Muskelkrämpfe in den Füßen und die Verbindung zu Tetanus

Muskelkrämpfe sind ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen betrifft. Sie können plötzlich auftreten und von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten andauern. In den meisten Fällen sind sie harmlos, aber in einigen Fällen können sie auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen. Dieser Artikel befasst sich mit den Ursachen von Muskelkrämpfen in den Füßen und untersucht insbesondere den Zusammenhang mit Tetanus, einer potenziell lebensbedrohlichen Infektionskrankheit.

Was sind Muskelkrämpfe?

Ein Muskelkrampf ist eine plötzliche, unwillkürliche und schmerzhafte Kontraktion eines Muskels oder einer Muskelgruppe. Muskelkrämpfe sind Zeichen einer myogenen (durch den Muskel bedingten) oder neurogenen (vom Nervensystem ausgehenden) Übererregbarkeit der beteiligten Muskeln. Sie können in verschiedenen Körperteilen auftreten, einschließlich der Füße. Zack! Plötzlich schießt er ein, der Schmerz - und reißt friedlich Schlummernde aus dem Schlaf oder zwingt Sportler, die Trainingseinheit zu unterbrechen. Überwiegend sind die wenige Sekunden bis Minuten andauernden Muskelkrämpfe harmlos, doch in manchen Fällen weisen sie auf eine ernstzunehmende internistische (innere) oder neurologische (das Nervensystem betreffende) Erkrankung hin. Bei einem Muskelkrampf ziehen sich abrupt und unwillkürlich einzelne Muskeln oder ganze Muskelgruppen maximal zusammen.

Ursachen von Muskelkrämpfen in den Füßen

Muskelkrämpfe in den Füßen können verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten:

  • Mangelerscheinungen: Ein Mangel an bestimmten Mineralstoffen und Vitaminen kann Muskelkrämpfe verursachen. Das Spurenelement Magnesium kann den Körper dabei unterstützen, dass seine Muskeln reibungslos arbeiten. Wichtig für die Stoffwechselvorgänge im Muskel ist auch der Mineralstoff Kalium sowie Vitamine, zum Beispiel der B-Gruppe.
  • Dehydration: Flüssigkeitsmangel kann zu Elektrolytstörungen führen, die Muskelkrämpfe auslösen können.
  • Überanstrengung: Intensive körperliche Aktivität, insbesondere ohne ausreichendes Aufwärmen, kann zu Muskelkrämpfen führen. In der Skelettmuskulatur liegen Dehnungsrezeptoren, die sogenannten Muskelspindeln. Ist der Muskel beispielsweise nach intensivem Training übersäuert, reagieren die Muskelspindeln vermutlich schneller auf jegliche Veränderung. Das heißt, die Spindeln sprechen bereits auf kleinste Dehnreize - hervorgerufen durch unbewusste Bewegungen während des Schlafs - an.
  • Bestimmte Erkrankungen: Schlecht eingestellter Diabetes kann zu hohem Blutzuckerwerten reagiert der Körper mit verstärktem Harndrang führen, er weist sozusagen die Nieren an, Zucker mit dem Urin auszuschwemmen. Doch beim Gang auf das stille Örtchen landet nicht nur der Zucker in der Toilette, sondern auch die für Muskeln essenziellen Mineralstoffe. Tatsächlich gibt es zahlreiche Erkrankungen des peripheren Nervensystems (PNS), im Rahmen derer Muskelkrämpfe auftreten können. Doch Halt! Neben dem peripheren Nervensystem gibt es ja auch noch das Zentralnervensystem (ZNS). Der Begriff umschreibt Nervenstrukturen in Gehirn und Rückenmark. Auch im ZNS kann die Ursache von Muskelkrämpfen begründet sein. Das Stiff-Man-Syndrom ist selten.
  • Alkohol: Alkohol gilt als „Muskel- und Nervengift“. Bekannt ist Alkohol als Hemmer des antidiuretischen Hormons, kurz ADH, welches unseren Wasserhaushalt reguliert. Wird weniger ADH freigesetzt, macht sich dies durch vermehrten Harnfluss bemerkbar. Einer Studie der Universität Straßburg nach, konnte zudem ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Wadenkrämpfen in der Nacht bei älteren Personen zwischen 60 und 86 Jahren hergestellt werden.
  • Ungünstige Körperhaltung: Wer beispielsweise lange ungünstig auf einem Bein sitzt, kann die unangenehme Körperhaltung schon einmal in Form eines Krampfes in der Wade zu spüren bekommen. Trotzdem ist die Tatsache bemerkenswert, dass sehr häufig Krämpfe während der wohlverdienten Nachtruhe auftreten. Doch warum ist das so?
  • Peripheren Nervensystems (PNS): Tatsächlich gibt es zahlreiche Erkrankungen des peripheren Nervensystems (PNS), im Rahmen derer Muskelkrämpfe auftreten können. Doch Halt! Neben dem peripheren Nervensystem gibt es ja auch noch das Zentralnervensystem (ZNS). Der Begriff umschreibt Nervenstrukturen in Gehirn und Rückenmark. Auch im ZNS kann die Ursache von Muskelkrämpfen begründet sein. Das Stiff-Man-Syndrom ist selten.

