Migräne-Masken: Wirkung, Anwendung und Alternativen zur Linderung von Kopfschmerzen

Millionen Menschen in Deutschland leiden regelmäßig unter Migräne und den damit verbundenen, oft quälenden Kopfschmerzen. Migräne kann in jedem Alter auftreten, wobei eine Häufung zwischen Pubertät und dem fünfzigsten Lebensjahr zu beobachten ist. Die auftretenden Kopfschmerzattacken können sich hinsichtlich Schweregrad und Dauer stark voneinander unterscheiden. Eine Möglichkeit, die Symptome zu lindern, sind Migräne-Masken. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Migräne-Masken, ihre verschiedenen Anwendungsformen und gibt einen Überblick über alternative Behandlungsmethoden.

Was ist eine Migräne-Maske?

Migräne-Masken sind speziell entwickelte Produkte, die darauf abzielen, die Symptome von Migräne zu lindern. Sie sind in verschiedenen Farben und Formen von diversen Anbietern erhältlich. Die meisten Migräne-Masken haben eine Gel-Füllung, die nach Lagerung im Gefrierfach eine kühlende Wirkung hat. Diese Kältetherapie kann helfen, Schmerzen zu reduzieren. Einige Masken können auch erwärmt und zur Wärmeanwendung genutzt werden. Die Masken sind meist so geformt, dass die mit Gel gefüllten Elemente mindestens den Bereich um Augen und Stirn intensiv kühlen oder wärmen. Es gibt aber auch Modelle, die das ganze Gesicht mit Aussparungen für Mund und Nase bedecken. Durch die Abdeckung der Augen blockieren diese Masken Licht und somit visuelle Reize, was bei Lichtempfindlichkeit während einer Attacke zusätzliche Erleichterung schaffen kann. Eine solche Schlafmaske soll für Dunkelheit, Ruhe und Kühlung sorgen.

Wie wirken Migräne-Masken?

Migräne-Masken bieten eine duale Funktion: Durch Kühlung können sie helfen, die Blutgefäße zu verengen und die Schmerzen zu reduzieren, während Wärme eine entspannende Wirkung hat und Verspannungen im Kopf- und Nackenbereich lösen kann. Viele Betroffene berichten von einer spürbaren Erleichterung, wenn sie die Maske während einer Migräneattacke verwenden. Die sanfte Druckverteilung und die angenehme Temperatur können dazu beitragen, die Symptome zu mildern und ein Gefühl der Entspannung zu fördern. Die Maske kann auch schon vorbeugend getragen werden, wenn sich Kopfschmerzen anbahnen.

Kältetherapie

Kälteinterventionen sind in der Akutbehandlung von Migräne weit verbreitet. Sie sind in der Regel nicht invasiv und können in Eigenregie angewendet werden, wobei die Maske für den Akutfall im Gefrierschrank aufbewahrt werden sollte, um direkt einsatzbereit zu sein. Ein möglicher Mechanismus, über welchen Kälte die Migränesymptome lindern könnte, ist die Vasokonstriktion - die Verengung der Gefäße. Denn während einer Migräneattacke sind die Blutgefäße im Gehirn meist geweitet. Dieser Wirkmechanismus wird beispielsweise auch von einigen Migränemedikamenten, wie Triptanen, bedient, welche ebenfalls auf die Verengung der Blutgefäße abzielen, um Migränesymptome zu lindern.

Die Auswirkungen von Kälte auf Migräne können aber von Person zu Person unterschiedlich sein. Einige Menschen mit Migräne berichten, dass Kälte eine lindernde Wirkung auf ihre Kopfschmerzen hat, während andere angeben, dass Kälte ihre Symptome verstärken kann.

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Wärmetherapie

Nicht alle Betroffenen von Migräne sprechen gut auf Kälteinterventionen an. Manche berichten im Gegenteil davon, dass ihnen Wärme während einer Migräneattacke Abhilfe verschafft. Migräne-Masken, Gel-Kappen und Umschläge können deshalb auch als Wärmeintervention angewendet werden. Der Wirkmechanismus wird dabei eher auf die Entspannung durch die Wärme, gerade bei Spannungskopfschmerzen, zurückgeführt.

