Schmerzen, die durch Durchblutungsstörungen entstehen, resultieren aus einer eingeschränkten Blutversorgung eines Körperteils, wodurch die betroffenen Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Diese Schmerzen treten oft in den Beinen auf, können aber auch andere Körperteile betreffen. Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine häufige Form, die Schmerzen vor allem in den Beinen verursacht. Durchblutungsstörungen können auch durch Gefäßkrämpfe (Vasospasmen) wie beim Raynaud-Phänomen entstehen, welche beim Versagen der konservativen Therapiemaßnahmen mit Neuromodulationsverfahren erfolgreich zu behandelnd sind.
Ursachen von Durchblutungsstörungen
Die häufigsten Ursachen für Durchblutungsstörungen sind vielfältig und umfassen:
- Atherosklerose: Dies ist die häufigste Ursache. Fettablagerungen (Plaques) an den Wänden der Arterien verengen oder blockieren die Blutgefäße.
- Rauchen: Nikotin verengt die Blutgefäße und schädigt die Arterien, was das Risiko von Durchblutungsstörungen erhöht.
- Diabetes: Diabetes kann zu einer Gefäßschädigung führen und die Wahrscheinlichkeit für Durchblutungsprobleme erhöhen.
- Bluthochdruck: Hoher Blutdruck belastet die Blutgefäße und fördert die Entwicklung von Atherosklerose.
- Erhöhte Cholesterinwerte: Hohe Cholesterinwerte können Ablagerungen in den Arterien fördern und so die Blutzirkulation einschränken.
- Genetische Faktoren: Einige Menschen haben eine genetische Prädisposition für Gefäßprobleme.
- Bewegungsmangel und Übergewicht: Diese Faktoren fördern die Atherosklerose und verschlechtern die Blutzirkulation.
Symptome von Durchblutungsstörungen
Die Symptome hängen davon ab, welches Gebiet des Körpers betroffen ist, und können in ihrer Intensität variieren:
- Schmerzen in den Beinen (bei pAVK): Diese Schmerzen treten oft beim Gehen oder Treppensteigen auf (Claudicatio intermittens) und bessern sich meist nach kurzer Ruhepause.
- Kälte und Taubheit: Betroffene Körperteile fühlen sich oft kalt oder taub an, vor allem Hände und Füße.
- Blasse oder bläuliche Haut: Durch eine eingeschränkte Blutzufuhr kann sich die Hautfarbe ändern.
- Schwächegefühl und Krämpfe: Besonders in den Beinen sind Krämpfe und Schwächezeichen häufig.
- Schlechtere Wundheilung: Die eingeschränkte Durchblutung führt dazu, dass Wunden langsamer heilen und sich häufiger Infektionen bilden.
Arten von Schmerzen bei Durchblutungsstörungen
Die Art der Schmerzen kann ebenfalls variieren:
- Belastungsschmerzen: Treten auf, wenn die Muskeln bei Aktivität mehr Sauerstoff benötigen und durch die Engstellen in den Arterien nicht ausreichend versorgt werden können. Diese Schmerzen bessern sich oft in Ruhe (Claudicatio intermittens).
- Ruhe-Schmerzen: In schweren Fällen kann auch im Ruhezustand ein konstanter, brennender Schmerz bestehen, der auf eine kritische Minderdurchblutung hinweist. Besonders nachts können diese Schmerzen auftreten, wenn die Beine flach aufliegen.
- Brennende oder kribbelnde Schmerzen: Oft typisch für periphere Nervenschäden durch Minderdurchblutung, besonders bei Diabetikern.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine Erkrankung, bei der die Arterien, die die Beine und andere periphere Körperteile mit Blut versorgen, durch Ablagerungen von Fett, Cholesterin und anderen Substanzen (Atherosklerose) verengt oder blockiert werden. Diese Verengung führt zu einer verminderten Blutzufuhr in den betroffenen Bereichen, was Schmerzen und andere Symptome verursacht, besonders bei körperlicher Belastung.
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Symptome der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit
Die Symptome der pAVK können je nach Schweregrad der Erkrankung variieren. Zu den häufigsten gehören:
- Schmerzen beim Gehen (Claudicatio intermittens): Dies ist das charakteristische Symptom der pAVK. Es handelt sich um Schmerzen in den Waden, Oberschenkeln oder Hüften, die beim Gehen auftreten, insbesondere bei körperlicher Belastung. Die Schmerzen bessern sich in Ruhe.
