Migräne und L-Thyroxin: Ein komplexer Zusammenhang

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch starke Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit, gekennzeichnet ist. L-Thyroxin ist ein synthetisches Schilddrüsenhormon, das häufig zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) eingesetzt wird. Obwohl L-Thyroxin in der Regel gut verträglich ist, gibt es Berichte über einen möglichen Zusammenhang zwischen der Einnahme von L-Thyroxin und dem Auftreten oder der Verstärkung von Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen Migräne und L-Thyroxin, insbesondere im Kontext von Schilddrüsenerkrankungen und Schwangerschaft.

Schilddrüsenunterfunktion und Migräne

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann verschiedene Symptome verursachen, darunter Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteempfindlichkeit und auch Kopfschmerzen. Studien deuten darauf hin, dass es eine Verbindung zwischen Schilddrüsenunterfunktion und Migräne geben könnte. Eine Untersuchung zeigte, dass Patienten mit einer subklinischen Schilddrüsenunterfunktion häufiger an Migräne leiden als Personen mit einer gesunden Schilddrüse.

Subklinische Hypothyreose

Bei einer subklinischen Hypothyreose sind die Schilddrüsenwerte (TSH) leicht erhöht, während die Werte der Schilddrüsenhormone (fT3 und fT4) noch im Normbereich liegen. In solchen Fällen ist oft keine sofortige Behandlung erforderlich. Eine Studie untersuchte jedoch, ob eine L-Thyroxin-Behandlung bei Migränepatienten mit subklinischer Hypothyreose von Nutzen sein könnte. Die Ergebnisse zeigten, dass die Schwere der Migräne und die Anzahl der monatlichen Migränetage durch die Behandlung mit L-Thyroxin deutlich reduziert werden konnten. Allerdings betonten die Forscher, dass diese Ergebnisse durch placebokontrollierte Studien bestätigt werden müssen.

L-Thyroxin zur Behandlung von Migräne

Bei Migränepatienten mit ausgeprägter Hypothyreose machen Ärzte oft gute Erfahrungen mit einer Levothyroxin-Behandlung.

L-Thyroxin und Migräne als Nebenwirkung

Obwohl L-Thyroxin zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt wird, berichten einige Patienten über das Auftreten von Kopfschmerzen oder Migräne im Zusammenhang mit der Einnahme des Medikaments. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

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Überdosierung

Eine zu hohe Dosis von L-Thyroxin kann Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion verursachen, darunter auch Kopfschmerzen. Es ist wichtig, die Dosis von L-Thyroxin individuell anzupassen und die Schilddrüsenwerte regelmäßig zu kontrollieren, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Falsche Einstellung

Es kann einige Zeit dauern, bis die richtige Dosis von L-Thyroxin gefunden ist. In dieser Zeit können unerwünschte Effekte auftreten, darunter auch Kopfschmerzen. Eine sorgfältige Überwachung und Anpassung der Dosis durch den Arzt ist daher entscheidend.

Hirndruck

In seltenen Fällen kann L-Thyroxin den Hirndruck erhöhen, was zu Kopfschmerzen führen kann.

Wechselwirkungen

L-Thyroxin kann mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln wechselwirken, was die Aufnahme und Wirksamkeit des Medikaments beeinflussen kann. Dies kann indirekt zu Kopfschmerzen führen.

Migräne in der Schwangerschaft und L-Thyroxin

Viele Frauen erleben während der Schwangerschaft Veränderungen in der Häufigkeit und Intensität ihrer Migräneanfälle. Einige Frauen berichten von einer Verbesserung, während andere eine Verschlechterung feststellen. Die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft können eine Rolle spielen.

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L-Thyroxin in der Schwangerschaft

Frauen mit Hashimoto-Thyreoiditis, die L-Thyroxin einnehmen, müssen während der Schwangerschaft besonders auf eine ausreichende Versorgung mit dem Hormon achten. Eine unzureichende L-Thyroxin-Einnahme kann sowohl die Mutter als auch das Kind beeinträchtigen.

Migräneattacken und L-Thyroxin-Einnahme

Einige schwangere Frauen berichten, dass sie aufgrund von Übelkeit und Migräneattacken Schwierigkeiten haben, ihre L-Thyroxin-Tabletten regelmäßig einzunehmen. Es ist wichtig, dies mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, um eine Lösung zu finden, die die Schilddrüsenfunktion stabilisiert und gleichzeitig die Migräne kontrolliert.

Was tun bei Migräne unter L-Thyroxin-Einnahme?

Wenn Sie unter der Einnahme von L-Thyroxin unter Migräne leiden, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

  1. Arzt konsultieren: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Beschwerden. Er kann die Dosis von L-Thyroxin überprüfen und gegebenenfalls anpassen.
  2. Schilddrüsenwerte kontrollieren: Lassen Sie Ihre Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) regelmäßig überprüfen, um sicherzustellen, dass Sie richtig eingestellt sind.
  3. Andere Ursachen ausschließen: Lassen Sie andere mögliche Ursachen für Ihre Kopfschmerzen abklären, wie z.B. Spannungskopfschmerzen, Sinusitis oder andere neurologische Erkrankungen.
  4. Medikamente gegen Migräne: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Medikamente Sie gegen Migräne einnehmen können. In der Schwangerschaft ist die Auswahl an geeigneten Medikamenten eingeschränkt. Paracetamol kann eine Option sein, aber bei starken Migräneanfällen möglicherweise nicht ausreichend wirksam.
  5. Alternative Präparate: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über alternative L-Thyroxin-Präparate. Einige Patienten berichten, dass sie bestimmte Präparate besser vertragen als andere.
  6. Einnahmehinweise beachten: Achten Sie auf die richtige Einnahme von L-Thyroxin. Nehmen Sie die Tablette morgens nüchtern mit einem Glas Wasser ein und warten Sie mindestens eine halbe Stunde bis zum Frühstück. Vermeiden Sie die gleichzeitige Einnahme mit Milchprodukten, Kalzium-, Eisen- oder Magnesiumpräparaten.
  7. Vitalstoffwerte überprüfen: Lassen Sie Ihre Vitalstoffwerte überprüfen, um mögliche Mängel zu erkennen und auszugleichen. Ein Vitamin-D-Mangel kann beispielsweise Kopfschmerzen verstärken.
  8. Stress reduzieren: Stress kann Migräneanfälle auslösen. Versuchen Sie, Stress abzubauen, z.B. durch Entspannungsübungen, Yoga oder Meditation.
  9. Ernährung anpassen: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung und vermeiden Sie Trigger-Lebensmittel, die bei Ihnen Migräne auslösen können.

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