Viele Menschen suchen nach Wegen, um abzunehmen, ihre Gesundheit zu verbessern und sogar Krankheiten wie Migräne zu lindern. Dabei stoßen sie auf eine Vielzahl von Diäten, die oft viel versprechen, aber selten wissenschaftlich fundiert sind. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Weight Watchers im Zusammenhang mit Migräne, betrachtet die generellen Auswirkungen von Diäten und zeigt alternative Wege zur Gewichtsreduktion auf.
Die Vielfalt der Diäten und ihre Grenzen
Es gibt unzählige Diäten, die alle behaupten, die beste Lösung für Gewichtsverlust und Gesundheit zu sein. Von kohlenhydratarmen Diäten wie der Atkins-Diät über fettarme Ansätze wie die Ornish-Diät bis hin zu kalorienarmen Mischkostformen wie Weight Watchers - die Auswahl ist riesig. Jede Diät hat ihre Anhänger und scheint zumindest kurzfristig Erfolge zu bringen. Allerdings zeigt die wissenschaftliche Literatur der letzten 30 Jahre, dass Diäten allein keine ausreichende Antwort auf das Übergewichtsproblem sind.
Der anfängliche Erfolg und das Scheitern
Diäten funktionieren oft am Anfang gut, da der Körper zunächst seine Glykogenspeicher entleert, die zu einem großen Teil aus Wasser bestehen. Wer weniger oder bewusster isst, nimmt zudem weniger Salz auf, was ebenfalls zu Wasserverlust führt. Sobald es jedoch an die Energiereserven geht, schaltet der Körper in einen Sparmodus. Dieser anfängliche Erfolg erklärt die Vielfalt an Diäten auf dem Markt, da jede Form der Kalorienreduktion zunächst zu einem Gewichtsverlust führt.
Vergleichsstudien haben gezeigt, dass verschiedene Diäten wie die Atkins-Diät, die Ornish-Diät, Weight Watchers und die Zone-Diät nach einem Jahr ähnliche Ergebnisse liefern. In jeder Gruppe verloren etwa 25 % der Teilnehmer zwischen 5 und 10 % ihres Körpergewichts, und etwa 10 % lagen mehr als 10 % unter dem Ausgangsgewicht. Allerdings hatten alle Diäten mit dem gleichen Problem zu kämpfen: Ein Großteil der Teilnehmer hielt nicht durch. Die Auswahl der Diät ist also weniger entscheidend als die Fähigkeit, sie langfristig beizubehalten.
Warum Diäten scheitern
Diäten versetzen den Körper in eine Notsituation, woraufhin er versucht, mit seiner Energie sparsamer umzugehen. Zudem unterschätzen wir die Bedeutung unserer Geschmacksprogrammierung. Unser Körper vermisst nicht nur Kalorien, sondern auch die gewohnten Geschmackserlebnisse. Diäten, die uns in eine ungewohnte Geschmackswelt zwingen, sind daher schwer langfristig durchzuhalten.
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Risiken von Diäten
Die Frustration, die sich nach einem Jahr auf der Waage einstellt, kann eine psychische Belastung sein und sogar zu Essstörungen führen. Radikaldiäten können zu Kreislaufstörungen, psychischen Veränderungen, Fruchtbarkeitsproblemen und Mangelerscheinungen führen. Zudem beeinflussen Diäten die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen oft nicht nennenswert. Es ist fraglich, ob Abnehmen per se gesund ist, während die positiven Effekte von mehr Bewegung unbestritten sind.
Weight Watchers im Detail
Weight Watchers, gegründet 1963 von Jean Nidetch, basiert auf der Idee, dass Abnehmen in der Gruppe leichter fällt. Die wöchentlichen Gruppentreffen sind ein zentrales Element des Konzepts, obwohl sie heutzutage keine zwingende Voraussetzung mehr sind.
Das Punktesystem
Statt Kalorien zu zählen, verwendet Weight Watchers ein Punktesystem, bei dem jedes Nahrungsmittel einen "SmartPoints"-Wert hat. Dieser Wert basiert auf den enthaltenen Kalorien sowie dem Gehalt an Eiweiß, Zucker und gesättigten Fettsäuren. Lebensmittel mit viel Eiweiß haben wenige Punkte, während Speisen mit viel Zucker und gesättigten Fettsäuren viele Punkte haben.
Teilnehmer protokollieren alle verzehrten Speisen und Getränke mit den entsprechenden SmartPoints-Werten, um gesunde und leichte Gerichte zu erkennen und in den Alltag zu integrieren. Ein Coach legt individuell fest, wie viele SmartPoints ein Teilnehmer pro Tag verbrauchen darf, um abzunehmen. Zusätzlich gibt es ein Wochenextra, das flexibel eingelöst werden kann.