- Kältegefühl und Taubheit in den Beinen: Aufgrund der unzureichenden Blutzufuhr können die betroffenen Beine sich kalt oder taub anfühlen.
- Blasse, glänzende Haut: Die Haut kann aufgrund der schlechten Blutzirkulation blass oder glänzend erscheinen.
- Schlechte Wundheilung: Wunden an den Füßen, Beinen oder Zehen können langsamer heilen oder sich infizieren.
- Gangrän (Gewebeabsterben): In schweren Fällen kann es aufgrund der unzureichenden Blutzufuhr zu Gewebeabsterben kommen. Dies betrifft meist die Zehen und Füße und kann zu Nekrosen führen, die eine Amputation erforderlich machen können.
- Schwache oder nicht tastbare Pulse: Bei pAVK sind die Arterien oft so stark verengt, dass die Pulse in den Füßen und Beinen nicht mehr spürbar sind.
Raynaud-Phänomen
Das Raynaud-Phänomen ist eine Erkrankung, bei der es zu einem vorübergehenden Verlust der Blutzirkulation in den Fingern und/oder Zehen kommt, oft ausgelöst durch Kälte oder Stress. Es handelt sich um eine sogenannte Vasospasmus-Störung, bei der sich die Blutgefäße in den betroffenen Bereichen plötzlich verengen, wodurch die Blutzufuhr gestört wird.
Ursachen des Raynaud-Phänomens
Man unterscheidet zwischen primärem und sekundärem Raynaud-Phänomen:
- Primäres Raynaud-Phänomen: Es tritt ohne eine zugrunde liegende Erkrankung oder Verletzung auf. Die genaue Ursache ist unbekannt, aber man nimmt an, dass es durch eine übermäßige Reaktion der Blutgefäße auf Kälte oder Stress verursacht wird. Es ist meist nicht mit anderen gesundheitlichen Problemen verbunden und hat eine gute Prognose.
- Sekundäres Raynaud-Phänomen: Es tritt als Symptom im Rahmen einer anderen zugrunde liegenden Erkrankung auf, meist einer Autoimmunerkrankung oder einer Bindegewebserkrankung. Beispiele hierfür sind:
- Systemische Sklerose (Sclerodermie): Eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Verdickung und Verhärtung der Haut führt.
- Lupus erythematodes: Eine Autoimmunerkrankung, die verschiedene Organe betrifft.
- Rheumatoide Arthritis: Eine entzündliche Erkrankung der Gelenke, die auch die Blutgefäße betreffen kann.
- Atherosklerose: Arterienverkalkung, die den Blutfluss beeinträchtigt.
- Vibrationseinwirkungen: Zum Beispiel bei Menschen, die regelmäßig mit vibrierenden Maschinen arbeiten (z. B. Bauarbeiter oder Gärtner).
Das sekundäre Raynaud-Phänomen ist oft schwerer und kann zu bleibenden Schäden an den betroffenen Gefäßen führen.
Symptome des Raynaud-Phänomens
Die Symptome des Raynaud-Phänomens treten in typischen Anfällen auf, die durch bestimmte Auslöser (z. B. Kälte, Stress) hervorgerufen werden:
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- Blass oder weiß: Die Blutgefäße verengen sich, und die Blutzufuhr wird reduziert, wodurch die Haut blass wird.
- Blau oder violett: Durch die reduzierte Blutzufuhr gelangt weniger Sauerstoff in das Gewebe, wodurch die Haut blau wird.
- Rötung: Nachdem sich die Blutgefäße wieder erweitern und der Blutfluss zurückkehrt, kann sich die Haut rot färben.
- Kältegefühl und Taubheit: Betroffene Körperteile fühlen sich kalt an, oft begleitet von einem Taubheitsgefühl aufgrund der verminderten Blutzufuhr.
- Schmerzen: Während eines Anfalls kann es zu Schmerzen kommen, die mit der verminderten Durchblutung zusammenhängen. Diese Schmerzen klingen oft ab, wenn die Blutzufuhr wiederhergestellt wird.
Die Anfälle dauern in der Regel wenige Minuten bis maximal 20 Minuten und hören auf, wenn der Auslöser (z. B. Kälte oder Stress) beseitigt wird und die Blutzirkulation wieder normalisiert ist.
