Migräne und Soja: Ein möglicher Zusammenhang

Die Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Ursachen für Migräne sind vielfältig und noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch eine Reihe von Faktoren, die als Auslöser (Trigger) für Migräneattacken identifiziert wurden. Dazu gehören Stress, Schlafmangel, hormonelle Veränderungen und bestimmte Nahrungsmittel. Die Bedeutung der Ernährung in der Entstehung und Behandlung von Migräne und Kopfschmerzerkrankungen ist umstritten. Nach derzeitigem Wissensstand lassen sich jedoch keine allgemeingültigen Ernährungsempfehlungen für Migränepatienten begründen.

In den letzten Jahren hat sich die Forschung zunehmend mit dem Einfluss von Soja und Sojaprodukten auf Migräne beschäftigt. Einige Studien deuten darauf hin, dass Soja-Isoflavone, eine Gruppe von Pflanzenstoffen, die in Sojabohnen vorkommen, eine positive Wirkung auf Migräne haben könnten.

Die Rolle von Soja-Isoflavonen bei Migräne

Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass Soja-Isoflavone bei Frauen im reproduktiven Alter, die unter Migräne leiden, zu einer stärkeren Reduktion der Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzattacken und zu einer stärkeren Verbesserung der migränespezifischen Lebensqualität führen können.

In der Intention-to-Treat-Analyse erzielten Soja-Isoflavone im Vergleich zu Placebo einen größeren Nutzen:

  • Reduktion der Migränehäufigkeit (-2,36 vs. -0,43 Attacken/Monat; p < 0,001)
  • Verkürzung der Migränedauer (-2,50 vs. -0,02 Stunden; p < 0,001)
  • Verringerung des Spiegels des Calcitonin-Gene-Related-Peptids (-12,18 vs. -8,62 ng/l; p = 0,002)
  • Verbesserung des Scores im Migräne-spezifischen Fragebogen zur Lebensqualität (16,76 vs. 2,52; p < 0,001)

Die Gruppen unterschieden sich bezüglich Folgendem nicht signifikant voneinander: Reduktion des Schweregrads der Migräne (-0,93 vs.

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Diese Ergebnisse legen nahe, dass Soja-Isoflavone eine vielversprechende Option zur Behandlung von Migräne sein könnten, insbesondere für Frauen, die unter hormonell bedingter Migräne leiden. Pflanzliches Östrogen aus Sojabohnen könnte dagegen helfen, wie eine neue Studie zeigt. In den Tagen vor der Menstruation sinkt der Spiegel des Geschlechtshormons Östrogen. Das führt bei einigen Frauen zu Kopfschmerzen oder Migräne-Attacken. Mit pflanzlichem Östrogen, genauer sagt mit Isoflavonen aus Sojabohnen, lässt sich die Häufigkeit und Dauer der Kopfschmerzen senken, berichtet ein Forscherteam aus dem Iran.

Mögliche Mechanismen der Wirkung

Die genauen Mechanismen, über die Soja-Isoflavone ihre Wirkung auf Migräne entfalten, sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch mehrere Hypothesen:

  • Hormonelle Wirkung: Soja-Isoflavone sind Phytoöstrogene, d.h. Pflanzenstoffe, die eine ähnliche Wirkung wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen haben. Da hormonelle Schwankungen, insbesondere des Östrogenspiegels, als Trigger für Migräneattacken gelten, könnten Soja-Isoflavone helfen, diese Schwankungen auszugleichen und so die Migräne zu reduzieren.
  • Entzündungshemmende Wirkung: Migräne wird mit Entzündungsprozessen im Gehirn in Verbindung gebracht. Soja-Isoflavone haben entzündungshemmende Eigenschaften und könnten daher dazu beitragen, die Entzündung im Gehirn zu reduzieren und so die Migräne zu lindern.
  • Wirkung auf Neurotransmitter: Soja-Isoflavone können die Konzentration bestimmter Neurotransmitter im Gehirn beeinflussen, wie z.B. Serotonin. Serotonin spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Migräne.

Ernährungsempfehlungen bei Migräne

Auch wenn die Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen Migräne und Soja vielversprechend sind, ist es wichtig zu beachten, dass es sich hierbei um erste Ergebnisse handelt und weitere Studien erforderlich sind, um die Wirkung von Soja-Isoflavonen auf Migräne vollständig zu verstehen.

