Viele Menschen besuchen gerne Thermen und Saunen zur Entspannung und Gesundheitsförderung. Allerdings klagen einige danach über Kopfschmerzen oder sogar Migräneattacken. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für diese Beschwerden und gibt Tipps, wie man sie vermeiden kann.
Einführung
Der Besuch einer Therme oder Sauna ist für viele eine willkommene Möglichkeit, dem Alltagsstress zu entfliehen und etwas für die Gesundheit zu tun. Die Wärme entspannt die Muskeln, fördert die Durchblutung und kann das allgemeine Wohlbefinden steigern. Doch nicht jeder profitiert gleichermassen davon. Manche Menschen erleben nach dem Saunagang unangenehme Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen, Übelkeit oder sogar Migräne. Es ist wichtig zu verstehen, warum diese Beschwerden auftreten und was man dagegen tun kann, um den Thermenbesuch weiterhin geniessen zu können.
Mögliche Ursachen für Kopfschmerzen nach dem Saunabesuch
Es gibt verschiedene Faktoren, die Kopfschmerzen oder Migräne nach einem Thermenbesuch auslösen können. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
Dehydration und Elektrolytverlust
Einer der Hauptgründe für Kopfschmerzen nach einem Saunabesuch ist der Flüssigkeitsmangel. In der Sauna schwitzt der Körper stark, wodurch er viel Wasser und Elektrolyte verliert. Dieses Ungleichgewicht kann zu Dehydration führen, was wiederum Kopfschmerzen verursachen kann.
Vorbeugung:
- Vorher trinken: Trinken Sie bereits etwa eine Stunde vor dem Saunagang mindestens einen halben Liter Wasser.
- Danach trinken: Trinken Sie nach dem Saunieren ausreichend, idealerweise Apfelschorle oder Wasser mit einer Prise Salz und einem Spritzer Zitrone, um den Elektrolytverlust auszugleichen.
- Während der Sauna: Vermeiden Sie Trinken während des Saunagangs, da dies die Magensäure verdünnen und Übelkeit verursachen kann.
Überhitzung des Kopfes
In der Sauna ist es an der Decke am heissesten, da Wärme nach oben steigt. Wenn man auf der obersten Bank sitzt, ist der Kopf der grössten Hitze ausgesetzt. Das Gehirn ist empfindlich, und die Blutgefässe im Kopf weiten sich, um die Wärme abzuleiten. Bei Überhitzung kann dies zu pulsierenden Kopfschmerzen führen.
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Vorbeugung:
- Saunahut tragen: Ein Saunahut aus Filz isoliert den Kopf und schützt ihn vor der direkten Hitze.
- Mittlere Bank wählen: Die mittlere Bank ist oft weniger heiss als die oberste.
- Kopf nicht überstrecken: Vermeiden Sie es, den Kopf nach hinten an die Holzwand zu lehnen.
Kreislaufprobleme
Nach dem Saunagang sind die Blutgefässe maximal geweitet. Wenn man sich dann direkt hinlegt, sackt das Blut in die Beine und den Unterkörper, was zu einer Unterversorgung des Gehirns führen kann. Dies kann Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen verursachen.
Vorbeugung:
- Richtig abkühlen: Kühlen Sie sich nach dem Saunagang erst an der frischen Luft ab, dann mit kaltem Wasser, bevor Sie sich ausruhen. Das kalte Wasser signalisiert dem Körper, die Gefässe zusammenzuziehen und den Kreislauf zu stabilisieren.
- Nicht sofort hinlegen: Bleiben Sie nach dem Abkühlen kurz sitzen, bis sich der Kreislauf stabilisiert hat.
Migräne-Trigger
Hitze kann für Migräniker ein Trigger sein. Die Gefässerweiterung, die in der Sauna passiert, ähnelt dem, was bei einer Migräneattacke im Gehirn abläuft.
Vorbeugung:
- Bio-Sauna wählen: Mildere Temperaturen (50 bis 60 Grad) bedeuten weniger Gefässstress.
- Kopf kühlen: Verwenden Sie einen nassen Saunahut oder ein kaltes Tuch im Nacken.
- Trigger kennen: Wenn Sie wissen, dass Sauna regelmässig Migräne auslöst, ist klassisches Saunieren möglicherweise nicht geeignet für Sie.
Weitere Faktoren
- Probleme mit der Halswirbelsäule: Verspannungen oder Blockaden im Bereich der Halswirbelsäule können ebenfalls Kopfschmerzen auslösen.
- Wetterumschwung: Extreme Hitze, plötzliche Temperaturschwankungen, hohe Luftfeuchtigkeit oder ein starker Wechsel beim Luftdruck können Migräneattacken begünstigen.
- Kohlenmonoxid-Vergiftung: Defekte oder nicht gewartete Gasthermen können Kohlenmonoxid freisetzen, was zu Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Übelkeit führen kann.
Was tun bei akuten Kopfschmerzen nach der Sauna?