Verschiedene Formen der Kältetherapie

Neben verschiedenen Formen von Migräne-Masken gibt es auch noch weitere Interventionen, die unter die Kältetherapie fallen: So werden neben Stirnbändern und ganzen Kappen mit Kälte-Gel, auch intranasale Kühlung oder kalte Umschläge eingesetzt. Welche Art der Kühlung dabei als angenehm empfunden wird, ist sehr individuell.

Gel-Kappen

Gel-Kappen sind eine besondere Form der Migräne-Masken, da sie nicht nur Augen- und Stirnpartie, sondern den gesamten Kopf kühlen. Sie sehen ein bisschen aus wie Schwimmkappen, sind aber eben mit Gel gefüllt. Durch ein Band kann man dabei die Kappe selbst lockern und fixieren und somit die Enge regulieren. Es gibt aber auch Stirnbänder, die nach demselben Prinzip funktionieren.

Eine Studie konnte zeigen, dass die Kopfschmerzen durch das Tragen einer Gel-Kappe signifikant reduziert werden konnten: Bei der Hälfte der Betroffenen reichte diese Form der Kälteintervention nämlich ohne weitere (nicht-)medikamentöse Maßnahmen aus, um die Migräneattacke abklingen zu lassen.

Intranasale Kühlung

Eine intranasale Kühlung, also innerhalb der Nase, kann durch entsprechende intranasale Verdünstungskühlgeräte herbeigeführt werden. Dabei strömt aus kleinen, in die Nase eingeführten Kanülen, ein kühlendes Gasgemisch und kühlt so das lokale Nasengewebe und dadurch die Blutgefäße, die das Gehirn versorgen. Dies bewirkt eine entsprechende Verengung der Blutgefäße und stimuliert spezielle Kälterezeptoren, von denen angenommen wird, dass sie an der Linderung von Migräne beteiligt sind. In einer Studie konnte dieses Verfahren zu einer signifikanten Schmerzreduktion, sowie einer Verbesserung der Lichtempfindlichkeit während einer Attacke führen.

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Kalte Umschläge

Mithilfe von kalten Umschlägen, in Form von kalten Tüchern oder Wickeln, wird versucht der Bereich zu kühlen, durch den die intrakraniellen Gefäße (innerhalb des Kopfes) fließen. In Studien wurden dafür gefrorenen Umschläge in den Nacken der Studienteilnehmenden gelegt, da dort die Halsschlagadern besonders dicht an der Hautoberfläche liegen. Nach 30 Minuten konnte eine Verringerung der Schmerzen von etwa 30% festgestellt werden, wohingegen sich die Schmerzen in der Kontrollgruppe (also ohne Kälteintervention) um etwa 30% verstärkten.

Anwendungshinweise für Migräne-Masken

Die Anwendung einer Migräne-Maske ist einfach:

  • Kühlen: Die Maske für maximal 2 Stunden in den Gefrierschrank/Kühlschrank legen.
  • Erwärmen: In der Mikrowelle bei 600 Watt für etwa 30-40 Sekunden erwärmen. Zwischendurch prüfen, um Verbrennungen und Überhitzung zu vermeiden.
  • Anwendung: Die Maske auflegen und die wohltuende Wirkung genießen. Maximale Anwendung: 2-4 Stunden in kurzen Intervallen von 20 Minuten.

Beim Erwärmen der Maske sollten Überhitzung und Verbrennungen vermieden werden. Es ist ratsam, die Maske beim Erwärmen zu beobachten und sie nicht länger als die empfohlene Zeit anzuwenden (maximal 20-Minuten-Intervalle). Vor der Nutzung sollte auf Hautreaktionen geachtet und die Anwendung bei Beschwerden sofort abgesetzt werden.

Worauf sollte man beim Kauf einer Migräne-Maske achten?

Beim Kauf einer Migräne-Maske gibt es einige wichtige Faktoren zu beachten:

  • Temperaturkontrolle: Eine gute Migräne-Maske sollte sowohl für die Kühlung als auch für die Erwärmung geeignet sein.
  • Material: Das Material sollte flexibel, hautfreundlich und geruchlos sein und sich jeder Kopfform anpassen.
  • Komfort: Die Maske sollte sich sanft um den Kopf schmiegen und einen angenehmen Kompressionseffekt bieten.
  • Abdeckung: Je nach Bedarf sollte die Maske entweder nur die Augen- und Stirnpartie oder das ganze Gesicht abdecken.
  • Hygiene: Ein hygienischer Verschlussbeutel für die Aufbewahrung ist von Vorteil.

