Muskelkrampf im Rücken: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, und Muskelkrämpfe im Rücken sind eine häufige Ursache dafür. Sie können sehr schmerzhaft sein und die Bewegungsfähigkeit stark einschränken. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Muskelkrämpfen im Rücken, um Betroffenen ein besseres Verständnis und effektive Lösungsansätze zu bieten.

Einführung

Muskelkrämpfe im Rücken können verschiedene Ursachen haben, von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu schwerwiegenderen Erkrankungen. Die Symptome reichen von leichten Beschwerden bis hin zu starken Schmerzen, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können. Eine genaue Diagnose und eine gezielte Behandlung sind entscheidend, um die Beschwerden zu lindern und langfristige Komplikationen zu vermeiden.

Ursachen von Muskelkrämpfen im Rücken

Muskelkrämpfe im Rücken können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

Muskelverspannungen

Muskelverspannungen sind eine häufige Ursache für tiefsitzende Rückenschmerzen. Sie entstehen oft durch Fehlhaltungen, Überlastungen oder Bewegungsmangel. Personen, die unter starken Muskelverspannungen im Rücken leiden, können je nach betroffener Muskelgruppe tiefsitzende Rückenschmerzen, Nacken-, Schulter- oder Armschmerzen entwickeln. Auch Kopfschmerzen können als Folge einer verspannten Rücken-, Schulter- und Nackenmuskulatur auftreten. Der Körper versucht, schmerzhafte Bereiche durch die Muskelanspannung ruhig zu stellen. Durch die Spannung verschlimmern sich die Schmerzen aber oft, wodurch ein Teufelskreis entsteht.

Fehlhaltungen und Überlastungen

In den meisten Fällen sind Fehlhaltungen oder Überlastungen, gepaart mit Bewegungsmangel, Ursache für Muskelverspannungen. Oft beginnt alles mit einer Fehlhaltung bei dauerhaftem Sitzen, zum Beispiel am Schreibtisch oder Computer. Es entsteht eine Dauerbelastung einzelner Muskelgruppen mit den schon beschriebenen Folgen. Betroffene nehmen bewusst oder unbewusst dauerhaft eine Schonhaltung ein, um die Schmerzen erträglich zu halten. Eine Fehlhaltung entsteht. Die Arbeit der von der Verspannung betroffenen Muskelpartien wird nun von anderen Muskeln übernommen, wodurch sich die Beschwerden ausbreiten oder verlagern können.

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Psychische Belastungen

Eine weitere sehr häufige Ursache sind psychische Belastungen, wie Stress oder Angst. Dann sind anfangs oft die Nacken- und die Schultermuskulatur betroffen. Bei Angst „erstarren" die Muskeln im wahrsten Sinne des Wortes. Stress oder unangenehme Situationen lassen die Betroffenen „den Kopf einziehen". Starker Druck etwa „lastet auf den Schultern", oder bei großem Kummer gehen wir „von Gram gebeugt".

Weitere Ursachen

Weitere Ursachen von Muskelkrämpfen in Rücken, Schultern oder Nacken können u. a. sein:

  • Verletzungen, z. B. Bandscheibenvorfall, Wirbelbruch
  • Störungen im Mineralstoffhaushalt, wie z. B. ein Mangel an Magnesium, Kalzium oder Kalium
  • Flüssigkeitsmangel (Dehydration)
  • Nebenwirkungen von bestimmten Medikamenten, wie z. B. Cholesterinsenker (Statine), hormonelle Verhütungsmittel oder Arzneimittel gegen Bluthochdruck
  • Bestimmte Erkrankungen, wie z. B. Nerven- und Muskelerkrankungen, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) oder Diabetes mellitus
  • Schwangerschaft

Symptome von Muskelkrämpfen im Rücken

Die Symptome von Muskelkrämpfen im Rücken können je nach Ursache und Schweregrad variieren. Hier sind einige der häufigsten Symptome:

  • Schmerzen: Die Schmerzen können lokalisiert sein und in bestimmten Bereichen des Rückens auftreten, häufig im Bereich der Lenden- oder Brustwirbelsäule. Der Schmerz kann plötzlich nach einer ungünstigen Bewegung oder Belastung auftreten und sich wie ein „Hexenschuss“ anfühlen.
  • Bewegungseinschränkungen: Eine Rückenblockade führt oft zu einer spürbaren Einschränkung der Beweglichkeit. Bestimmte Bewegungen wie das Drehen, Bücken oder Aufrichten des Körpers werden schmerzhaft oder nahezu unmöglich.
  • Muskelverspannungen: Häufig reagieren die umgebenden Muskeln auf die Blockade mit Verspannungen oder Krämpfen. Die betroffene Stelle fühlt sich hart an und ist druckempfindlich.
  • Ausstrahlende Schmerzen: In manchen Fällen strahlen die Schmerzen von der betroffenen Region in andere Körperbereiche aus, beispielsweise in den Nacken, die Schultern oder die Beine. Dies tritt auf, wenn Nerven betroffen sind.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit und Blockierung: Eine eingeschränkte Beweglichkeit und ein Gefühl der Blockierung können ebenfalls auftreten.
  • Sensibilitätsstörungen: Ausstrahlung mit Sensibilitätsstörungen in angrenzenden Körperteilen ist möglich.
  • Begleiterscheinungen bei Verspannungen im mittleren Rücken: Verspannungen im Bereich der Brustwirbelsäule werden häufig nicht als solche wahrgenommen. Stattdessen werden eher die teilweise beträchtlichen Begleiterscheinungen bemerkt, die Muskelverspannungen im mittleren Rücken verursachen können, wie z. B. Magenschmerzen und -beschwerden.
  • Begleiterscheinungen bei Verspannungen im unteren Rücken: Verspannungen im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) gehören zu den häufigsten Ursachen für Rückenschmerzen. Rückenverspannungen in der Lendenwirbelsäule kommen sehr häufig vor und führen ebenfalls zu einer Reihe von Begleitsymptomen, die nicht immer sofort der Muskulatur im unteren Rücken zugeordnet werden können.
  • Atem- und Magenprobleme: Ein spezielles Problem bei einer Verspannung des oberen und mittleren Rückens stellen Atem- und Magenprobleme dar. So kann bei einer dauerhaft verspannten Rückenmuskulatur auch das Zwerchfell (Diaphragma) in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Zwerchfellverspannung kann auch auf den Magen „schlagen“. Wenn das Zwerchfell in seiner natürlichen Bewegungsfähigkeit eingeschränkt ist, werden die Bauchorgane wie Magen, Milz, Leber etc. nicht mehr ausreichend mobilisiert. Außerdem kann sich bei einer Verspannung des Diaphragmas die Lage des Magens ändern, sodass dieser in den Brustbereich gedrückt wird. Und das kann sich als Druck in der Magengegend und (stillem) Reflux/Sodbrennen zeigen.
  • Auswirkungen auf die Darmtätigkeit: Eine Verspannung im unteren Rücken wiederum kann sich auf die Darmtätigkeit auswirken.

Diagnose von Muskelkrämpfen im Rücken

Bei starken oder dauerhaften Muskelverspannungen sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Diagnose von Muskelkrämpfen im Rücken umfasst in der Regel folgende Schritte:

  1. Anamnese: Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte (Anamnese) und die aktuellen Beschwerden erheben.
  2. Körperliche Untersuchung: Im Anschluss folgt die körperliche und neurologische Untersuchung, etwa eine Reflexprüfung.
  3. Bildgebende Verfahren: Laut Leitlinie sollen zunächst keine bildgebenden Verfahren durchgeführt werden, solange es durch die Anamnese und die körperliche Untersuchung keine Hinweise auf gefährliche Verläufe oder andere ernstzunehmende Erkrankungen gibt. Bei anhaltenden oder fortschreitenden Kreuzschmerzen und angemessener Therapie sollte nach vier bis sechs Wochen die Indikation für eine bildgebende Diagnostik geprüft werden. Mögliche bildgebende Verfahren sind Röntgen, CT oder MRT.

Behandlung von Muskelkrämpfen im Rücken

Für die Behandlung von Muskelkrämpfen im Rücken stehen sehr unterschiedliche Therapien zur Verfügung, die oft auch miteinander kombiniert werden.

