Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine komplexe neurologische Erkrankung, die oft von einer Vielzahl von Begleitsymptomen begleitet wird. Viele Betroffene klagen neben den quälenden Kopfschmerzen auch über schmerzende Beine und kalte Füße. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen für diese Symptomkombination und gibt Einblicke in Behandlungs- und Selbsthilfemöglichkeiten.
Was ist Migräne?
Migräne ist eine anfallsartige Kopfschmerzerkrankung, die durch pulsierende, pochende oder stechende Schmerzen gekennzeichnet ist. Diese Schmerzen treten meist einseitig auf und werden von Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet. Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung und entsteht nicht durch ein stressiges Leben. Die Auslöser für Migräne-Kopfschmerzen können vielfältiger Natur sein. Oft werden Stress, Veränderungen der Umwelteinflüsse und ähnliche Faktoren genannt. Hinter diesen und weiteren Auslösern ist jedoch die Ursache der Schmerzen zu suchen.
Migräne mit und ohne Aura
Man unterscheidet zwei Hauptformen der Migräne:
- Migräne mit Aura: Bei dieser Form treten vor den Kopfschmerzen neurologische Symptome auf, die als Aura bezeichnet werden. Diese können Sehstörungen (z. B. Lichtblitze, Flimmern, blinde Flecken), sensible Störungen (z. B. Kribbeln, Taubheitsgefühle) oder Sprachstörungen sein.
- Migräne ohne Aura: Dies ist die häufigere Form der Migräne. Hier treten die Kopfschmerzen ohne vorherige Aura-Symptome auf.
Phasen einer Migräneattacke
Eine Migräneattacke lässt sich meist in drei bis vier Phasen einteilen:
- Prodromalphase (Vorbotenphase): Viele Patienten berichten über Anzeichen, die schon einen Tag zuvor die nächste Migräneattacke ankündigen können. Dem Schmerz gehen dann Hochstimmungen oder das Gefühl einer besonderen Leistungsfähigkeit voraus. Andere leiden unter einer vermehrten Gereiztheit oder unter depressiven Verstimmungen.
- Auraphase: Als Aura werden Zeichen bezeichnet, die dem Kopfschmerz direkt vorausgehen. Die Aura besteht häufig aus Sehstörungen, die sehr unterschiedlich sein können. Manche Patienten sehen Lichtblitze oder Farben - am häufigsten flimmernde Zickzack-Linien, die in der Mitte des Sehens beginnen und sich langsam über das Gesichtsfeld ausbreiten. Bei anderen Patienten kommt es zu blinden Flecken im Sehfeld, die sich langsam ausbreiten. Manche Patienten berichten über Schwäche, Taubheit oder ein Kribbeln im Gesicht, an der Hand oder an den Beinen einer Seite. Es kann auch zu Störungen beim Sprechen kommen.
- Kopfschmerzphase: Der meist mittlere bis starke Kopfschmerz wird als pulsierend, pochend oder stechend empfunden. Er beginnt in der Regel auf einer Seite und breitet sich auf Stirn, Schläfe und Augenbereich aus. Er kann sich später auf die andere Kopfseite ausdehnen.
- Rückbildungsphase: In der Prodromalphase bzw. In der letzten Phase, der sogenannten Rückbildungsphase nehmen die Symptome ab. Die Betroffenen fühlen sich abgespannt und müde und benötigen für die vollständige Erholung weitere 12 bis 24 Stunden.
Schmerzende Beine und kalte Füße bei Migräne: Mögliche Ursachen
Das Auftreten von schmerzenden Beinen und kalten Füßen in Verbindung mit Migräne kann verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig zu beachten, dass dies nicht bei allen Migränepatienten auftritt und die genauen Zusammenhänge oft komplex sind. Ein weiteres Merkmal der Migräne sind kalte Hände und Füße. Dieses Symptom ist auch in den schmerzfreien Intervallen zu beobachten. Der Grund hierfür liegt in einer Funktionsstörung der Gefäße.
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Gefäßfunktionsstörungen
Eine Theorie besagt, dass Migräne mit einer Engstellung der Gefäße im Kopf beginnt, die sich dann zu einer Weitstellung entwickelt. Genau diese Weitstellung ist dann der Grund für die Schmerzen. Diese Funktionsstörung kann sich auch auf die Gefäße in den Beinen und Füßen auswirken, was zu einer verminderten Durchblutung und somit zu Schmerzen und Kälteempfindlichkeit führen kann. Die Entstehung von Migräne basiert auf einer Engstellung der Gefäße im Kopf, die sich dann zu einer Weitstellung entwickelt. Genau diese Weitstellung ist dann der Grund für die Schmerzen. Somit kann die Ursache für eine Migräne auf eine Funktionsstörung der Gefäße zurückgeführt werden. Diese Funktionsstörung wird von verschiedenen Botenstoffen im Gehirn verursacht.
Vegetative Nervensystem
Das vegetative Nervensystem steuert unbewusste Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Durchblutung. Eine Störung dieses Systems kann zu einer Fehlregulation der Gefäßweite und somit zu Durchblutungsstörungen in den Beinen und Füßen führen.
