Muskelkrampf durch Stromgürtel: Ursachen, Behandlung und Prävention

Muskelkrämpfe sind plötzliche, unwillkürliche Kontraktionen eines Muskels, die oft mit Schmerzen und einer tastbaren Verhärtung einhergehen. Sie können beim Sport, im Schlaf oder sogar in Ruhe auftreten und verschiedene Ursachen haben. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Ursachen von Muskelkrämpfen im Zusammenhang mit Elektromyostimulation (EMS)-Training und gibt Ratschläge zur Behandlung und Vorbeugung.

Was sind Muskelkrämpfe?

Ein Krampf ist eine schmerzhafte Kontraktion der Skelettmuskulatur, die mit einer tastbaren Verhärtung einhergeht. Schuld an Muskelkrämpfen ist eine fehlerhafte Kommunikation zwischen Nervenbahnen und Muskelzellen. Von dort aus werden Stromimpulse mithilfe von Elektrolyten über die Nervenbahnen zu den Muskelzellen transportiert. Über einen kleinen Spalt, den sogenannten „synaptischen Spalt“, werden Stoffe freigesetzt, die den Muskel reizen. An dieser Freisetzung ist Calcium beteiligt. Muskelkontraktion: Elektrische Energie wandelt sich in chemische Energie um - der Muskel bewegt sich. Bis hierhin ist alles gut. Wichtig ist nun aber, dass die Ausschüttung der reizenden Stoffe wieder gestoppt wird. Passiert das nicht, wird der Muskel ununterbrochen gereizt. Er ist - vereinfacht gesagt - verwirrt. Und genau das führt zu einem Krampf.

Muskelkrämpfe durch EMS-Training

EMS-Training ist eine Methode, bei der Muskeln durch elektrische Impulse stimuliert werden, um Kontraktionen auszulösen. Es wird oft zur Steigerung der Muskelkraft, zur Rehabilitation und zum Abnehmen eingesetzt. Obwohl EMS-Training viele Vorteile bieten kann, birgt es auch das Risiko von Muskelkrämpfen.

Mögliche Ursachen für Muskelkrämpfe bei EMS-Training:

  • Überlastung: Beim EMS-Training ist es für die Trainierenden jedoch leichter, ihre eigenen Kräfte zu überschätzen. In der Regel trainieren EMS-Kunden intensiver, als sie es etwa bei anderen Sportarten tun würden, da durch die externe Stimulation der Muskulatur, Ermüdungssignale fehlen. Aufgrund der Effektivität des EMS-Trainings ist eine besonders hohe Trainingsbelastung in kurzer Zeit möglich. Wer regelmäßig bis zum Limit trainiert (und darüber hinaus) und seine Muskeln der Dauerbelastung durch übermäßigen Muskelkater aussetzt, riskiert Schäden am Muskel wie zum Beispiel Muskelzerrungen.
  • Elektrolytmangel: Elektrolyte wie Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium spielen eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion und -entspannung. Ein Mangel an diesen Elektrolyten kann zu Muskelkrämpfen führen. Beim Sport ist ein häufiges Be- und Entlasten der Muskulatur unumgänglich. Völlig klar - du reagierst mit Bewegungen auf äußere Einflüsse. Aber warum kommen Krämpfe nachts? Keine intuitive Dehnung möglich: Aufkommende Krämpfe kannst du am Tag per Dehnung unterbinden - nachts nicht. Fehlende Bewegung am Tag: Wer zu wenig Sport treibt, kurbelt das Herz-Kreislauf-System kaum an. Zu wenige der wichtigen Stoffe werden über die Blutbahn transportiert. Geringerer Elektrolythaushalt durch Schweiß: Durch den Nachtschweiß verlieren wir wichtige Elektrolyte. Den einen Grund, der zu Krämpfen beim Sport führt, gibt es natürlich nicht. Im Gegenteil: Es gibt eine ganze Reihe an Faktoren, die das Auftreten von Muskelkrämpfen begünstigen.
  • Dehydrierung: Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr kann ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen, da sie die Elektrolytkonzentration im Körper beeinflusst und die Muskelkontraktion beeinträchtigt.
  • Überhitzung: Hohe Temperaturen können zu erhöhtem Schweißverlust und Elektrolytverlust führen, was das Risiko von Muskelkrämpfen erhöht.
  • Ermüdung: Muskelermüdung kann die neuromuskuläre Kontrolle beeinträchtigen und das Risiko von Krämpfen erhöhen.
  • Muskuläre Dysbalancen: Gemeint ist ein muskuläres Ungleichgewicht durch Verkürzung oder Schwächung eines Muskels. Schwächere Muskeln sind der Gefahr einer Überlastung beim Sport ausgesetzt - hierdurch kann es zu Krämpfen kommen.
  • Durchblutungsstörungen: Der Blutkreislauf spielt eine zentrale Rolle bei der Energiebereitstellung - nicht nur bei Sportlern. Durchblutungsstörungen begünstigen Krämpfe, weil der Stoffwechsel nicht so funktioniert, wie er es sollte. Das ist übrigens auch der Grund dafür, dass es oft bei Kälte zu Krämpfen kommt: Niedrige Temperaturen sorgen dafür, dass sich Gefäße zusammenziehen und so das Herz-Kreislauf-System einschränken.
  • Trainingsroutine: Selten beanspruchte Muskelgruppen neigen bei plötzlicher Überbelastung schnell zum Krampfen. Deine Muskulatur darf nicht überrascht davon sein, dass du sie forderst. Denn dein Bewegungsapparat ist sehr viel resistenter gegen Krämpfe, wenn du ihn trainierst.

