Die Multiple Sklerose (MS) ist eine neurologische Erkrankung, die sich in den letzten Jahren in Bezug auf das pathogenetische Verständnis, die Therapie, die Diagnostik und die Versorgung grundlegend verändert hat. Die 2., aktualisierte Auflage des Buches "Multiple Sklerose" von Wiendl und Heinz stellt diese Fortschritte in anschaulicher und anwendungsbezogener Weise dar. Es dient nicht nur als Nachschlagewerk, sondern auch als Leitfaden und Handlungsanleitung für konkrete Empfehlungen zu Therapie und Diagnose.
Einführung in die Multiple Sklerose
Die Multiple Sklerose gehört zu den sich am dynamischsten entwickelnden neurologischen Krankheitsbildern. Dies betrifft das pathophysiologische Verständnis der Erkrankung, die Diagnose, die Prognose, aber insbesondere die Therapie.
Dynamische Entwicklung des Krankheitsbildes
Die Multiple Sklerose gehört zu den neurologischen Krankheitsbildern, die sich am dynamischsten entwickeln. Das betrifft das pathophysiologische Verständnis der Erkrankung, die Diagnose, die Prognose, aber insbesondere die Therapie.
Fortschritte in der MS-Forschung
Die MS-Forschung hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte, vor allem im therapeutischen Bereich, erzielt. So ist seit letztem Frühjahr das erste orale MS-Medikament, Fingolimod, auf dem Markt; 2013 wird voraussichtlich noch eine Tablette, BG-12, die Zulassungshürde der Europäischen Arzneimittelagentur nehmen. Weitere Medikamente sind in der Pipeline.
Inhalt und Schwerpunkte des Buches
Der Band "Multiple Sklerose" von Wiendl und Heinz enthält alle relevanten Aspekte zum aktuellen Wissensstand der Multiplen Sklerose. Er stellt die Fortschritte in Bezug auf Pathogenese, Therapie, Diagnostik und Versorgung in anschaulicher und anwendungsbezogener Weise dar.
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Aktueller Wissensstand
Das Buch stellt alle relevanten Aspekte zum aktuellen Wissensstand der Multiplen Sklerose dar. Es spiegelt den aktuellen Wissensstand in Bezug auf Pathogenese, Therapie, Diagnostik und Versorgung wider.
Therapie und Diagnose
Das Buch dient nicht nur als Nachschlagewerk, sondern auch als Leitfaden und Handlungsanleitung für konkrete Empfehlungen zu Therapie und Diagnose. Die Kombination dieser Kriterien sowie die starke Gewichtung praktischer Fragen und Aspekte in der Patientenversorgung machen die Monographie zu einem wichtigen Begleiter im Alltag und sind im deutschsprachigen Raum einzigartig.
Neue Leitlinie für Multiple Sklerose
Im Rahmen des 84. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wurde eine neue Leitlinie für Multiple Sklerose vorgestellt, die ab sofort auf den Webseiten der Organisation und des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes Multiple Sklerose (KKNMS) zum Download bereitsteht. Experten des KKNMS haben die aktuelle Überarbeitung federführend im Auftrag der DGN erstellt. Erstmals entspricht die Leitlinie S2e-Niveau.
Anwendungshinweise für die Praxis
Alle aktuell verfügbaren MS-Therapeutika werden vorgestellt und konkrete Anwendungshinweise für die Praxis gegeben. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Therapie in Spezialsituationen wie z.B. Schwangerschaft oder bei Neuromyelitis optica, einer Sonderform der MS.
Stufenschema für die Behandlung
Die neue Leitlinie greift die revidierten Diagnosekriterien nach McDonald auf und erörtert ausführlich die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten in Schub-, Basis- und Eskalationstherapie. Dazu haben die Autoren ein neues Stufenschema entwickelt.
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Die Rolle der Immuntherapie
Grundsätzlich ist die Therapie der Multiplen Sklerose nicht automatisch immunsupprimiert - anders als zum Beispiel mit den Medikamenten für Transplantationspatienten. Deshalb sprechen wir eher von Immuntherapie oder immunmodulatorischer Therapie, die mehr oder weniger immunsuppressive Komponenten enthalten kann.
Immunologische Endophänotypen
Die Studie von Schulte-Mecklenbeck, Wiendl, Klotz et al. nutzte hochdimensionale Durchflusszytometrie und Serumproteomik, um die Komplexität des Immunsystems in nie dagewesener Detailtreue abzubilden. Die aufwändige Analyse identifizierte drei unterschiedliche immunologische Endophänotypen, die jeweils mit spezifischen klinischen Manifestationen und Therapieansprechen verbunden sind. Darüber hinaus hebt die Studie hervor, dass diese Endophänotypen als Marker für Krankheitsprognose und Therapiewirksamkeit genutzt werden könnten.
