Mittel gegen Epilepsie bei Hunden

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen bei Hunden und kann sowohl für das Tier als auch für den Besitzer eine beängstigende Erfahrung sein. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Epilepsie bei Hunden, einschließlich ihrer Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Dabei werden sowohl konventionelle Therapien als auch alternative Ansätze wie die Verwendung von CBD-Öl beleuchtet.

Was ist Epilepsie bei Hunden?

Epilepsie ist eine neurologische Störung, die durch plötzliche, wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch vorübergehende Störungen der elektrischen Aktivität im Gehirn. Die Häufigkeit und Schwere der Anfälle können stark variieren. Schätzungen zufolge sind etwa 0,5% bis 5,7% aller Hunde von Epilepsie betroffen.

Arten von Epilepsie

Es gibt zwei Hauptformen von Epilepsie bei Hunden:

  • Idiopathische Epilepsie (primäre Epilepsie): Dies ist die häufigste Form, bei der keine erkennbare Ursache für die Anfälle gefunden werden kann. Es wird vermutet, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen. Die Anfälle beginnen meist im Alter von 1 bis 6 Jahren.
  • Symptomatische Epilepsie (sekundäre Epilepsie): In diesen Fällen sind die Anfälle ein Symptom einer anderen Grunderkrankung. Mögliche Ursachen sind Stoffwechselstörungen (z.B. niedriger Blutzuckerspiegel), Leber- oder Nierenerkrankungen, Gehirntumore, Entzündungen oder Vergiftungen.

Symptome und Phasen eines epileptischen Anfalls

Ein epileptischer Anfall kann sich auf verschiedene Weise äußern. Ein klassischer Anfall läuft in drei Phasen ab:

  1. Aura: Diese Phase kann einige Sekunden bis Tage dauern. Der Hund kann anhänglicher, unruhiger oder abwesend wirken. Die Symptome sind oft schwer zu erkennen, da sie nicht immer auffällig sind.
  2. Anfall (Iktus): Dies ist die eigentliche Anfallsphase, die in der Regel nur wenige Minuten dauert. Der Hund kann umfallen, das Bewusstsein verlieren, krampfen oder unkontrolliert Kot oder Urin absetzen. Dauert der Anfall länger als zehn Minuten, sollte sofort ein Tierarzt kontaktiert werden.
  3. Post-Iktal: Nach dem Anfall ist der Hund oft verwirrt, desorientiert und erschöpft. Er kann vermehrt trinken. Diese Phase kann einige Minuten bis Tage dauern.

Epileptische Anfälle können in zwei Haupttypen unterteilt werden:

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  • Fokale Anfälle: Die Entladung der Nervenzellen ist auf einen bestimmten Bereich des Gehirns beschränkt. Symptome können Zuckungen eines Beins oder des Mauls, Kopfschütteln oder Verhaltensauffälligkeiten sein. Der Hund bleibt bei Bewusstsein (einfach fokale Anfälle) oder zeigt Bewusstseinstörungen (komplex fokale Anfälle).
  • Generalisierte Anfälle: Beide Gehirnhälften sind betroffen. Der Hund verliert meist das Bewusstsein, bricht zusammen und hat Krämpfe. Eine häufige Form ist der tonisch-klonische Anfall mit abwechselnden Versteifungen und Zuckungen.

Was tun während eines Anfalls?

Während eines epileptischen Anfalls ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und die Umgebung des Hundes zu sichern. Entfernen Sie Gegenstände, an denen er sich verletzen könnte. Versuchen Sie nicht, den Hund festzuhalten oder ihm Medikamente zu verabreichen. Notieren Sie Datum, Uhrzeit, Dauer und Symptome des Anfalls. Filmen Sie den Anfall, falls möglich, um dem Tierarzt bei der Diagnose zu helfen.

Diagnose von Epilepsie

Die Diagnose von Epilepsie beginnt oft mit dem Ausschluss anderer möglicher Ursachen für die Anfälle, wie z.B. Stoffwechselstörungen, Vergiftungen oder Infektionen. Der Tierarzt wird eine gründliche Anamnese erheben und verschiedene Tests durchführen, darunter:

  • Blut- und Urinuntersuchungen: Um Organfunktionen zu überprüfen und Stoffwechselstörungen auszuschließen.
  • Neurologische Untersuchung: Um die Funktion des Nervensystems zu beurteilen.
  • Bildgebende Verfahren (CT oder MRT): Um Anomalien im Gehirn zu erkennen oder andere Erkrankungen auszuschließen.

Konventionelle Behandlungsmethoden

Die konventionelle Behandlung von Epilepsie bei Hunden zielt darauf ab, die Häufigkeit, Schwere und Dauer der Anfälle zu reduzieren. Da Epilepsie nicht heilbar ist, ist eine langfristige medikamentöse Therapie oft notwendig.