Zusätzliche Ursachen

  • Medikamente: Medikamente, vor allem Arzneimittel mit entwässernder Wirkung, wie etwa bestimmte Blutdruck- oder Cholesterinsenker, können das Risiko von Muskelkrämpfen erhöhen.
  • Schilddrüsenfehlfunktion oder Diabetes: Eine unerkannte Schilddrüsenfehlfunktion oder ein Diabetes kann ebenfalls zu vermehrten Krämpfen führen.

Behandlung von Muskelkrämpfen

Die beste Sofortmaßnahme bei einem nächtlichen Muskelkrampf ist: dehnen - auch wenn es wehtut. Zudem hilft es, aufzustehen und umherzulaufen. Dadurch wird die Muskulatur automatisch gelockert. Tritt der Krampf während des Trainings auf, solltest du den betroffenen Muskel sofort entlasten. Auch das Massieren des Muskels wirkt durchblutungsfördernd, entspannend und wohltuend. Tipp: Wenn du zum Massieren eine Massagepistole nutzen willst, starte langsam und vorsichtig.

Vorbeugung von Muskelkrämpfen

Damit es gar nicht erst zu schmerzhaften Krämpfen kommt, solltest du ein paar Tipps befolgen. Wichtig: Treten trotz dieser Maßnahmen weiterhin Muskelkrämpfe auf, lasse die Ursache ärztlich abklären.