Diagnose des Raynaud-Phänomens
Die Diagnose des Raynaud-Phänomens basiert hauptsächlich auf der klinischen Untersuchung und der Erhebung der Anamnese:
- Anamnese: Der Arzt fragt nach den Symptomen, deren Häufigkeit und Auslösern (Kälte, Stress) sowie nach anderen Erkrankungen, die mit Raynaud in Zusammenhang stehen könnten (z. B. Autoimmunerkrankungen).
- Farbwechsel der Haut beobachten: Der Arzt untersucht die Hautfarbe an den Extremitäten während eines Anfalls und nach dessen Beendigung, um das typische Muster zu erkennen.
- Doppler-Ultraschall: Mit dieser Methode kann die Blutzirkulation überprüft werden, um zu sehen, ob es eine Verengung der Blutgefäße gibt.
- Bluttests: Bei Verdacht auf eine zugrunde liegende Autoimmunerkrankung (bei sekundärem Raynaud) können Bluttests durchgeführt werden, um Marker für Erkrankungen wie Lupus oder systemische Sklerose zu erkennen.
- Nagelfalzkapillarmikroskopie: Eine spezielle Untersuchung, bei der die kleinen Blutgefäße in der Nähe des Nagels betrachtet werden.
Muskelkrämpfe: Ein Überblick
Ein Muskelkrampf ist eine plötzliche, unwillkürliche und oft schmerzhafte Kontraktion eines Muskels. Obwohl die genaue Ursache nicht immer feststellbar ist, spielen Durchblutungsstörungen eine wesentliche Rolle.
Ursachen von Muskelkrämpfen
Muskelkrämpfe können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Durchblutungsstörungen: Wenn die Gefäße verengt sind, gelangt unter Umständen nicht genügend Blut in den Muskel, was zu Sauerstoffmangel und Krämpfen führen kann. Eine häufige Ursache ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit, bei der die Durchblutung der Beine beeinträchtigt wird.
- Elektrolytstörungen: Die Elektrolyte Kalium, Kalzium und Magnesium sind für die Muskelkontraktion und Erregungsleitung unerlässlich. Elektrolytverluste durch Erbrechen, Durchfall, Nierenerkrankungen, starkes Schwitzen oder Medikamente wie Diuretika können Krämpfe verursachen.
- Flüssigkeitsmangel: Bei Flüssigkeitsmangel fehlen dem Körper wichtige Elektrolyte und Nährstoffe, die in der Körperflüssigkeit gelöst sind.
- Muskelüberlastung: Intensive oder ungewohnte Belastungen können zu kleinen Schäden und einer Überreizung des Muskelgewebes führen.
- Nervenschädigung: Fehlerhafte Nervensignale können zu unkontrollierten Muskelreaktionen und schmerzhaften Krämpfen führen. Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenfunktionsstörungen können den Muskel- und Nervenstoffwechsel negativ beeinflussen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente wie Beta 2 Sympathomimetika, Diuretika und Statine können Muskelkrämpfe als Nebenwirkung haben.
- Erkrankungen des Bewegungsapparates: Verletzungen und muskuläre Dysbalancen können ebenfalls Krämpfe verursachen.
- Kälte: Kalte Temperaturen können zu reflexartigen Muskelzusammenziehungen und Verspannungen führen, die Krämpfe begünstigen.
- Stress: Vor allem die Nacken-, Kiefer- und Schultermuskulatur sind bei Stress betroffen, was zu Verspannungen und Krämpfen führen kann.
- Idiopathische Muskelkrämpfe: Oft lässt sich keine eindeutige Ursache für Muskelkrämpfe finden, insbesondere bei älteren Menschen. Altersbedingte Veränderungen der Nervenleitfähigkeit, der Abbau von Muskelmasse und eine veränderte Durchblutung kommen häufig in Frage.
Was passiert im Körper bei einem Muskelkrampf?
Ein Muskelkrampf geht nicht vom Muskel selbst aus, sondern vom Nerv, der diesen steuert. Nervenzellen senden elektrische Impulse aus dem Gehirn an den Muskel, wodurch es zu einer Anspannung kommt. Normalerweise tritt danach eine Entspannung ein. Bei einem Muskelkrampf gerät dieser Vorgang aus dem Gleichgewicht, und Nervenzellen senden unkontrolliert Signale zur Kontraktion an den Muskel.
