Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Leiden, das viele Ursachen haben kann. Von harmlosen Spannungskopfschmerzen bis hin zu Migräneattacken, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen können, ist das Spektrum breit. Eine besondere Rolle spielen dabei Kopfschmerzen, die durch einen arteriellen Spasmus ausgelöst werden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Migräne und arteriellen Spasmen im Kopfbereich.
Sexualkopfschmerzen: Ein Sonderfall
Es gibt auch Sexualkopfschmerzen, die im Zusammenhang mit sexueller Aktivität auftreten. In einigen Fällen können diese Kopfschmerzen auf eine ernste Ursache hindeuten und sollten daher ärztlich abgeklärt werden. Die Diagnose beginnt in der Regel mit einem Anamnesegespräch und wird oft durch eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Schädels ergänzt, um mögliche Läsionen im Gehirn festzustellen.
Was kann man gegen Sexualkopfschmerzen tun? Eine passivere Rolle beim Geschlechtsverkehr kann bei vielen Betroffenen helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Bei akuten Schmerzen sollte die sexuelle Aktivität abgebrochen werden, um eine Verschlimmerung zu vermeiden. Auch nach dem Sex sollte man bei leichten Kopfschmerzen auf Geschlechtsverkehr verzichten, da das Risiko einer erneuten Attacke erhöht ist. Vorbeugend können Schmerzmittel eingenommen werden, aber nur nach Rücksprache mit einem Arzt. Bei schweren Ursachen wie einer Subarachnoidalblutung wird der Arzt eine entsprechende Behandlung einleiten.
Die Vielfalt der Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, wie erhöhter Hirndruck, Migräne, Trigeminusneuralgie, Überanstrengung der Augen und Muskeln oder Probleme mit der Halswirbelsäule. Oftmals werden sie jedoch durch Krämpfe der Kopfgefäße verursacht. In der Medizin wird dieser Zustand als Vasospasmus bezeichnet.
Was ist ein Vasospasmus?
Ein Vasospasmus ist eine plötzliche, vorübergehende Verengung der Blutgefäße, die den Blutfluss stört. Besonders gefährlich ist der arterielle Spasmus, da das arterielle Blut Sauerstoff und Nährstoffe zu den Organen transportiert. Ein Krampf der Herzkranzgefäße kann Angina pectoris verursachen, während ein Krampf der zentralen Arterie der Netzhaut zu vorübergehendem Sehverlust führen kann. Krämpfe der Gefäße im Kopf und eine gestörte Blutzirkulation führen zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gewebes und somit zu Schmerzen.
Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie
Mechanismen des Vasospasmus
Die wichtigsten Mechanismen des Gefäßspasmus sind:
- Überaktivität des sympathischen Nervensystems, das eine übermäßige Gefäßverengung hervorruft.
- Ungleichgewicht der Neurotransmitter, die den Arterientonus regulieren (z. B. Noradrenalin oder Serotonin).
- Veränderungen des Gehalts an vasoaktiven Substanzen im Blut - Stickstoffmonoxid (erweitert die Blutgefäße), Endothelin-1 (verengt die Arterien).
Unterschiede zu anderen Kopfschmerzarten
Spastische Kopfschmerzen können einer Migräneattacke, einem Spannungskopfschmerz oder anderen Schmerzarten ähneln, weisen aber dennoch Unterschiede auf:
- Spannungskopfschmerz: Oft durch Überdehnung der Nackenmuskulatur, Wirbelsäulenprobleme oder Überanstrengung der Augen verursacht. Ruhe, Entspannung und Massage sind hier die besten Mittel.
- Clusterkopfschmerz: In der Regel einseitig, scharf und sehr intensiv, verbunden mit zirkadianen Rhythmen.
- Migräne: Die Attacke wird durch eine Verletzung von Neurotransmittern ausgelöst, charakteristische Erscheinungen sind pochende Schmerzen, Lichtempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen.
- Kopfschmerzen mit einer Verletzung des venösen Abflusses: Drückend, kann von Übelkeit begleitet sein.
Es ist wichtig, die Ursache der Kopfschmerzen festzustellen, um eine effektive Behandlung zu gewährleisten.
