Jeder weiß, dass Hektik auf Dauer nicht gut ist. Es müssen nicht immer Schmerzmittel sein. Die Ursachen, die eine Migräne auslösen können, sind vielfältig und noch nicht bis ins Detail geklärt. Neben der genetischen Veranlagung spielen auch Stress, hormonelle Schwankungen, zu wenig Schlaf und verschiedene Lebensmittelinhaltsstoffe eine entscheidende Rolle. Auch Alkohol und Rauchen stehen im Verdacht, Migräne-Attacken zu verschlimmern. Dieser Artikel beleuchtet den Zusammenhang zwischen Migräne, Rauchen und Zuckerkonsum und gibt Einblicke in mögliche Auslöser, Vorbeugungsmaßnahmen und Behandlungsansätze.
Migräne: Mehr als nur Kopfschmerzen
Migräne ist weit mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Jährlich leiden Millionen von Menschen weltweit an Migräneanfällen, die nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigen, sondern auch zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen können. Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die in der Regel mit starken, einseitigen Kopfschmerzen einhergeht. Diese Schmerzen sind oft pulsierend oder pochend und können mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen andauern.
Symptome einer Migräne
Neben starken, pochenden oder hämmernden Kopfschmerzen wird eine Migräne oftmals auch von Übelkeit, Brechreiz oder Erbrechen begleitet. Zudem kann eine große Empfindlichkeit gegenüber von Lärm und Licht bestehen, so dass die Betroffenen während eines Migräne-Anfalls sich verstärkt in abgedunkelten Räumen aufhalten.
Migräne-Symptome können je nach Person und Schweregrad der Attacke variieren. Diese Symptome können von mehreren Stunden bis zu mehreren Tagen anhalten und stark belastend sein.
Auslöser von Migräne
Die genauen Ursachen für Migräne sind noch nicht vollständig erforscht, jedoch gibt es eine Vielzahl von Auslösern, die Migräneanfälle begünstigen können. Diese Auslöser können sowohl körperlicher als auch umweltbedingter Natur sein. Viele Kopfschmerzpatienten haben schon einmal erlebt, dass Alkohol bei ihnen eine Attacke triggert - und zwar bereits in kleiner Menge. Wer dies ausschließen will, sollte genau beobachten, ob das Genussmittel für ihn ein Problem sein könnte, etwa indem er es einige Zeit meidet und schaut, ob die Attacken weniger werden. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass es durchaus sein kann, dass das Genussmittel an guten Tagen vertragen wird und an empfindlicheren Tagen nicht.
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Einige der wichtigsten Migräne-Auslöser im Überblick sind:
- Stress: Einer der am häufigsten genannten Auslöser für Migräne und Kopfschmerzen ist Stress. Dabei ist der Alltagsstress eher ausschlaggebend für den Beginn der Schmerzen als einschneidende Lebensereignisse wie Scheidung oder auch der Eintritt in den Ruhestand. Auf eine stressige Situation folgen die Schmerzen meist in den darauffolgenden 1-3 Tagen.
- Menstruation: Zwischen dem Menstruationszyklus und dem Auftreten von Migräne besteht in der Tat ein wissenschaftlich belegter Zusammenhang. Einige Studien belegen, dass ein absinkender Östrogenspiegel Migräneattacken begünstigen kann.
- Wetter: Viele Betroffene nennen das Wetter, bzw. Wetterumschwünge als Auslöser für ihre Migräne- oder Kopfschmerzattacken. Laut Studien hat das Wetter aber lediglich bei jedem zehnten bis zwanzigsten Betroffenen einen tatsächlichen Einfluss auf die Attacken.
- Schlaf-Wach-Rhythmus: Migräne kann sowohl von zu wenig als auch von zu viel Schlaf ausgelöst werden. Auf jeden Fall wird empfohlen, die ganze Woche über einen relativ gleichmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus zu haben, da plötzliche Veränderungen im normalen Tagesrhythmus Migräne und Kopfschmerzen bedingen können.
- Sport: Sehr anstrengende Übungen oder Sportarten mit Wettkampfcharakter sind hingegen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für Migräne assoziiert, du solltest es also nicht übertreiben.
- Energie: Einer der möglichen Auslöser für eine Schmerzattacke, vor allem bei Migräne mit Aura, ist nämlich die zeitweilige Unterversorgung bestimmter Gehirnregionen mit Energie in Form von Zucker im Blut.