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Medikamentöse Behandlungen

  • Schmerzmittel mit Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol können oral eingenommen zu einer allgemeinen Reduzierung der Schmerzwahrnehmung mit einer teilweise entzündungshemmenden Wirkung beitragen.
  • Muskelrelaxanzien können verschrieben werden, um Muskelverspannungen zu lösen.
  • In seltenen Fällen, bei sehr starken Schmerzen oder wenn die Blockade Nerven beeinträchtigt, können auch Kortison-Injektionen erwogen werden, um Entzündungen und Schmerzen zu lindern.

Nicht-medikamentöse Behandlungen

  • Krankengymnastik: Krankengymnastik oder Chirotherapie können helfen, den Teufelskreis der Verspannung zu durchbrechen.
  • Physikalische Therapien: Physikalische Maßnahmen wie Wärmeanwendungen entspannen die Muskulatur und fördern die Durchblutung. Dies kann die Verspannungen lindern und die Blockade lösen.
  • Massagen: Massagen können die Durchblutung anregen und oberflächliche Verspannungen der Muskeln lösen.
  • Chirotherapie / Manuelle Medizin: Chiropraktische Behandlungen und Osteopathie können gezielt Blockaden lösen, indem sie mit speziellen Techniken die Wirbel oder Gelenke wieder in ihre normale Position bringen. Diese Behandlung sollte jedoch nur von geschulten Therapeuten durchgeführt werden.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken, sowohl gezielt zur Muskelentspannung als auch zum Abbau von Stress als Verspannungsursache, können hilfreich sein. Methoden wie die progressive Muskelentspannung können aktiv verhärtete Muskeln lockern.
  • Multimodale Schmerztherapie: Eine Kombination aus orthopädischer / schmerztherapeutischer, krankengymnastischer und psychologischer Behandlung kann sinnvoll sein.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Insbesondere in der akuten Phase können Kälteanwendungen helfen, die Schmerzen zu reduzieren. Wärme, etwa durch Wärmflaschen, Kirschkernkissen oder Wärmepacks, dient dazu, die Durchblutung anzuregen und die Muskeln zu entspannen.
  • Bewegung und Dehnübungen: Sanfte Bewegung und Mobilisation sind anfangs sinnvoll, jedoch sollte man nach einer kurzen Ruhephase versuchen, den Rücken sanft zu mobilisieren. Vorsichtige Bewegungen, wie leichtes Dehnen oder Spaziergänge, können dazu beitragen, die Muskeln zu lockern und die Blockade zu lösen. Mobilisationsübungen unter Anleitung eines Physiotherapeuten können gezielt helfen, die betroffenen Wirbel oder Muskeln zu lockern und wieder in Bewegung zu bringen.
  • Manuelle Therapie: Manuelle Therapien lösen die Verspannung und fördern die Beweglichkeit, Bewegungstherapien stärken die Muskulatur und dehnen die betroffenen Areale. Um dauerhafte Fehlhaltungen auszugleichen, ist in der Regel eine physiotherapeutische Anleitung nötig. Rückenschulen können ebenfalls gezielt Schwachpunkte entlang der Wirbelsäule kräftigen.

Übungen gegen Muskelkrämpfe im Rücken

Es gibt verschiedene Übungen, die helfen können, Muskelkrämpfe im Rücken zu lindern und vorzubeugen:

  • Dehnung des Schultergürtels:
    1. Stellen Sie sich aufrecht und etwa schulterbreit hin.
    2. Heben Sie den rechten Arm, bis er auf Höhe der Schulter ist.
    3. Legen Sie die linke Hand auf den rechten Ellenbogen.
    4. Ziehen Sie den gestreckten Arm leicht nach links hinten.
    5. Halten Sie die Dehnung 20 Sekunden, bevor Sie die Seite wechseln. Wiederholen Sie die Übung 3-mal.
  • Dehnung von Schulter und Trizeps:
    1. Stellen Sie sich in eine schulterbreite Position.
    2. Strecken Sie den linken Arm nach oben und winkeln Sie den Unterarm hinter dem Kopf ab.
    3. Legen Sie die rechte Hand auf den Ellenbogen des linken Arms.
    4. Ziehen Sie den linken Arm leicht in Richtung Kopf. Die Dehnung sollten Sie in der Schulter spüren.
    5. Halten Sie die Dehnung 20 Sekunden, bevor Sie die Seite wechseln. Machen Sie pro Arm 2-3 Durchgänge.
  • Frontheben:
    1. Halten Sie in der Ausgangsposition zwei Hanteln (0,5 kg Gewicht) oder zwei Flaschen Wasser (je 500 ml) in den Händen. Ihre Knie sind leicht gebeugt und der Bauch ist angespannt. Die Schultern sind entspannt und der Kopf befindet sich in einer geraden, neutralen Position.
    2. Heben Sie beide Arme vor dem Körper bis auf Schulterhöhe an und senken Sie sie anschließend wieder langsam nach unten. Die Position Ihres Nackens und Rumpfes ändert sich währenddessen nicht.
    3. Wiederholen Sie diese Übung 3-mal mit je 12 - 15 Wiederholungen.
  • Dehnung durch Schulterrotation:
    1. Atmen Sie ein und richten Sie Ihre Wirbelsäule auf. Der Kopf ist aufrecht und die Verlängerung der Wirbelsäule.
    2. Lassen Sie die Arme locker hinabhängen.
    3. Ziehen Sie die Schultern zu den Ohren und kreisen Sie langsam nach hinten und dann nach vorn.
    4. Machen Sie 10 Wiederholungen und mindestens 3 Durchgänge.
  • Dehnung der Nackenmuskulatur:
    1. Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Die Schultern hängen locker und entspannt herunter. Ihr Blick ist nach vorn gerichtet.
    2. Neigen Sie den Kopf mithilfe der rechten Hand seitlich nach rechts. Halten Sie die Dehnung etwa 15 Sekunden und kommen Sie dann wieder langsam in die Ausgangsposition. Seitenwechsel.
    3. Machen Sie 2-3 Wiederholungen pro Seite.
  • Übungen gegen den Handynacken:
    1. Nehmen Sie eine sitzende oder stehende Ausgangsposition ein und halten ihren Kopf in einer aufrechten, geraden Position.
    2. Ziehen Sie nun Ihr Kinn so weit nach hinten wie möglich.
    3. Bewegen Sie anschließend den Kopf wieder bis zur Mitte nach vorne.
    4. Wiederholen Sie die Übung 10-mal.
  • Postisometrische Dehnung (PIR):
    1. Beispiel: Postisometrisches Dehnen des seitlichen Halsmuskels
      • Ausgangsstellung: Im aufrechten Sitz die Handfläche der rechten Hand an das rechte Ohr legen. Der Ellbogen zeigt waagerecht zur Seite.
      • Mit geringer Kraft das Ohr in die Hand (nicht die Hand ans Ohr) drücken und die Spannung 10 Sekunden halten.
      • Danach den Arm locker hängen lassen und 10 Sekunden entspannen.
      • Die Übung 3 x wiederholen und anschließend zur anderen Seite (linke Hand am linken Ohr) wechseln.
  • Entspannung des Oberkörpers (Katze-Kuh-Übung):
    1. Die Hände und Knie sind auf der Matte und die Halswirbelsäule und der Steiß bilden eine gerade Linie.
    2. Mit der Einatmung: das Brustbein heben und den Rücken in ein Hohlkreuz ziehen („Die Kuh“).
    3. Mit der Ausatmung: den Rücken jetzt rund rollen („Die Katze“).
    4. Wiederholen Sie diese Übung 2- bis 3-mal.
  • Dreh-Dehn-Lage:
    1. In Rückenlage die Beine angewinkelt aufstellen, die Arme seitlich neben dem Körper ablegen.
    2. Beine aufgestellt zur Seite ablegen, Kopf in die Gegenrichtung rotieren.
    3. Beine kontrolliert ablegen, nicht fallen lassen.
    4. Nach 10-12 Sekunden den Zug auflösen, zurück rotieren und die Seite wechseln.
  • Dehnung des Rückens (Child's Pose):
    1. Setzen Sie sich im Fersensitz mit geschlossenen Knien auf Ihre Matte.
    2. Atmen Sie aus und beugen Sie dabei Ihren Oberkörper nach vorn. Bringen Sie die Stirn auf den Boden (Sie können Ihren Kopf auch zur Seite drehen, so dass Ihre Wange auf dem Boden ruht).
    3. Legen Sie Ihre Arme für eine intensivere Streckung nach vorn mit den Handflächen zum Boden oder nehmen Sie Ihre Arme mit den Handflächen nach oben zurück an Ihre Oberschenkel.
    4. Bleiben Sie so lange, wie Sie möchten, oder für mindestens 30 Sekunden in dieser Haltung und kehren Sie schließlich mit dem stetigen Ein- und Ausatmen zurück in die sitzende Ausgangsposition.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Häufige Muskelkrämpfe können sehr belastend sein. Wenn es immer wieder zu Muskelkrämpfen kommt und sich diese auch nicht mit Hausmitteln und Bewegung bessern lassen, dann sollte man einen Arzt aufsuchen. In der Praxis können verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden, um die mögliche Ursache der Muskelkrämpfe herauszufinden und eine wirksame Behandlung zu empfehlen, die langfristig die Krämpfe und Schmerzen lindern kann. Erste Anlaufstelle kann die hausärztliche Praxis sein. In manchen Fällen können Orthopäden oder Neurologen zur weiteren Abklärung hinzugezogen werden.