Hauptsymptome eines zerebralen Vasospasmus
Ein Krampf der Hirngefäße kann sich mit unterschiedlichen Symptomen äußern, geht aber immer mit Kopfschmerzen einher. Typische Merkmale sind:
- Häufig Schmerzen in den Schläfen, der Stirn oder dem Hinterkopf, seltener diffuse Schmerzen über den ganzen Kopf.
- Intensität kann von leichten Schmerzen oder Druckgefühlen bis hin zu starken, anfallsartigen Schmerzen variieren.
- Verstärkung der Schmerzen durch Veränderungen der Körperhaltung, körperliche Anstrengung, psychisch-emotionale Störungen und Stress.
- Ausbreitung des Schmerzes auf Nacken, Schultern und Augen.
Weitere Symptome aufgrund der Sauerstoffunterversorgung des Hirngewebes können sein:
Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne
- Druckgefühl im Kopf (wie ein „Reifen um den Kopf“).
- Schwindel.
- Flimmern vor den Augen, Verdunkelung der Augen.
- Tinnitus.
- Taubheitsgefühl in Fingern oder Zehen (selten).
Ein Vasospasmus kann auch Blutdruckspitzen verursachen - sowohl nach oben als auch nach unten.
Ursachen von Vasospasmen
Die Ursachen für Vasospasmen sind vielfältig:
- Psychoemotionale Überlastung, Stress: Aktivieren das sympathische Nervensystem, was zu einer Verengung der Arterien und einer Erhöhung des Drucks führt.
- Psychische Überlastung, Schlafmangel: Häufige Ursachen für anhaltende Gefäßspasmen und hypoxische Schäden an den Nervenzellen.
- Dehydrierung: Verdickt das Blut und führt zu einer reflexartigen Zusammenziehung der Blutgefäße.
- Arterielle Hypertonie: Belastet die Gefäßwände übermäßig und führt zu einer reflexartigen Verkrampfung.
- Rauchen: Nikotin regt die Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin an, was zu einer Verkrampfung der Blutgefäße führt.
- Alkohol: Führt zunächst zu einer Erweiterung und dann zu einer reflexartigen Verengung der Blutgefäße.
- Vegeto-vaskuläre Dystonie (VSD) und Erkrankungen des Nervensystems: Bei Menschen mit VSD treten vasospastische Kopfschmerzen häufig aufgrund einer Instabilität des Gefäßtonus auf.
Auch eine schlechte Ernährung kann Kopfschmerzen verursachen, da der Tonus der Blutgefäße durch Vitamine, Mineralstoffe und andere nützliche Substanzen reguliert wird.
Nützliche Mineralien und Vitamine für die Blutgefäße
- Magnesium: Krampflösend, entspannt die glatte Muskulatur (einschließlich der Gefäßwände).
- Kalium: Reguliert den Elektrolythaushalt, verhindert starke Schwankungen des Blutdrucks.
- Kalzium: Sorgt für das normale Funktionieren des Nerven- und Herz-Kreislauf-Systems (aber zu viel Kalzium erhöht das Risiko von Gefäßspasmen).
- B-Vitamine (B6, B9, B12): Beteiligt an der Synthese von Neurotransmittern und der Regulierung des Gefäßtonus.
- Omega-3-Fettsäuren: Wirken entzündungshemmend und erhalten die Elastizität der Blutgefäße.
Lebensmittel, die Kopfschmerzen verursachen können
- Salz: Überschüssiges Natrium führt zu Wassereinlagerungen und erhöhtem Blutdruck.
- Mononatriumglutamat: Kann eine Verengung der Hirngefäße verursachen.
- Kaffee, starker Tee, koffeinhaltige Getränke: Koffein fördert die Freisetzung von Katecholamin-Hormonen und verursacht Gefäßspasmen.
- Zucker, Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index: Provozieren eine starke Insulinausschüttung, die den Gefäßtonus beeinflussen kann.
- Produkte, die biogene Amine enthalten (Tyramin und Histamin): Gereifte Käsesorten, geräuchertes und gepökeltes Fleisch, Sauerkraut, fermentierte Lebensmittel, Rotwein, Champagner und Bier.