Antiepileptika

Die am häufigsten verwendeten Antiepileptika bei Hunden sind:

  • Phenobarbital: Ist eines der am häufigsten verwendeten Antiepileptika bei Hunden. Es wirkt, indem es die Aktivität im Gehirn dämpft, um die Häufigkeit und Schwere der Anfälle zu reduzieren. Viele Hundebesitzer berichten von einer signifikanten Verbesserung im Zustand ihrer Haustiere nach der Einnahme dieses Medikaments. Phenobarbital gehört zur Substanzklasse der Barbiturate und ist zur Behandlung generalisierter Anfälle bei Hunden zugelassen. Phenobarbital wirkt durch Bindung an den so genannten GABA-Rezeptor. GABA ist der wichtigste hemmende Neurotransmitter des Nervensystems. Barbiturate - und so auch Phenobarbital - verstärken die GABA-Wirkung am Rezeptor. Mit einer Phenobarbital-Monotherapie können etwa zwei Drittel aller epileptischen Hunde kontrolliert werden.
    • Nebenwirkungen: Zu Behandlungsbeginn können vermehrte Schläfrigkeit und Antriebslosigkeit auftreten. Auch Polyurie (vermehrter Urinabsatz), Polydipsie (vermehrter Durst) und Polyphagie (vermehrter Hunger) können vor allem zu Behandlungsbeginn auftreten. Eine seltene Nebenwirkung ist die so genannte Panzytopenie durch Beeinträchtigung des Knochenmarks. Da Phenobarbital in der Leber abgebaut wird, kann die Aktivität der Leberenzyme erhöht sein.
    • Wichtig: Die korrekte Einstellung des Patienten auf das Antiepileptikum ist wichtig. In den ersten Wochen neigen Hunde dazu, sehr müde zu sein, zeigen vereinzelt Schwierigkeiten beim Laufen und fallen durch gesteigerten Durst und Hunger auf. Eine Beurteilung der Wirksamkeit der gewählten Phenobarbital-Dosis ist jedoch erst nach etwa 14 Tagen möglich. Die Gabe von Phenobarbital erfolgt zweimal täglich, immer zur gleichen Zeit. Dosisanpassungen sollten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Tierarzt erfolgen. Auch wenn der Hund schon langfristig keine Anfälle mehr gezeigt hat, ist ein abruptes Absetzen von Phenobarbital dringend zu unterlassen.
  • Kaliumbromid: Kaliumbromid ist wie Phenobarbital bereits seit vielen Jahrzehnten Bestandteil der Epilepsietherapie bei Mensch und Hund, hat aber in der Humanmedizin wie auch Phenobarbital aufgrund neuer Entwicklungen sehr stark an Bedeutung verloren. Es wird oft in Kombination mit Phenobarbital verwendet, insbesondere wenn Phenobarbital allein nicht ausreichend wirksam ist oder wenn der Hund empfindlich auf Phenobarbital reagiert. Kaliumbromid als Wirkstoff verfolgt einen anderen Therapieansatz als Pexion® oder Phenobarbital, da die enthaltenen Bromid-Ionen stärker als Chlorid-Ionen in die Nervenzellen einströmen und so eine stärkere Ruhigstellung der Zellen erreicht wird.
    • Wichtig: Während der Therapie mit Kaliumbromid muss eine gleichbleibende Fütterung eingehalten werden, da eine Veränderung der Kochsalzmenge (NaCl) vermieden werden muss.
  • Pexion: PEXION® ist das erste speziell für den Hund entwickelte Antiepileptikum. Es entfaltet seine volle Wirksamkeit innerhalb von zwei Tagen. PEXION® führt nicht zu einer Abhängigkeit und auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht bekannt. PEXION® steigert nicht die Aktivität von Leberenzymen, sodass kein Einfluss auf die Leber und den Leberstoffwechsel zu erwarten ist.
    • Nebenwirkungen: Insbesondere in den ersten Tagen sind leichte Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder vermehrter Hunger möglich.
  • Diazepam: Bei einem langanhaltenden Anfall wird Diazepam rektal verabreicht. Dieses Medikament hilft dem Hund, den Anfall zu überwinden.

Die Wahl des geeigneten Antiepileptikums hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der spezifischen Bedürfnisse des Hundes, der Schwere der Epilepsie und der Reaktion auf frühere Behandlungen.

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Wichtige Hinweise zur medikamentösen Therapie

  • Die Medikamentengabe muss regelmäßig und immer ungefähr zur gleichen Tageszeit erfolgen.
  • Ändern oder unterbrechen Sie die Medikation NIE, ohne vorher mit Ihrem Tierarzt gesprochen zu haben.
  • Regelmäßige Blutuntersuchungen sind notwendig, um die Medikamentenspiegel im Blut zu überwachen und mögliche Nebenwirkungen zu erkennen.
  • Ziel der Therapie ist es, die Anfallshäufigkeit auf maximal einmal pro Monat zu reduzieren.