- Starke Blutzuckerschwankungen: 30-75 % der Betroffenen geben Hunger als Kopfschmerz-Auslöser an. Unregelmäßige bzw. ausgefallene Mahlzeiten sind aufgrund des schwankenden Blutzuckerspiegels ein Einflussfaktor, der einen Migräneanfall auslösen kann.
- Flüssigkeitsmangel: Deshalb lautet die Empfehlung an alle Betroffenen mindestens 1,5 - 2 Liter am Tag zu trinken, um Schmerzen aufgrund von Flüssigkeitsmangel zu verhindern.
- Medikamentenübergebrauch: Die Gefahr eines MÜK besteht bei einem sehr häufigen Gebrauch von Schmerz- und Migränemittel (mehr als 10 Tage pro Monat in mehr als drei aufeinanderfolgenden Monaten).
- Koffein: Koffeinentzug ist nämlich einer der häufigsten Migräne Auslöser.
Diagnose von Migräne
Für eine erfolgreiche Behandlung ist es entscheidend zu wissen, ob man an Spannungskopfschmerz, Migräne oder einer anderen Kopfschmerzform leidet. Dazu ist es fast unabdingbar, ein Kopfschmerztagebuch zu führen.
Die Rolle von Zucker bei Migräne
Der Einfluss von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten auf chronische Schmerzen ist ein wichtiger Aspekt, der bei Migräne berücksichtigt werden sollte. Chronische Schmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie können sich in verschiedenen Formen manifestieren, wie zum Beispiel Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Gelenkschmerzen.
In den letzten Jahren hat sich immer mehr gezeigt, dass die Ernährung einen großen Einfluss auf chronische Schmerzen haben kann. Insbesondere der Konsum von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten wird mit einer Zunahme von Entzündungen im Körper in Verbindung gebracht, die wiederum zu chronischen Schmerzen führen können. Zucker und raffinierte Kohlenhydrate werden oft als "leere Kalorien" bezeichnet, da sie zwar Energie liefern, aber kaum Nährstoffe enthalten. Wenn wir diese Lebensmittel konsumieren, steigt unser Blutzuckerspiegel schnell an, was zu einer erhöhten Insulinproduktion führt. Dieser schnelle Anstieg und Abfall des Blutzuckerspiegels kann zu Entzündungen im Körper führen, die wiederum chronische Schmerzen verursachen oder verstärken können.
Eine Studie aus dem Jahr 2017, veröffentlicht in der Zeitschrift "Pain Medicine", fand heraus, dass eine Ernährung mit einem hohen Anteil an Zucker und raffinierten Kohlenhydraten mit einem erhöhten Risiko für chronische Schmerzen verbunden ist. Die Forscher stellten fest, dass Menschen, die regelmäßig große Mengen an zuckerhaltigen Getränken und verarbeiteten Lebensmitteln konsumierten, häufiger unter chronischen Schmerzen litten als jene, die sich gesünder ernährten.
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Ein weiterer Mechanismus, durch den Zucker und raffinierte Kohlenhydrate zu chronischen Schmerzen beitragen können, ist die Beeinflussung des Darmmikrobioms. Eine ungesunde Ernährung kann das Gleichgewicht der Darmbakterien stören und zu einer sogenannten "Dysbiose" führen. Dies kann zu einer erhöhten Permeabilität der Darmwand führen, wodurch Giftstoffe und Entzündungsmediatoren in den Blutkreislauf gelangen und Entzündungen im ganzen Körper auslösen können.
Um chronische Schmerzen zu reduzieren oder zu vermeiden, ist es daher wichtig, den Konsum von Zucker und raffinierten Kohlenhydraten zu reduzieren. Stattdessen sollten wir uns auf eine ausgewogene Ernährung konzentrieren, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten ist. Diese Lebensmittel liefern wichtige Nährstoffe und Ballaststoffe, die dazu beitragen können, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Darüber hinaus kann auch der Verzicht auf zuckerhaltige Getränke und verarbeitete Lebensmittel dazu beitragen, chronische Schmerzen zu lindern. Stattdessen sollten wir uns darauf konzentrieren, unseren Körper mit ausreichend Flüssigkeit zu versorgen und uns für natürliche Snacks wie Nüsse oder Obst entscheiden.
