Viele Frauen, die unter Migräne leiden, haben Bedenken, ob ein Migräneanfall während der Geburt auftreten könnte. Dieser Artikel soll werdenden Müttern Informationen und Ratschläge geben, um mit dieser Angst umzugehen und sich auf die Geburt vorzubereiten.
Veränderungen der Migräne während der Schwangerschaft
Frauen, die unter Kopfschmerzen und Migräne leiden, beobachten während einer Schwangerschaft häufig eine Veränderung ihrer Beschwerden. Einfluss darauf haben unter anderem der Hormonspiegel und die Lebensumstände. Die gute Nachricht vorweg: 50 bis 80 Prozent der schwangeren Frauen berichten davon, dass sich die Migräne bessert und bei manchen sogar ganz verschwindet. Dieser Effekt tritt besonders während der letzten beiden Drittel einer Schwangerschaft auf.
Positive Auswirkungen der Schwangerschaft auf die Migräne können vor allem die Frauen erwarten, deren Schmerzattacken durch den Einfluss der Hormone während der Periode auftreten. Zudem bemerken werdende Mütter, die von der Migräne ohne Aura betroffen sind, oft Verbesserungen.
Woran das liegt, ist noch nicht vollständig erforscht. Folgende Punkte spielen wahrscheinlich eine Rolle:
- Ein konstant hoher Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron.
- Eine veränderte Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Endorphine.
- Eine gesündere Lebensweise.
Für einen gesundheitsbewussteren Lebensstil spricht, dass Schwangere meist:
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- Regelmäßig essen und trinken.
- Sich ausgewogen ernähren.
- Auf Alkohol sowie Nikotin verzichten.
- Sich täglich bewegen (und/oder moderaten Sport betreiben).
- Arzneimittel nur nach Rücksprache mit dem Arzt einnehmen oder absetzen.
Stillende Mütter können den Hormonspiegel noch eine Zeit lang konstant halten. Deshalb bleiben einige Frauen bis nach der Stillzeit von ihrer Migräne verschont. In Einzelfällen verschwindet sie sogar ganz und kehrt nie wieder zurück.
Trotz vieler positiver Berichte gibt es auch manche Frauen, bei denen die Migräne in der Schwangerschaft unverändert bestehen bleibt oder sich verschlechtert.
Kopfschmerzen in der Schwangerschaft
Im Gegensatz zu Migräne gehen gewöhnliche Kopfschmerzen selten mit weiteren Symptomen wie Übelkeit, Taubheitsgefühlen oder Lichtempfindlichkeit einher. Trotzdem können auch Kopfschmerzen aufgrund anderer Ursachen stark belastend für die werdenden Mütter sein.
Viele klagen vorrangig in den ersten drei Monaten über solche Beschwerden. In dieser Zeit stellt sich der gesamte mütterliche Organismus auf den schwangeren Zustand ein, was bedeutet, dass Hormone Schwankungen unterliegen und Beschwerden wie Übelkeit, Kreislaufprobleme oder Kopfschmerzen auslösen.
Weitere Gründe für Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sind:
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- Stress
- Verspannungen
- Niedriger Blutzucker
- Flüssigkeitsmangel
Im zweiten und dritten Trimester berichten viele Schwangere von einer Besserung ihrer Beschwerden.
Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne in der Schwangerschaft
Was können Betroffene bei Kopfschmerzen und Migräne in der Schwangerschaft tun? Sie sollten zunächst versuchen, die Schmerzen ohne Medikamente zu therapieren. Auch wenn einige Schmerzmittel in der Schwangerschaft zugelassen sind, solltest du sie dennoch auf ein Minimum reduzieren. Lass dir in jedem Fall von deinem Arzt dazu beraten. Im Folgenden findest du Tipps, was du - auch ohne Medikamente - tun kannst.
Kopfschmerzen und Migräne in der Schwangerschaft ohne Medikamente behandeln
Sind die Schmerzen erträglich, kannst du bei Migräne in der Schwangerschaft möglicherweise ganz auf Medikamente verzichten. Wichtig ist es, sich viel Ruhe und vor allem Schlaf zu gönnen. Am besten gelingt das in einem abgedunkelten Raum. Ein gekühltes Tuch an Schläfen oder Stirn und eine Wärmeflasche auf dem Bauch empfinden viele Frauen ebenfalls als angenehm.