Darüber hinaus ist es wichtig, individuelle Unterschiede zu berücksichtigen. Nicht jeder Migränepatient reagiert gleich auf Soja-Isoflavone. Einige Menschen berichten von einer Verbesserung ihrer Migräne durch den Konsum von Sojaprodukten, während andere keine Veränderung oder sogar eine Verschlechterung ihrer Symptome feststellen.

Es gibt eine Reihe Lebensmittel, die bei Migräne immer wieder genannt werden, wie zum Beispiel Schokolade oder Alkohol. Daraus entwickelt sich bei vielen Betroffenen schnell die Annahme, dass dieser Zusammenhang auch bei ihnen bestünde. Besser ist es, ein Migränetagebuch auszufüllen, in dem du über einige Wochen deine Ernährung und Migräneattacken festhälst. Achte dabei auch auf Getränke. Eventuell kannst du dann herausfinden, welche Lebensmittel du bei Migräne meiden solltest.

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Generell wird Migränepatienten empfohlen, auf eine ausgewogene und regelmäßige Ernährung zu achten. Dies bedeutet:

  • Regelmäßige Mahlzeiten: Migräne-Attacken können durch Fastenperioden ausgelöst oder auch verstärkt werden. Das zeigte sich bei Muslimen mit Migräne während des Fastenmonats Ramadan. Laut ihrer Kopfschmerztagebücher waren Häufigkeit und Intensität der Migräne-Episoden höher. Eine frühere Studie zeigte bereits, dass die Serotoninspiegel im Serum der TeilnehmerInnen in den ersten gegenüber den letzten Fastentagen signifikant niedriger waren.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Ausreichend und regelmäßig trinken: mindestens 1,5 Liter pro Tag.
  • Vermeidung von Trigger-Nahrungsmitteln: Etwa 12-60 % der Migränepatienten berichten, dass bestimmte Nahrungsmittel, Inhaltsstoffe und Getränke einen Migräneanfall auslösen können. Die spezifischen Mechanismen, mit denen diese Lebensmittel einen Angriff hervorrufen können, sind bisher jedoch unzureichend verstanden. Es ist daher ratsam, ein Ernährungstagebuch zu führen, um individuelle Trigger-Nahrungsmittel zu identifizieren und diese zu meiden.
  • Beachtung von Unverträglichkeiten: Durch Nahrungsmittel ausgelöste Unverträglichkeiten können auf einer allergischen Überempfindlichkeit (Immunoglobin E-vermittelte Nahrungsmittelallergie) oder einer nicht allergischen Überempfindlichkeit (z.B. Nahrungsmittelintoleranz) beruhen.

Weitere Faktoren, die bei Migräne eine Rolle spielen

Neben der Ernährung gibt es noch eine Reihe weiterer Faktoren, die bei Migräne eine Rolle spielen können:

  • Stress: Stress ist ein häufiger Trigger für Migräneattacken. Entspannungsübungen, Stressmanagement-Techniken und ausreichend Schlaf können helfen, Stress abzubauen und so die Migräne zu reduzieren.
  • Schlaf: Zu wenig oder zu viel Schlaf kann Migräneattacken auslösen. Ein regelmäßiger Schlafrhythmus und ausreichend Schlaf sind daher wichtig.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, Migräne vorzubeugen. Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren sind besonders geeignet.
  • Medikamente: Es gibt verschiedene Medikamente, die zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden können. Dazu gehören Schmerzmittel, Triptane und vorbeugende Medikamente.

Die ketogene Diät bei Migräne

Die ketogene Diät (KD) wird bereits seit den 1930er Jahren intensiv erforscht und stellt eine etablierte Maßnahme in der Therapie der Epilepsie bei Kindern dar. Die klassische KD sieht ein Verhältnis der Hauptnährstoffe von 4 Teilen Fett zu 1 Teil Kohlenhydrat und Eiweiß vor. In der Regel beschränkt sich die tägliche Aufnahme von Kohlenhydraten je nach Form auf 20-50 Gramm. Um einen therapeutischen Erfolg erzielen zu können, muss die Diät streng und über einen längeren Zeitraum eingehalten werden. Dies setzt eine hohe Akzeptanz und ein intensives Mitwirken aller Beteiligten voraus. Klinische Daten weisen darauf hin, dass die fettreiche und extrem kohlenhydratreduzierte Ernährungsform sich in vielerlei Hinsicht positiv auf das Krankheitsgeschehen der Migräne auswirkt [Bar 2017, Pao 2013, Jeo 2011, Goa 2002]. Nach dem ersten Monat konnte neben einer Gewichtsreduktion eine deutliche Verringerung der Kopfschmerzhäufigkeit und der Medikamenteneinnahme festgestellt werden.