Vorbeugung von Muskelkrämpfen im Rücken

Langfristig sollte man stets versuchen, die Ursachen der Muskelverspannungen zu bekämpfen. Insbesondere Sport und ein regelmäßiges Training sind unerlässlich. Hier sind einige Tipps zur Vorbeugung von Muskelkrämpfen im Rücken:

  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung und gezieltes Dehnen fördern die Durchblutung und lösen die verkrampfte Muskulatur. Gerade wer viel sitzt, sollte versuchen, sich viel und im Rahmen seiner Möglichkeiten zu bewegen. Nach längerem Sitzen sowie vor dem Anheben oder Tragen schwerer Lasten sollte man sich ausgiebig dehnen und strecken.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch, um eine gesunde Sitzposition zu fördern. Wichtig ist, die Haltung regelmäßig zu wechseln. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch bietet dabei mehr Flexibilität und ermöglicht auch das dynamische Stehen.
  • Stressmanagement: Psychischer Druck und Probleme sowie psychische Erkrankungen können die Schmerzen im Kreuz begünstigen. Versuchen Sie, sich Auszeiten zu gönnen und zu entspannen. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Atemübungen helfen, die Anspannung zu reduzieren.
  • Rückenmuskulatur stärken: Ein Hexenschuss ist oft die Folge einer schwachen Rückenmuskulatur. Kräftigen Sie diese mit gezielten Übungen. Ärzte als auch Physiotherapeuten können Ihnen geeignete Übungen zeigen. In einer Rückenschule lernen Sie rückengerechte Bewegungsabläufe. Übungen wie der Unterarmstütz („Plank“) stärken die gesamte Rumpfmuskulatur, einschließlich der Rücken- und Bauchmuskeln, und verbessern die Stabilität der Wirbelsäule.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht kann eine Lumbago begünstigen. Sprechen Sie mit Ihren Ärzten, wie Sie sicher und gesund Gewicht reduzieren können. Dies hat einen positiven Effekt auf den ganzen Körper.
  • Vermeidung von Kälte und Zugluft: Vermeiden Sie Kälte und Nässe im Rückenbereich. Vermeiden Sie Zugluft, wenn Ihr Nackenbereich mit Schmerzen auf kühle Luft reagiert.
  • Gesunde Schlafumgebung: Das richtige Kissen und die für Ihre Schlafposition und Ihr Gewicht passende Matratze können Ihren Rücken schonen. Treten die Rückenschmerzen vor allem morgens nach dem Schlafen auf, könnte eine zu harte oder weiche Matratze die Ursache sein.
  • Warmhalten: Vermeiden Sie Kälte und Nässe im Rückenbereich.
  • Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, um Mangelerscheinungen vorzubeugen.