Muskelverspannungen
Starke Muskelverspannungen, insbesondere im Nacken- und Schulterbereich, können die Durchblutung der Beine beeinträchtigen und zu Schmerzen und Kälteempfindlichkeit führen. Bei den Spannungskopfschmerzen ist sehr häufig Stress der Auslöser. Starke psychische Belastung oder auch enorme körperliche Anstrengung können Spannungskopfschmerzen begünstigen.
Medikamente
Bestimmte Medikamente, die zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden, können als Nebenwirkung zu Gefäßverengungen und somit zu kalten Füßen führen. Auch Medikamente, die eine Gefäßverengung auslösen wie Migränemittel, können für kalte Hände und Füße sorgen.
Raynaud-Syndrom
Das Raynaud-Syndrom ist eine Gefäßerkrankung, die durch anfallsartige Durchblutungsstörungen der Finger und Zehen gekennzeichnet ist. Diese werden blass, kalt und schmerzhaft. Es gibt Hinweise darauf, dass das Raynaud-Syndrom bei Migränepatienten häufiger vorkommt. Kälte oder Feuchtigkeit sowie Stress gelten als Auslöser für das Raynaud-Syndrom. Das Raynaud-Phänomen kann ohne Grunderkrankung auftreten, dann spricht man von einem primären Raynaud-Phänomen. Ein sekundäres Raynaud-Phänomen liegt vor, wenn eine andere Erkrankung die Symptome verursacht.
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Andere Ursachen
Neben den genannten Ursachen können auch andere Faktoren wie niedriger Blutdruck, Schilddrüsenunterfunktion, Eisenmangel oder Polyneuropathie (Nervenschädigung) zu schmerzenden Beinen und kalten Füßen beitragen. Wer eine Schilddrüsenunterfunktion hat, dem wird auch schneller kalt. Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse weniger Hormone als der Körper eigentlich braucht. Deswegen läuft auch die körpereigene "Heizung" nur auf Sparflamme, man hat ständig ein Kältegefühl. Niedriger Blutdruck ist ein häufiger Auslöser von kalten Händen und Füßen. Junge und schlanke Menschen sind davon eher betroffen als ältere. Niedriger Blutdruck ist in der Regel unbedenklich. Auch Eisenmangel kann die Kälteempfindlichkeit steigern. Häufig davon betroffen sind Menschen, die verstärkt zu Blutungen, wie etwa Nasenbluten, neigen.
Diagnose und Behandlung
Bei wiederkehrenden Migräneattacken in Verbindung mit schmerzenden Beinen und kalten Füßen ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann die Ursachen abklären und eine geeignete Behandlung einleiten.
Ärztliche Untersuchung
Die Diagnose umfasst in der Regel eine ausführliche Anamnese, eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere Untersuchungen wie Blutuntersuchungen, neurologische Tests oder eine Gefäßuntersuchung. Patienten, die unter chronischen Kopfschmerzen oder wiederkehrende Migräneattacken leiden, sollten sich in medizinische Behandlungen begeben. Es ist vor allem wichtig, dass hier eine gründliche neurologische und internistische Untersuchung erfolgt.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Bei Migräne können Schmerzmittel, Triptane oder vorbeugende Medikamente eingesetzt werden. Gegen die schmerzenden Beine und kalten Füße können durchblutungsfördernde Maßnahmen, Physiotherapie oder Medikamente helfen. In der Regel bekommen die Patienten dann Medikamente verschrieben, die den Schmerz unterdrücken sollen. In diesem Fall wird aber nur das Schmerz-Symptom, nicht aber die Ursache behandelt.
Naturheilkundliche Verfahren
Es gibt natürlich auch Möglichkeiten, dass der Patient selbst aktiv mitwirken kann. So können Patienten beispielsweise ein Kopfschmerztagebuch führen. Auf diese Weise kann herausgefunden werden, welche Faktoren die Entstehung von Kopfschmerzen oder Migräne begünstigen. So können diese Faktoren nach dem Finden, dann auch vermieden werden.
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Selbsthilfemaßnahmen
Neben der ärztlichen Behandlung können Betroffene auch selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern:
- Regelmäßige Bewegung: Sportliche Aktivitäten wie Joggen, Schwimmen oder Walken fördern die Durchblutung und können Muskelverspannungen lösen.
- Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann sich positiv auf die Migräne und die Durchblutung auswirken.
- Stressmanagement: Entspannungstechniken wie Yoga, Autogenes Training oder Meditation können helfen, Stress abzubauen und Muskelverspannungen zu lösen.
- Wärme: Warme Bäder, Fußbäder oder Wärmflaschen können die Durchblutung in den Beinen und Füßen fördern.
- Fußgymnastik: Regelmäßige Fußgymnastik kann die Durchblutung verbessern und die Muskeln stärken.
- Wechselbäder: Wechselbäder können die Gefäße trainieren und die Durchblutung fördern.
- Kopfschmerztagebuch führen: Auf diese Weise kann herausgefunden werden, welche Faktoren die Entstehung von Kopfschmerzen oder Migräne begünstigen.
Migräne-Wissen
- Migräne ist eine eigenständige primäre Erkrankung und nie das Symptom einer anderen Erkrankung! Betroffene sind weder arbeitsunwillig, psychisch krank noch suchen sie nach Aufmerksamkeit.
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