Achtung: Die Wärmeflasche solltest du niemals mit kochend heißem Wasser füllen und nicht direkt auf die Haut legen. Eventuell kann zu viel Hitze am Bauch im ersten Schwangerschaftsdrittel zu Schäden bei der Entwicklung des Ungeborenen oder zu einer Fehlgeburt führen. Dein Kind ist in der Gebärmutter normalerweise ausreichend vor solchen Außenwirkungen im Fruchtwasser geschützt, dennoch solltest du es mit Wärmeanwendungen nicht übertreiben.
Was tun, wenn die Schmerzen oder Übelkeit sehr stark sind?
Bei starken Migräne-Kopfschmerzen oder lang andauernder Übelkeit ist es auch in der Schwangerschaft nicht sinnvoll, die Beschwerden auszuhalten und ganz auf Medikamente zu verzichten. Natürlich stellt sich die Frage: Welche Mittel kann ich jetzt noch nehmen, ohne dass es gefährlich für mein Kind wird? Schließlich überwinden fast alle Arzneimittel die Plazenta und können somit zum Embryo gelangen.
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Grundsätzlich gilt: Versichere dich vor allem in der Schwangerschaft bei deinem Arzt, welche Mittel sich bei Migräne eignen und wie die richtige Dosierung ist. Solltest du von starker Übelkeit während der Migräne betroffen sein, gibt es Medikamente, die dir Linderung verschaffen. Die Migräne in der Schwangerschaft ist nach heutigen Kenntnissen nicht gefährlich für dein Kind, wenn du ansonsten gesund bist. Ein gewisses Risiko ist natürlich nie ganz auszuschließen.
Kinderwunsch trotz Migräne: Das solltest du wissen
Frauen, die an Migräne leiden und einen Kinderwunsch haben, sind oft verunsichert. Sie fragen sich, ob sie sich trotz Migräne eine Schwangerschaft zutrauen und wie es sein wird, wenn das Baby auf der Welt ist. Grundsätzlich kann das niemand vorhersagen, aber bei den meisten Frauen bessert sich die Migräne in der Schwangerschaft aufgrund der Hormonumstellung. Um eine gesunde Entwicklung des Kindes zu ermöglichen, ist es allerdings nötig, auf einige Dinge zu achten.
Vor allem in den ersten Tagen nach der Befruchtung und Einnistung ist der Embryo anfällig für schädliche Einflüsse. In dieser Phase bildet er Organanlagen aus, auf welche die weitere Entwicklung aufbaut. Das Problem: Zu diesem Zeitpunkt ist es Frauen oft noch nicht bekannt, dass sie schwanger sind. Daher solltest du bereits während der Kinderwunschzeit möglichst auf Medikamente verzichten. Zusätzlich kannst du vorbeugende Maßnahmen ergreifen, sodass eine Migräne-Attacke gar nicht erst entsteht.
Die Einnahme von Arzneimitteln, die der Vorbeugung einer Migräne dienen, beenden Frauen optimalerweise einige Zeit vor der geplanten Empfängnis. Falls du trizyklische Antidepressiva zur Migräne-Prophylaxe einnimmst, ist es eventuell möglich, dass du diese in niedriger Dosierung auch mit Kinderwunsch weiterverwenden kannst.
Ist die Migräne vererbbar?
Ist die werdende Mutter oder der zukünftige Vater von Migräne betroffen, können sie die Veranlagung dazu auf das Kind vererben. Der Nachwuchs leidet später in einem solchen Fall nicht zwangsläufig an Migräne, aber die Möglichkeit besteht. Auch wenn bisher kein bestimmtes Gen bekannt ist, das für die Symptomatik verantwortlich gemacht werden kann, so ist die genetische Veranlagung ein wichtiger Faktor als mögliche Migräne-Ursache.
Migräneattacken in der Schwangerschaft vorbeugen
Damit Kopfschmerzen und Migräne in der Schwangerschaft erst gar nicht entstehen, solltest du deine Lebensumstände so weit wie möglich anpassen. Damit lassen sich leichte Beschwerden oftmals schon gut lindern:
- Regelmäßiger moderater Sport, beispielsweise Walken, Schwimmen oder Yoga.
- Entspannungsübungen wie Meditationen oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson.
- Migräne-Trigger vermeiden.