Tetanus: Eine ernste Ursache für Muskelkrämpfe

Tetanus, auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine schwere Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht wird. Tetanus ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die durch Chlostridium tetani bzw. dessen Exotoxin Tetanospasmin verursacht wird. Die Infektion mit C. tetani erfolgt über offene Wunden. Die Letalität der Erkrankung liegt zwischen 10-20%. Die Sporen dieses Bakteriums sind weit verbreitet, insbesondere im Erdreich und im Kot von Tieren. Tetanus oder Wundstarrkrampf wird durch eine Wundinfektion mit Chlostridium tetani verursacht. Unter anaeroben Bedingungen vermehrt sich C. tetani im Gewebe und produziert das Neurotoxin Tetanospasmin, das schwere spastische Muskelkrämpfe aufgrund von Schädigungen der muskelsteuernden Nervenzellen auslöst. Die Muskelkrämpfe beginnen im Kopfbereich mit einer Tonuserhöhung der Kiefermuskulatur (Kieferklemme oder Trismus) und einer Kontraktion der mimischen Muskulatur, dem sogenannten Teufelsgrinsen oder Risus sardonicus. Trismus und Risus sardonicus gelten als Leitsymptome des Tetanus. Die Muskelkrämpfe können in leichten Fällen lokal begrenzt sein. Die Erkrankung wird durch das von den Bakterien produzierte Tetanospasmin verursacht, ein starkes Neurotoxin, das die Funktion der Nervenzellen beeinträchtigt und zu Muskelkrämpfen führt.

Wie kommt es zu einer Tetanus-Infektion?

Die Tetanus-Bakterien gelangen meist über Wunden in den Körper. Praktisch jede Wunde kann mit C. tetani kontaminiert sein. Auch in Bagatellverletzungen kann C. tetani unter Luftabschluss Tetanospasmin produzieren. Bei Neugeborenen ist der Nabel die Haupteintrittspforte für C. tetani. Besonders gefährlich sind in diesem Zusammenhang Wunden, die sich rasch schließen, denn das Bakterium vermehrt sich bei 37 °C und unter anaeroben Bedingungen am besten. Es bildet zwei Exotoxine, Tetanolysin und Tetanospasmin. Tetanospasmin verursacht die klinischen Symptome der Tetanuserkrankung. Nach der Wundinfektion mit C. tetani und der Bildung von Tetanospasmin wird das Neurotoxin ins Gewebe ausgeschüttet. Wenn es in den Bereich präsynaptischen Terminalen der motorischen Endplatte gelangt, bindet es an spezifische Akzeptoren und wird über Endozytose in das Neuron aufgenommen. Es kommt zum retrograd axonalen Transport von Tetanospasmin ins zentrale Nervensystem, wo das Neurotoxin an die motorischen Vorderhornzellen im Rückenmark bindet. Es kann auf diesem Wege auch direkt in den Hirnstamm gelangen. Im Rückenmark kommt es zum retrograden transsynaptischen Transport in inhibitorische Interneurone des Rückenmarks. Dort blockiert Tetanospasmin über die Inaktivierung des VAMP/Synaptobrevin die Freisetzung der inhibitorischen Transmitter Glycin und GABA und enthemmt so die Alpha-Motoneurone. Die Eintrittspforte für das Bakterium ist meistens die verletzte Haut. Praktisch jede Wunde kann mit C. tetani kontaminiert sein. Auch in Bagatellverletzungen kann C. tetani unter Luftabschluss Tetanospasmin produzieren. Bei Neugeborenen ist der Nabel die Haupteintrittspforte für C. tetani. Die Bakterien vermehren sich in sauerstoffarmen Umgebungen und produzieren das Toxin, das dann über die Nervenbahnen ins zentrale Nervensystem gelangt.