Die oligoantigene Diät bei Migräne

Die oligoantigene Diät hat sich in einigen Studien als hilfreicher Behandlungsansatz in der Therapie von Migräne, ADHS und Epilepsie erwiesen [Egg 1983, Egg 1985, Egg 1989]. In einer doppelblinden Untersuchung konnte durch die Ernährungsumstellung bei 93 % der untersuchten Kinder eine Kopfschmerzreduktion erzielt werden. Darüber hinaus besserten sich während dieser Zeit auch andere Symptome wie Bauchschmerzen, Verhaltensstörungen, Asthma und Ekzeme. Dabei war der Effekt nach 16 Wochen am stärksten ausgeprägt, wenn die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren (z. B. Leinöl, Lachs) zu- und diejenige an Omega-6-Fettsäuren (z. B. Schweinefleisch, tierische Fette, Innereien, Soja-/Maiskeimöl) abnahm. Ein messbarer, aber geringerer Effekt trat auf, wenn nur der Verzehr an Omega-3-Fettsäuren stieg, derjenige an Omega-6-Fettsäuren aber konstant blieb. Die Anzahl der Kopfschmerztage reduzierte sich um 2 bis 4 Tage; auch die Anzahl der Kopfschmerzstunden nahm ab. Einige konnten die Anzahl der eingenommenen Kopfschmerztabletten reduzieren. In einer weiteren Studie verminderte die Zufuhr an Omega-3-Fettsäuren mit bzw. ohne reduzierte Zufuhr an Linolsäure die täglichen Kopfschmerzstunden (-1,7 h bzw. -1,3 h) sowie die Anzahl der monatlichen Schmerztage (-4 bzw. -2 Tage). Verantwortlich könnte die veränderte Bildung bioaktiver Mediatoren im Serum sein, die möglicherweise an der Entstehung von Kopfschmerzen und Migräne beteiligt sind. Die Beobachtungen bestätigen vergangene Studien [Sad 2015] [Pra 2001] [Ram 2013].

Mikronährstoffe und Migräne

Menschen, die an Migräne leiden nehmen im Vergleich zu Nicht-Migränikern weniger Folat über die Nahrung auf [Sad 2016]. Neben Vitamin B12 ist Folat ein wichtiger Kofaktor für Enzyme wie die Methylentetrahydrofolat-Reduktase (MTHFR), die eine wesentliche Rolle im Homocystein-stoffwechsel spielen. Spezifische Mutationen im MTHFR-Gen wurden mit einer erhöhten Prävalenz von Migräne assoziiert. Zudem zeigen Studien, dass Migränepatienten (v.a. Erhöhte Homocysteinspiegel infolge folatarmer Ernährung können zu Gefäßverengungen sowie zur Aktivierung der Blutgerinnung und damit einem erhöhten Thromboserisiko führen und bei Personen mit bestimmten Genotypen des MTHFR-Gens Kopfschmerzen hervorrufen. Studien zeigen, dass eine Supplementierung von 25 mg Vitamin B6 und 400 μg Vitamin B12 sowie 2 mg Folsäure die Schwere der Kopfschmerzen bei Personen mit Migräne mit Aura deutlich verringern kann. Die beobachteten Effekte waren am stärksten ausgeprägt bei Personen mit bestimmten Mutationen im MTHFR-Gen [Men 2012, Lea 2009]. In Studien wurde gezeigt, dass Migränepatienten verminderte Konzentrationen der Mikronährstoffe Riboflavin (Vitamin B2), Magnesium und Coenzym Q10 aufweisen [Her2007, Mau1998]. Die Mikronährstoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Energieerzeugung in den Mitochondrien und sind an zahlreichen physiologischen Prozessen beteiligt, die das Krankheitsgeschehen der Migräne beeinflussen.

