meta-Analyse von drei randomisierten, Placebo-kontrollierten Studien ergab, dass Ingwer migränebedingte Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen lindern kann. In zwei Studien sanken die mittleren Schmerzwerte nach zwei Stunden unter Ingwer, und der Anteil der Personen, die nach zwei Stunden schmerzfrei waren, erhöhte sich. Ingwer halbierte im Vergleich zu Placebo das Risiko für Übelkeit und Erbrechen im Rahmen der Migräne.
- Migräneprophylaxe: Eine randomisierte, kontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit von Ingwer in der Migräneprophylaxe. Eine Verringerung monatlicher Migräneepisoden um ≥ 50 % gelang unter Ingwer besser als mit einem Placebo, doch erreichte dieser Unterschied kein Signifikanzniveau.
Eine doppelblinde, Placebo-kontrollierte Studie untersuchte die Wirksamkeit von Ingwerextrakt zur Prophylaxe von Migräneanfällen. Im Vergleich zur Placebotherapie gab es keinen Vorteil - allerdings sank in beiden Studiengruppen die Häufigkeit schwerer Migräneanfälle. Laut DGN-Pressesprecher spricht das für einen Placeboeffekt in beiden Studienarmen.
Anwendung von Ingwer bei Migräne
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ingwer bei Migräne anzuwenden:
- Ingwertee: Ein Teelöffel frisch geriebenen Ingwer in eine Tasse mit heißem Wasser geben, bedecken und 10 Minuten ziehen lassen.
- Ingwerkapseln: Ingwer ist auch in Kapselform erhältlich. In einer Studie bekamen Teilnehmer während der Studie Ingwer in Kapselform.
- Ingwer in der Ernährung: Ingwer kann zu verschiedenen Speisen kombiniert werden.
Vorsichtshinweise
Ingwer kann in manchen Fällen Wechselwirkungen mit Medikamenten haben. So sollten Sie Ingwer nicht zusammen mit Blutverdünnern einnehmen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Arzneimittel gegen eine andere Krankheit einnehmen müssen.
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Weitere natürliche Mittel gegen Migräne
Neben Ingwer gibt es weitere natürliche Mittel, die bei Migräne helfen können:
- Pestwurzextrakt (Petadolex)
- Mutterkraut
- Kombination von Vitamin B2, Magnesium und Coenzym Q10
Medikamentöse Behandlung von Migräne
Wenn Hausmittel nicht ausreichend helfen, können Medikamente zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) empfiehlt eine fixe Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein. Bei Bedarf können auch Triptane eingesetzt werden.
Zur medikamentösen Migräneprophylaxe werden üblicherweise Betablocker, Kalziumkanal-Blocker, Antikonvulsiva oder Botulinumtoxin eingesetzt. Wenn diese Therapieoptionen wirkungslos bleiben, können moderne Antikörper zum Einsatz kommen.
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