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Formen des Muskelkrampfes
Muskelkrämpfe können in nahezu jedem Bereich des menschlichen Körpers auftreten:
- Gewöhnlicher Krampf: Eine kurze und schmerzhafte Anspannung, wie z. B. morgendliche oder nächtliche Wadenkrämpfe.
- Klonischer Krampf: Zuckungsartige Krämpfe durch rhythmische, krampfartige Kontraktion von Muskelgruppen.
- Tonischer Krampf: Langanhaltende Muskelkontraktionen ohne Zuckungen.
Welche Muskeln können betroffen sein?
Besonders häufig treten Muskelkrämpfe in der Wade oder im Oberschenkel auf. Spasmen können jedoch auch in der Gallenblase, im Darm oder in der Harnblase entstehen. Ein Muskelkrampf der Blutgefäße wird als Vasospasmus bezeichnet, während ein Krampf in den Bronchien als Branchospasmus und ein Krampf im Kehlkopf als Laryngospasmus bezeichnet wird.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Obwohl Muskelkrämpfe im Allgemeinen nicht gefährlich sind, sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn die Krämpfe länger anhalten, den Alltag einschränken oder häufig auftreten. Dies kann auf ernsthafte Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Entzündung im Muskel hinweisen.
Behandlung von Muskelkrämpfen
Die Behandlungsansätze sind vielfältig und richten sich nach der Ursache:
- Magnesium: Bei einem Magnesiummangel können eine ausgewogene Ernährung und Magnesiumtabletten helfen.
- Medikamentöse Behandlung: In einigen Fällen werden Medikamente wie Chinin oder Botox-Spritzen eingesetzt, um Krämpfe zu behandeln. Diese sind jedoch oft mit Nebenwirkungen verbunden.
- Alternative Methoden: Eine ausgewogene Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Magnesiumtabletten können helfen, den Magnesiumhaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
- Hausmittel: Massage, Dehnung und Erwärmen des Muskels haben sich in Akutfällen bewährt. Kältekompressen können ebenfalls helfen, den Muskel zu entspannen. Krampflösende Tees wie Rosmarin, Lavendel, Zitronenmelisse oder Pfefferminze können ebenfalls unterstützend wirken.
- Muskelkrämpfe beim Sport: Überbelastung, Flüssigkeitsmangel oder nicht ausreichende Ruhephasen können zu Krämpfen beim Sport führen. Athleten sollten ihr Training anpassen, ausreichende Ruhepausen gönnen und auf eine ausgewogene Ernährung achten. Kohlenhydrathaltige Elektrolytgetränke können ebenfalls helfen.
- Muskelkrämpfe in der Schwangerschaft: Werdende Mütter verlieren durch starkes Schwitzen und häufigen Harndrang vermehrt Flüssigkeit und essenzielle Nährstoffe, was zu einem Magnesiummangel führen kann. Dehnen, Aufstehen und Herumlaufen sowie Massagen können helfen. Regelmäßiges Wechselduschen hat sich ebenfalls als präventive Maßnahme bewährt.
Vorbeugung von Muskelkrämpfen
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, um einem Mineralstoffmangel vorzubeugen.
- Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, mindestens 2 Liter täglich.
- Wärmen Sie sich vor dem Sport gut auf und dehnen Sie die Muskeln regelmäßig.
- Vermeiden Sie Überanstrengung und gönnen Sie sich ausreichend Ruhepausen.
Krämpfe in den Beinen: Ursachen und Unterschiede
Während die Beinschmerzen bei einer pAVK durch eine mangelnde Durchblutung entstehen, haben echte Beinkrämpfe verschiedene Ursachen. Krämpfe in den Beinen können harmlos sein, wie z. B. nächtliche Wadenkrämpfe oder Muskelkrämpfe in Verbindung mit sportlicher Betätigung. Länger anhaltende Muskelverkrampfungen können jedoch auf Stoffwechselstörungen, Störungen des Wasserhaushalts oder Erkrankungen des Nervensystems hinweisen.
Ursachen von Beinkrämpfen
- Nährstoffmangel: Ein Mangel an wichtigen Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium oder Kalzium.