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Symptome von Tetanus

Die Symptome von Tetanus können je nach Schweregrad der Infektion variieren. In Mitteleuropa kommt der generalisierte Tetanus am häufigsten vor. In der Regel beträgt die Inkubationszeit zwischen der Verletzung und den ersten Symptomen 3 Tage bis 3 Wochen. Eine kürzere Inkubation durch höhere Toxinmengen hat eine ungünstigere Prognose. Zu den ersten Symptomen zählen Schmerzen und/oder Steifheit der Muskeln im Nacken und im Gesicht. Der Patient ist dabei meist afebril oder subfebril. Es folgen Kieferklemme (Trismus) und eine Dysphagie. Das sogenannte Teufelsgrinsen (Risus sardonicus) ist eine Folge der spastischen Tonuserhöhung der mimischen Muskulatur. Charakteristisch für den generalisierten Tetanus ist, dass die spastische Tonuserhöhung der Muskulatur von kranial über den Nacken in die Rückenmuskulatur absteigt. Bei der spastischen Verkrampfung der Rückenstrecker kommt es zum sogenannten Opisthotonus. Dabei überstreckt der Patient aus der Rückenlage die Wirbelsäule so sehr, dass er nur mit den Schultern und den Fersen Kontakt mit der Unterlage hat. Die Kräfte, die sich bei diesen Krämpfen entwickeln, können zu Wirbelfrakturen führen. Schließlich generalisierten die Muskelspasmen, ein Laryngospasmus mit Atemwegsobstruktion entsteht. Die Spasmen werden von schweren Funktionsstörungen des vegetativen Nervensystems, wie Tachykardie, Hypertonie und profusem Schwitzen, begleitet. Die Spasmen können durch akustische, visuelle und taktile Reize reflektorisch ausgelöst und verstärkt werden. Insbesondere die Laryngospasmen bringen den Patienten in akute Lebensgefahr. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Kieferklemme (Trismus): Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes aufgrund von Muskelkrämpfen im Kieferbereich.
  • Risus sardonicus: Ein grinsendes Aussehen aufgrund von Muskelkrämpfen im Gesicht.
  • Muskelsteifheit: Steifheit der Muskeln im Nacken, Rücken und Bauch.
  • Muskelkrämpfe: Schmerzhafte und unkontrollierbare Muskelkrämpfe, die den ganzen Körper betreffen können.
  • Schluckbeschwerden (Dysphagie)
  • Atembeschwerden: Krämpfe der Atemmuskulatur können zu Atemnot führen.

Formen von Tetanus

Medizinerinnen und Mediziner unterscheiden im Wesentlichen vier Formen von Tetanus.