- Viel trinken, mindestens zwei Liter täglich.
- Geregelter Tagesablauf mit Ruhepausen sowie ausreichend Nachtschlaf.
- Massagen zur Behandlung und Vorbeugung von Verspannungen.
- Pfefferminzöl auf Stirn oder Schläfen auftragen.
Einige Mediziner und Hebammen empfehlen die Einnahme von Magnesium - dies sollte jedoch nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Darüber hinaus können die Biofeedback-Therapie und Akupunktur weitere Behandlungsalternativen in der Schwangerschaft sein.
Unabhängig von der Migräne wird allen Frauen mit Kinderwunsch zur Vorbeugung von Fehlbildungen des Embryos die Einnahme von Folsäure empfohlen. Die Verwendung einiger Medikamente kann den Bedarf an Folsäure steigern und eine Gabe von höheren Folsäuremengen erforderlich machen. Sprich dazu mit deinem Frauenarzt.
Migräne kurz vor und während der Geburt
Je näher der errechnete Geburtstermin rückt, desto mehr Unruhe verbreitet sich und Fragen tauchen auf: Wird mein Kind gesund auf die Welt kommen? Sind die Schmerzen erträglich für mich? Was ist, wenn ich während der Entbindung eine Migräne-Attacke bekomme? All diese Ungewissheiten kann dir niemand vor der Geburt beantworten, trotzdem gibt es Möglichkeiten, die Ängste zu reduzieren. Viele werdende Eltern besuchen zudem einen Geburtsvorbereitungskurs, in dem sie Fragen zum Geburtsablauf klären, Tipps bekommen und über ihre Bedenken im Hinblick auf die Entbindung sprechen. Dabei erlernen die Paare unter anderem Massagetechniken, die nicht nur bei Migräne-Patientinnen entspannend wirken können. Dadurch vermeidest du vielleicht auch Stress und Verspannungen als Auslöser von Migräne, die ansonsten kurz vor der Geburt Kopfschmerzen verursachen könnten.
Behalte immer im Hinterkopf: Grundsätzlich solltest du während der Schwangerschaft möglichst keine Schmerzmittel einnehmen, bei besonders starken Schmerzen gibt dir ein Arzt jedoch - auch bei der Entbindung - Akutmedikamente. Eine Schmerzlinderung gegen die Wehen, wie zum Beispiel eine Periduralanästhesie (PDA), kannst du ebenfalls bekommen.
Migräne nach der Geburt
Nach der Entbindung gibt es erneut Hormonumstellungen im Körper der Frau, wodurch eine Migräne, die eventuell während der Schwangerschaft seltener vorkam, wieder zunehmen kann. Beispielsweise sinkt der Östrogenspiegel kurz nach der Entbindung schnell ab - während der Schwangerschaft war er auf einem gleichbleibenden, eher hohen Niveau.
Das Wochenbett beschreibt die Zeit nach der Entbindung, in der sich der weibliche Körper von der Geburt erholt und sich zurückbildet. Damit gehen auch Hormonveränderungen einher, die sich auf das Auftreten von Migräne auswirken können. Sogar Frauen, die vor der Geburt nie von Migräne geplagt waren, können im Wochenbett erstmals darunter leiden. Oft neigen die Betroffenen dann zu einer Migräne mit Aura.
Grundsätzlich gilt: Wer vor der Schwangerschaft eine Migräne mit Aura hatte, bekommt dieselbe Form wahrscheinlich auch nach der Geburt. Ebenso kann sich eine ansonsten bestehende Migräne ohne Aura in der Schwangerschaft oder im Wochenbett erstmals mit Aura bemerkbar machen. Anfallsartige Sehbeschwerden kündigen in diesem Fall meist die Kopfschmerzen an.
Gut gewappnet für die Zeit nach der Geburt
Wer sich während der Schwangerschaft bereits prophylaktisch auf das Wochenbett vorbereiten möchte, sollte vor allem Ruhe bewahren. Gut ist es immer, mögliche Migräne-Auslöser zu vermeiden.
Bei der Behandlung der Migräne nach der Schwangerschaft müssen besonders stillende Mütter aufpassen, welche Medikamente sie einnehmen können, ohne ihrem Säugling zu schaden. Schmerzmittel sowie Triptane gelangen möglicherweise in die Muttermilch.