Anti-CD20-Therapie
MS-Therapien unterscheiden sich in ihrer Wirkweise. Zielen sie auf CD20-Zellen ab, dann spricht man von Anti-CD20-Therapien.
Die Bedeutung der Diagnose
Das Buch hilft allen von MS Betroffenen, kompetente Antworten auf ihre Fragen zur Krankheit zu finden. Die Autorin klärt als erfahrene Neurologin in verständlichen Worten darüber auf, nach welchen aktuellen Kriterien die Multiple Sklerose diagnostiziert wird, was die Diagnose im Einzelnen bedeutet und wie effektiv und erfolgreich mit einer modernen MS-Therapie heute behandelt werden kann. Komplexe medizinische Sachverhalte wie das fehlgeleitete Immunsystem oder der MRT-Befund werden mit begleitenden Zeichnungen und MRT-Bildern erklärt. Auch aktuelle immunologische Forschungsergebnisse und die unterstützende Rolle von neuen Biomarken bei Diagnose und Therapiemonitoring werden ausführlich besprochen.
Revidierte Diagnosekriterien
Die neue Leitlinie greift die revidierten Diagnosekriterien nach McDonald auf.
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Biomarker bei Diagnose und Therapiemonitoring
Auch aktuelle immunologische Forschungsergebnisse und die unterstützende Rolle von neuen Biomarken bei Diagnose und Therapiemonitoring werden ausführlich besprochen.
Leben mit Multipler Sklerose
Die Autorin klärt in dieser 2. Auflage zudem über hoffnungsvolle neue Behandlungsmöglichkeiten unter anderem bei Schwangerschaft und in der Stillzeit auf und geht auf die neuesten Erkenntnisse zum Darm-Mikrobiom und das Zusammenspiel von Ernährung, Darm und Immunsystem ein. Mit unabhängigen Informationen liefert der Ratgeber den Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben mit der Erkrankung und ergänzt und vertieft damit die Informationen aus der Sprechstunde.
Spezialsituationen
Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit Therapie in Spezialsituationen wie z.B. Schwangerschaft oder bei Neuromyelitis optica, einer Sonderform der MS.
Unterstützung für MS-Betroffene
Das Buch hilft allen von MS Betroffenen, kompetente Antworten auf ihre Fragen zur Krankheit zu finden. Die Autorin klärt als erfahrene Neurologin in verständlichen Worten darüber auf, nach welchen aktuellen Kriterien die Multiple Sklerose diagnostiziert wird, was die Diagnose im Einzelnen bedeutet und wie effektiv und erfolgreich mit einer modernen MS-Therapie heute behandelt werden kann.
Digitale Angebote für MS-Patienten
iPhone- und iPad-Nutzer können die MS-Leitlinie als Teil der DGN-Leitlinien-App ab sofort auch im App Store für 6,99 Euro erwerben. Die neue Leitlinie sowie die Zusammenfassung der Therapie als Abbildung eines Stufenschemas finden Sie auf www.dgn.org.
AMSEL: Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V.
Ursula Späth begann am 20. September 1982 offiziell ihr Engagement als Schirmherrin der AMSEL, Aktion Multiple Sklerose Erkrankter, Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg e.V. AMSEL bietet vielfältige Unterstützung für MS-Erkrankte, darunter Webseminare, Chats und Couchgespräche.
Herausforderungen und Perspektiven
Die MS-Forschung hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte, vor allem im therapeutischen Bereich, erzielt. So ist seit letztem Frühjahr das erste orale MS-Medikament, Fingolimod, auf dem Markt; 2013 wird voraussichtlich noch eine Tablette, BG-12, die Zulassungshürde der Europäischen Arzneimittelagentur nehmen. Weitere Medikamente sind in der Pipeline.
Therapierisiken
„So erfreulich diese Entwicklung auch ist, umso wichtiger wird es, Handlungsempfehlungen für unsere niedergelassenen Kollegen auszusprechen, da die neuen Wirkstoffe auch Therapierisiken mit sich bringen“, meint Prof. Dr.
Krankheitskontrolle und Heilung
Wir können jetzt schon einer Mehrheit der MS-Patienten eine Krankheitskontrolle in Aussicht stellen. Die Erkrankung zu heilen, hieße jedoch, die Autoimmunität zu verhindern oder rückgängig zu machen. Ich will nicht ausschließen, dass das irgendwann gelingt. Der Weg dahin ist allerdings noch weit. Gleichzeitig werden erste Ansätze zur Prävention von Autoimmunerkrankungen in der Wissenschaft diskutiert.
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