MRT des Kopfes und Halses: Eine umfassende Erklärung

Die Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes und Halses ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder der Strukturen im Kopf- und Halsbereich liefert. Sie ist ein wertvolles Werkzeug zur Diagnose einer Vielzahl von Erkrankungen, von Tumoren und Entzündungen bis hin zu Gefäßanomalien und neurologischen Störungen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die MRT des Kopfes und Halses, einschließlich des Ablaufs, der Indikationen, der Interpretation der Ergebnisse und der potenziellen Risiken und Vorteile.

Ablauf einer Kopf-MRT

Eine typische Kopf-MRT-Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten. Während der Untersuchung liegen Sie mit dem Kopf in der MRT-Röhre. Wenn Sie unter Platzangst leiden, kann Ihnen im Vorfeld ein Beruhigungsmittel verabreicht werden. Bedenken Sie jedoch, dass Sie nach der Untersuchung nicht mehr fahrtüchtig sind und eine Begleitperson benötigen.

Vorbereitung

Sofern keine Kontrastmittelgabe erforderlich ist und keine grundsätzlichen Ausschlusskriterien vorliegen, sind im Vorfeld keine besonderen Vorkehrungen zu treffen. Sie müssen nicht nüchtern sein und sind nach der Untersuchung sofort wieder einsatzfähig und fahrtüchtig, sofern Sie kein Beruhigungsmittel eingenommen haben.

Es wird empfohlen, auf Make-up, Rouge, Lidschatten und Lippenstift zu verzichten, da einige Kosmetika metallische Bestandteile enthalten können, die zu Wärmeentwicklung oder Missempfindungen auf der Haut führen können. Uhren, Piercings, Ketten, Haarspangen und Ohrringe sollten ebenfalls entfernt werden.

Kontrastmittelgabe

In bestimmten Fällen, insbesondere bei der Darstellung der Halsgefäße, ist die Gabe eines Kontrastmittels erforderlich. Dieses wird über eine Kanüle in die Armvene gespritzt. Informieren Sie Ihren Arzt unbedingt über bekannte Allergien gegen Kontrastmittel oder eine Niereninsuffizienz. In der Regel ist vor der Untersuchung die Bestimmung Ihres Kreatininwerts erforderlich, um die Nierenfunktion zu überprüfen.

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Indikationen für eine Kopf-MRT

Eine Kopf-MRT kann aus verschiedenen Gründen angeordnet werden, darunter:

  • Abklärung von Kopfschmerzen: Insbesondere bei neu aufgetretenen, ungewöhnlich starken oder chronischen Kopfschmerzen.
  • Diagnose von neurologischen Erkrankungen: Wie Multiple Sklerose, Schlaganfall, Demenz oder Parkinson-Krankheit.
  • Untersuchung von Hirntumoren: Zur Diagnose, Verlaufskontrolle und Therapieplanung.
  • Beurteilung von Entzündungen im Gehirn: Wie Enzephalitis oder Meningitis.
  • Abklärung von Gefäßerkrankungen: Wie Aneurysmen, Stenosen oder Gefäßmissbildungen.
  • Untersuchung von Verletzungen des Kopfes: Nach einem Schädel-Hirn-Trauma.
  • Abklärung von Hörverlust, Tinnitus oder Schwindel: Um Ursachen im Innenohr oder Hörnerv auszuschließen.
  • Planung von Operationen im Kopfbereich: Um die genaue Lage und Ausdehnung von Tumoren oder anderen Läsionen zu bestimmen.

MRT des Kopfes mit Gefäßdarstellung (Angiographie)

Bei einer Kopf-MRT mit Gefäßdarstellung/Angiographie werden die hirnversorgenden Arterien abgebildet und beurteilt. Dies umfasst sowohl die Gefäße im Kopf (die in der Regel ohne Kontrastmittel dargestellt werden) als auch die Halsgefäße (Untersuchung mit Kontrastmittel).

Neben der Beurteilung der Hirnstrukturen, der knöchernen Anteile und Weichteile werden bei dieser Untersuchung die Gefäße auf Einengungen (Stenosen) durch Plaques bzw. Verkalkungen und Aneurysmen (Aussackung der Gefäßwand, insbesondere der Schädelbasisarterien) untersucht. Zusätzlich können bei bestimmten Fragestellungen auch die großen Sammelvenen des Gehirns beurteilt werden (z. B. bei Fragen nach Infiltration der Venen durch einen Tumor oder Venenverschluss bei bestimmten Erkrankungen).

Die Untersuchung dauert insgesamt ca. 30 Minuten.

