MRT Gehirn Weiber Fleck Ursachen: Ein umfassender Überblick

Weiße Flecken im Gehirn, auch bekannt als White Matter Hyperintensities (WMH), Leukoaraiose oder Leukenzephalopathie, sind ein häufiges Phänomen, das in der Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns sichtbar wird. Diese Veränderungen in der weißen Substanz können vielfältige Ursachen haben und in unterschiedlichem Ausmaß auftreten. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Vorhandensein solcher Flecken nicht zwangsläufig auf eine Erkrankung hinweist, sondern auch im Rahmen des normalen Alterungsprozesses auftreten kann. Dieser Artikel soll einen umfassenden Überblick über die Ursachen, Diagnose und Bedeutung weißer Flecken im Gehirn geben.

Was sind weiße Flecken im Gehirn?

Der Begriff "weiße Flecken" bezieht sich auf Bereiche im Gehirn, die in T2-gewichteten MRT-Bildern heller erscheinen als die umgebende weiße Substanz. Die weiße Substanz besteht hauptsächlich aus Nervenfasern, die von einer Myelinscheide umgeben sind. Diese Myelinscheide ermöglicht eine schnelle und effiziente Übertragung von Nervenimpulsen. Veränderungen in der weißen Substanz können auf eine Schädigung oder einen Verlust der Myelinscheide hinweisen.

Ursachen für weiße Flecken im Gehirn

Die Ursachen für weiße Flecken im Gehirn sind vielfältig und reichen von harmlosen altersbedingten Veränderungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen. Es ist wichtig, die verschiedenen Ursachen zu kennen, um eine korrekte Diagnose stellen und eine angemessene Behandlung einleiten zu können.

Altersbedingte Veränderungen

Mit zunehmendem Alter treten weiße Flecken im Gehirn häufiger auf. Diese altersbedingten Veränderungen werden als Leukoaraiose bezeichnet und sind oft mit einer altersbedingten Abnahme der Durchblutung des Gehirns verbunden. Die Übergänge vom normalen Altern bis hin zum Krankheitswert sind fließend. Beginnen konfluierende Flecken können oft noch dem Alterungsprozess von Mitte Sechzigjährigen zugeordnet werden, erscheint ein rein konfluierendes Bild pathologisch.

Vaskuläre Risikofaktoren

Vaskuläre Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Rauchen und erhöhte Cholesterinwerte können zu Mikroangiopathien führen, die sich als weiße Flecken im Gehirn manifestieren. Diese Risikofaktoren schädigen die kleinen Blutgefäße im Gehirn, was zu einer verminderten Durchblutung und Schädigung der weißen Substanz führt. Bei Mikroangiopathien gibt es eine Korrelation mit Demenzen, Depression, Schlaganfällen und sogar Tod. Neben dem Alterungsprozess zählen Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes Mellitus und einige andere vaskuläre Faktoren zu den Auslösern.

Lesen Sie auch: Faszination Nesseltiere: Wie sie ohne Gehirn leben

Entzündliche und Autoimmunerkrankungen

Entzündliche und Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose (MS), systemischer Lupus erythematodes (SLE) und Vaskulitis können ebenfalls weiße Flecken im Gehirn verursachen. Bei diesen Erkrankungen greift das Immunsystem fälschlicherweise das eigene Körpergewebe an, was zu Entzündungen und Schädigungen der weißen Substanz führt. Bei den entzündlichen Erkrankungen ist die Multiple Sklerose mit einer Prävalenz von 100 zu 100.000 am häufigsten. MS ist eine chronische Entzündung, bei der die schützenden Hüllen der Nerven im Gehirn und Rückenmark geschädigt werden. Die typischen Entzündungsherde („Läsionen“) erscheinen in der Bildgebung als helle, klar abgrenzbare Flecken im Nervengewebe. Mit Kontrastmittel kann man zudem erkennen, ob es sich um frische, aktive Entzündungen oder ältere, vernarbte Herde handelt.

Infektiöse Ursachen

Infektionen des zentralen Nervensystems, wie z. B. Neuroborreliose, können ebenfalls weiße Flecken im Gehirn verursachen. Die beständig durch die Medien geisternde Neuro-Borreliose tritt nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 100.000 auf.

Toxische und metabolische Ursachen

Toxische Substanzen wie Alkohol und bestimmte Medikamente sowie Stoffwechselstörungen können ebenfalls zu Schädigungen der weißen Substanz und somit zu weißen Flecken im Gehirn führen.

Traumatische Ursachen

Schädeltrauma und andere Verletzungen des Gehirns können ebenfalls weiße Flecken verursachen. Verletzungen durch Unfälle oder Bandscheibenvorfälle lassen sich ebenfalls erkennen, weil Druck auf das Rückenmark oder Unterbrechungen der Nervenbahnen deutlich sichtbar werden.

Seltene Ursachen

In seltenen Fällen können auch hereditäre Erkrankungen, wie z. B. Morbus Fabry, weiße Flecken im Gehirn verursachen. So dürfte es beruhigen, dass hereditäre Erkrankungen als sehr selten eingestuft werden.

Lesen Sie auch: Lesen Sie mehr über die neuesten Fortschritte in der Neurowissenschaft.

