Morbus Ledderhose: Ursachen von Taubheitsgefühlen und Behandlungsansätze

Morbus Ledderhose, auch Plantarfibromatose genannt, ist eine gutartige Erkrankung, bei der sich Knoten und Stränge im Bindegewebe der Fußsohle bilden. Diese Wucherungen können Schmerzen verursachen, die Beweglichkeit einschränken und in manchen Fällen zu Taubheitsgefühlen führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Morbus Ledderhose, insbesondere im Zusammenhang mit Taubheitsgefühlen, und stellt verschiedene Therapieansätze vor.

Was ist Morbus Ledderhose?

Morbus Ledderhose ist eine chronische Erkrankung, die durch das Wachstum von Knoten und Verhärtungen in der Plantarfaszie gekennzeichnet ist. Die Plantarfaszie ist eine dicke Bindegewebsplatte, die sich von der Ferse bis zu den Zehen erstreckt und das Fußgewölbe stützt. Die Erkrankung verläuft oft schubweise und kann sich über Jahre hinziehen.

Die genaue Ursache von Morbus Ledderhose ist unbekannt, aber es gibt Hinweise auf eine genetische Veranlagung. Verletzungen, bestimmte Medikamente und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus können das Risiko ebenfalls erhöhen. Die Erkrankung tritt häufiger bei Männern im mittleren und höheren Lebensalter auf.

Ursachen von Taubheitsgefühlen bei Morbus Ledderhose

Taubheitsgefühle im Zusammenhang mit Morbus Ledderhose können verschiedene Ursachen haben:

  • Druck auf Nerven: Die Knoten und Verhärtungen der Plantarfaszie können auf Nerven in der Fußsohle drücken und so Taubheitsgefühle, Kribbeln oder brennende Schmerzen verursachen. Dies kann insbesondere den Fußballen und die Zehen betreffen.
  • Tarsaltunnelsyndrom: In einigen Fällen kann Morbus Ledderhose zu einem Tarsaltunnelsyndrom führen. Dabei wird der Nervus tibialis posterior, der durch den Tarsaltunnel am Innenknöchel verläuft, eingeengt. Dies kann zu Schmerzen, Taubheitsgefühlen und Kribbeln im Fuß und in den Zehen führen.
  • Begleitende Erkrankungen: Taubheitsgefühle im Fuß können auch durch andere Erkrankungen verursacht werden, die unabhängig von Morbus Ledderhose bestehen, wie z.B. Diabetes oder periphere Neuropathie.

Symptome von Morbus Ledderhose

Die Symptome von Morbus Ledderhose können variieren, aber typische Anzeichen sind:

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  • Knoten oder Verhärtungen in der Fußsohle, die sich unter der Haut tasten lassen
  • Schmerzen beim Gehen oder Stehen, insbesondere bei Belastung des Fußes
  • Schmerzen beim Tragen von Schuhen, vor allem wenn diese eng sind oder ein hartes Fußbett haben
  • Einziehungen oder Verklebungen der Haut über den Knoten
  • Taubheitsgefühle, Kribbeln oder brennende Schmerzen im Fuß oder in den Zehen

Diagnose von Morbus Ledderhose

Die Diagnose von Morbus Ledderhose wird in der Regel anhand einer körperlichen Untersuchung gestellt. Der Arzt wird die Fußsohle abtasten, um Knoten oder Verhärtungen zu identifizieren. Zusätzliche Untersuchungen können erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen und andere Ursachen für die Beschwerden auszuschließen:

  • Ultraschall: Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen, die Größe und Lage der Knoten zu bestimmen.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Eine MRT kann detailliertere Bilder der Weichteile liefern und andere Erkrankungen ausschließen.
  • Röntgen: Röntgenaufnahmen können knöcherne Veränderungen ausschließen.
  • Nervenleitgeschwindigkeitsmessung: Bei Verdacht auf ein Tarsaltunnelsyndrom kann eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung durchgeführt werden, um die Funktion des Nervus tibialis posterior zu überprüfen.
  • Biopsie: In seltenen Fällen kann eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen und unter dem Mikroskop untersucht werden, um die Diagnose zu bestätigen.

