Muskelkrampf-Lösendes Bad Rezept: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Nächtliche Wadenkrämpfe können höllische Schmerzen verursachen, wenn sich die Muskulatur plötzlich krampfartig zusammenzieht. Man versucht automatisch, den Muskel wieder zu dehnen, indem man im Sitzen die Fußspitze zu sich zieht oder aus dem Bett aufsteht. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, Muskelkrämpfe zu lösen und vorzubeugen.

Ursachen von Muskelkrämpfen

Wadenkrämpfe sind oft kein rein muskuläres Problem, sondern neurologischer Natur, da sie die Nerven und die Reizleitung betreffen. Verschiedene Faktoren, wie Alkohol, Vitamin B-Mangel oder Mineralstoffmangel, können den Elektrolythaushalt durcheinanderbringen. Diese Elektrolyte sind jedoch an der Reizweiterleitung in den Nervenmembranen beteiligt.

Es gibt verschiedene Kategorien von Wadenkrämpfen:

  • Idiopathische Wadenkrämpfe: Treten ohne erkennbare Ursache auf, meistens in der Nacht.
  • Symptomatische Wadenkrämpfe: Sind Folge einer zugrundeliegenden Erkrankung, wie Nierenschwäche, Diabetes oder neurologischen Störungen.
  • Paraphysiologische Krämpfe: Sind oft die Folge einer Störung des Elektrolythaushalts nach großer Belastung (meist infolge von starkem Schwitzen) oder treten in der Schwangerschaft auf. Auch eine Magen-Darm-Grippe oder starke Muskelanspannung beim Sport können zu paraphysiologischen Muskelkrämpfen führen.

Weitere mögliche Ursachen:

  • Mängel im Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt: Insbesondere ein Magnesiummangel, z. B. durch sportliche Belastung oder in der Schwangerschaft.
  • Muskelkrankheiten, verkürzte Muskeln oder Überbelastung der Muskeln
  • Bewegungsmangel: Führt zu mangelnder Durchblutung und Nährstoffversorgung.
  • Hormonelle Störungen bzw. Schwankungen
  • Überlastung der Muskeln am Tag
  • Stoffwechselstörungen: Wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Diabetes.
  • Nervenkrankheiten: Wie Parkinson, Multiple Sklerose oder amyotrophe Lateralsklerose.
  • Unbequeme Schuhe: Gerade hohe Schuhe begünstigen eine übermäßige Anspannung der Beinmuskulatur.
  • Schwimmen in kaltem Wasser
  • Sport bei heißen Temperaturen und zu geringer Flüssigkeitszufuhr
  • Einseitige Belastung: Durch längeres Verharren in einer bestimmten Körperhaltung (z. B. langes Sitzen).
  • Hohes Alter: Oft verbunden mit einem reduzierten Durstgefühl und Bewegungsmangel.
  • Neuaufnahme von Sport: Körperliche Aktivität nach längeren Ruhepasen bzw. mit verkürzten Muskeln.
  • Medikamentöse Nebenwirkungen/Begleiterscheinungen: Auch der Pille oder Vergiftungen.
  • Durchblutungsstörungen und Venenerkrankungen: Wie Krampfadern.
  • Nierenschwäche: Häufig treten zusätzlich Muskelzuckungen auf.
  • Fehlstellungen an Fuß oder Bein: Z.B.

Vorbeugende Maßnahmen

Um Krämpfen vorzubeugen, sollte man zunächst mit dem Hausarzt klären, ob ein Mineralstoff- oder Vitaminmangel vorliegt. Dazu werden bestimmte Blutwerte genauer untersucht, wie Elektrolytwerte inklusive Kalzium und Magnesium, Nieren- und Leberwerte, Blutzucker, Schilddrüsenhormone und Kreatinkinase.