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Weitere potenzielle Trigger

Es ist zudem bekannt, dass durch den Konsum oder den plötzlichen Entzug bestimmter Substanzen wie beispielsweise Koffein oder Alkohol ebenfalls Kopfschmerzen ausgelöst werden können. Der in zahlreichen Fertigprodukten, Fertigsaucen und -dressings sowie Gewürzsalzen und Konserven zum Einsatz kommende Geschmacksverstärker gilt als möglicher Auslöser für Kopfschmerzen und einer Reihe anderer Beschwerden. Die Daten zur Rolle von Glutamat als Kopfschmerztrigger zeigen unterschiedliche Ergebnisse. In älteren Studien gaben 5-13 % der Migränepatienten den Stoff als möglichen Trigger an [Sch 1995, Van 1987]. In Fallstudien aus den 1990er Jahren wurde eine Reduzierung der Kopfschmerzhäufigkeit durch eine restriktive Natriumglutamat-freie Diät gezeigt [Sco 1991]. In einer aktuelleren systematischen Überprüfung randomisierter placebokontrollierter Studien fanden sich nur wenige Hinweise, dass Mononatriumglutamat als zugefügter Nahrungsbestandteil Kopfschmerzen provoziert.

Alkohol als Trigger

Zahlreiche Publikationen belegen, dass Alkohol den bedeutendsten alimentären Kopfschmerztrigger darstellt. Die pathophysiologischen Zusammenhänge der Kopfschmerztriggerung durch Alkohol sind bisher unzureichend geklärt. Der Gehalt an Flavonoiden (z.B. Anthocyanine, Catechine) in Rot- und Weißweinen variiert stark [Lit 1988]. Rotweine enthalten bis zu 1200 mg/l, während Weißweine meist nicht mehr als 50 mg/l enthalten. Es wird angenommen, dass die Flavonoide im Rotwein möglicherweise die Thrombozyten-Phenolsulphotransferase P und in geringerem Maß die Thrombozyten-Phenolsulphotransferase M hemmen und direkten Einfluss auf die Blutgefäße haben. Zwar wird Ethanol (Äthylalkohol) im Zusammenhang mit der kopfschmerzauslösenden Wirkung bei Migräne in Verbindung gebracht, jedoch wurde dessen Bedeutung im Rahmen einer Studie mit 19 Migränepatienten relativiert. Alkoholbedingter Kopfschmerz ist typischerweise beidseitig lokalisiert, pulsierend, löst sich innerhalb von 72 Stunden spontan und wird durch körperliche Aktivität verstärkt. Die Häufigkeit, mit der Migränepatienten Alkohol als möglichen Triggerfaktorangeben, schwankt erheblich und scheint sowohl von der individuellen Verträglichkeit, der Art des alkoholischen Getränkes sowie der Kopfschmerzform abhängig zu sein. In einer epidemiologischen Studie gaben etwa 28 % der Patienten mit Migräne ohne Aura vor allem Wein, Bier und Spirituosen als Kopfschmerztrigger an, während es bei den Patienten mit Migräne mit Aura nur 8 % waren [Ras 1992]. Eine Studie zeigte, dass bei mehr als 10 % der Migränepatienten durch den Konsum von Rotwein Kopfschmerzen ausgelöst wurden, nicht jedoch durch den Konsum von Weißwein [Pea 1995].

Fettarme Diät

Die Wirksamkeit einer fettarmen Diät in der Behandlung einer Migräne wurde bisher jedoch nicht durch doppelblinde kontrollierte Studien überprüft. In einer Studie mit 54 Migränepatienten wurde gezeigt, dass sich die Häufigkeit, die Intensität sowie die Dauer der Attacken im Rahmen einer 12-wöchigen fettarmen Diät signifikant verbesserten. Im Rahmen der Studie wurde die tägliche Gesamtfettaufnahme um 58 Prozent auf durchschnittlich 27,8 g reduziert. Die Aufnahme mehrfach ungesättigter und gesättigter Fette sowie Ölsäure wurde jeweils um durchschnittlich 63 Prozent reduziert. Eine weitere Studie zeigte ähnliche Ergebnisse. Auch hier wurde unter der fettarmen Diät eine Reduktion der Anfallshäufigkeit und -intensität beobachtet. Die Gesamtfettaufnahme wurde im Interventionszeitraum von 35 % auf 23 % reduziert.

Hunger

Im Rahmen einer klinischen Studie wurden 56 Schülerinnen und Schüler, die seit mindestens 6 Monaten an häufigen Kopfschmerzen litten, einem 19-stündigen Nahrungsentzug ausgesetzt. Die Beobachtungen bestätigten, dass Hunger bei Patienten mit Spannungskopfschmerz und bei Migränepatienten Kopfschmerzen auslösen kann [Mar 1997]. Eine in den 1970er Jahren publizierte Studie zeigte, dass Migränepatienten, die insbesondere infolge von Hunger Kopfschmerzen entwickelten, im Rahmen eines 5-stündigen Glukosetoleranztests eine Hypoglykämie aufwiesen.