Flexibilität und Kontrolle
Das Konzept erlaubt es den Teilnehmern, ihren Speiseplan frei zusammenzustellen, solange sie ihr persönliches Punktebudget nicht überschreiten. In der App und im Online-Programm finden sich Points-Werte für zahlreiche Lebensmittel und Rezepte. Auch Fertiggerichte unter dem Label Weight Watchers sind erhältlich.
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Bewegung und Gemeinschaft
Neben der Ernährung spielt auch Bewegung eine wichtige Rolle. Teilnehmer können "ActivPoints" sammeln, indem sie Bewegung in ihren Alltag einbauen und notieren. Aktivitätstracker können mit der App synchronisiert werden. Die wöchentlichen Gruppentreffen bieten Unterstützung und Austausch mit Gleichgesinnten.
Kosten und Kritik
Die Teilnahme an Weight Watchers ist kostenpflichtig. Es gibt verschiedene Abonnements, die Gruppentreffen, App-Nutzung und Online-Angebote umfassen. Kritiker bemängeln, dass die Gruppenleiter oft keine langjährige Ausbildung im Ernährungsbereich haben.
Erfahrungen mit Weight Watchers und Migräne
Es gibt keine direkten wissenschaftlichen Beweise dafür, dass Weight Watchers Migräne heilen kann. Allerdings gibt es einige indirekte Zusammenhänge und individuelle Erfahrungen, die berücksichtigt werden sollten.
Ernährung und Migräne
Ein Energiedefizit in den Morgenstunden, beispielsweise durch das Auslassen des Frühstücks, kann Migräneattacken auslösen. Spätes Essen kann ebenfalls problematisch sein, da es zu Hunger, Übergewicht und einer Beeinträchtigung des Energiestoffwechsels führen kann. Eine ausgewogene Ernährung, die regelmäßige Mahlzeiten und die Vermeidung von Trigger-Lebensmitteln umfasst, kann helfen, Migräne zu reduzieren.
Individuelle Erfahrungen
Einige Menschen berichten von positiven Erfahrungen mit Weight Watchers im Zusammenhang mit Migräne. Durch die bewusstere Ernährung und den Gewichtsverlust können sich Migränefrequenz und -intensität verringern. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass dies individuelle Erfahrungen sind und keine allgemeingültige Aussage darstellen.
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Ein Fallbeispiel
Leah Mancuso, eine Fotografin, die durch eine Familienreise nach Disneyland einen Wendepunkt erlebte, verlor durch eine Kombination aus gesünderer Ernährung und Bewegung fast 90 Kilogramm. Sie begann klein, indem sie jeden Tag ein nahrhaftes Lebensmittel aß und sich regelmäßig bewegte. Mancuso konzentrierte sich auf die Entwicklung von Gewohnheiten und nicht auf schnelle Ergebnisse. Sie zählte Kalorien, achtete auf den Nährstoffgehalt der Lebensmittel und erlaubte sich gelegentlich ihre Lieblingsspeisen. Ihre Rückkehr nach Disneyland nach dem Gewichtsverlust war ein großer Erfolg.
Alternativen zu Diäten und Abnehmspritzen
Angesichts der Einschränkungen und Risiken von Diäten und der aufkommenden Popularität von Abnehmspritzen stellt sich die Frage nach alternativen Wegen zur Gewichtsreduktion.
Individuelle Ernährungs- und Lebensstilumstellung
Der Schlüssel zur langfristigen Gewichtsreduktion und -erhaltung liegt in einer individuellen Ernährungs- und Lebensstilumstellung, die lebenslang zu einem passt. Dabei sollten ausschließlich Lebensmittel im Fokus stehen, die man gerne isst und gut verträgt. Eine solche persönlichkeitsaffine Intervention ermöglicht es, etwa zwei Kilogramm pro Monat gesund abzunehmen, ohne zwangsläufig Kalorien zählen zu müssen.
Die Rolle von Bewegung
Mehr Bewegung ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit und kann auch beim Abnehmen helfen. Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert den Stoffwechsel, stärkt das Herz-Kreislauf-System und reduziert Stress, der Migräne auslösen kann.
Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerztherapie
Für Menschen, die unter Migräne und anderen chronischen Schmerzerkrankungen leiden, kann eine neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerztherapie eine sinnvolle Option sein. Diese Therapieform kombiniert neurologische und psychologische Ansätze, um die Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Die Schmerzklinik Kiel bietet beispielsweise eine spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen und anderen Kopfschmerzen an.