Linderung von Vasospasmen
Was hilft am besten bei Vasospasmen? Antispasmodika sind Medikamente, die auf die glatte Muskulatur der Gefäßwände einwirken und sie zur Entspannung bringen. Dazu gehören Drotaverin, Papaverin, Dibasol, Theophyllin und Mebeverin. Drotaverin (No-Shpa) wirkt krampflösend und gefäßerweiternd und wird häufig bei vasospastischen Schmerzen eingesetzt. Es kann bei Bedarf mit Analgetika (z. B. NSAIDs) kombiniert werden.
Neben Medikamenten können auch volkstümliche Methoden helfen: entspannende Tees mit Kamille, Minze und Melisse, warme Umschläge auf dem Kopf, leichte Massagen, Entspannungstechniken und Ruhe in einem abgedunkelten Raum. Vorsicht ist bei ätherischen Ölen geboten, da stark riechende Öle die Kopfschmerzen verstärken können.
Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?
Verbesserung der Gefäßgesundheit
Die Vorbeugung von Gefäßkrämpfen besteht in der richtigen Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr, der Vermeidung schlechter Gewohnheiten und dem Ausschluss anderer auslösender Faktoren. Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Omega-3-Fettsäuren ist wichtig. In manchen Fällen empfehlen Ärzte die Einnahme zusätzlicher Mineralien und Vitamine zur Stärkung der Blutgefäße (z. B. Magnesium + Vitamin B6). Körperliche Aktivität, Spaziergänge an der frischen Luft und Wechselduschen können ebenfalls helfen, den normalen Tonus der Blutgefäße wiederherzustellen. Ausreichend Schlaf und regelmäßige Ruhe sind unerlässlich.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn die Kopfschmerzen plötzlich auftreten und sich verstärken, begleitet von Übelkeit, Erbrechen, blinkenden „Fliegen“ vor den Augen, erheblicher Verschlechterung des Sehvermögens, Beeinträchtigung der Sprache, Verlust oder Beeinträchtigung der Empfindung, Bewegungseinschränkungen in einem Arm oder Bein oder Herabhängen des Mundwinkels. Diese Symptome können auf einen Schlaganfall hinweisen.
Triptane bei Migräne
Zur Behandlung von mittelschweren bis schweren Migräneattacken werden vorwiegend Triptane eingesetzt. Sie wirken als selektive Agonisten an den Serotonin-Rezeptoren 5-HT1B und 5-HT1D und hemmen die Ausschüttung entzündlicher Peptide. Allerdings können Triptane auch periphere Blutgefäße kontrahieren und sind daher bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen kontraindiziert (ischämische Herzerkrankungen, Myokardinfarkt, koronare Vasospasmen, unzureichend eingestellte Hypertonie, TIA, pAVK, schwere Nieren- und Leberinsuffizienz). Die gleichzeitige Gabe mit Ergotamin-Präparaten ist ebenfalls kontraindiziert. Bei Kombination mit anderen Serotonin-erhöhenden Wirkstoffen besteht theoretisch die Gefahr eines Serotonin-Syndroms. Die häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen sind Übelkeit, Missempfindungen, Flush sowie Druck- oder Engegefühl auf der Brust.
Vaskulitis (Gefäßentzündung)
Eine Gefäßentzündung (Vaskulitis) ist eine krankhafte chronische Entzündung überwiegend kleiner Blutgefäße, die im gesamten Körper auftreten kann und die Gefäßwände schädigt. Sie kann zu Durchblutungsstörungen und Einwanderung entzündeter Zellen in umliegendes Gewebe führen. Die Vaskulitis zählt zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und ist nicht heilbar.
Arten von Vaskulitis
- Große Gefäße: Betrifft Hauptschlagader (Aorta), Halsschlagader (Carotis-Arterie), Schläfenlappenarterie (Arteriitis temporalis).
- Mittlere Gefäße: Betrifft von der Aorta abzweigende Arterien, die das Blut vom Herzen in den Körper leiten (Kawasaki-Syndrom, Polyarteriitis nodosa).
- Kleine Gefäße: Betrifft haarfeine Mikrogefäße (Kapillaren).
Diagnose und Behandlung von Vaskulitis
Die Diagnose einer Gefäßentzündung ist komplex und erfordert eine enge Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten. Ein ausführliches Gespräch, körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen (Blut, Urin) und bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT, CT, PET-CT, Röntgen) sind notwendig.