Einige Arzneimittel darfst du während der Stillzeit gar nicht einnehmen, bei anderen solltest du eine Zeit lang (je nach Wirkstoff 12 bis 24 Stunden) bis zum nächsten Stillen warten. Da insbesondere Säuglinge nicht mehrere Stunden ohne Mahlzeit bleiben können, ist eine Möglichkeit, die Milch vor der Medikamenteneinnahme abzupumpen.
Migräne-Mittel haben womöglich auch nach der Entbindung negative Auswirkungen auf das Kind oder sie können die Milchproduktion beeinträchtigen. Sprich die medikamentöse Behandlung immer zunächst mit deinem Arzt ab. So kannst du gemeinsam eine passende Therapie für deine individuelle Situation finden. Familie, Beruf und Alltag zu organisieren, ist keine leichte Aufgabe. Die Migräne hat viele Gesichter.
Das Horrorszenario: Migräne während der Geburt
Die Aufregung vor der bevorstehenden Geburt triggerte sicherlich zusätzlich. Besonders Angst hatte ich jedoch vor der Kombination Geburt und Migräne. Ich dachte: “Okay, DAS muss die Hölle auf Erden sein!” Die meisten Frauen beschreiben die Schmerzen unter der Geburt als die schlimmsten und heftigsten ihres gesamten Lebens - und wie schmerzhaft Migräne-Attacken sind, wusste ich ja bereits. Die Kombination stellte ich mir als unaushaltbar vor.
Ich kannte jedoch auch vereinzelt ein paar Mütter, die ebenfalls unter Migräne litten und zu mir sagten, dass sie Migräne-Schmerzen als schlimmer empfinden, als die Schmerzen unter der Geburt.
Das hörte ich recht gerne, denn diese Schmerzen war ich in der Lage auszuhalten - und das bereits seit meinem 8. Lebensjahr monatlich, fast schon wöchentlich.
Ich durchforstete das Internet, fragte mich in Migräne-Gruppen durch, beriet mich mit meiner Frauenärztin und Hebamme. Doch ich fand nur Betroffene, die in der Schwangerschaft oder im Wochenbett bzw. in der Stillzeit von Migräne geplagt waren. Keine einzige Frau, die unter der Geburt Migräne hatte und mir hätte Tipps geben können. Niemand, der mir die Angst nehmen oder Hoffnung geben konnte! Meine Frauenärztin faselte was von PDA, Schmerzmittel und Kaiserschnitt und meine Hebamme war der guten Hoffnung, dass es nicht losgehen würde, wenn ich Migräne hatte. Daran hielt ich mich in den übrig gebliebenen Tagen fest.
Was hilft akut bei Migräne während der Geburt?
Gedankenimagination als Akuthilfe bei Migräne
Ich sah die Wehen eher als Wellen an. Ein Boot auf einem Ozean, das durch die Wellen seinem Ziel immer näher kommt. Die Wellen, die durch meine Atmung das Boot an den Strand spülen.
Unbeschreiblich diese Naturgewalt, die unter der Geburt zum Ausdruck kommt. Ich habe bisher nichts Faszinierenderes und Beeindruckenderes erlebt.
Auch bei Migräne können Imaginationsübungen helfen. Anhand der eigenen Vorstellungskraft wird der Schmerz verdrängt oder moduliert. Man kann sich z.B. in Gedanken an einen schönen Ort begeben, die Schmerzen abfließen lassen, oder wie ein Wissenschaftler den Schmerz untersuchen und schließlich verkleinern.
Medikamente in der Schwangerschaft - was ist erlaubt?
Ich habe in meiner gesamten Schwangerschaft auf Medikamente verzichtet. Zu groß waren mir mögliche Risiken für das Leben meines ungeborenen Kindes. Blutdrucksenker wie Beta-Blocker, Triptane, Schmerzmittel wie Novalgin, sämtliche Schlafmittel, Aspirin und eine lange Liste verschiedener Antibiotika sind tabu. Jedoch sind einige wenige Medikamente aus ärztlicher Sicht unbedenklich.