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Weitere vorbeugende Maßnahmen:

  • Gezielte tägliche Dehnungsübungen: Zum Beispiel ein Vorbeugen des Körpers im Stand, ohne dass die Fersen abheben.
  • Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, um einem Mineralstoffmangel vorzubeugen. Für eine reibungslose Muskelfunktion sind Nährstoffe wie Magnesium, Kalium und Calcium unverzichtbar. In Vollkornbrot, Nüssen und Bananen steckt beispielsweise wertvolles Magnesium. Wichtige Calciumlieferanten sind hingegen Fenchel, Grünkohl, Broccoli, Lauch, Brombeeren, Johannisbeeren, Himbeeren sowie Nüsse und Kräuter. Kalium ist zum Beispiel in Aprikosen, Mais, Tomaten und Kohlrabi enthalten.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und trinken Sie mindestens 2 Liter täglich. Bei Anstrengung, Sport und Hitze empfiehlt es sich, deutlich mehr zu trinken. Apfelsaftschorle, Mineralwasser und Elektrolytgetränke sind bei häufigem Sport empfehlenswert.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung und Dehnung der Waden verschaffen oft schon Linderung und sind zugleich eine gute Präventionsmaßnahme.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Achten Sie bei Ihrem Büro-Arbeitsplatz auf ergonomisches Arbeiten: Die Position von Stuhl, Tisch, Monitor, Tastatur und Maus sollten ein rückengesundes Arbeiten ermöglichen. Beispielsweise sollte der Monitor auf Augenhöhe oder leicht darunter sein. Vergessen Sie regelmäßige Entspannungs- und Bewegungspausen nicht.
  • Geeignete Matratze und Kissen: Achten Sie auf eine für Sie geeignete Matratze und ergonomisch geformte Nackenkissen oder Nackenrollen.

Akute Behandlung von Muskelkrämpfen

Bei einem akuten Krampf können folgende Maßnahmen helfen:

  • Dehnen: Strecken Sie das betroffene Bein und ziehen Sie die Zehen sanft zu sich heran. Dies hilft, die Wadenmuskulatur zu dehnen und den Krampf zu lösen.
  • Massage: Massieren Sie die verkrampfte Muskulatur vorsichtig mit den Händen.
  • Wärme: Bei akuten Krämpfen können warme Wickel oder eine Wärmflasche helfen, den Muskel zu entspannen. Einfach auf die betroffene Stelle legen. Auch ein wohltuendes warmes Bad ist ein probates Hausmittel bei Krämpfen.
  • Kälte: Wenn der Schmerz nachgelassen hat, empfiehlt es sich, zu einer kalten Kompresse zu wechseln. Dafür müssen Sie lediglich ein paar Eiswürfel in ein Handtuch wickeln und auf die betroffene Stelle legen. Das sorgt dafür, dass der Muskel wieder völlig entspannt.
  • Aktive Bewegung: Stehen Sie auf und laufen Sie ein paar Schritte. Dies kann helfen, den Krampf zu lösen.
  • Ruhe bewahren: Panik kann den Krampf verschlimmern. Versuchen Sie, ruhig zu bleiben und sich auf einen Punkt zu konzentrieren.
  • Wadenwickel: Wadenwickel als Hausmittel lindern Muskelkrämpfe.
  • Wadenmassage: Massieren Sie die Wadenmuskulatur sanft, um die Durchblutung zu fördern und den Krampf zu lindern.
  • Zehen strecken: Strecken Sie Ihre Beine im Liegen gerade aus und bewegen Sie die Fußspitze so weit Sie können in Richtung Kopf, sodass Zug in der Wadenmuskulatur entsteht. Es kann auch helfen, den Fuß abwechselnd in Richtung Kopf und dann wieder nach vorne zu strecken.
  • Dehnen im Wasser: Strecken Sie das Bein aus und ziehen Sie die Zehen zu sich heran.