  • generalisierter Tetanus: Generalisiert bedeutet allgemein. Das heißt, diese Form betrifft den gesamten Körper. Sie kommt in Mitteleuropa am häufigsten vor. Der generalisierte Tetanus kann zwar die gesamte Muskulatur betreffen, doch Arme und Beine bleiben oft unbeteiligt.
  • lokaler Tetanus: Er tritt örtlich auf und ist auf den Teil des Körpers beschränkt, an dem man sich verletzt hat. Die Symptome des lokalen Tetanus sind auf die Körperstelle limitiert, in der sich die kontaminierte Wunde befindet. Die Muskulatur des Patienten ist vor allem bei willkürlichen Bewegungen steif. Später folgen kontinuierliche Muskelspasmen der Muskeln nahe der Verletzung. Ein lokaler Tetanus kann örtlich beschränkt bleiben. Er kann aber auch generalisieren. Meistens hat er jedoch eine gute Prognose.
  • zephaler Tetanus: Zephal bedeutet „den Kopf betreffend“. Das ist eine Sonderform des lokalen Tetanus, verursacht durch eine Verletzung am Kopf, im Gesicht oder am Nacken. In der Regel tritt er nach einer Verletzung am Kopf, im Gesicht oder am Nacken auf. Er ist durch eine besonders kurze Inkubationszeit (ein bis zwei Tage) gekennzeichnet und führt neben Trismus und Risus sardonicus zu einer ipsilateralen Parese des Nervus facialis. Kennzeichnend für die Form ist, dass es zu einer Gesichtslähmung kommt und die Kaumuskeln verkrampfen - medizinisch Trismus genannt. Dieser führt zu einer Art hämischem Grinsen („Teufelsgrinsen“).
  • neonataler Tetanus: Neonatal heißt übersetzt Neugeborene. Infolge einer mangelhaften Nabelhygiene können Säuglingen von unzureichend immunisierten Mütter an der neonatalen Form des Tetanus erkranken. Der klinische Befund ist die Grundlage der Diagnose Tetanus. Die ersten Symptome treten typischerweise in den ersten zwei Lebenswochen auf. Der neonatale Tetanus verläuft in der Regel als generalisierte Form.

Diagnose von Tetanus

Der klinische Befund ist die Grundlage der Diagnose Tetanus. Spezifische Laboruntersuchungen sind häufig nicht ausreichend zuverlässig. Eine Kultivierung von C. tetani aus der Wunde ist in der Regel ohne Erfolg. Bei den meisten Tetanus-Patienten können keine Anti-Tetanus-Antikörper detektiert werden, bei anderen liegen die Titer über den als üblicherweise als protektiv beschriebenen Konzentrationen. Darüber hinaus korrelieren die Titer nicht mit der Schwere der Erkrankung. Insgesamt bringen daher auch serologische Untersuchungen nicht die gewünschte Zuverlässigkeit.Darüber hinaus werden kann über quantitative PCR nachdem Tetanus-Neurotoxin (TeNT)-Gen gefahndet werden oder eine Sequenzierung der 16S rDNA durchgeführt werden. Klassisch ist Nachweis von TeNT mittels Mausbioassay. Auch diese Methoden sind nicht ausreichend verlässlich. Weitere Laboruntersuchungen dienen vor allem zum Ausschluss der Differenzialdiagnosen. Eine Strychninvergiftung oder eine Vergiftung mit E605 verursacht ein Krankheitsbild, das dem Wundstarrkrampf am ähnlichsten ist. Die Patienten mit diesen Vergiftungen zeigen zusätzlich eine Miosis. Sie werden über den Toxinnachweis in Harn und Serum ausgeschlossen. Die Diagnose von Tetanus basiert hauptsächlich auf den klinischen Symptomen. Die Anamnese des Patienten, einschließlich möglicher Verletzungen und des Impfstatus, ist ebenfalls wichtig.

Behandlung von Tetanus

Die Therapie des Tetanus erfolgt dreigleisig:

  • Auffindung der Eintrittspforte und Wunddébridemen
  • Neutralisierung des zirkulierenden Toxins und Immunisierung
  • Supportive/symptomatische Therapie unter Beachtung der möglichen Komplikationen