Zum Beispiel dürfen Ibuprofen oder Diclofenac im ersten und zweiten Trimenon, also vor der 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden, jedoch gilt hierfür im letzten Drittel absolutes Tabu. Grund dafür ist die Auswirkung von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) - zu denen auch Ibuprofen und Diclofenac zählen - auf die Gefäßverbindung zwischen der Hauptschlagader und der Lungenarterie im fetalen Blutkreislauf, dem sogenannten Ductus arteriosus: Ibuprofen oder Diclofenac können diesen vorzeitig verschließen und damit den Blutkreislauf des Babys unterbrechen. Ebenso diskutiert wird der Zusammenhang zwischen NSAR und Lungenhochdruck beim Neugeborenen (persistierender pulmonaler Hypertonus), sowie Störungen der Nierenfunktionen.
Zur Behandlung der Übelkeit kann in der Schwangerschaft Vomex eingesetzt werden, jedoch ab dem dritten Trimenon nur in äußersten Notfällen und nur nach Rücksprache mit dem Gynäkologen.
Alternative Behandlungsmethoden während der Schwangerschaft
Glücklicherweise gibt es ja noch diverse, nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne. Im Akutfall können beispielsweise Entspannung, Imaginationsübungen, Magnesiumgabe, Ingwer gegen Übelkeit oder Akupunktur helfen. Weitere natürliche Behandlungsmethoden findest du in unserem Artikel „Was hilft gegen Migräne im Akutfall?“.
Wie du Migräne auf natürlichem Wege vorbeugen kannst, haben wir in dem Artikel (Migräne vorbeugen) zusammengefasst. Eine weitere tolle und einfach durchzuführende Option ist die Einführung einer niedrig-glykämischen Ernährung, also einer Ernährung, die deinen Blutzucker eher niedrig-stabil hält und so nachweislich Migräneattacken vorbeugen kann.
Vermeidung von starken Blutzuckerschwankungen
Neuere Studien haben Zusammenhänge zwischen Insulinresistenz, hohen Blutzucker- und Insulinspiegeln und Migräne festgestellt. Besonders stark schwankende Blutzuckerreaktionen nach dem Essen können auf mehreren Ebenen Migräneanfälle fördern. Erste wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass eine niedrig-glykämische Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält, eine effektive Migräneprophylaxe sein kann.
Migräne- und Kopfschmerz-Apps
Mittlerweile gibt es diverse Studien zur Wirksamkeit von Apps. Das neue Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) sieht deshalb vor, dass bestimmte überprüfte Apps per Rezept verschrieben werden können.
Anzeichen der Geburt erkennen
Viele werdende Mütter sind unsicher, welche Anzeichen für die Geburt sprechen. Hier eine Übersicht:
- Übelkeit, innere Unruhe, Müdigkeit: Im Nachhinein berichten Frauen oft davon, dass sie vor dem Einsetzen der Wehen bestimmte Anzeichen für die Geburt verspürt haben.
- Wehen: Wenn echte Geburtswehen einsetzen, weißt du, dass dein Baby nun definitiv kommt. Doch bereits bevor die Geburtswehen auftreten, wirst du sogenannte Vorwehen verspüren. Auch sie kündigen die Geburt an, sind aber noch nicht muttermundwirksam. Erst die Eröffnungswehen in der Eröffnungsphase bewirken die Öffnung des Muttermunds.
- Blasensprung: Eine „geplatzte Fruchtblase“, wie der Blasensprung umgangssprachlich genannt wird, ist ein eindeutiges Anzeichen für die Geburt. In der Regel kommt es spontan erst dann zur Öffnung der Fruchtblase, nachdem die Geburtswehen eingesetzt haben. „Platzt“ die Fruchtblase vor Weheneintritt, wird von einem vorzeitigen Blasensprung gesprochen.
- Abgang des Schleimpfropfs: Bemerkst du eine größere Menge Schleim in deinem Slip, der Toilette oder unter der Dusche, kann es sich dabei um den Abgang des Schleimpfropfs handeln. Er gilt als Anzeichen für die Geburt. Allerdings kann es nach dem Abgang noch dauern, bis tatsächlich die Wehen einsetzen.
- Zeichnungsblutung: Mit dem Abgang des Schleimpfropfs kann eine leichte Blutung auftreten - die Zeichnungsblutung.
- Unlust auf die Schwangerschaft: Dir reicht es langsam? Du hast keine Lust mehr auf deinen kugelrunden Bauch? Diese Unlust kann ein Anzeichen sein, dass sich die Geburt ankündigt.