Diagnose von weißen Flecken im Gehirn

Die Diagnose von weißen Flecken im Gehirn basiert in der Regel auf einer Kombination aus Anamnese, neurologischer Untersuchung und bildgebenden Verfahren.

Anamnese und neurologische Untersuchung

Der Arzt wird zunächst eine ausführliche Anamnese erheben, um Informationen über die Krankengeschichte, Risikofaktoren und Begleitsymptome des Patienten zu erhalten. Anschließend erfolgt eine neurologische Untersuchung, um neurologische Defizite wie z. B. Sensibilitätsstörungen, Lähmungen oder Koordinationsstörungen festzustellen. Für den Radiologen werden T2-gewichtete Bilder zur Differentialdiagnose immer wichtiger, denn mit ihrer Hilfe lassen sich Mikroblutungen detektieren. Auch helfen kontrastverstärkte Bilder, Tumore, Metastasen und Entzündungsmuster leichter zu diagnostizieren. Darüber hinaus muss man feststellen, dass wir Radiologen nichts ohne die notwendigen klinischen Angaben sind. Die Kommunikation mit den Zuweisern ist daher unglaublich wichtig. Wir sind auf die Anamnese, auf Ergebnisse der klinischen Untersuchung und Werte aus Blut und Liquor angewiesen, um eine adäquate Diagnose vornehmen zu können.

Bildgebende Verfahren

Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist das wichtigste bildgebende Verfahren zur Beurteilung von weißen Flecken im Gehirn. Die MRT ermöglicht eine detaillierte Darstellung der weißen Substanz und kann helfen, die Ursache und das Ausmaß der Veränderungen zu beurteilen. In einem MRT sind Veränderungen an der Weißen Substanz im Gehirn gut erkennbar: Sie erscheinen als helle, weiße Flecken auf den Scans. Für Erkrankungen wie die Multiple Sklerose sind die ergänzende MRT-Untersuchung des Rückenmarks und MRT-Kontrollen des Schädels zentrale Punkte des Erkenntnisgewinns.

Weitere Untersuchungen

In einigen Fällen können weitere Untersuchungen erforderlich sein, um die Ursache der weißen Flecken im Gehirn zu klären. Dazu gehören Blutuntersuchungen, Liquoranalyse und evozierte Potentiale. Unabdingbar ist auch die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor- oder Lumbalpunktion): Damit können wir entzündliche Veränderungen des Nervenwassers aufdecken und andere Krankheitsursachen ausschließen. Untersuchungen der so genannten Evozierten Potenziale, die wir durch Sinnesreize auslösen stützen die Diagnose: So können Mediziner klinisch unauffällige Herde wie eine unbemerkt gebliebene Sehnervenentzündung aufdecken.

Bedeutung von weißen Flecken im Gehirn

Die Bedeutung von weißen Flecken im Gehirn hängt von der Ursache, dem Ausmaß und dem Vorhandensein von Begleitsymptomen ab. In vielen Fällen sind weiße Flecken im Gehirn asymptomatisch und stellen keine unmittelbare Bedrohung für die Gesundheit dar. Sie können jedoch ein Hinweis auf ein erhöhtes Risiko für zukünftige neurologische Erkrankungen wie Demenz oder Schlaganfall sein.

Lesen Sie auch: Tinnitus und Gehirnaktivität: Ein detaillierter Einblick

Asymptomatische weiße Flecken

Asymptomatische weiße Flecken im Gehirn sind häufig altersbedingt und erfordern in der Regel keine spezielle Behandlung. Es ist jedoch ratsam, vaskuläre Risikofaktoren zu kontrollieren, um das Risiko für zukünftige neurologische Erkrankungen zu minimieren.

Symptomatische weiße Flecken

Symptomatische weiße Flecken im Gehirn können auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung hinweisen. Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei entzündlichen und Autoimmunerkrankungen können Immunsuppressiva eingesetzt werden, während bei infektiösen Ursachen Antibiotika oder Antimykotika erforderlich sein können.

Weiße Flecken im Gehirn bei Frauen nach der Menopause

Eine Studie des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) hat gezeigt, dass Frauen nach der Menopause ein höheres Ausmaß an weißen Flecken im Gehirn aufweisen als gleichaltrige Männer. Dies deutet darauf hin, dass hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit der Menopause eine Rolle bei der Entstehung von weißen Flecken im Gehirn spielen könnten. Die Studienergebnisse zeigen also, dass Frauen, bei denen die Menopause bereits begonnen hat, anfälliger für Veränderungen an den Hirngefäßen und damit für Hirnerkrankungen sind als Frauen vor der Menopause, selbst wenn sie ein ähnliches Alter haben. Schäden an der weißen Hirnsubstanz führen nicht zwangsläufig zu Demenz oder Schlaganfall, sie erhöhen jedoch das Risiko dafür. Die Ursachen für diese Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind unklar. Schon länger wird darüber spekuliert, dass das Hormon Östrogen eine schützende Wirkung haben könnte, die im Alter verloren geht, weil der weibliche Organismus dessen Produktion mit den Wechseljahren nach und nach einstellt.

tags: #mrt #gehirn #weiber #fleck