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  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken wir nicht genug, kann unser Körper Nährstoffe nicht richtig transportieren. Dehydrierung ist insbesondere auch bei Sportlern und bei Hitze ein Risiko. Mindestens 1,5 Liter Wasser oder andere kalorienfreie Getränke wie Tee sollte es täglich sein. Bei hohen Belastungen ist Apfelsaftschorle ideal oder auch Wasser, dem etwas Salz zugesetzt ist.
  • Elektrolytzufuhr: Achte besonders auf den Elektrolythaushalt. Magnesium hemmt die Muskelkontraktion in gesundem Maße. Ein Mangel von Magnesium kann dazu führen, dass der Muskel zu vielen Reizen ausgesetzt ist. Versteife dich aber nicht auf die substituierte Aufnahme von Mineralstoffen. Es gibt einige Lebensmittel, die dir diese ausreichend zur Verfügung stellen. In Bezug auf Magnesium sind das zum Beispiel: Nüsse, Bananen, Vollkornprodukte, Milch etc. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Erwachsene 4000 Milligramm Kalium und 1500 Milligramm Natrium zu sich nehmen. Für Magnesium liegt der Schätzwert für Frauen bei 300, der für Männer bei 350 Milligramm. Statt zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, solltest du auf natürliche Mineralstofflieferanten wie Vollkornprodukte, Hülsenfürchte, Obst, Gemüse und Fisch setzen.
  • Richtiges Aufwärmen: Richtiges Aufwärmen ist wichtig, um dem Körper zu signalisieren, dass er bald Leistung bringen muss. Startest du „aus der kalten Hose“ mit starken Belastungen, riskierst du Sportverletzungen, extremen Muskelkater und - eben auch Krämpfe. Dein Körper sollte gut durchblutet sein, bevor er in die Belastung geht.
  • Dehnen: Nimm dir vor dem Schlafengehen ein paar Minuten Zeit, um deine Waden- und Oberschenkelmuskulatur jeweils dreimal für zehn Sekunden zu dehnen, indem du die Fersen kräftig nach unten durchdrücken.
  • Balance zwischen Ruhe und Bewegung: Achte darauf, dass du dich jeden Tag mindestens 30 Minuten bewegst. Das lockert die Muskeln und fördert die Durchblutung. Wenn du viel und gerne trainierst: Übertreibe es nicht und höre auf deinen Körper!
  • Trainingsintensität anpassen: Um Schmerzen nach dem Training zu vermeiden, ist es ratsam, die Trainingsintensität nicht zu hoch zu wählen, gerade dann, wenn erst mit dem EMS-Training begonnen wurde. Man darf nicht vergessen, dass EMS gleichzeitg alle großen Muskelgruppen anspricht. Auch sollte stets darauf geachtet werden, dass die notwendige Regenerationszeit des Körpers von 48 Stunden nach dem Workout eingehalten wird. Dies ist wichtig, um zu ermöglichen, dass sich das beanspruchte Muskelgewebe wieder völlig regenerieren kann. Einen Tag nach dem EMS-Training sollten auch die besten Sportler ihrem Körper einen Tag ohne jegliche Fitness gönnen.

EMS-Training: Sicherheitshinweise

Da EMS-Geräte Stromimpulse nutzen, um die Muskulatur zu stimulieren, sollten jedoch Personen mit Herz- und Kreislaufproblemen sowie Träger von Herzimplantaten von einer Verwendung absehen. Bei bestimmten Indikationen wie einer vorliegenden Epilepsieerkrankung oder Schwangerschaft ist eine Rücksprache mit Deinem Arzt empfehlenswert, bevor ein EMS-Gerät zum Einsatz kommt. Liegen entsprechende Diagnosen nicht vor, ist eine sachgemäße EMS-Therapie unbedenklich. Wie bei so vielem macht jedoch die Dosis das Gift. Auch wenn EMS bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen erwarten lässt, sondern der positive Effekt deutlich überwiegt, kann falscher Ehrgeiz Risiken bergen.

Auch wenn die Verlockung groß ist, sollte eine Trainingseinheit mit EMS nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern und danach eine mehrtägige Pause erfolgen. Der Einsatz des Reizstromes verstärkt die Ausschüttung des Enzyms Creatin-Kinase, welches auch während eines herkömmlichen Trainings produziert wird. Während dies bei kontrollierter Anwendung kein Problem darstellt, kann es bei zu häufiger und massiver Überschreitung der empfohlenen Trainingszeiten zu einer Überproduktion des Enzyms kommen. Für den unbedenklichen Einsatz empfehlen Sportwissenschaftler daher, den Organismus langsam an das EMS-Training zu gewöhnen und eine Steigerung der Intensität schrittweise durchzuführen.

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