- Durchfall: Die Wehenhormone sorgen dafür, dass die Kontraktionen des Darms angeregt werden. Schwangere Frauen leiden vor der Geburt daher öfter an Durchfall. Verdauungsbeschwerden können aber auch viele andere Ursachen haben.
- Übelkeit und Erbrechen: Diese Beschwerden sind vielen Frauen noch aus ihren ersten Schwangerschaftswochen bekannt. Tatsächlich können sie zum Ende der Schwangerschaft noch einmal auftauchen. In manchen Fällen treten die Anzeichen auf, bevor die Wehen einsetzen.
- Müdigkeit und Erschöpfung: Die bleierne Müdigkeit aus den ersten Schwangerschaftswochen kann ebenfalls vor der Geburt noch einmal zurückkehren.
- Kopfschmerzen: Einige Frauen berichten davon, dass sie vor dem Beginn der Geburt Kopfschmerzen bekamen. Kopfschmerzen können jedoch auch durch Stress, Schlafmangel, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme oder andere Ursachen ausgelöst werden.
- Veränderungen im Babybauch: Manche Schwangere nehmen kurz vor der Geburt die Bewegungen des Babys als schmerzhaft wahr. Die Vorwehen schieben dein Kind außerdem tiefer ins Becken, wodurch sich die Position deines Babys und auch deine Bauchform verändert. Wer ab und zu Senkwehen verspürt, steht deshalb aber noch nicht unmittelbar vor der Entbindung.
- Innere Unruhe: Wenn du zunehmend hibbelig wirst, könnte auch das ein Anzeichen der Geburt sein. Du leidest an Schlaf- oder Appetitlosigkeit? Solche Beschwerden können ebenfalls Hinweise auf den Geburtsbeginn darstellen.
- Nestbautrieb: Viele Frauen verspüren kurz vor der Geburt den Drang danach, ihr „Nest“ in Ordnung zu bringen. Sie putzen noch einmal alles durch oder packen erneut die Kliniktasche.
- Austritt von Vormilch: Die Vormilch wird bereits während der Schwangerschaft gebildet, bei einigen Frauen können gelegentlich schon einige Tropfen austreten.
Was tun bei Anzeichen der Geburt?
- Ruhig bleiben: Das oberste Gebot bei Anzeichen für die Geburt lautet: ruhig bleiben - auch wenn es schwerfällt!
- Kontakt mit Hebamme oder Klinik aufnehmen: Das Einsetzen der Geburtswehen oder ein Blasensprung sind als eindeutige Geburtsanzeichen zu werten. Kontaktiere jetzt deine zuständige Betreuung und schildere die Anzeichen.
- Ungewöhnliche Beschwerden untersuchen lassen: Wenn dir etwas seltsam vorkommt, kontaktiere im Zweifelsfall stets deine Hebamme, deine gynäkologische Praxis oder die Geburtsklinik.
- Bei Geschwisterkindern schneller reagieren: Im Allgemeinen dauern Geburten bei Erstgebärenden länger als bei Frauen, die ihr zweites oder drittes Kind erwarten.
- Bei Pressdrang den Rettungsdienst oder die Hebamme verständigen: Wenn du schon einen Pressdrang verspürst, handelt es sich womöglich um eine überstürzte Geburt.
Migräne und geburtshilfliche Risiken
Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, von der insbesondere Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter betroffen sind. Ob eine Migräne-Vorgeschichte als klinisch nützlicher Marker für das geburtshilfliche Risiko dienen kann, ist unklar.
Eine Studie der Harvard Medical School untersuchte, inwieweit Migräne und Migräne-Phänotyp (sprich mit/ohne Aura) vor der Schwangerschaft mit verschiedenen Schwangerschaftskomplikationen zusammenhängen.
Die Ergebnisse: Ein zu niedriges Geburtsgewicht und Gestationsdiabetes waren nicht mit Migräne assoziiert. Das relative Präeklampsie-Risiko lag etwas höher bei Teilnehmerinnen mit Migräne mit Aura (+51 %) als bei Migräne ohne Aura (+30 %) - beide im Vergleich zu keiner Migräne. Ansonsten glichen sich die Ergebnisse der beiden Migräne-Phänotypen.
Die Migräne-Vorgeschichte kann somit für die Frauenärztin oder den Frauenarzt eine wichtige Information sein, um geburtshilflichen Risiken zu beurteilen und zu behandeln.