MR Carotisangiographie

Die MR Carotisangiographie beschränkt sich auf die Darstellung der hirnversorgenden Gefäße im Halsbereich (Halsarterien). Eine anderweitige Darstellung und Beurteilung des Kopfes (z. B. Hirnstrukturen, Schädel usw.) ist bei dieser Untersuchung nicht vorgesehen.

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Sie kommt z.B. zum Einsatz, wenn bei einem Gefäßultraschall eine unklare oder undifferenzierte Einengung der Halsgefäße (Carotiden) festgestellt wurde, oder ein Gefäß sich nicht darstellen lässt. Mit einer anschließenden MRT-Untersuchung der Halsgefäße lässt sich dieser Befund genauer beurteilen. Dies ist wichtig, um eine eventuelle Therapie noch effektiver planen oder aber auch deren generelle Notwendigkeit einschätzen zu können.

Die Untersuchung dauert ca. 20 Minuten.

MRT der Halsweichteile

Zur Abklärung von unklaren Schluckbeschwerden oder Schwellungen des Halses ist eine MRT der Halsweichteile eine sinnvolle ergänzende Untersuchungsmethode, um raumfordernde oder entzündliche Prozesse abzuklären oder auszuschließen.

Die Untersuchung dauert ca. 20 Minuten.

MRT in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (HNO)

Die Neuroradiologie bietet die gesamte moderne Diagnostik der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und der Augenheilkunde. Untersucht werden z.B. bei Verdacht auf einen Kehlkopftumor oder Rachentumor, die Nasennebenhöhlen, Augenhöhlen, Mittel- und Innenohr, die Mundhöhle, den Rachen, die Speicheldrüsen, den Kehlkopf und die übrigen Halsweichteile.

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Schwerpunkte liegen auf der bildgebenden Diagnostik und der Nachsorge für Patienten mit Tumoren im Kopf-Hals-Bereich, der Abklärung von traumatischen Erkrankungen sowie der Abklärung akut aufgetretener oder chronisch entzündlicher Erkrankungen der Kopf-Hals-Region bei Erwachsenen und Kindern. Auch Erkrankungen des Mittel- und Innenohrs sowie der Schädelbasis werden untersucht.

Bei chronischen Gesichtsschmerzen, z.B. im Rahmen einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD), kann eine MRT der Kiefergelenke sinnvoll sein.

Als derzeit noch seltene und besondere Leistung wird auch eine bildgebende Abklärung des Morbus Ménière angeboten.

MRT bei Tinnitus

Die MRT spielt eine wichtige Rolle bei der Abklärung von Tinnitus, insbesondere bei pulssynchronem Tinnitus.

Pulssynchroner Tinnitus

Der pulssynchrone Tinnitus ist ein Ohrgeräusch, das im Takt des Herzschlags auftritt. Er entsteht fast immer durch Strömungsgeräusche nicht laminären Blutflusses, die zum Innenohr fortgeleitet werden. Die radiologische Abklärung sollte sich daher auf das Felsenbein und die angrenzenden Strukturen konzentrieren.

An erster Stelle der radiologischen Diagnostik stehen die Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT). Grundsätzlich erkennt man knöcherne Veränderungen einfacher im CT, während Weichteilveränderungen sich magnetresonanztomographisch besser darstellen lassen. Sensitivität und Spezifität beider Untersuchungstechniken können durch Kontrastmittel-Gabe erhöht werden.

Ursachen des pulssynchronen Tinnitus

  • Nicht-vaskuläre Ursachen: Hierbei handelt es sich mehrheitlich um felsenbeinnahe Tumoren, die entweder durch ihre gute Vaskularisation und/oder durch ihre Nähe zum Innenohr eine Fortleitung der Strömungsgeräusche ermöglichen (Meningeome, Akustikusneurinome, Glomustumoren, Metastasen).
  • Vaskuläre Ursachen:
    • Arterielle Varianten: Atypischer Verlauf der A. carotis interna (aberante ACI) durch die Paukenhöhle.
    • Venöse Varianten: Varianten des Bulbus der Vena jugularis (dilatiert, abnorm kraniale Position, dehiszent oder mit Divertikeln versehen).
    • Arteriovenöse Pathologien: Durale arteriovenöse Fisteln (DAVF).

Diagnostik und Therapie des pulssynchronen Tinnitus

Die Diagnostik umfasst CT, MRT und ggf. eine selektive Katheter-Angiographie. Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Während der aberrante Verlauf der A. carotis interna therapeutisch nicht beeinflusst werden kann, sind venös bedingte Ohrgeräusche therapierbar (chirurgische Unterbindung oder endovaskulärer Verschluss der Vena jugularis). Durale arteriovenöse Fisteln werden in der Regel endovaskulär behandelt (transvenöser oder transarterieller Verschluss).