Spezielle Ursachen und Behandlungen

Stiff-Person-Syndrom

Schmerzhafte Anfälle von Muskelsteifheit und -krämpfen in Beinen und Rücken sind typische Symptome beim Stiff-Person-Syndrom. Auslöser, Verlauf und Behandlung der Autoimmunerkrankung. Frauen sind von der Autoimmunerkrankung Stiff-Person-Syndrom etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Muskeln am Rücken und Bauch sind meist zuerst betroffen: Sie werden immer steifer und fester, krampfen sich zusammen, so dass es zu Rückenschmerzen und Verbiegungen der Wirbelsäule kommt, bis hin zum extremen Hohlkreuz. Darüber hinaus entwickeln die Muskeln der Hüften und Beine ebenfalls eine Muskelsteifheit und erhöhte Anspannung. Die schmerzhaften Muskelspannungen können anfallsweise zunehmen. Vor allem bei plötzlichen Reizen wie Geräuschen, Berührung, Schreck oder Stress ziehen sich die Muskeln blitzartig zusammen und werden steif wie ein Brett. Bei solchen Muskelkrämpfen erstarren Betroffene kurzfristig zur Bewegungslosigkeit. Langfristig kann es zu Gelenk-Fehlstellungen kommen. Außerdem kommen beim Stiff-Person-Syndrom auch Symptome wie Herzrasen, Bluthochdruck und übermäßiges Schwitzen hinzu.

Das Stiff-Person-Syndrom lässt sich nicht heilen - mit einer dauerhaften Behandlung können aber stabile Phasen über Monate oder Jahre erreicht werden. Basis ist die symptomatische Therapie mit Physiotherapie und muskelentspannenden Maßnahmen. Zusätzlich helfen muskelentspannende Medikamente und Medikamente, die das fehlgeleitete Immunsystem dämpfen.

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Hexenschuss (Lumbago)

Der Hexenschuss bezeichnet akut auftretende starke Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Bei einem Hexenschuss sitzen die Schmerzen im unteren Rücken. Die Ursachen einer Lumbago sind sehr unterschiedlich. Laut Leitlinie wird von einem akuten nicht spezifischen Kreuzschmerz gesprochen. Oft geben die Betroffenen eine unvorhersehbare Belastung der Wirbelsäule wie Bücken und Heben, an. Bei vielen Betroffenen ist die Rückenmuskulatur bereits eine Weile geschwächt. Ausgangspunkt sind Muskelverspannungen, Verschleißerscheinungen der Bandscheiben, entzündliche Reizungen der Zwischenwirbelgelenke sowie Arthrosen in Zwischenwirbelgelenken und Fehlhaltung. Psychosoziale Faktoren, wie Stress, Überarbeitung oder Übermüdung, können ebenfalls zu einer akuten Lumbago führen. Die Behandlung richtet sich primär nach dem Auslöser.

Rückenblockade

Eine Rückenblockade tritt auf, wenn sich Wirbelgelenke, Muskeln oder Nerven im Rückenbereich „festsetzen“ oder blockieren. Dies kann durch Fehlhaltungen, Verspannungen oder plötzliche Bewegungen verursacht werden. Die Behandlung reicht von Wärmebehandlungen und sanften Mobilisationsübungen bis hin zu physiotherapeutischen Maßnahmen. In den meisten Fällen kann sich eine Blockade von selbst lösen, doch physiotherapeutische Hilfe kann die Heilung beschleunigen.

Schmerzen im mittleren Rücken

Meist sind die Ursachen für Schmerzen in diesem Bereich harmlos und schnell zu beheben. In manchen Fällen ist aber auch eine minimalinvasive Intervention notwendig. Häufig sind Schmerzen am mittleren Rücken auf zu wenig Bewegung zurückzuführen. Auch eine Skoliose ist häufiger ein Grund für Schmerzen am mittleren Rücken. Dabei handelt es sich um eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule. Bandscheibenerkrankungen sind an der Brustwirbelsäule recht selten.

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