Multiple Sklerose, Impfung, Nebenwirkungen und Armschmerzen: Ein umfassender Überblick

Die Frage nach Impfungen im Zusammenhang mit Multipler Sklerose (MS) ist komplex und vielschichtig. Einerseits bieten Impfungen einen wichtigen Schutz vor Infektionskrankheiten, die bei MS-Patienten schwerwiegender verlaufen und Schübe auslösen können. Andererseits besteht die Sorge vor möglichen Nebenwirkungen und deren Auswirkungen auf den Krankheitsverlauf. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Thematik, von allgemeinen Impfreaktionen bis hin zu spezifischen Risiken und Empfehlungen für MS-Patienten.

Impfungen: Ein wichtiger Schutz, besonders für MS-Patienten

Impfungen sind ein großer Erfolg und ihr Nutzen überwiegt bei Weitem die Risiken. Sie schützen vor Infektionskrankheiten, indem sie das Immunsystem aktivieren und eine spezifische Abwehr gegen bestimmte Erreger aufbauen. Dieser Schutz ist besonders wichtig für MS-Patienten, da Infektionen einen Schub auslösen oder den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können.

Die Rolle des Immunsystems bei Impfungen und MS

Das Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk von Zellen und Prozessen, das den Körper vor schädlichen Eindringlingen wie Bakterien, Viren und Pilzen schützt. Impfungen nutzen die Mechanismen der körpereigenen Abwehr, indem sie abgeschwächte oder abgetötete Krankheitserreger enthalten, gegen die das Immunsystem Antikörper bildet. Kommt es später zu einem tatsächlichen Kontakt mit dem Krankheitserreger, kann der Körper die eigene Abwehr schneller ankurbeln und die Infektion abwehren.

Bei MS spielt das Immunsystem eine zentrale Rolle, da es fälschlicherweise die Myelinscheiden angreift, die die Nervenfasern im Gehirn und Rückenmark umhüllen. Dies führt zu Entzündungen und Schädigungen, die die vielfältigen Symptome der MS verursachen. Immunsuppressiva werden eingesetzt, um die Aktivität des Immunsystems zu unterdrücken und den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.

Impfempfehlungen für MS-Patienten

Die Ständige Impfkommission (STIKO) und Neurologen sprechen in der Regel eine generelle Impfempfehlung für MS-Patienten aus. Es wird empfohlen, dass MS-Patienten sich impfen lassen, um sich vor vermeidbaren Infektionen zu schützen. Allerdings sollte der Impfzeitpunkt bei manchen MS-Medikamenten mit der betreuenden Neurologin bzw. dem Neurologen abgestimmt werden.

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Mögliche Nebenwirkungen von Impfungen

Wie bei allen medizinischen Eingriffen können auch bei Impfungen Nebenwirkungen auftreten. Diese sind in den meisten Fällen mild und vorübergehend, können aber dennoch Besorgnis auslösen, insbesondere bei Menschen mit Vorerkrankungen wie MS.

Allgemeine Impfreaktionen

Am häufigsten wird von sogenannten "Impfreaktionen" berichtet: Schmerzen an der Einstichstelle, grippeähnliche Symptome (Muskel-, Kopf- oder Gliederschmerzen, Fieber oder Abgeschlagenheit). Sie sind oft heftiger als bei anderen Impfungen, aber sie verschwinden nach ein paar Tagen. Im Grunde belegen sie, dass die Impfung wirkt und das Immunsystem aktiviert. MS-Erkrankte können auf derartige Symptome auch mit einer Zunahme bekannter Beschwerden reagieren. Manche kennen dieses „Uthoff-Phänomen“, das bei Fieber auftreten kann. Auch hier kann Entwarnung gegeben werden: Es hält ebenso nur kurz an.