Es ist wichtig anzumerken, dass jeder Mensch individuell auf bestimmte Lebensmittel reagiert. Manche Menschen können empfindlicher auf Zucker und raffinierte Kohlenhydrate reagieren als andere. Daher ist es ratsam, eine Ernährungstagebuch zu führen und genau zu beobachten, wie sich bestimmte Lebensmittel auf Ihre chronischen Schmerzen auswirken.
Ernährungsempfehlungen bei Migräne
Was dem Stoffwechsel guttut, das beugt auch Kopfschmerzen vor. Dazu zählt eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Nüssen, Fisch, komplexen Kohlenhydraten sowie wenig Zucker und Fast Food. Auch regelmäßige Mahlzeiten sind wichtig, denn ein Energiedefizit kann Migräne-Attacken fördern. Welche Lebensmittelinhaltsstoffe triggern die Migräne? Eine starke Trigger-Funktion haben Lebensmittel, die stark tyramin- und histaminhaltig sind, wie z.B. Darüber hinaus können aber auch Koffein, Konservierungsstoffe in Fertiggerichten oder der Geschmacksverstärker Glutamat in Zusammenhang mit Migräneattacken gebracht werden.
Um Migräne-Attacken vorzubeugen ist eine ausgewogene Ernährung mit gesunden Fetten, komplexen Kohlenhydraten und ausreichend Eiweiß von Vorteil und möglichst die Lebensmittel mit hohem Tyramin- und Histamingehalt zu meiden. In Untersuchungen konnte gezeigt werden, das vor allem Magnesium und Omega-3 Fettsäuren sich positiv auf die Migräne auswirken können. Die Omega-3 Fettsäuren hemmen die Entzündungsreaktionen und Magnesium, als Bestandteil energieerzeugender Enzyme unterstützt die Reizweiterleitung zwischen Muskeln und Nerven und kann sich lindernd auf die Migräne auswirken. Geeignete Lebensmittel mit reichlich Omega-3 Fettsäuren sind vor allem Seefisch sowie Lein-, Leindotter- und Rapsöl. Wer unter Migräne leidet, sollte Fertigprodukte meiden und vorsichtig sein mit Histaminen. Wichtig: regelmäßig trinken und in Ruhe essen.
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Rauchen und Migräne
Neben Alkohol steht auch Rauchen im Verdacht, Migräne-Attacken zu verschlimmern. Nikotin kann die Blutgefäße verengen und die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen, was wiederum Migräne auslösen oder verstärken kann.
Weitere Faktoren, die Migräne beeinflussen können
Neben Ernährung und Genussmitteln gibt es noch weitere Faktoren, die eine Rolle bei Migräne spielen können:
- Stress: Bei Kopfschmerzpatienten aber wirkt Stress fatal. Ihr Gehirn reagiert besonders empfindlich auf Anspannung und Reizüberflutung. Damit es sich erholen kann, braucht es regelmäßige Pausen. Lärm, digitale Medien und volle Terminpläne sollten daher auch in der Freizeit reduziert werden. Entspannungsverfahren können für zusätzlichen Ausgleich sorgen. Vorbeugende Entspannungsmethoden wie die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson können dabei helfen, die Unterschiede im Stressniveau zu verringern und können ganz einfach erlernt werden. Krankenkassen bieten dafür z.B. Kurse an.
- Schlaf: Unser Schlaf-wach-Rhythmus wird vom Gehirn gesteuert, und zugleich ist regelmäßiger Schlaf eine Voraussetzung für das reibungslose Funktionieren unseres Denkorgans. Ärzte empfehlen Kopfschmerzpatienten daher, möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen und aufzustehen - auch am Wochenende. Allerdings muss jeder selbst herausfinden, welche Schlafdauer für ihn ideal ist.
- Bewegung: Sport tut Körper und Seele gut. Er sorgt dafür, dass Muskeln, Sehnen und Gelenke geschmeidig bleiben und kann sogar akute Spannungskopfschmerzen lösen. Außerdem werden Stresshormone abgebaut und das Gehirn wird durchblutet. Frische Luft erhöht zudem die Sauerstoff- und somit die Energieversorgung. Es ist wichtig, das Training langsam zu steigern und am Anfang einer Einheit mit langsamen Aufwärmübungen zu beginnen sowie genug zu trinken.
