Multiple Sklerose Spezialisten in Neuss und Umgebung: Umfassende Versorgung für Betroffene

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die Gehirn und Rückenmark betrifft. Die Erkrankung manifestiert sich meist im frühen Erwachsenenalter und kann vielfältige Symptome verursachen. Eine frühzeitige Diagnose und eine umfassende Behandlung durch spezialisierte Fachkräfte sind entscheidend, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dieser Artikel bietet einen Überblick über MS, ihre Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten sowie eine Übersicht über Spezialisten und Einrichtungen in Neuss und Umgebung, die eine umfassende Versorgung für MS-Patienten anbieten.

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Myelinscheiden angreift. Die Myelinscheide ist eine Schutzschicht, die die Nervenfasern umgibt und für eine schnelle und reibungsloseSignalübertragung sorgt. Durch die Zerstörung der Myelinscheide entstehen Entzündungsherde im Gehirn und Rückenmark, die die Nervenleitgeschwindigkeit beeinträchtigen und zu neurologischen Ausfällen führen können.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache von MS ist noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen genetische und Umweltfaktoren eine Rolle.

  • Genetische Faktoren: Eine genetische Veranlagung erhöht das Risiko, an MS zu erkranken. Familienmitglieder von MS-Patienten haben ein höheres Risiko, selbst an MS zu erkranken.
  • Umweltfaktoren: Geografische Lage, Vitamin-D-Mangel, virale Infektionen (insbesondere das Epstein-Barr-Virus) und Rauchen sind bekannte Risikofaktoren.

Symptome

Die Symptome von MS sind vielfältig und können je nach betroffenem Bereich des zentralen Nervensystems variieren. Häufige Symptome sind:

  • Gefühlsstörungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen in Armen und Beinen
  • Sehstörungen: Entzündung des Sehnervs (Optikusneuritis), Doppelbilder
  • Bewegungsstörungen: Gangunsicherheit, Gleichgewichtsstörungen, Muskelschwäche, Spastik
  • Müdigkeit: Ausgeprägte chronische Müdigkeit (Fatigue)
  • Schwindel
  • Sprachstörungen
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen

Diagnose

Die Diagnose von MS basiert auf einer Kombination aus klinischer Untersuchung, Magnetresonanztomographie (MRT) und Lumbalpunktion (Liquoruntersuchung).

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  • Klinische Untersuchung: Neurologische Untersuchung zur Feststellung von neurologischen Ausfällen
  • MRT: Darstellung von Entzündungsherden und Schädigungen im Gehirn und Rückenmark
  • Lumbalpunktion: Untersuchung des Nervenwassers auf bestimmte Marker, die auf eine Entzündung im zentralen Nervensystem hindeuten
  • Visuell evozierte Potentiale (VEP): Messung der elektrischen Aktivität im Gehirn als Reaktion auf visuelle Reize.

Behandlung

Die Behandlung von MS umfasst krankheitsmodifizierende Therapien (DMTs) und symptomatische Behandlungen.

  • Krankheitsmodifizierende Therapien (DMTs): Ziel ist es, die Krankheitsaktivität zu reduzieren, das Fortschreiten der MS zu verlangsamen und die Anzahl der Schübe zu verringern. Zu den DMTs gehören Interferon-beta, Glatirameracetat, Fingolimod, Teriflunomid, Dimethylfumarat, Natalizumab, Mitoxantron, Ocrelizumab, Alemtuzumab, Cladribin, Siponimod und Ofatumumab.
  • Symptomatische Behandlung: Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität durch Physiotherapie, Ergotherapie, Medikamente zur Kontrolle von Spastik, Schmerzen, Fatigue und Blasenproblemen.
  • Akutbehandlung von Schüben: Hochdosierte Kortikosteroide zur schnellen Reduktion der Entzündung und Linderung der Symptome.
  • Psychosoziale Unterstützung: Psychologische Betreuung und Selbsthilfegruppen zur Unterstützung im Umgang mit der Erkrankung.

Verlaufsformen

MS kann in verschiedenen Verlaufsformen auftreten:

  • Schubförmig-remittierende MS (RRMS): Klar definierte Schübe mit neurologischen Symptomen, gefolgt von vollständigen oder teilweisen Remissionen.
  • Sekundär progrediente MS (SPMS): Beginn oft als RRMS, später stetige Verschlechterung der neurologischen Funktion ohne klare Schübe.
  • Primär progrediente MS (PPMS): Kontinuierliche Verschlechterung der neurologischen Funktion von Anfang an, ohne erkennbare Schübe.
  • Klinisch isoliertes Syndrom (CIS): Erstes Ereignis mit neurologischen Symptomen, das auf eine Entzündung oder Demyelinisierung im ZNS hinweist, aber nicht immer zu MS führt.