- Störungen des Nervensystems: Erkrankungen wie Polyneuropathien, Bandscheibenvorfälle oder amyotrophe Lateralsklerose (ALS).
- Medikamente: Bestimmte Blutdrucksenker, Entwässerungsmittel, Asthmamedikamente und die Antibabypille können Muskelkrämpfe begünstigen.
- Alkoholentzug: Plötzliches Absetzen von Alkohol kann das Risiko für Muskelkrämpfe erhöhen.
- Periphere arterielle Verschluss-Krankheit (pAVK): Schmerzen, die bei einer längeren Gehstrecke oder beim Treppensteigen auftreten und sich wie ein Muskelkrampf oder Muskelkater anfühlen, können ein Hinweis auf eine pAVK sein.
Wadenschmerzen im Ruhezustand
Wadenschmerzen im Ruhezustand können durch verschiedene Faktoren verursacht werden:
- Kritische Minderdurchblutung: Insbesondere nachts, wenn der Blutfluss durch die Schwerkraft zusätzlich erschwert ist.
- Periphere Nervenschäden: Wie sie häufig bei Diabetes mellitus vorkommen.
- Elektrolytmangel: Ein Mangel an Magnesium, Kalium oder Kalzium kann zu Muskelverspannungen und anhaltenden Wadenschmerzen führen.
- Schilddrüsenerkrankungen: Eine Unterfunktion kann den Stoffwechsel verlangsamen und so indirekt Schmerzen in den Waden auslösen.
Diagnose und Therapie von Wadenschmerzen im Ruhezustand
Eine ärztliche Abklärung und eine exakte Diagnose sind entscheidend, um die Ursache gezielt zu behandeln. Häufig kommen bildgebende Verfahren wie der Doppler-Ultraschall zum Einsatz, um die Durchblutung der Gefäße zu prüfen. Bluttests helfen dabei, Elektrolytstörungen, Schilddrüsenprobleme oder Entzündungswerte zu erkennen. Die Therapie richtet sich stets nach der zugrundeliegenden Ursache. Zusätzlich können konservative Maßnahmen wie Hochlegen der Beine, Lagerungsänderungen oder regelmäßige Physiotherapie zur Linderung der Beschwerden beitragen.
Vorbeugung von Wadenschmerzen im Ruhezustand
Regelmäßige Bewegung, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine ausgewogene Ernährung können helfen, Wadenschmerzen im Ruhezustand vorzubeugen. Ein gesunder Lebensstil, der den Verzicht auf Rauchen und die rechtzeitige Behandlung von Grunderkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck umfasst, trägt ebenfalls zur Vorbeugung bei.
Nächtliche Wadenkrämpfe
Nächtliche Wadenkrämpfe sind ein häufiges und oft sehr schmerzhaftes Phänomen. Sie entstehen durch eine plötzliche, unwillkürliche Kontraktion der Wadenmuskulatur, die für wenige Sekunden bis Minuten anhalten kann. Die Ursachen sind vielfältig und stehen häufig in Zusammenhang mit einem Elektrolytmangel, insbesondere einem Mangel an Magnesium, Kalium oder Kalzium. Auch eine Dehydrierung, langes Sitzen oder Stehen, körperliche Überanstrengung sowie eine schlechte Durchblutung der Beine können die Muskelkontraktionen auslösen.
Linderung und Vorbeugung nächtlicher Wadenkrämpfe
Das Strecken und Dehnen des betroffenen Beins kann den Muskel entspannen. Eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme sowie die regelmäßige Zufuhr von Elektrolyten über die Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel können vorbeugend wirken. Wärmebehandlungen wie ein warmes Fußbad vor dem Schlafengehen können ebenfalls hilfreich sein.
Wadenkrämpfe: Was ist zu beobachten?
Ein Wadenkrampf ist eine abrupt auftretende, unwillkürliche, schmerzhafte Kontraktion der Wadenmuskulatur. Die Diagnose erfolgt oft anhand dessen, was bei einem Krampf tatsächlich zu beobachten ist.