- Umgebung: Düsteres oder zu grelles Licht, Lärm, verkrampfte Haltung, unpassender Bürostuhl: All diese Faktoren beeinträchtigen die Konzentration, belasten den Körper und können letztlich eine Kopfschmerzattacke be- günstigen.
Behandlung und Vorbeugung von Migräne
Viele Betroffene hilft es, sich näher mit dem Thema und dem Umgang mit Schmerzen zu befassen. Früher quälten sich Menschen oft jahrelang mit Kopfschmerzen, ohne zum Arzt zu gehen, weil der nicht viel für sie tun konnte. Doch die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten haben sich enorm verbessert. Wer wiederholt unter Kopfschmerzen leidet, sollte daher Hilfe suchen, bevor sich das Leiden chronifiziert.
Oft lässt es sich nicht vermeiden: Man muss gegen die Schmerzen eine Tablette nehmen. Bei einer Migräne sollte man dies sogar frühzeitig tun, da das Medikament sonst nicht mehr richtig wirkt. Jedoch dürfen die allermeisten Migränemittel und Kombipräparate an nicht mehr als zehn Tagen im Monat, einfache Schmerzmittel an maximal 15 Tagen im Monat verwendet werden.
Vorbeugende Maßnahmen
Es gibt eine Vielzahl von vorbeugenden Maßnahmen, die Migräneanfällen vorbeugen oder deren Häufigkeit und Intensität verringern können.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung ohne bekannte Migräneauslöser, wie zum Beispiel zu viel Zucker, Koffein oder Alkohol, kann helfen.
- Medikamentöse Prophylaxe: In einigen Fällen empfehlen Ärzte die langfristige Einnahme von Medikamenten, um die Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen zu reduzieren.
- Regelmäßige Bewegung: Leichte, regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, die Migränefrequenz zu reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.
Der Einfluss von Freude auf die Schmerztherapie
In der modernen Schmerztherapie wird zunehmend erkannt, dass körperliche Schmerzen nicht isoliert betrachtet werden können. Emotionale und psychologische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung und dem Umgang mit Schmerzen. Eine positive Emotion, die in diesem Kontext oft übersehen wird, ist Freude.
Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass unsere emotionalen Zustände einen direkten Einfluss auf unser Schmerzempfinden haben. Negative Emotionen wie Angst, Trauer oder Wut können die Schmerzwahrnehmung verstärken, während positive Emotionen wie Freude dazu beitragen können, Schmerzen zu lindern.
Um die positiven Effekte von Freude in der Schmerztherapie zu nutzen, können verschiedene Ansätze verfolgt werden:
- Humor und Lachen: Humor ist ein kraftvolles Werkzeug zur Schmerzlinderung. Das Einbeziehen von humorvollen Elementen in Therapiesitzungen oder Gruppenaktivitäten kann nicht nur das Wohlbefinden steigern, sondern auch die Schmerzwahrnehmung verringern. Lachen fördert die Endorphinproduktion und schafft eine positive Atmosphäre.
- Kreative Ausdrucksformen: Kreative Aktivitäten wie Malen, Musizieren oder Tanzen können Freude bereiten und gleichzeitig therapeutische Effekte haben. Diese Aktivitäten ermöglichen es den Menschen, sich auszudrücken und ihre Emotionen zu verarbeiten, was zu einer Verringerung von Stress und Schmerzen führen kann.
- Achtsamkeit und Dankbarkeit: Achtsamkeitspraktiken helfen dabei, im Moment präsent zu sein und positive Erfahrungen bewusst wahrzunehmen. Das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs kann ebenfalls dazu beitragen, den Fokus auf positive Aspekte des Lebens zu lenken und somit das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
- Soziale Interaktionen: Freundschaften und soziale Unterstützung sind entscheidend für das emotionale Wohlbefinden. Gemeinsame Aktivitäten mit Freunden oder Familie können Freude bringen und helfen, den Schmerz besser zu bewältigen. Gruppentherapien oder Selbsthilfegruppen bieten zudem einen Raum für Austausch und Unterstützung.
- Ausdauersport: Ausdauersport steht seit langem für Stressabbau, Angstlösung, Stimmungsaufhellung und verminderte Schmerzwahrnehmung.