Muskelkrämpfe unter Gipsverbänden können eine äußerst unangenehme Komplikation darstellen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und präventiven Maßnahmen, um dieses Problem effektiv anzugehen.
Einführung
Muskelkrämpfe sind schmerzhafte, unwillkürliche Kontraktionen der Muskulatur. Sie können in verschiedenen Körperregionen auftreten, besonders häufig jedoch in den Waden. Unter einem Gipsverband können solche Krämpfe besonders belastend sein, da die Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist und die üblichen Dehnungsübungen zur Linderung oft nicht möglich sind.
Ursachen von Muskelkrämpfen unter Gips
Ein Gipsverband kann verschiedene Faktoren begünstigen, die Muskelkrämpfe auslösen:
Druckläsion des Nervus peroneus: Der Nervus peroneus, auch Nervus fibularis genannt, versorgt Muskeln am Unterschenkel und Fuß und vermittelt das Gefühlsempfinden des seitlichen Unterschenkels und Fußrückens. Eine Schädigung dieses Nervs kann durch schlecht gepolsterte Gipsverbände entstehen. Druck auf den Nerv kann zu Empfindungsstörungen und im schlimmsten Fall zum Steppergang führen.
Inaktivität und Ruhigstellung: Ein Gipsverband schränkt die Bewegung stark ein. Dies kann zu einer verminderten Durchblutung und einer daraus resultierenden Unterversorgung der Muskeln führen. Die Inaktivität kann auch einen Muskelschwund (Muskelatrophie) begünstigen.
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Elektrolytmangel: Ein Ungleichgewicht im Elektrolythaushalt, insbesondere ein Mangel an Magnesium, Kalium oder Kalzium, kann Muskelkrämpfe auslösen. Durch die eingeschränkte Bewegung und möglicherweise veränderte Ernährungsgewohnheiten während der Tragezeit des Gipses kann ein solcher Mangel entstehen.
Dehydration: Eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr kann ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen. Der Körper benötigt ausreichend Flüssigkeit, um die Reizübertragung von Nerven auf Muskeln zu gewährleisten.
Kompartmentsyndrom: In seltenen Fällen kann ein Kompartmentsyndrom unter einem Gipsverband entstehen. Dabei sammelt sich Flüssigkeit in den Muskelgruppen (Kompartimenten), was den Druck im Gewebe erhöht und die Blutversorgung stört.
Der Nervus Peroneus und seine Bedeutung
Der Nervus peroneus, auch Nervus fibularis („Wadenbeinnerv”), leitet Signale zu den Muskeln, mit denen man den Fuß anhebt. Diese Muskeln nennt man daher auch Fußheber oder Fußextensoren. Der Nervus peroneus vermittelt außerdem das Gefühlsempfinden der Haut am seitlichen Unterschenkel und am Fußrücken. Er entspringt aus dem Ischiasnerv (Nervus ischiadicus). Die Ursache einer Peroneuslähmung ist oft ein Übereinanderschlagen der Beine oder ein langes Knien. In diesen Körperhaltungen kann Druck den Nerv einengen (Kompression), und zwar besonders auf Höhe des oberen Endes des Wadenbeins. Dieses verdickte Knochenstück heißt Fibulaköpfchen. Hier kann der Nerv durch Druck von außen beschädigt werden (Druckläsion). Manchmal ist der Auslöser in diesem Bereich auch eine flüssigkeitsgefüllte Kapsel an einer Sehnenscheide oder einer Gelenkkapsel (Ganglion) oder ein meist gutartiger Tumor (Neurofibrom).
Symptome einer Schädigung des Nervus Peroneus
Betroffene Personen leiden zunächst oft unter Schmerzen. Diese können vom seitlichen Knie bis zum Fuß- und Zehenrücken reichen. Die Schmerzen lassen sich oft auslösen, indem man den Fuß in Richtung der Fußsohle beugt (Flexion) oder das Fußgelenk nach innen knickt (Supination). Auch ein Taubheitsgefühl und Missempfindungen sind möglich.
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Da der Peroneusnerv auch Muskeln versorgt, kann neben diesen Beschwerden auch eine Lähmung auftreten. Man spricht von einer Parese. Die Parese kann die Muskeln betreffen, die den Fuß oder die Zehen nach oben anheben. Diese Muskeln nennt man Fußextensoren und Zehenextensoren. Auch die Muskeln, die den Fuß zur Seite kippen (Pronatoren), können betroffen sein. Das hat Auswirkungen auf das Gangbild: Zunächst ist der Hackengang (Fersengang) eingeschränkt. Bei einer höhergradigen Parese kommt es dann zum charakteristischen „Steppergang”: Das Bein wird beim Gehen hoch angehoben und mit hängender Fußspitze wieder aufgesetzt.