Echte Impfkomplikationen

Dann gibt es die echten Impfkomplikationen: ungewöhnliche und schwerwiegendere Gesundheitsfolgen. Etwa der anaphylaktische Schock - eine lebensgefährliche allergische Reaktion. Bei den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson kann es zu lebensgefährlichen Sinusvenenthrombosen kommen. Bei den mRNA-Impfstoffen gibt es ein erhöhtes Risiko für Entzündungen am Herzen. Die gefährlichen Nebenwirkungen stehen im Kleingedruckten der Impfungen, werden aber meist ausgeblendet.

Impfungen und das Risiko von MS-Schüben

Ein besonderes Anliegen von MS-Patienten ist die Frage, ob Impfungen einen Schub auslösen können. Ziehen Impfungen bei Multipler Sklerose in ähnlicher Weise wie Infektionen ein erhöhtes Schubrisiko nach sich? Die Effekte scheinen klein und auf einen kurzen Zeitraum begrenzt zu sein. Einige MS-Betroffene berichten von Schüben nach Impfungen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass auch ohne Impfungen Schübe auftreten können. Die Frage ist, ob Schübe in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung häufiger auftreten als vor Corona.

Impfstoffe und ihre spezifischen Nebenwirkungen

Verschiedene Impfstoffe verwenden unterschiedliche Technologien und haben daher auch unterschiedliche Nebenwirkungsprofile. Es ist wichtig, sich über die spezifischen Risiken und Vorteile der einzelnen Impfstoffe zu informieren, insbesondere im Hinblick auf die individuelle gesundheitliche Situation.

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Totimpfstoffe vs. Lebendimpfstoffe

Bei der Impfung unterscheidet man zwischen Totimpfstoffen und Lebendimpfstoffen. Totimpfstoffe enthalten abgetötete Krankheitserreger oder Teile davon, die sich nicht mehr vermehren können. Lebendimpfstoffe enthalten abgeschwächte Erreger, die in der Lage sind, eine Immunantwort auszulösen, aber keine Krankheit verursachen.

Für MS-Patienten werden in der Regel Totimpfstoffe empfohlen, da das Risiko von Komplikationen geringer ist. Bei Lebendimpfstoffen habe ich gesehen, dass er bei dem ein oder anderen Mitpatienten Schübe ausgelöst hat.

mRNA-Impfstoffe und Vektor-Impfstoffe

mRNA-Impfstoffe und Vektor-Impfstoffe sind neuere Technologien, die genetische Informationen des Erregers verwenden, um eine Immunantwort auszulösen. Bei den mRNA-Impfstoffen gibt es ein erhöhtes Risiko für Entzündungen am Herzen. Bei den Vektorimpfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson kann es zu lebensgefährlichen Sinusvenenthrombosen kommen.

Hepatitis-B-Impfstoffe

Für die Hepatitis B-Impfung stehen unterschiedliche Impfstoffe zur Verfügung: Für die Grundimmunisierung im Kindesalter werden i. d. R. Kombinationsimpfstoffe genutzt. Es stehen aber auch monovalente Impfstoffe bereit. Der gentechnologisch hergestellte Totimpfstoff ist ein Subunit-Impfstoff, bestehend aus einem Oberflächenprotein (HBs-Antigen) des Virus.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind: Reizbarkeit, Schmerzen und Rötungen an der Injektionsstelle, Müdigkeit.

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Häufige Nebenwirkungen: Inappetenz, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen, gastrointestinale Beschwerden wie Nausea. Emesis, Diarrhoe und Abdominalschmerzen, Fieber mehr als 37,5°C Unwohlsein, Schwellungen am Injektionsort, Reaktionen an der Injektionsstelle wie Indurationen.

Was tun bei Beschwerden nach der Impfung?

Wenn nach einer Impfung gesundheitliche Probleme auftreten, sollten diese dem Arzt gemeldet werden. Ärzte und Ärztinnen sind verpflichtet, diese dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) zu melden.