Künstliche Süßstoffe

Die Studienlage zu Aspartam und Migräne ist nicht eindeutig. Zudem stützen sich die bisherigen Ergebnisse auf Studien, die zum Teil mehr als 30 Jahre zurückliegen. Neue Studien fehlen. Anzumerken ist zudem, dass die in den meisten Studien verwendeten Dosierungen zum Teil realtiv hoch sind (z.B. In einer Studie mit einer geringeren Dosis (10 mg/ kg) zeigten sich im Vergleich zur Placebogruppe keine Unterschiede hinsichtlich dem Auftreten von Kopfschmerzen [Sch1987]. Eine Studie aus dem Jahr 1989 untersuchte die Auswirkungen von Aspartam, in dem Tagesdosen von 75 mg/ kg Körpergewicht verabreicht wurden. Anders als Aspartam gilt Sucralose nicht als Migräne-Trigger.

Nitrate und Nitrite

Nitrate und Nitrite kommen als Konservierungsmittel vor allem in verarbeiteten Fleischwaren wie Speck, Salami, Wurst oder Schinken sowie Fertigprodukten und geräuchertem Fisch zum Einsatz. Stickstoffmonoxid (NO) ist ein ubiquitäres Molekül. Es wird aus L-Arginin gebildet und zu Nitraten sowie Nitriten abgebaut. Die sogenannten NO-Donatoren (z.B. Es handelt sich dabei um einen vaskulär vermittelten Schmerz. Eine Reihe von Studien belegen die Bedeutung von NO in der Pathogenese primärer Kopfschmerzerkrankungen wie der Migräne [Tho 2001]. Zwar sind die NO-Donator-Kopfschmerzen durch Medikamente wie Nitroglycerin experimentell gut untersucht, die Bedeutung der über die Nahrung aufgenommenen Nitrate bzw. Nitrite wurden erstmals aufgrund eines Fallberichtes aus den 1970er Jahren als möglicher Migräneauslöser identifiziert [Hen 1972]. Es existieren jedoch wenige Berichte aus jüngerer Zeit, die zeigen, dass Nitrite Kopfschmerzen bzw. Migräne auslösen. Inzwischen ist bekannt, dass alimentäre Nitrite und Nitrate an der Regulation der Stickoxid-Hämostase beteiligt sind [Bry 2008]. Es wurde gezeigt, dass der Plasma-Nitrit-Spiegel von Patienten mit Migräne mit und ohne Aura in Remission im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich erhöht ist.

Koffein

Koffein wird vor allem über Kaffee, Tee und koffeinhaltige Limonaden sowie Erfrischungsgetränke aufgenommen. Doch auch in der Behandlung von Migräneattacken kommen Koffein-haltige Medikamente zum Einsatz, da diese nachweislich die Wirkung verbessern. Höhere Dosierungen (>300-400 mg/ Tag) können vor allem bei Männern Angst und Panikstörungen hervorrufen. Genetische Polymorphismen der Adenosin-A2A-Rezeptoren können die Anfälligkeit für die Nebenwirkungen von Koffein wie Schlaflosigkeit oder Angst beeinflussen [Cor 2002, Als 2003, Ret 2007]. Bekannt ist zudem, dass eine unregelmäßige Koffeinzufuhr - nicht nur bei Migränepatienten - Kopfschmerzen verursachen kann. Der sogenannte Koffein-Entzugs-Kopfschmerz entwickelt sich innerhalb von 24 Stunden, wenn die über mindestens 2 Wochen andauernde regelmäßige Aufnahme von 200 mg Koffein am Tag unterbrochen wird. In der Regel löst sich der Kopfschmerz innerhalb von einer Stunde, wenn mindestens 100 mg Koffein aufgenommen werden oder klingt bei ausbleibender Koffeinzufuhr spontan innerhalb von sieben Tagen ab [Ihs 2013]. Zu der Beziehung zwischen Migräne und Koffeinkonsum existieren unterschiedliche Ergebnisse [Sha 2008]. Zwar haben die meisten Studien eine höhere Prävalenz von Kopfschmerzen, Migräne und chronischen Kopfschmerzen durch erhöhten Koffeinkonsum berichtet, andere Studien hingegen bestätigten diesen Zusammenhang nicht [Hag 2009, Shi 1985, Ras 1993]. Gemäß den Ergebnissen einer epidemiologischen Studie können koffeinhaltige Arzneimittel und Getränke das Risiko, einen chronischen Kopfschmerz zu entwickeln, mäßig erhöhen [Gad 2005].

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