Um die Produktion weiteren Tetanospasmins zu stoppen, muss die Eintrittspforte schnellstmöglich gefunden werden. Die Wunde muss chirurgisch vollständig saniert werden. Bei unfallchirurgischen Einsätzen oder in Notaufnahmen sollte der Immunstatus des Patienten mithilfe eines Point of Care Immunoassay ermittelt werden. Die Neutralisierung des Toxins erfolgt mit humanem Tetanus-Immun-Globulin (hTIG). Das hTIG kann freies Tetanus-Toxin (TTX) neutralisieren, aber nicht das neuronal gebundene oder endoneuronale TTX. Empfohlen wird die Einmalgabe von 500-3000 I.E. i.m. Bei der chirurgischen Wundversorgung kann hTIG auch zirkulär in die Wundränder injiziert werden. Zusätzlich zur intramuskulären Injektion kann eine intrathekale Applikation von hTIG (250-1000 I.E.) von Vorteil sein. In der Postakutphase nach der Stabilisierung des Patienten wird eine aktive Immunisierung mit Tetanus-Toxoid (TTX-TD) empfohlen, weil die Tetanuserkrankung keine Immunität hinterlässt. Die aktive Immunisierung mit TTX-TD sollte jedoch nicht in dieselbe Extremität wie die Immunglobulingabe (hTIG) appliziert werden. Auch Schwangere dürfen aktiv geimpft werden. Die Ziele supportiven/symptomatischen Therapie sind die Eradizierung von C. tetani, das Freihalten der Atemwege, die Linderung des Spasmen und die Normalisierung der vegetativen Funktionen. Zur antibiotischen Therapie wird Metronidazol eingesetzt. Empfohlen wird eine Dosis von 500mg i.v. alle sechs Stunden für die Dauer von sieben bis zehn Tagen. Zusätzlich kann Penicillin G gegeben werden. Es ist gegen C. tetani wirksam. Da es allerdings auch ein GABA-Antagonist ist, besteht das theoretische Risiko, dass die Muskelspasmen verstärkt werden. Darüber hinaus können laut der Weltgesundheitsorganisation WHO auch folgende Antibiotika eingesetzt werden: Tetracycline, Makrolide, Clindamycin, Cephalosporine, Chloramphenicol. Die durch Spasmen verursachte Atemwegsobstruktion erfordert häufig eine rasche orotracheale Intubation und mechanische Beatmung. Für die Intubation sollte der Patient tief sediert werden (Midazolam, Propofol, Barbiturat) und nicht-depolarisierende Muskelrelaxanzien erhalten (z.B. Vecuronium, Pancuronium). Eine Tracheo(s)tomie ist bei generalisiertem Tetanus ab Stadium II in Erwägung zu ziehen, denn etwa 50% der Fälle müssen länger als 20 Tage beatmet werden. Die Toxinwirkung kann vier bis zwölf Wochen anhalten. Als Standardtherapie bei Muskelspasmen kommen Benzodiazepine (z. B. Diazepam oder Lorazepam) zum Einsatz. Zur Sedierung wird Midazolam als Infusion empfohlen. In Einzelberichten wird auch die Anwendung von Propofol in Kombination mit Dexmedetomidin beschrieben. Weitere mögliche antispastische Wirkstoffe sind: Baclofen (intrathekal), Botulinum-Toxin Typ A (lokale Injektionen in den M. masseter und die cricopharyngeale Muskulatur), Nicht depolarisierende Muskelrelaxanzien: Vecuronium oder Pancuronium (Einsatz unter Sedation und Beatmung), Magnesium (i.v.). Um die Sympathikusaktivität zu dämpfen, werden folgende Wirkstoffe empfohlen: Labetalol, Esmolol, Clonidin, Magnesiumsulfat, Dexmedetomidin. Die Temperaturerhöhung infolge der Sympathikus-Hyperaktivität und Kalium-, CK- und Myoglobin-Erhöhung infolge der Muskelspasmen können eine Rhabdomyolyse verursachen, die zur Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen. Die Behandlung von Tetanus umfasst mehrere Aspekte:

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  • Wundversorgung: Gründliche Reinigung und Desinfektion der Wunde, um die Bakterien zu entfernen.
  • Tetanus-Immunglobulin (TIG): Verabreichung von TIG, um das zirkulierende Tetanus-Toxin zu neutralisieren.
  • Antibiotika: Einsatz von Antibiotika wie Metronidazol, um die Bakterien abzutöten.
  • Symptomatische Behandlung: Behandlung der Symptome wie Muskelkrämpfe mit Muskelrelaxantien und Schmerzmitteln.
  • Intensivmedizinische Betreuung: In schweren Fällen ist eine intensivmedizinische Betreuung mit Beatmung erforderlich.