Anlaufstellen für Betroffene

An der Uniklinik Marburg wurde eine Anlaufstelle namens "PostVac" eingerichtet für gesundheitliche Beschwerden nach der Impfung. Es gibt Zentren, die Impfschäden behandeln.

Entschädigung bei Impfschäden

In Deutschland werden Personen, die Impfschäden erleiden, entschädigt nach dem Bundesversorgungsgesetz. Damit werden Behandlungen bezahlt, und wenn die Beschwerden dauerhaft sind, auch Renten und ein Ausgleich für Verdienstausfälle. Bundesweit gibt es inzwischen über 1.600 Anträge. Häufig geht es um die Folgen von Herzmuskelentzündungen oder Thrombosen durch die Corona-Impfung.

Die Bedeutung der Nutzen-Risiko-Abwägung

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Impfung ist es wichtig, die individuellen Risiken und Vorteile sorgfältig abzuwägen. Dies gilt insbesondere für Menschen mit MS, da hier zusätzliche Faktoren wie die Art der MS-Therapie und das Risiko von Schüben berücksichtigt werden müssen.

Individuelle Faktoren berücksichtigen

Die Auswahl geeigneter MS-Immuntherapeutika im Einzelfall richtet sich nach vielen verschiedenen Faktoren, etwa den verschiedenen Verlaufsformen der Multiplen Sklerose, der Krankheitsaktivität und nach eventuellen vorhergehenden Behandlungen mit Immuntherapeutika. Eine Rolle spielen auch individuelle Faktoren, zum Beispiel wie alt der oder die Betroffene ist, wie gut ein Medikament vertragen wird und ob eine bestimmte Begleiterkrankung oder eine Schwangerschaft vorliegt.

Die Rolle des Arztes

Es ist ratsam, sich von einem Arzt oder einer Ärztin beraten zu lassen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Der Arzt kann die individuelle Situation beurteilen und Empfehlungen geben, die auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren.

Multiple Sklerose Therapie

Eine immunsuppressive Therapie (verlaufsmodifizierende Therapie, Basis-Therapie) besteht in der langfristigen Gabe von sogenannten Immuntherapeutika. Dazu zählen Wirkstoffe, welche die Aktivität des Immunsystems unterdrücken (Immunsuppressiva) beziehungsweise Immunreaktionen gezielt verändern (Immunmodulatoren).Die immunsuppressive Therapie bei Multiple Sklerose ist zwar nicht in der Lage, eine MS zu heilen, sie kann aber ihren Verlauf günstig beeinflussen. Den größten Effekt zeigt sie bei schubförmig verlaufender MS, also bei schubförmig remittierender MS, sowie aktiver sekundär progredienter MS (SPMS).

Mit „aktiv“ bezeichnet man das Auftreten von Schüben und/oder neuen oder sich vergrößernden entzündungsbedingten Schäden im ZNS. In diesen Fällen ist es durch die Therapie mit MS-Immuntherapeutika möglich, die Schubrate zu reduzieren sowie den fortschreitenden Behinderungen entgegenzuwirken, die durch die Schübe verursacht werden.

Bei nicht aktiver SPMS sowie bei primär progredienter MS ist die Wirksamkeit der immunsuppressiven Therapie geringer. Die Anwendung bestimmter Immuntherapeutika ist manchmal aber dennoch hilfreich.

Arten von Immun-Therapeutika

Derzeit stehen unter anderem folgende Immuntherapeutika zur Behandlung von Multipler Sklerose zur Verfügung:

  • Beta-Interferone (inkl. PEG-Interferon)
  • Glatirameracetat
  • Dimethylfumarat
  • Teriflunomid
  • S1P-Rezeptor-Modulatoren: Fingolimod, Siponimod, Ozanimod, Ponesimod
  • Cladribin
  • Natalizumab
  • Ocrelizumab
  • Ofatumumab
  • Rituximab (keine Zulassung für Multiple Sklerose)
  • Alemtuzumab

Die Auswahl geeigneter MS-Immuntherapeutika im Einzelfall richtet sich nach vielen verschiedenen Faktoren, etwa den verschiedenen Verlaufsformen der Multiplen Sklerose, der Krankheitsaktivität und nach eventuellen vorhergehenden Behandlungen mit Immuntherapeutika. Eine Rolle spielen auch individuelle Faktoren, zum Beispiel wie alt der oder die Betroffene ist, wie gut ein Medikament vertragen wird und ob eine bestimmte Begleiterkrankung oder eine Schwangerschaft vorliegt.