Ursachen gewöhnlicher Wadenkrämpfe
Eine mögliche Ursache gewöhnlicher Krämpfe können Wadenmuskeln sein, die zu hohen Spannungen unterliegen und daher unflexibel sind. Wer wenig Sport treibt und viel sitzt, tut seinen Waden keinen Gefallen. Auch die täglichen Sorgen und Nöte können den Wadenmuskel vor ein biomechanisches Problem stellen. Mitunter haben Wadenkrämpfe auch eine ganz greifbare Ursache: falsches Schuhwerk. Muskuläre Überbeanspruchungen beim Sport können einen Wadenkrampf ebenfalls auslösen. Regelmäßiger Alkoholkonsum erhöht auch das Risiko eines Magnesiummangels und damit nachweislich die Gefahr von Wadenkrämpfen. Während einer Schwangerschaft hat der Organismus besondere Bedürfnisse, vor allem weil er Nährstoffe und Vitamine für zwei zur Verfügung stellen muss. Selten sind Grunderkrankungen innerer Organe, Muskeln, Nerven oder Blutgefäßen der Auslöser für Wadenkrämpfe.
Selbsthilfe bei Wadenkrämpfen
In den meisten Fällen kann man selbst dafür sorgen, dass die Muskelpartien an der Wade weniger oft und weniger stark krampfen. Die Mehrzahl der gewöhnlichen Wadenkrämpfe nimmt ihren Ausgangspunkt in einer gestressten und verkürzten Wadenmuskulatur. Mithilfe von Faszien-Rollmassagen können Verklebungen im Faszien-Gewebe gelöst werden. Magnesiumpräparate gelten gemeinhin als das Wundermittel bei der Behandlung und Vorbeugung von Wadenkrämpfen. Allerdings wird allein die ausreichende Zufuhr an Magnesium wahrscheinlich nicht ausreichen, um die Wadenkrämpfe dauerhaft in den Griff zu bekommen.
Übungen zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen
Regelmäßige Dehnübungen und der Einsatz von Hilfsmitteln können helfen, die Wadenmuskulatur zu entspannen und Krämpfen vorzubeugen. Es ist wichtig, auf die richtige Intensität zu achten und im Zweifelsfall lieber mit etwas geringerer Intensität zu üben.
Muskelkrämpfe in Armen, Händen und Fingern
Ein Muskelkrampf ist eine plötzlich einsetzende kurze, unbeabsichtigte und meist schmerzhafte Anspannung eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Bei Krämpfen in den Armen, Händen und Fingern werden Muskeln unerwartet und unkontrolliert angespannt. Dabei verhärten sich die Muskeln für eine kurze Zeit.
Formen von Krämpfen in Armen und Händen
- Muskelverhärtung: Die Muskelfasern verhärten sich, und der schmerzhafte Krampf kann wenige Minuten andauern.
- Faszikulation: Es kommt zu unregelmäßigen und unkontrollierten Zuckungen des betroffenen Muskels.
- Rigor: Eine Muskelstarre, bei der es zur gleichzeitigen Verkrampfung von entgegengesetzten Muskeln kommt.
Ursachen von Krämpfen in Armen, Händen und Fingern
- Überbelastung des Muskels: Eine zu intensive oder einseitige Belastung des Muskels kann zu Verkrampfungen führen.
- Hormonelle Erkrankungen: Eine Unterfunktion der Nebenschilddrüse kann zu einem Calciummangel und Muskelkrämpfen führen. Auch während einer Schwangerschaft können vermehrt Muskelkrämpfe auftreten.
- Calciummangel: Ein Calciummangel im Blut kann zu Muskelkrämpfen führen.
- Neurologische Erkrankungen: Fehlfunktionen im Nervensystem können eine Muskelschwäche verursachen, die auch zu Muskelkrämpfen führen kann.
- Diabetes mellitus: Begleiterscheinungen von Diabetes mellitus können Krämpfe in den Muskeln sein.
- Entzündliche und nichtentzündliche Muskelerkrankungen: Diese können ebenfalls zu Muskelschmerzen und Krämpfen führen.
Was tun bei Krämpfen in Armen und Händen?
- Hilfe bei akuten Krämpfen: Den betroffenen Muskel durch leichtes Schütteln lockern, regelmäßige Bewegungen und Dehnen, Wärme anwenden, ausreichend Flüssigkeit zuführen und eine mineralstoffreiche Ernährung beachten.
- Wenn Krämpfe lange andauern: Die Muskulatur entlasten, die betroffene Muskulatur vorsichtig dehnen, Wärme anwenden und leichte Massagen durchführen.
