Natürliche Wege zur Linderung von Migräne und Kopfschmerzen

Viele Millionen Menschen weltweit leiden an Kopfschmerzen, was rezeptfreie Schmerzmittel zu einem begehrten Gut macht. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass es viele Möglichkeiten gibt, Kopfschmerzen zu lindern, bevor man zu Tabletten greift. Kopfschmerzen sind nicht unbedingt ein Zeichen für einen Medikamentenmangel und Schmerzmittel beheben nicht immer die Ursache. Sie betäuben den Schmerz nur vorübergehend und können Nebenwirkungen haben. Daher ist es ratsam, zunächst natürliche Hausmittel und Expertenratschläge in Betracht zu ziehen.

Flüssigkeitszufuhr als erste Maßnahme

Ein häufiger Grund für Kopfschmerzen ist Flüssigkeitsmangel. Dr. Joseph N. Blau, Mitbegründer der City of London Migraine Clinic, empfiehlt, einen halben bis einen Liter Wasser zu trinken. Wenn Flüssigkeitsmangel die Ursache für die Schmerzattacke war, sollten die Symptome spätestens nach drei Stunden verschwunden sein. Das Trinken von mindestens zwei Litern Wasser pro Tag kann bereits Migräneschmerzen lindern. Wer möchte, kann auch Kräutertees trinken.

Koffein und Zitrone: Ein bewährtes Mittel?

Koffein, das in Kaffee und einigen Teesorten enthalten ist, kann bei manchen Kopfschmerzbetroffenen helfen. Es regt die Freisetzung des schmerzlindernden Hormons Noradrenalin an, erhöht aber auch Puls und Blutdruck. Koffein wird daher oft als Zusatz in Schmerzmedikamenten verwendet. Einige Menschen schwören auf die Kombination von Espresso mit Zitronensaft. Der Saft einer halben Zitrone wird zu einer Tasse Espresso hinzugefügt. Dies kann an der Wirkung des Koffeins liegen, das oben schon beschrieben ist. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein übermäßiger Koffeinkonsum auch Kopfschmerzen auslösen kann.

Schüßler-Salze und andere Mineralstoffe

Dr. Dagmar Hemm, Heilpraktikerin aus München, empfiehlt das Schüßler-Salz Magnesium phosphoricum D 6 (Nr. 7) zur Linderung von Spannungskopfschmerzen. Zehn Tabletten werden in heißem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken. Es sollte jedoch vermieden werden, die Lösung mit Metalllöffeln umzurühren. Magnesiummangel kann Migräne verursachen. Daher kann die Einnahme von Magnesium bei Migräne oder häufigen anderweitigen Kopfschmerzen getestet werden. Mineralerde wie Bentonit absorbiert Schadstoffe aus der Umwelt und der Nahrung sowie schädliche körpereigene Stoffwechselprodukte. Bei Kopfschmerzen kann man bis zu dreimal täglich einen Teelöffel Mineralerde mit einem großen Glas Wasser im Abstand von mindestens einer Stunde einnehmen.

Ätherische Öle: Pfefferminze und Lavendel

Ätherische Öle werden aus Pflanzenbestandteilen gewonnen und werden in vielen Kulturen als Heilmittel oder zur Unterstützung von Heilungsprozessen eingesetzt. Gegen Kopfschmerzen werden vor allem Pfefferminzöl und Lavendelöl verwendet. Hauptbestandteile von Pfefferminzöl sind Menthol und Menthon, die für den angenehm kühlen, erfrischenden Geschmack sorgen. Zur Anwendung bei Kopfschmerzen wird eine zehnprozentige Lösung empfohlen, die in der Apotheke erhältlich ist. Pfefferminze hindert offensichtlich den Körper daran, Schmerzsignale an das zentrale Nervensystem auszusenden. Spannungskopfschmerzen lassen sich lindern, indem man ein paar Tropfen ätherisches Pfefferminzöl in die Schläfen massiert. Ein Tropfen Lavendelöl auf die Oberlippe aufgetragen, kann helfen, Kopfschmerzen in ihrer Anfangsphase zu bekämpfen und wirkt entspannend.

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Entspannungstechniken und Körperhaltung

Ruhe und Entspannung können ebenfalls zur Linderung von Kopfschmerzen beitragen. Dr. Thomas Weiss, Facharzt für Allgemeinmedizin, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, rät, die Augen zu schließen und sich ein paar Minuten hinzulegen. Auch eine Flasche Wasser oder Wechselduschen können hilfreich sein. Atemübungen und die richtige Körperhaltung können ebenfalls zur Linderung beitragen. Prof. Donald Penzien, US-Kopfschmerz-Experte, empfiehlt, sich auf den Rücken zu legen, mit einem Kissen unter dem Kopf und einem anderen unter den Knien. Die rechte Hand wird auf den oberen Brustbereich gelegt und die linke unterhalb der Rippen. Dann wird langsam durch die Nase eingeatmet.