Alternative Behandlungsmethoden: CBD-Öl

In den letzten Jahren hat CBD (Cannabidiol) zunehmend Aufmerksamkeit als alternative Behandlungsmöglichkeit für Epilepsie bei Hunden erhalten. CBD ist ein nicht-psychoaktives Cannabinoid, das aus der Hanfpflanze gewonnen wird.

Wie wirkt CBD?

Studien und Erfahrungsberichte deuten darauf hin, dass CBD die Krampfschwelle im Gehirn erhöhen und so die Häufigkeit und Schwere von Anfällen reduzieren kann. CBD interagiert mit dem Endocannabinoid-System des Körpers, das eine wichtige Rolle bei der Regulierung verschiedener physiologischer Prozesse spielt, darunter die neuronale Aktivität.

Studienergebnisse zur Wirksamkeit von CBD

Eine Studie der Colorado State University untersuchte den Effekt von CBD auf die Anfallshäufigkeit bei Hunden mit schwer behandelbarer idiopathischer Epilepsie. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Reduktion der Anfallsfrequenz in der CBD-Gruppe um durchschnittlich 33% im Vergleich zur Placebogruppe. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass höhere CBD-Blutkonzentrationen mit einer stärkeren Reduktion der Anfallsfrequenz korrelierten.

Verträglichkeit und Sicherheit von CBD

Hinsichtlich der Sicherheit wurde CBD gut vertragen. Die meisten Hunde in der CBD-Gruppe zeigten keine signifikanten Nebenwirkungen, abgesehen von einer vorübergehenden und leichten Erhöhung der alkalischen Phosphatase im Blut, die ohne klinische Symptome blieb.

Die Bedeutung von Bio CBD Öl

Bei der Verwendung von CBD-Öl ist die Qualität des Öls entscheidend. Bio CBD Öl garantiert, dass keine schädlichen Chemikalien oder Zusätze verwendet werden, was für die Gesundheit der Tiere besonders wichtig ist.

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Tipps zur Anwendung von CBD-Öl

  • Langsam angehen lassen: Beginnen Sie mit einer niedrigen Dosis und steigern Sie diese langsam, bis die gewünschte Wirkung erzielt wird.
  • Tierarzt konsultieren: Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, bevor Sie Ihrem Hund CBD geben, besonders wenn er bereits Medikamente nimmt.
  • Auf die Reaktion achten: Beobachten Sie Ihren Hund auf mögliche Nebenwirkungen und passen Sie die Dosis entsprechend an.
  • Regelmäßige Checks sind Pflicht: Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt helfen sicherzustellen, dass das CBD Öl dem Hund auch wirklich guttut.

Mögliche Nebenwirkungen

Mild und im Allgemeinen vorübergehend. Zu Beginn der Behandlung. Möglicherweise in Zusammenhang mit der Behandlung. Vorübergehend. Tritt früh im Laufe der Behandlung auf. Bei mehr als der Hälfte der Hunde mit Ataxie in einer klinischen Studie klangen die Symptome spontan innerhalb von 24 Stunden bei fortgesetzter Behandlung und bei der Hälfte der restlichen Hunde innerhalb von 48 Stunden ab. Die meisten Ereignisse sind vorübergehend und klingen während oder kurz nach Beendigung der Behandlung ab.

Was tun bei einem epileptischen Anfall?

Wenn Ihr Hund einen epileptischen Anfall hat, ist es wichtig, ruhig zu bleiben und die folgenden Schritte zu unternehmen:

  • Bleiben Sie ruhig: Panik hilft weder Ihnen noch Ihrem Hund.
  • Sichern Sie die Umgebung: Entfernen Sie alle Gegenstände, an denen sich Ihr Hund verletzen könnte.
  • Notieren Sie den Anfall: Achten Sie auf die Dauer des Anfalls und die Symptome, die Ihr Hund zeigt. Dies hilft Ihrem Tierarzt bei der Diagnose und Behandlung.
  • Filmen Sie den Anfall: Ein Video des Anfalls kann Ihrem Tierarzt helfen, die Art des Anfalls zu bestimmen.
  • Kontaktieren Sie Ihren Tierarzt: Informieren Sie Ihren Tierarzt über den Anfall und befolgen Sie seine Anweisungen.

Leben mit einem Hund mit Epilepsie

Ein Hund mit Epilepsie benötigt viel Aufmerksamkeit und Fürsorge. Es ist wichtig, sich gut über die Erkrankung zu informieren und eng mit dem Tierarzt zusammenzuarbeiten. Mit der richtigen Therapie und Unterstützung kann ein Hund mit Epilepsie ein erfülltes und glückliches Leben führen.

Benötigt ein Hund mit Epilepsie eine spezielle Ernährung?

Studiendaten zeigen, dass bestimmte Fettsäuren antiepileptische Eigenschaften bei Hunden haben.

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