Vorbeugung von Krämpfen in Armen und Händen
- Regelmäßige Pausen einlegen, um die Muskulatur zu entspannen und die Durchblutung zu fördern.
- Dehnübungen durchführen, um die Armmuskulatur zu lockern, Verspannungen zu lösen und Krämpfen vorzubeugen.
- Eine ergonomische Arbeitsumgebung schaffen, um einseitige Belastungen zu vermeiden.
- Hilfsmittel wie ein Mauspad mit integrierter Abstützung des Handgelenks oder eine ergonomische Tastatur verwenden.
- Ein spezielles Hand- und Fingertraining durchführen, um Muskeln aufzubauen und diese leistungsfähiger zu machen.
Wer ist besonders häufig betroffen?
Die Unterarmmuskulatur ist im Alltag besonders stark gefordert, vor allem bei einem Bildschirmarbeitsplatz oder in körperlich fordernden Berufen wie in der Pflege oder im Handwerk. Auch ungewohnte Anstrengungen beim Schreiben, Stricken oder Spielen am Computer können zu Krämpfen führen. Einseitige Belastungen können zu einem sogenannten „Schreibkrampf“ führen, bei dem vor allem die beim Schreiben aktiv beteiligten Muskeln der Hand verkrampfen.
Die Rolle der Durchblutung bei Muskelkrämpfen in Armen und Händen
Eine Durchblutungsstörung des Arms besteht dann, wenn insgesamt weniger Blut und damit auch weniger Sauerstoff im Arm ankommt oder weniger Blut aus dem Arm abfließen kann als sonst. Dies kann z. B. dann der Fall sein, wenn die Arme während der Arbeit am Laptop oder am Computer lange angewinkelt sind. Mögliche Folgen können steife Glieder, kalte Hände oder auch Krämpfe sein.
Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Eine detaillierte Betrachtung
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine verkalkungsbedingte Verengung der Schlagadern an den Gliedmaßen, die zu einer Durchblutungsstörung führen kann. Typischerweise sind die Beine betroffen, selten auch die Arme.
Ursachen der pAVK
Ursache für die Verkalkungen sind Rauchen, Diabetes, schlecht eingestellter Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin oder eine familiäre Veranlagung.
Beschwerden bei pAVK
- Stadium I nach Fontaine: Gefäßverkalkungen, die noch keine Beschwerden verursachen.
- Stadium II (Schaufensterkrankheit): Muskelschmerzen in Wade, Oberschenkel oder Gesäß nach einer bestimmten Gehstrecke, die durch Stehenbleiben wieder verschwinden.
- Stadium III: Schmerzen auch in Ruhe, die klassischerweise im Fuß oder den Zehen auftreten, nachts stärker sind und oft durch Herabhängen des Beines aus dem Bett gelindert werden.
- Stadium IV: Gewebe ist bereits untergegangen, was sich durch schwarze Stellen meist den Zehen oder sonstigen Bereichen des Fußes erkennen lässt.
Betrifft die pAVK die Armschlagader, treten im Stadium II Muskelschmerzen bei Arbeit mit den Armen auf, insbesondere bei Überkopfarbeit. Stadium III und IV rufen die für das Bein beschriebenen Symptome an den Fingern bzw. Händen hervor.
Behandlung der pAVK
Die Behandlung hängt vom Erkrankungsstadium und Begleitumständen ab:
- Behandlung von Risikofaktoren: Eine gute Einstellung von Blutdruck, Cholesterin und Diabetes sowie eine Raucherentwöhnung können den Langzeitverlauf und die allgemeine Sterblichkeit ganz entscheidend beeinflussen.
- Medikamente: Durchblutungsfördernde und blutverdünnende Medikamente können den Krankheitsverlauf verbessern.
- Gehtraining: Im Stadium I und II ist das systematische Gehtraining die Grundlage der Behandlung.
- Kathetereingriff: Mit dem Katheterverfahren kann über einen Einstich ein Ballon in die Schlagader eingebracht und so unter Röntgenkontrolle eine Engstelle/Verschluss aufgedehnt werden (Angioplastie). Bei Bedarf kann auch ein Gitterröhrchen (Stent) zum Offenhalten der Schlagader eingebracht werden.
- Operation: In bestimmten Fällen ist die Operation die beste Methode, um die Durchblutung der betroffenen Gliedmaße auch längerfristig wiederherzustellen.
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