Weitere Hausmittel und Tipps

  • Weidenrindenextrakt: Weidenrindenextrakt enthält Salicin, den Stoff, der einst als Vorlage für die Entwicklung der Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin) diente. Eine Kapsel kann bereits genügen, um leichte Kopfschmerzen zu vertreiben.
  • Ingwer: Ein Ingwer-Frucht-Drink kann einmal täglich eingenommen werden. Für eine schnellere Wirkung kann ein Stück Ingwer gekaut werden.
  • Wechselduschen: Eine Wechseldusche, bei der für fünf Minuten das Wasser so heiß und für 10 - 20 Sekunden so kalt gemacht wird, wie man es aushalten kann, kann eine Migräne innerhalb von 20 Minuten lindern.
  • Basische Ernährung: Eine gesunde, basische Ernährung mit viel chlorophyllhaltigem Gemüse und Salaten kann helfen, Kopfschmerzen vorzubeugen.
  • Kühlpack: Bei einer Migräneattacke weiten sich die Blutgefäße in der Schläfenregion. Hier kann ein Kühlpack für Linderung sorgen. Direkter Hautkontakt sollte vermieden werden.
  • Salzige Brühe oder Orangensaft mit Salz: Bei Kater-Kopfweh haben sich salzige Brühe oder ein Glas Orangensaft mit Salz bewährt. Vitamin C und das Salz plus viel Flüssigkeit wirken ausgleichend.
  • Unterarme in eiskaltem Wasser: Die Unterarme in eiskaltem Wasser zu baden, kann zu einer Unterbrechung des Schmerzes führen und ihn stoppen.
  • Stirn- und Nackenkompressen: Schläfen und Stirn mit Melissengeist, Franzbranntwein oder Eukalyptusöl einzureiben (Achtung: Nichts in die Augen bringen und die Hände im Anschluss waschen) kann Linderung verschaffen, ebenso kühlende Stirn- oder Nackenkompressen.

Differenzierung von Kopfschmerzarten

Es ist wichtig zu differenzieren, ob es sich um Migräne oder "normale" Kopfschmerzen handelt. Migräne äußert sich durch pochende, pulsierende oder hämmernde Schmerzen, während Spannungskopfschmerzen eher dumpf, drückend oder ziehend sind. Eine Migräne kann bis zu 72 Stunden dauern und mit Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Spannungskopfschmerzen verschwinden mit etwas Glück schon nach 30 Minuten wieder, können aber auch eine ganze Woche anhalten. Es gibt über 170 verschiedene Kopfschmerzarten, darunter stressbedingte, durch Erkältung/Nasennebenhöhlenentzündung oder durch Wetterfühligkeit verursachte Kopfschmerzen.

Kopfschmerz-Tagebuch

Ein Kopfschmerz-Tagebuch kann helfen, die genaue Diagnose zu erleichtern und auslösende Faktoren aufzuspüren. Es ist ratsam, für Linderung zu sorgen, bevor der Schmerz sich einnistet und stärker wird.

Ursachenforschung und langfristige Lösungen

Da Kopfschmerzen oft ein Zeichen für eine Belastung des Körpers mit Schlacken und Giftstoffen darstellen, sollte man Maßnahmen zur Ursachenbehebung ergreifen, um sich langfristig von Kopfschmerzen zu befreien. Mögliche Ursachen für Kopfschmerzanfälligkeit sind Wassermangel, Vitalstoffmangel und Übersäuerung durch eine vitalstoffarme und säurebildende Ernährungsweise, übermäßiger Zucker- und/oder Koffeinkonsum. Es ist wichtig, täglich 2,5 bis 3 Liter stilles Quellwasser oder gefiltertes Leitungswasser zu trinken, eine gesunde, basische Ernährung zu praktizieren und den Anteil an chlorophyllhaltigen Gemüsen und Salaten in der Ernährung zu erhöhen. Auch körperliche und seelische Entspannung, ausreichend Schlaf und der Ausstieg aus der Zucker- und Koffeinsucht sind wichtig.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Wenn plötzlich auftretende starke Kopfschmerzen verspürt werden, die in dieser Art und Weise noch nicht wahrgenommen wurden, sollte man die hausärztliche Praxis aufsuchen. Auch wenn die Schmerzen der Migräne nur schwer zu kontrollieren sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit eine angemessene Therapie erfolgen kann. Bei regelmäßigen Migräneattacken kann auch eine Prophylaxe sinnvoll sein. Bei starker Übelkeit oder Fieber sollte ebenfalls immer ein Arzt aufgesucht werden.

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Alternative Therapieformen

Unter den alternativen Therapieformen gibt es für die Behandlung einer Migräne beispielsweise verschiedene Heilpflanzen, die als Tinktur, Extrakt oder getrocknet aufgenommen werden können. Auch Massage oder Akupressur können zur Reduzierung der Schmerzen führen.

Homöopathische Mittel

Einige homöopathische Präparate können ebenfalls bei Migräne helfen:

  • Coffea: Wirkt beruhigend auf die Gefäßmuskulatur und kann somit zur Linderung der Kopfschmerzen beitragen.
  • Damiana: Reguliert die Gefäßmuskulatur und damit die Durchblutung.
  • Nux vomica: Kann bei Migräne eingesetzt werden, die mit Übelkeit als begleitendes Symptom einhergeht.

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