Donnerschlagkopfschmerz
Der Donnerschlagkopfschmerz ist ein plötzlich auftretender, heftiger Kopfschmerz, der oft mit einer Subarachnoidalblutung assoziiert wird. Andere Ursachen können eine Sinusvenen-Thrombose, eine Dissektion der hirnversorgenden Arterien, ein spontanes Liquorverlust-Syndrom und ein reversibles zerebrales Vasokonstriktions-Syndrom sein.
Vaskulär bedingte Kopfschmerzen in der Notaufnahme
Kopfschmerzen sind ein häufiger Vorstellungsgrund in der Notaufnahme. Es ist wichtig, zwischen primären (Migräne, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerz) und sekundären Kopfschmerzen (durch andere Erkrankungen verursacht) zu unterscheiden. Ein besonders heftiger und perakut auftretender Kopfschmerz mit neurologischen Defiziten oder Bewusstseinseinschränkungen erfordert eine sofortige Abklärung.
Ursachen für vaskulär bedingte Kopfschmerzen
- Schlaganfall: Kopfschmerzen sind bei ischämischen Schlaganfällen weniger häufig und weniger intensiv als bei intrazerebralen Blutungen.
- Sinusvenenthrombose (SVT): Vernichtungskopfschmerzen können in 2-15 % der Fälle auftreten.
- Subarachnoidalblutung (SAB): Leitsymptom ist der akute, innerhalb von Sekunden auftretende Vernichtungskopfschmerz.
- Gefäßdissektionen: Akut einsetzende, einseitig betonte Kopf- und Nackenschmerzen sind das Leitsymptom.
- Reversibles zerebrales Vasokonstriktions-Syndrom (RCVS) und posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom (PRES): Das Auftreten eines rezidivierenden Vernichtungskopfschmerzes sollte an ein RCVS denken lassen.
- Spontanes Liquor-Verlust-Syndrom: Typisch ist die Lageabhängigkeit des Kopfschmerzes.
Raynaud-Syndrom und arterielle Verschlüsse
Ein plötzlich eintretender Verschluss von Arm- oder Beinarterien äußert sich durch starke Schmerzen, Kälte und Taubheit. Die typischen Zeichen sind die „6 P's“: Pain (Schmerz), Pulselessness (Pulsverlust), Paleness (Blässe), Paraesthesia (Gefühlsstörung), Paralysis (Bewegungsunfähigkeit), Prostration (Schock).
Das Raynaud-Syndrom ist durch anfallsartiges Weißwerden einzelner Finger gekennzeichnet, das sich in warmer Umgebung oder durch gefäßerweiternde Medikamente bessert. Es kann primär oder sekundär (infolge anderer Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Kollagenosen oder Vaskulitiden) auftreten.
Zolmitriptan zur Behandlung von Migräne
Zolmitriptan ist ein Triptan, das zur Akutbehandlung von Migräne- und Clusterkopfschmerzen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die erweiterten Blutgefäße im Kopf reduziert und so Kopfschmerzen und andere Migränebeschwerden lindert. Zolmitriptan ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.
Anwendungshinweise für Zolmitriptan
Zolmitriptan ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich (Filmtabletten, Schmelztabletten, Nasenspray). Die Dosierung und Anwendung hängt von der Art des Kopfschmerzes und der individuellen Situation des Patienten ab. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes genau zu befolgen.
Gegenanzeigen und Warnhinweise für Zolmitriptan
Zolmitriptan darf nicht angewendet werden bei Allergie gegen den Wirkstoff, zu hohem Blutdruck, Herzproblemen, Schlaganfall, schweren Nierenproblemen oder gleichzeitiger Einnahme anderer Migränemittel. Vor der Einnahme von Zolmitriptan sollte der Arzt informiert werden, wenn ein erhöhtes Risiko für ischämische Herzkrankheit besteht, Leberprobleme vorliegen oder andere Medikamente eingenommen werden.
Nebenwirkungen von Zolmitriptan
Häufige Nebenwirkungen von Zolmitriptan sind Missempfindungen, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, unregelmäßiger Herzschlag, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Muskelschmerzen. Gelegentlich können sehr schneller Herzschlag, leicht erhöhter Blutdruck und vermehrte Harnausscheidung auftreten. Selten sind allergische Reaktionen möglich.
tags: #migrane #und #aterienspasmen