Wenn bereits Kopfschmerzen auftreten, ist schnelles Handeln gefragt:
- Frische Luft: Gehen Sie an die frische Luft, um Sauerstoff zu tanken.
- Elektrolyte: Trinken Sie einen halben Liter Wasser mit einer Prise Salz, um den Elektrolytverlust auszugleichen.
- Kühlung: Legen Sie ein feuchtes, kühles Tuch in den Nacken, um die Blutgefässe zu verengen.
- Nicht sofort hinlegen: Bleiben Sie kurz sitzen, bis der Kreislauf stabil ist.
Allgemeine Tipps zur Vorbeugung von Kopfschmerzen nach dem Saunabesuch
- Regelmässig saunieren: Wenn Sie nicht regelmässig in die Sauna gehen, muss sich Ihr Körper erst daran gewöhnen.
- Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und einen stabilen Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt.
- Regelmässiger Schlaf: Ein regelmässiger Schlaf-Wach-Rhythmus stabilisiert den Biorhythmus und senkt das Risiko für Attacken.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen.
- Regelmässige Bewegung: Regelmässige Bewegung wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren wirkt vorbeugend gegen Migräne.
- Sauna-Hut: Sie hat den auf, damit der Körper die Hitze nicht über den Kopf verliert bzw. wieder abkühlt sondern gleichmäßig warm bleibt!
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Wenn die Kopfschmerzen nach dem Saunabesuch häufig auftreten oder sehr stark sind, sollte man einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären. Dies gilt insbesondere, wenn Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Sehstörungen auftreten. Auch bei bekannten Migräne- oder Kreislauferkrankungen ist es ratsam, vor dem Saunieren ärztlichen Rat einzuholen.
Migräne und Wetterfühligkeit
Neuere wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen die Rolle des Wetters als Migräne-Trigger. Eine systematische Übersichtsarbeit, in der Studien ausgewertet wurden, zeigt, dass Wetterwechsel - insbesondere Temperatur- und Luftdruckänderungen - signifikant mit dem Auftreten von Migräneattacken verbunden sind. Erhöhte Konzentrationen von Luftschadstoffen zeigten ebenfalls signifikante Zusammenhänge mit klinisch relevanten Migräneanfällen.
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Viele Betroffene berichten, dass sie bereits in der Kindheit erste wetterbedingte Migräneanfälle erlebt haben. Wissenschaftlich gilt als gesichert, dass nicht alle Patient:innen gleichermaßen sensibel auf Wetteränderungen reagieren, doch eine bestimmte Gruppe sehr empfindlich darauf anspricht. Hinzu kommt, dass das Migränegehirn in bestimmten Phasen besonders reizempfindlich ist: Licht, Geräusche, Gerüche - und eben auch Wetterreize - werden dann stärker wahrgenommen. Auch die Erwartungshaltung spielt eine Rolle: Wer sich vor einem angekündigten Wetterumschwung sorgt, löst möglicherweise allein dadurch eine Attacke aus. Daher kann es hilfreich sein, nicht ständig auf Wetterprognosen zu achten.
Was gegen wetterbedingte Migräne hilft:
Vor allem sollten extreme Temperaturwechsel vermieden werden. Dazu zählen plötzliche Warm-Kalt-Wechsel, etwa durch Klimaanlagen im Auto, aber auch sehr kalte Getränke oder Speisen. Abhilfe kann ein sogenanntes Temperaturwechsel-Training schaffen. Durch regelmäßige Bewegung im Freien, Sauna- und Kneippgänge sowie Wechselduschen kann der Körper an Temperaturschwankungen gewöhnt werden. Dies stärkt den Organismus und trainiert auch die Gefäße im Gehirn, sodass sie weniger empfindlich auf Temperaturreize reagieren.
Kohlenmonoxid-Vergiftung als Ursache
Kopfschmerzen, Konzentrationsprobleme, Übelkeit sowie starke Müdigkeit können Hinweise auf eine schleichende Vergiftung mit Kohlenmonoxid (CO) sein. Ein häufiger Grund dafür sind defekte oder nicht gewartete Gasthermen.
Kohlenmonoxid ist ein heimtückisches Atemgift, das unsichtbar, geruchlos sowie geschmacksneutral und stark gesundheitsgefährdend ist. Atmet ein Mensch zu viel davon ein, wird sein Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Zeichen einer CO-Vergiftung werden aber häufig nicht richtig erkannt, da sie in der Regel nicht eindeutig zuzuordnen sind.
Vorbeugung:
- Regelmäßige Wartung von Gasthermen, Heizkesseln und Lüftungssystemen durch einen Fachbetrieb.
- Wiederkehrende Messung und Abgaswegeüberprüfung durch den Schornsteinfeger.
- Installation von CO-Warnmeldern in Räumen mit brennstoffbetriebenen Geräten und in Aufenthalts- und Schlafräumen.
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