Spezialisten und Einrichtungen in Neuss und Umgebung

Für MS-Patienten in Neuss und Umgebung stehen verschiedene spezialisierte Einrichtungen und Fachärzte zur Verfügung, die eine umfassende Versorgung anbieten. Dazu gehören neurologische Praxen, Kliniken und Rehabilitationszentren.

Neurologische Praxen

  • Neurologische Praxis in Düsseldorf: Bietet ein breites Spektrum an neurologischen Leistungen, einschließlich der Diagnose und Behandlung von MS. Das Team besteht aus erfahrenen Neurologen und medizinischem Fachpersonal, die modernste Diagnose- und Therapiemethoden einsetzen. Die Praxis ist mit modernster Technologie ausgestattet, einschließlich MRT und elektrophysiologischer Diagnostik.
  • Neuro Praxis Düsseldorf: Hier wird ein angenehmes Ambiente, bester Service und eine optimale medizinische Versorgung ermöglicht.

Kliniken

  • Johanna Etienne Krankenhaus in Neuss: Die Klinik für Neurologie bietet ein umfassendes Leistungsangebot für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen, einschließlich MS. Das Team von 24 Ärztinnen und Ärzten behandelt das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen und verfügt über eine spezialisierte Schlaganfallstation (Stroke Unit) sowie eine Station für Frührehabilitation.
  • Kliniken der St. Augustinus Gruppe: Die neurologischen Kliniken der St. Augustinus Gruppe sind eine erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Notfällen und einer Vielzahl an neurologischen Erkrankungen, darunter auch MS. Erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten verschiedener Fachbereiche der Neurologie kümmern sich mit fachlicher Expertise und großem Einfühlungsvermögen um die Behandlung.
    • Klinik Königshof: Die Neuro-Ambulanz der Klinik Königshof konzentriert sich besonders auf den Schwerpunkt der gerontoneurologischen Erkrankungen.
  • Alexius/Josef Krankenhaus, Zentrum für seelische Gesundheit im Rhein-Kreis Neuss: Hier werden sämtliche psychische Erkrankungen behandelt.

Rehabilitationszentren

  • Mauritius Therapieklinik in Meerbusch: Spezialisiert auf die neurologische Rehabilitation und unterstützt Patientinnen und Patienten nach Schlaganfällen, Hirnverletzungen oder anderen neurologischen Erkrankungen. Das interdisziplinäre Team erstellt individuell abgestimmte Behandlungspläne, um Mobilität, Sprache und kognitive Fähigkeiten gezielt zu verbessern. Für Kinder und Jugendliche mit neuropädiatrischen Erkrankungen bietet die Abteilung für Neuropädiatrie spezialisierte Rehabilitationsprogramme.
  • Klinik Königshof Krefeld: Eine Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik. Das multiprofessionelle Behandlungsteam ist zuständig für die individuelle Rehabilitation von Patienten mit akuten oder chronischen neurologischen Erkrankungen.

Weitere Anlaufstellen

  • Neurovaskuläres Zentrum: Im Rahmen des neurovaskulären Zentrums erfolgt eine interdisziplinäre Beurteilung von gefäßbedingten Fragestellungen in Kooperation mit der Neuroradiologie, Gefäßchirurgie und Neurologie, wie auch im Rahmen einer standardisierten Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie des Helios Klinikums Krefeld.

Die Rolle der Neurologischen Ambulanz

Die neurologische Ambulanz spielt eine wichtige Rolle in der Patientenbetreuung, sowohl nach einem neurologischen Notfall als auch bei chronisch verlaufenden Krankheitsbildern. In der Neuro-Ambulanz werden alle organischen Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur behandelt.

Leistungen der Neurologischen Ambulanz

  • Diagnostik: EEG-Untersuchungen zur Messung der Hirnströme, Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, EMG (Messung der Muskelaktivität), Tremor-Analyse, Kernspintomografie, Blutanalyse und Laborchemie inklusive Liquor (Nervenwasser)-Untersuchung
  • Behandlung: Medikamentöse Behandlung neurologischer Beschwerden, unterstützende Therapien
  • Spezialambulanzen: Epilepsie-Ambulanz, Demenz-Sprechstunde

Leben mit Multipler Sklerose: Tipps und Unterstützung

Obwohl MS eine chronische Erkrankung ist, können viele Menschen mit MS ein weitgehend normales Leben führen und eine gute Lebensqualität erreichen. Eine umfassende Behandlung, regelmäßige Kontrollen bei spezialisierten Fachärzten und eine aktive Auseinandersetzung mit der Erkrankung sind entscheidend.

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Tipps für den Alltag

  • Bewegung: Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Mobilität verbessern und die Fatigue reduzieren.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann die allgemeine Gesundheit fördern und Darmstörungen lindern.
  • Psychische Gesundheit: Psychologische Betreuung und der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen können helfen, mit den emotionalen Herausforderungen der Erkrankung umzugehen.
  • Unterstützung: Angehörige und Freunde können eine wichtige Stütze sein.

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