Diagnose einer Schädigung des Nervus Peroneus
In der Hausarztpraxis werden Sie gefragt, ob Ihnen mögliche Auslöser bekannt sind. Sie werden untersucht und gebeten, einige Schritte zu gehen. Ein Steppergang ist ein charakteristischer Hinweis auf eine Peroneuslähmung. Außerdem wird die Empfindungsfähigkeit Ihrer Haut im vom Peroneusnerv versorgten Gebiet überprüft. In manchen Fällen lässt sich ein Schmerz durch Fingerdruck auf die Nervenkompression auslösen (Hoffman-Tinel-Zeichen). Bei anhaltenden Beschwerden erhalten Sie eine Überweisung an eine Facharztpraxis für Neurologie.
Behandlung einer Schädigung des Nervus Peroneus
Bei einer Druckläsion sollte man zunächst häufig den Spontanverlauf beobachten. Nach einer Woche ist eine deutliche Erholung zu erwarten. Bei ausbleibender spontaner Besserung wird in der Regel eine Peroneus-Schiene (Orthese) verwendet. Sie kann allerdings Druckstellen verursachen und zu einem unnatürlichen Gangbild führen. Wer von einer Fußheberparese betroffen ist, kann ein gezieltes Training durchführen. Das Training soll zwei Dinge verhindern: Einen Muskelschwund (Muskelatrophie) und ein Zusammenziehen (Kontraktur) der Muskeln. Zusätzlich soll die Beweglichkeit im Sprunggelenk erhalten bleiben. Ein weiteres Ziel ist die Wiederherstellung der Nervenversorgung (Reinnervation).
Operiert wird bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden, andauernden Schmerzen und einer fehlenden Besserung einer Druckläsion. In diesen Fällen wird der Nerv druckentlastet (Dekompression). Auch bei einer Kompression durch ein Ganglion kann operiert werden. Falls der Nerv durchtrennt wurde, kann eine Operation durchgeführt und die Nervenstümpfe aneinandergenäht werden.
Wenn dauerhaft keine Besserung eintritt, gibt es eine weitere Möglichkeit, die Fußhebung wiederherzustellen: Dazu versetzt man ein Sehnenstück des Musculus tibialis posterior, in den Bereich des Fußrückens (Musculus-tibialis-posterior-Transfer).
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Eine vorübergehende Druckschädigung heilt meist von allein vollständig ab. Die Beschwerden lassen dann oft schon nach einer Woche deutlich nach. Beschädigte Nervenzellen können, solange sie noch einen Zellkern besitzen, neue Zellfortsätze (Axone) bilden. Dieser Prozess kann aber bis zu 6 Monate dauern. Nach der Entfernung eines Ganglions kann später erneut ein Ganglion im betroffenen Bereich entstehen.
Das Kompartmentsyndrom
Ein Kompartmentsyndrom entsteht meist nach einem Knochenbruch. In der Folge lagert sich Flüssigkeit in bestimmten Muskelgruppen ein. Es kommt zu einer Schwellung und starken Schmerzen. Die Muskeln der Arme und Beine werden in Gruppen eingeteilt, in sogenannte Kompartimente. In jeder Gruppe befinden sich jeweils mehrere Muskelstränge dicht an dicht. Die Muskelkompartimente sind umhüllt von kaum elastischem Bindegewebe (Faszien). Innerhalb und zwischen den benachbarten Kompartimenten verlaufen Blutgefäße und Nerven.
Bei einem Kompartmentsyndrom lagert sich innerhalb eines Kompartiments Flüssigkeit in das Muskelgewebe ein. Der Grund dafür kann ein Knochenbruch sein, etwa am Unterschenkel oder Unterarm. Durch das Einlagern von Flüssigkeit schwillt das Gewebe an, was die Durchblutung stört und Nerven schädigen kann. Unbehandelt kann ein Kompartmentsyndrom dazu führen, dass Teile der Muskeln nicht mehr richtig durchblutet und schwer geschädigt werden.
Symptome des Kompartmentsyndroms
Die Symptome eines Kompartmentsyndroms treten schrittweise auf. Dazu gehören:
- Sehr starke Schmerzen, die sich durch Schmerzmittel kaum lindern lassen.
- Spannungsgefühl und Schwellung in den betroffenen Muskelgruppen.
- Schmerzen bei passiver Bewegung der betroffenen Gliedmaße.
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den Fingern oder Zehen.
- In fortgeschrittenen Fällen: Blässe und fehlender Puls in den betroffenen Extremitäten.