Prävention von Tetanus

Die aktive Immunisierung ist die Methode der Wahl zum Schutz vor einer Tetanuserkrankung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt alle Säuglinge nach Vollendung des 2. Lebensmonats in Kombination mit anderen Impfstoffen aktiv gegen Tetanus zu impfen. Die weiteren Impfungen erfolgen gemäß dem Impfkalender. Alle zehn Jahre sollte der Impfschutz wieder aufgefrischt werden. Erwachsene sollen geimpft werden, wenn sie nicht geimpft sind, ihre Grundimmunisierung nicht vollständig ist oder die letzte Impfung länger als 10 Jahre zurückliegt. Die regelmäßige Kontrolle des Tetanus-Impfstatus ist bei Personen höheren Lebensalters mit gestörter Durchblutung, Diabetikern, Patienten mit offenen Hauterkrankungen besonders wichtig, weil bereits Bagatellverletzungen Eintrittspforten für die C. tetani sein können. Die beste Vorbeugung gegen Tetanus ist die Impfung. Tetanus-ImpfungGrundimmunisierung. In Deutschland gehört die Impfung gegen Tetanus zu den Standardimpfungen bei Kindern. Um einen vollständigen Immunschutz gegen Tetanus aufzubauen, sind drei Impfdosen im Säuglingsalter notwendig. Frühgeborene bekommen vier Impfdosen. Die Kinder werden in der Regel mit einem Kombinations-Impfstoff geimpft, der außerdem gegen Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B und eine Infektion mit Haemophilus influenzae Typ b (Hib) schützt. Wann genau die einzelnen Impfungen erfolgen, zeigt der Impfkalender des Robert Koch-Instituts.Auffrischungsimpfung: Nach erfolgreicher Grundimmunisierung sollten Sie die Tetanus-Impfung alle zehn Jahre auffrischen lassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt zwei Auffrischungsimpfungen für Kinder und Jugendliche: eine im Alter von 5 bis 6 Jahren und eine im Alter von 9 bis 16 Jahren. Erwachsene erhalten ebenfalls Tdap, wenn sie noch keine Pertussis-Impfung im Erwachsenenalter (≥ 18 Jahre) erhalten haben oder sofern eine aktuelle Indikation für eine Pertussis-Impfung besteht. Sie wird von der STIKO daher als Standardimpfung bereits im Säuglingsalter empfohlen. Die Impfung ist äußerst wirksam und schützt vor der Erkrankung.

Tetanusvorbeugung im Verletzungsfall

Im Verletzungsfall sollte der Tetanus-Impfstatus kontrolliert werden. Personen mit unzureichendem Impfschutz oder einem besonders hohen Infektionsrisiko sollten mit Tetanusvakzine geimpft werden und ggf. vorbeugend mit Tetanus-Immun-Globulin (TIG) behandelt werden. Die STIKO empfiehlt folgendes Vorgehen (2018) s. Tabelle:

Tabelle: Tetanus-Immunprophylaxe im Verletzungsfall entsprechend der aktuellen STIKO-Empfehlungen (Stand 2018)

Dokumentierter Tetanus-ImpfstatusZeit seit der letzten ImpfungTDaP/Tdap2Tetanus-Immun-Globulin (TIG)3
Saubere geringfügige Wunden
Ungeimpft o.unbekannt-JaJa
1 oder 2 Impfstoffdosen-JaNein
≥ 3 Impfstoffdosen≥ 10 JahreJaNein
< 10 JahreNeinNein
Alle anderenWunden
< 3 Impfstoffdosen oder unbekannt-JaJa
≥ 3 Impfstoffdosen≥ 5 JahreJaNein
< 5 JahreNeinNein

Verschmutzte tiefe Wunden, Quetsch-, Riss-, Biss-, Stich-, Schusswunden, Verletzungen mit Gewebszertrümmerung und reduzierter Sauerstoffversorgung, Fremdkörper in der Wunde, schwere Verbrennungen und Erfrierungen, Gewebsnekrosen, septische Aborte.Kinder unter 6 Jahren erhalten einen Kombinationsimpfstoff mit TDaP (/produkte/TdaP-IMMUN-Injektionssuspension-in-einer-Fertigspritze_826869) , ältere Kinder und Jugendliche Tdap. Erwachsene erhalten ebenfalls Tdap, wenn sie noch keine Pertussis-Impfung im Erwachsenenalter (≥ 18 Jahre) erhalten haben oder sofern eine aktuelle Indikation für eine Pertussis-Impfung besteht.Im Allgemeinen werden 250 IE TIG (Tetanus-Immunglobulin) verabreicht. TIG wird simultan mit dem TDaP- bzw. Tdap-Impfstoff kontralateral appliziert. Die TIG-Dosis kann auf 500 IE erhöht werden bei: (a) infizierten Wunden, bei denen eine angemessene chirurgische Behandlung nicht innerhalb von 24 h gewährleistet is…

Zusätzlich zur Impfung sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

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  • Sorgfältige Wundreinigung: Jede Wunde, auch kleine Kratzer, sollte gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden.
  • Vermeidung von Verletzungen: Bei Arbeiten im Garten oder in der Landwirtschaft sollten Handschuhe getragen werden, um Verletzungen vorzubeugen.