Behandlungsmöglichkeiten von Morbus Ledderhose

Die Behandlung von Morbus Ledderhose zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Es gibt verschiedene konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten:

Konservative Behandlung

  • Schuhwerk und Einlagen: Das Tragen von gut passenden Schuhen mit weichen Einlagen kann den Druck auf die Knoten reduzieren und Schmerzen lindern. Spezielle Einlagen können das Fußgewölbe stützen und Fehlstellungen korrigieren.
  • Dehnübungen: Regelmäßiges Dehnen der Plantarfaszie kann die Spannung im Gewebe verringern und die Durchblutung verbessern. Eine einfache Übung ist das Rollen eines Tennisballs unter der Fußsohle.
  • Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann spezielle Übungen und Techniken anleiten, um die Fußmuskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern. Ultraschalltherapie kann ebenfalls eingesetzt werden, um Entzündungen zu reduzieren und die Heilung zu fördern.
  • Medikamente: Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente (NSAR) wie Ibuprofen können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu lindern. In einigen Fällen können Kortisonspritzen in die Knoten verabreicht werden, um die Entzündung zu reduzieren. Allerdings sind Kortisonspritzen umstritten, da sie Nebenwirkungen haben können und die Knoten oft nur vorübergehend verkleinern.
  • Stoßwellentherapie: Die Stoßwellentherapie ist eine nicht-invasive Behandlung, bei der hochenergetische Schallwellen auf das betroffene Gewebe gerichtet werden. Dies kann helfen, Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern.
  • Bestrahlung: Die Bestrahlung mit Röntgenstrahlen kann das Wachstum der Knoten verlangsamen oder sogar zum Rückgang bringen. Die Bestrahlung ist jedoch umstritten, da sie mit einem geringen Risiko für Spätfolgen wie Hautveränderungen oder die Entstehung von Tumoren verbunden ist.
  • Lokale Injektionen: Die lokale Injektion von Kortison oder Enzymen, die die Knoten auflösen sollen, ist eine weitere Behandlungsoption. Solche Infiltrationen sind allerdings umstritten, da sie meist wenig erfolgreich und mit Nebenwirkungen belastet sind.
  • Massagen: Eine Patientin berichtete, dass sie ihren Ledderhoseknoten durch tägliches Massieren (etwa 1,5 Stunden) über mehr als zwei Monate komplett weggebracht hat. Obwohl dies nicht bei jedem funktionieren muss, ist es einen Versuch wert.

Operative Behandlung

Eine Operation wird in der Regel nur in Betracht gezogen, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen und die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen erheblich sind. Es gibt verschiedene operative Verfahren:

  • Perkutane Gewebeablation: Bei diesem minimalinvasiven Verfahren werden die Knoten und das umliegende Gewebe über kleine Schnitte in der Haut entfernt. Der Eingriff wird unter Ultraschallkontrolle durchgeführt.
  • Offene Operation: Bei der offenen Operation werden die Knoten und das betroffene Gewebe durch einen größeren Schnitt entfernt. In einigen Fällen kann es erforderlich sein, die Plantarfaszie teilweise oder vollständig zu entfernen.
  • Dermofasziektomie: In schweren Fällen kann eine Dermofasziektomie mit Hauttransplantation erforderlich sein. Dabei wird die Haut zusammen mit dem betroffenen Gewebe entfernt und durch ein Hauttransplantat ersetzt.

Die operative Behandlung von Morbus Ledderhose ist oft mit einem hohen Rezidivrisiko verbunden, d.h. die Knoten können nach der Operation erneut auftreten.

Rezidive

Wie alle Fibromatosen neigt leider auch der Morbus Ledderhose zu Rezidiven. Das bedeutet, dass auch nach Entfernung der Knoten häufig wieder neue nachwachsen. In manchen Fällen liegt das daran, dass die Knoten nicht vollständig entfernt wurden.

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Was kann man selbst tun?

Neben den genannten Behandlungsmöglichkeiten gibt es einige Dinge, die Betroffene selbst tun können, um die Beschwerden zu lindern:

  • Geeignetes Schuhwerk: Tragen Sie Schuhe mit flachen Absätzen, einem weichen Fußbett und ausreichend Platz für die Zehen.
  • Gewichtsreduktion: Übergewicht kann die Belastung der Füße erhöhen und die Beschwerden verschlimmern.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann die Durchblutung verbessern und die Fußmuskulatur stärken. Vermeiden Sie jedoch Aktivitäten, die die Füße stark belasten.
  • Kühlen: Kühlen Sie die betroffene Stelle bei Schmerzen oder Entzündungen mit Eispackungen.
  • Entzündungshemmende Ernährung: Eine entzündungshemmende Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren kann helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren.

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