Die aktuelle medizinische Leitlinie für Multiple Sklerose teilt MS-Immuntherapeutika in drei Kategorien ein - nach ihrer relativen Reduktion der Entzündungsaktivität (Schubrate, Entzündungsaktivität im MRT, schubbedingtes Fortschreiten der Erkrankung). Diese Wirksamkeitskategorien lösen das bisherige Stufenschema der MS-Therapie ab.

Beta-Interferone

Beta-Interferone (auch Interferon-beta) zählen zur Gruppe der Zytokine. Das sind natürlicherweise im Körper vorkommende Signal-Proteine, die unter anderem Immunreaktionen modulieren. Wie genau die als Medikament verabreichten Beta-Interferone bei Multipler Sklerose wirken, ist bislang nicht geklärt.

Die Anwendung der Wirkstoffe erfolgt als Spritze - je nach Präparat unter die Haut (subkutan) oder in einen Muskel (intramuskulär). Die Häufigkeit der Anwendung ist ebenfalls abhängig vom Präparat: Die meisten Präparate spritzen Betroffene mit MS sich einmal oder mehrmals wöchentlich. Verfügbar ist aber auch ein Präparat, das nur alle zwei Wochen injiziert werden muss: Dieses sogenannte pegylierte (PEG-)Interferon hat eine längere Wirkdauer als unpegyliertes Interferon.

Beta-Interferone dürfen auch in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Das Medikament hat in Studien keinen negativen Effekt auf das Kind oder die werdende Mutter gezeigt. Trotzdem sollte ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt stattfinden, in dem zusammen mit der Patientin eine Risiko-Nutzen-Überlegung angestellt wird.

Nebenwirkungen

Am häufigsten sind grippeähnliche Beschwerden, besonders zu Beginn der Therapie (wie Kopf- und Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Fieber). Schleicht man die Therapie ein und steigert die Dosis nur langsam oder verabreicht man die Spritze am Abend, kann man diesen Beschwerden teilweise vorbeugen. Zudem wirkt die Einnahme von entzündungshemmendem Ibuprofen eine halbe Stunde vor der Spritze den grippeähnlichen Symptomen entgegen.

Bei Beta-Interferon-Spritzen, die unter die Haut (subkutan) gesetzt werden, treten unter Umständen Reaktionen an der Einstichstelle auf - angefangen bei Rötung, Schmerzen und Juckreiz über eine lokale Entzündung bis hin zum Absterben von Gewebe (Nekrose).

Bei Menschen mit bekannter Depression verstärkt die Behandlung mit Beta-Interferonen unter Umständen die Depression.

Häufig entwickeln Betroffene unter einer Interferon-Therapie einen Mangel an neutrophilen Granulozyten und Blutplättchen sowie erhöhte Blutwerte für Transaminasen.

Zudem entwickeln sich unter der Beta-Interferon-Behandlung manchmal neutralisierende Antikörper gegen das Medikament, wodurch dieses an Wirksamkeit einbüßt.

Glatirameracetat

Glatirameracetat (GLAT) ist ebenfalls ein Immunmodulator. Seine Wirkweise ist nicht genau bekannt. In der Wissenschaft diskutiert man verschiedene Mechanismen. Unter anderem geht man davon aus, dass GLAT die Entstehung von bestimmten T-Zellen fördert, die dafür zuständig sind, Immunreaktionen zu regulieren und einzudämmen.