Weitere Ursachen für Muskelkrämpfe

Abgesehen von Tetanus gibt es noch andere Ursachen für Muskelkrämpfe, die nicht mit Tetanus in Verbindung stehen. Dazu gehören:

  • Dehydration: Flüssigkeitsmangel kann zu Elektrolytstörungen führen, die Muskelkrämpfe auslösen können.
  • Elektrolytstörungen: Ein Ungleichgewicht von Elektrolyten wie Kalium, Magnesium und Kalzium kann Muskelkrämpfe verursachen.
  • Muskelermüdung: Überanstrengung der Muskeln kann zu Krämpfen führen.
  • Bestimmte Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Muskelkrämpfe verursachen.

Was tun bei Muskelkrämpfen?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die bei Muskelkrämpfen helfen können:

  • Dehnen: Dehnen Sie den betroffenen Muskel vorsichtig. Anders formuliert bedeutet dies: Dehnen Sie den Muskel entgegen der Krampfrichtung. Leiden Sie beispielsweise unter einem Krampf in der Wade, strecken Sie den Fuß in Richtung Schienbein (Dorsalextension). Mediziner sind sich jedoch uneinig, inwieweit das Dehnen der verkrampften Muskulatur als vollkommen unbedenklich angesehen werden kann.
  • Massage: Massieren Sie den verkrampften Muskel, um die Durchblutung zu fördern.
  • Wärme: Tragen Sie Wärme auf den betroffenen Muskel auf, z. B. mit einem warmen Bad oder einer Wärmflasche. Heiße Duschen und Vollbäder haben sich als geeignete, vorbeugende Maßnahmen bei Muskelkrämpfen herausgestellt, denn die Wärme entspannt die Muskulatur.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, um Dehydration vorzubeugen.
  • Elektrolyte: Nehmen Sie Elektrolyte zu sich, z. B. durch Sportgetränke oder Elektrolytlösungen. Zugegeben, etwas gewöhnungsbedürftig mag es sein, Essiggurken-Wasser zu trinken. Aber: Ist der Muskelkrampf sportbedingt, würden einer Studie zufolge 1 Milliliter Gurkenwasser pro Kilogramm Körpergewicht helfen, die Krampfdauer zu reduzieren. Doch was ist der Mechanismus, der hinter diesem Hausmittel steckt?
  • Vorbeugende Übungen: Vorsichtiges Dehnen ist nicht nur im Akutfall, sondern auch vorbeugend nutzbringend. Folgende Übung für beispielsweise die Wadenmuskulatur können Sie auch schnell zwischendurch machen: Füße in Schrittstellung positionieren, das hintere Bein strecken, das vordere Bein beugen. Dabei darauf achten, dass die Ferse des hinteren Beines Bodenkontakt hat.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In den meisten Fällen sind Muskelkrämpfe harmlos und verschwinden von selbst. Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum fortbestehen oder Sie in Ihrem Alltag eingeschränkt sind, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Auch dann, wenn die Krämpfe an eher ungewöhnlichen Körperstellen auftreten (also nicht am Fuß oder der Wade). Es gibt jedoch bestimmte Situationen, in denen ein Arzt aufgesucht werden sollte:

  • Starke Schmerzen: Wenn die Muskelkrämpfe sehr schmerzhaft sind.
  • Häufige Krämpfe: Wenn die Muskelkrämpfe häufig auftreten.
  • Krämpfe ohne erkennbare Ursache: Wenn die Muskelkrämpfe ohne erkennbare Ursache auftreten.
  • Begleitende Symptome: Wenn die Muskelkrämpfe von anderen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost oder Hautausschlag begleitet werden.
  • Verletzung: Wenn die Muskelkrämpfe nach einer Verletzung auftreten.
  • Verdacht auf Tetanus: Bei Verdacht auf Tetanus sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

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