Tinnitus anderer Ursache

Auch bei Tinnitus anderer Ursache kann eine MRT sinnvoll sein, um beispielsweise ein Akustikusneurinom auszuschließen.

MRT bei Hörsturz

Ein Hörsturz ist eine plötzlich auftretende Schwerhörigkeit, meist auf einem Ohr. In den meisten Fällen lässt sich keine eindeutige Ursache feststellen. Man vermutet virusbedingte Entzündungen oder Durchblutungsstörungen im Innenohr.

Eine MRT kann durchgeführt werden, um andere Ursachen für den Hörverlust auszuschließen, wie z.B. ein Akustikusneurinom oder andere Erkrankungen des Innenohrs oder des Hörnervs.

MRT bei Schwindel

Schwindel (Vertigo) kann verschiedene Ursachen haben. Eine MRT kann helfen, Ursachen im Gehirn, im Innenohr oder im Hörnerv zu finden oder auszuschließen.

MRT des Ohres bei ARISTRA

ARISTRA bietet eine spezielle MRT des Ohres an, die dazu beitragen kann, Ursachen für Schwindel, Hörverlust oder Phantomgeräusche zu finden oder auszuschließen.

Wann zur Ohr-MRT?

  • Verstopfung des Gehörganges
  • Fehlbildungen des Gehörganges
  • Gutartige oder bösartige Tumore im Gehörgang oder Mittelohr
  • Gutartige oder bösartige Tumore im Inneren (z. B. Akustikusneurinom/ Vestibularisschwannom)
  • Verletzungen
  • Knochenwucherungen
  • Belüftungsstörung sowie Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (Paukenerguss)
  • Mittelohrentzündung akut oder chronisch
  • Entzündung der luftgefüllten Räume im Mittelohr (Mastoiditis)
  • Verwachsungen der Gehörknöchelchen (Otosklerose)
  • Durchbruch (Perforation) des Trommelfells
  • Frakturen der Schädelbasis
  • Riss des ovalen Fensters
  • Altersbedingte Schwerhörigkeit (Presbyakusis)
  • Lärmschäden
  • Ménière-Krankheit (Morbus Ménière)
  • Vergiftungen (toxische Schallempfindungsschwerhörigkeit)
  • Gehirnerschütterung
  • Nervenverletzungen (z. B. nach Schädelverletzungen)
  • Entzündungen der Hirnhäute (Meningitis)
  • Fehlfunktion an der Verbindung der Haarzelle im Innenohr mit dem Hörnerv (auditorische Neuropathie)
  • Schlaganfall

MRT bei Menière-Krankheit

Eine Besonderheit der MRT bei ARISTRA ist, dass auch die Menière-Krankheit (Morbus Menière) erkannt werden kann.

Experten für HNO-Bildgebung

Die MRT-Untersuchungen des Ohres bei ARISTRA werden in Zusammenarbeit mit international anerkannten Expert:innen für die HNO-Bildgebung fortlaufend weiterentwickelt.

Akustikusneurinom (Vestibularis-Schwannom)

Ein Akustikusneurinom ist ein gutartiger Tumor des Hörnervs. Er verursacht meist eine einseitige Hochton-Hörschwäche und Ohrgeräusche. Daneben können Gleichgewichtsstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen auftreten.

Eine MRT ist das Mittel der Wahl zur Diagnose eines Akustikusneurinoms.

Behandlung des Akustikusneurinoms

Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen:

  • Warten und Beobachten: Bei kleinen, langsam wachsenden Tumoren ohne Symptome.
  • Operative Entfernung: Ziel ist es, den Tumor vollständig zu entfernen und dabei umliegende Strukturen bestmöglich zu schonen.
  • Bestrahlung: Kann das Tumorwachstum verlangsamen oder gar stoppen.

Risiken und Nebenwirkungen einer MRT

Die MRT ist ein sicheres Verfahren. In seltenen Fällen kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Allergische Reaktion auf das Kontrastmittel: Dies ist selten, aber möglich. Informieren Sie Ihren Arzt über bekannte Allergien.
  • Platzangst: Wenn Sie unter Platzangst leiden, kann Ihnen ein Beruhigungsmittel verabreicht werden.
  • Wärmeentwicklung oder Missempfindungen auf der Haut: Dies kann durch metallische Bestandteile in Kosmetika verursacht werden. Verzichten Sie daher auf Make-up vor der Untersuchung.

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