GLAT wird je nach Dosierung einmal täglich oder dreimal wöchentlich unter die Haut gespritzt.

Glatirameracetat hat in Studien keinen negativen Effekt während der Schwangerschaft gezeigt, es darf also auch von schwangeren Frauen genutzt werden. Trotzdem ist ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt empfehlenswert, um eine Risiko-Nutzen-Analyse zu besprechen.

Nebenwirkungen

Sehr häufig rufen die GLAT-Injektionen lokale Reaktionen an der Einstichstelle hervor (Rötung, Schmerzen, Quaddeln, Juckreiz). Häufig kommt es zu einer kosmetisch störenden lokalen Lipo-Atrophie, also dem Verlust von Unterhaut-Fettgewebe: An den betroffenen Stellen dellt sich die Haut ein.

In der Zulassungsstudie zum GLAT-Präparat entwickelten 15 Prozent der Teilnehmenden mindestens einmal direkt nach einer GLAT-Injektion eine den ganzen Körper betreffende (systemische) Reaktion mit Gefäßerweiterung, Brustschmerz, Atemnot oder Herzklopfen.

Der Wirkstoff kann auch noch Monate bis Jahre nach Behandlungsbeginn schwere allergische (anaphylaktische) Reaktionen auslösen. Diese können sogar tödlich enden. Darauf weist der Zulassungsinhaber in Abstimmung mit der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hin.

Teriflunomid

Teriflunomid wirkt immunsuppressiv. Es hemmt die Neubildung eines Enzyms, das für das schnelle Wachstum von Zellen (Zellproliferation) wichtig ist, und zwar besonders bei den Lymphozyten. Diese weißen Blutkörperchen sind an den krankhaften Immunreaktionen bei Multipler Sklerose beteiligt.

Menschen mit MS nehmen Teriflunomid einmal täglich als Tablette ein.

MS-Patientinnen mit Kinderwunsch sollten mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin eine alternative Behandlung suchen. Teriflunomid kann dem ungeborenen Kind schaden und Mutationen in der Kindesentwicklung begünstigen. Daher ist ein ärztliches Gespräch über Alternativen ratsam. Bei versehentlicher Einnahme während der Schwangerschaft ist eine Kontrolluntersuchung empfehlenswert.

Nebenwirkungen

Sehr häufig löst Teriflunomid einen Anstieg bestimmter Leberwerte (Transaminasen), Kopfschmerzen, dünneres Haar, Durchfall und Übelkeit aus.

Typische Effekte einer Teriflunomid-Therapie sind eine Abnahme der weißen Blutkörperchen und der Blutplättchen. Darüber hinaus treten weitere Veränderungen im Blutbild als häufige Nebenwirkungen auf (Mangel an Neutrophilen, Blutarmut). Ebenfalls häufig kommt es zu Infektionen, etwa der oberen Atemwege, oder zu Lippenherpes.

Gelegentlich entwickeln sich unter Teriflunomid auch Störungen peripherer Nerven (periphere Neuropathien), zum Beispiel das Karpaltunnelsyndrom.

Dimethylfumarat

Dimethylfumarat (DMF) wirkt immunmodulierend und hemmt Entzündungen. Seine genaue Wirkweise ist noch nicht vollständig geklärt. Bekannt ist bislang, dass Dimethylfumarat unter anderem die Bildung entzündungsfördernder Stoffe (Zytokine) reduziert. Möglicherweise wirkt es auch schützend auf Nervenzellen und Myelinscheiden.

Der Wirkstoff wird zweimal täglich als Kapsel eingenommen.

Die Therapie mit Dimethylfumarat ist in der Schwangerschaft nicht empfohlen. Das Medikament sollte möglichst zu Beginn der Schwangerschaft abgesetzt und die Therapie angepasst werden. Hierfür ist ein ausführliches ärztliches Beratungsgespräch ratsam.

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