Muskelkrampf-Lösendes Bad Rezept

Ein warmes Bad kann bei Muskelkrämpfen sehr wohltuend sein. Folgende Zusätze können die entspannende Wirkung verstärken:

  • Bittersalz (Magnesiumsulfat): Geben Sie zwei Tassen Bittersalz in das warme Badewasser. Umrühren, bis sich das Salz aufgelöst hat. Genießen Sie das Bad für 20 Minuten.
  • Ätherische Öle: Einige Tropfen ätherisches Öl, wie Lavendelöl, Majoranöl oder Rosmarinöl, können die Muskeln zusätzlich entspannen.
  • Kräuterzusätze: Ein Aufguss aus krampflösenden Kräutern, wie Rosmarin, Lavendel, Zitronenmelisse oder Pfefferminze, kann dem Badewasser hinzugefügt werden.

Rezept für ein Muskelkrampf-Lösendes Bad

Zutaten:

  • Warmes Wasser
  • 2 Tassen Bittersalz
  • 5-10 Tropfen ätherisches Öl (Lavendel, Majoran oder Rosmarin) oder ein Aufguss aus krampflösenden Kräutern

Anleitung:

  1. Füllen Sie die Badewanne mit warmem Wasser.
  2. Geben Sie das Bittersalz hinzu und rühren Sie, bis es sich aufgelöst hat.
  3. Fügen Sie das ätherische Öl oder den Kräuteraufguss hinzu.
  4. Genießen Sie das Bad für 20-30 Minuten.

Weitere Hausmittel und pflanzliche Mittel gegen Muskelkrämpfe

Neben dem Muskelkrampf-lösenden Bad gibt es noch weitere Hausmittel und pflanzliche Mittel, die bei Muskelkrämpfen helfen können:

  • Magnesium: Die Einnahme von Magnesium kann gegen Krämpfe helfen, da ein Magnesiummangel Muskel- und Wadenkrämpfe begünstigen kann. Richtig dosiert ist die Einnahme von Magnesium eine gut verträgliche und sanfte Möglichkeit, um Muskelkrämpfe, die durch einen Magnesiummangel bedingt sind, zu lindern. Achten Sie beim Kauf eines Magnesiumpräparats auf eine organische Magnesiumverbindung wie zum Beispiel Magnesiumorotat.
  • Gurkenwasser: Eine Studie in den USA bewies, dass Gurkenwasser, also die Einlegeflüssigkeit von sauren Gurken, die Länge der Muskelkrämpfe bei dehydrierten Menschen tatsächlich verkürzt - und zwar um die Hälfte der Zeit.
  • CBD-Öl: CBD-Öl ist in der Lage, mit dem Körper zu kommunizieren und hilft, die Signale zwischen Nerven und Muskeln zu regulieren, Entzündungen zu reduzieren und letztlich für eine wohlverdiente Entspannung zu sorgen.
  • Lavendel: Lavendelöl kann in ein warmes Bad gegeben oder topisch angewendet werden, um von den entspannenden Eigenschaften zu profitieren.
  • Pfefferminzöl: Pfefferminzöl kann verdünnt auf die betroffenen Stellen aufgetragen und sanft einmassiert werden, um die Durchblutung zu fördern und die Muskeln zu entspannen.
  • Arnika: Arnika ist bekannt für seine entzündungshemmenden Eigenschaften und kann dabei helfen, Schwellungen und Schmerzen zu reduzieren.
  • Rosmarin: Rosmarinöl kann mit einem Trägeröl gemischt und auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden, um eine wohltuende Massage zu genießen.
  • Passionsblume: Passionsblumenextrakt kann in Form von Tee, Kapseln oder Tinkturen eingenommen werden, um die Entspannung zu fördern und Muskelverspannungen zu mildern.
  • Meerrettichwurzel: Ein Meerrettichwickel kann auf die betroffene Stelle aufgetragen werden oder frischer Meerrettich kann in die Ernährung integriert werden, um die Muskelentspannung von innen heraus zu fördern.
  • Homöopathische Mittel: Bei steifem Nacken und Rückenschmerzen werden z.B. oft Calcium Carbonicum Hahnemanni Globuli oder auch Cimicifuga Globuli eingesetzt.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen sind Muskelkrämpfe harmlos und können mit einfachen Hausmitteln behandelt werden. Wenn die Krämpfe jedoch häufig auftreten, sehr schmerzhaft sind oder von anderen Symptomen begleitet werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

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