Alternative Akutbehandlungen bei Migräne

Kälte- und Wärmeinterventionen fallen unter Akutbehandlung von Migräneattacken. Es gibt aber noch verschiedene weitere Möglichkeiten der Akutmaßnahmen bei einer Attacke.

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Im Bereich der nicht-medikamentösen Interventionen sind die wohl bekanntesten Maßnahmen Entspannung, Pfefferminzöl, Massagen, Ruhe und Schlaf.

Außerdem gibt es diverse Migränemedikamente, die während einer Migräneattacke sowohl gegen die Kopfschmerzen als auch gegen mögliche Begleitsymptome helfen können. Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken können Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol oder auch Aspirin eingenommen werden.

Triptane sind hingegen speziell für Migräne entwickelte Akut-Medikamente. Sie können bei starken Migräneattacken eingenommen werden und wirken, indem sie Gefäße verengen und die Freisetzung von ungünstigen Botenstoffen hemmen. Im Idealfall behandeln sie neben den Schmerzen auch Begleitsymptome wie Geräusch-, Geruchs- und Lichtempfindlichkeit sowie Übelkeit und Erbrechen.

Bei Unwirksamkeit oder Kontraindikation gegen Triptane werden in den Leitlinien Lasmiditan (Serotoninrezeptor-Agonist) und Rimegepant (CGRP-Rezeptorantagonist), die zur Akutbehandlung von Migräne entwickelt wurden, empfohlen.

Migräneprophylaxe

Um Migräneattacken generell vorzubeugen, ist eine effektive Migräneprophylaxe von großer Bedeutung. Ein Beispiel für eine nicht-medikamentöse Prophylaxe ist die Migräne-App auf Rezept sinCephalea, die derzeit für episodische Migräne zugelassen ist. Während der zweiwöchigen Testphase hat man die einmalige Gelegenheit, mittels eines Gewebezuckersensors die Blutzuckerreaktion des Körpers auf bestimmte Mahlzeiten zu beobachten, um anschließend eine blutzuckerstabilisierende Ernährung einzuführen.

Weitere Möglichkeiten zur Migräneprophylaxe sind:

  • Regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus: Ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus ist unerlässlich.
  • Feste Mahlzeiten: Das Einhalten von festen Mahlzeiten hilft, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten.
  • Vermeidung von Triggern: Mithilfe eines Kopfschmerz-Tagebuches können Betroffene ihre persönlichen Migräneauslöser ermitteln und diese vermeiden.
  • Sport: Regelmäßiger Sport kann die Häufigkeit von Migräneattacken senken.
  • Ernährung: Umstellungen im Lebensstil und Ernährungsgewohnheiten können die Migräne-Häufigkeit und -heftigkeit deutlich reduzieren.
    • Vitamine und Mineralstoffe: Ein Mangel an manchen Vitaminen und Mineralstoffen kann Migräne begünstigen.
    • Histamin und Glutamin: (Zu viel) Histamin und der Geschmacksverstärker Glutamat in der Nahrung kann bei manchen Menschen einen Migräne-Anfall auslösen.
    • Serotonin: Bei einem Migräne-Anfall besteht ein akuter Mangel des Botenstoffes Serotonin. Der Körper benötigt die Aminosäure Tryptophan, die in Milchprodukten, Nüssen, Gemüse und Obst, Vollkornprodukten und Sojaprodukten enthalten ist, um Serotonin herzustellen.
    • Entzündungsfördernde Lebensmittel: Entzündungsreaktionen im Körper können die Migräne-Häufigkeit anheben. Nahrungsmittel, die entzündungsfördernd wirken, sollten daher gemieden werden.
  • Zahn-Check: Viele Menschen stellen eine Verbesserung ihrer Migräne-Symptome fest, wenn alte Amalgam-Plomben in den Zähnen durch Gold oder Kunststoff ersetzt wurden.

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