Diagnose des Kompartmentsyndroms
Zunächst untersucht die Ärztin oder der Arzt das verletzte Körperteil, beispielsweise auf Hautrötungen. Durch Abtasten stellt sie oder er fest, ob ein Kompartiment verhärtet, geschwollen oder druckempfindlich ist. Zusätzlich kann der Druck direkt im Kompartiment gemessen werden. Knochenbrüche lassen sich mithilfe einer Röntgenuntersuchung feststellen. Bei einer Untersuchung mit dem Ultraschall kann die Ärztin oder der Arzt sehen, ob der Blutfluss im Gewebe gestört ist. Außerdem verändern sich im Verlauf der Erkrankung bestimmte Blutwerte. Ist etwa der Wert für das Eiweiß Kreatinkinase erhöht, deutet das auf eine Schädigung der Muskulatur hin.
Behandlung des Kompartmentsyndroms
Besteht nach einer Verletzung das Risiko eines Kompartmentsyndroms, werden betroffene Gliedmaßen auf Herzhöhe gelagert und einengende Verbände oder Gipsschienen entfernt. Kommt es trotz dieser Maßnahmen zu einem Kompartmentsyndrom und ist der Druck im Kompartiment zu hoch, ist ein operativer Eingriff nötig. Bei der sogenannten Faszienspaltung (Fasziotomie) wird die Bindegewebehülle um die betroffene Muskelgruppe aufgeschnitten. Das geschwollene Muskelgewebe kann sich ausdehnen, was den Druck im Kompartiment unmittelbar senkt.
Muskelatrophie (Muskelschwund)
Als Muskelschwund bezeichnet man die Abnahme der Muskelmasse. Der Fachausdruck hierfür lautet Muskelatrophie. Muskelschwund kann einseitig oder symmetrisch auftreten und sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen. Manche Betroffene bemerken vielleicht, dass ein Arm oder Bein im Vergleich zum anderen dünner wirkt. Nicht immer fällt ein Muskelschwund direkt ins Auge, weil sich bei manchen Erkrankungen gleichzeitig das Fett- oder Bindegewebe vermehrt und den Schwund gewissermaßen ausgleicht.
Ursachen von Muskelatrophie
Für Muskelschwund (Muskelatrophie) kann es unterschiedliche Ursachen geben. Zum einen kann die Muskelmasse abnehmen, wenn man Muskeln zu wenig benutzt. Diese Art von Muskelschwund entsteht meist allmählich und tritt häufig bei Menschen auf, die sich allgemein wenig bewegen. Bettlägerigkeit, Ruhigstellung von Gliedmaßen (z. B.
Behandlung von Muskelatrophie
Welche Therapie bei Muskelschwund (Muskelatrophie) die richtige ist, hängt vor allem von der jeweiligen Ursache ab. Liegt dem Muskelschwund eine Erkrankung zugrunde, so muss diese behandelt werden. Hat sich die Muskelatrophie beispielsweise im Rahmen einer therapeutischen Ruhigstellung mittels eines Gipsverbands entwickelt, gewinnen die betroffenen Muskeln ihre Kraft nach Gipsabnahme in der Regel innerhalb einiger Wochen und Monate wieder zurück. Teilweise lässt sich ein Muskelschwund allerdings selbst bei intensivem Krafttraining auch Jahre danach noch feststellen. Bewegungstraining (z. B. Aquatraining, gezieltes Krafttraining)Elektrostimulation der betroffenen MuskulaturKrankengymnastik bzw.
Sofortmaßnahmen bei Muskelkrämpfen unter Gips
Da die Bewegungsfreiheit unter einem Gipsverband eingeschränkt ist, sind die üblichen Dehnungsübungen oft nicht möglich. Folgende Maßnahmen können dennoch helfen:
- Massage: Wenn möglich, massieren Sie die betroffene Muskelpartie vorsichtig. Dies kann die Durchblutung fördern und die Muskelspannung reduzieren.
- Wärme: Wärme kann helfen, die Muskeln zu entspannen. Warme Umschläge oder vorsichtiges Anwärmen mit einem Föhn (nicht zu heiß) können Linderung verschaffen.
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee. Dies kann helfen, den Elektrolythaushalt auszugleichen.
- Arzt kontaktieren: Bei starken oder wiederkehrenden Krämpfen sollte ein Arzt konsultiert werden. Es ist wichtig, andere Ursachen wie ein Kompartmentsyndrom auszuschließen.
Präventive Maßnahmen
Um Muskelkrämpfen unter Gips vorzubeugen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr über den Tag verteilt.
- Elektrolytreiche Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium, Kalium und Kalzium ist wichtig. Bei Bedarf können Nahrungsergänzungsmittel in Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.
- Regelmäßige Bewegung (im Rahmen der Möglichkeiten): Versuchen Sie, die nicht ruhiggestellten Muskeln regelmäßig zu bewegen, um die Durchblutung zu fördern.
- Gipsverband überprüfen: Achten Sie darauf, dass der Gipsverband richtig sitzt und keine Druckstellen verursacht. Bei Bedarf sollte der Gips vom Arzt angepasst werden.
- Hochlagern der Extremität: Das Hochlagern der betroffenen Extremität kann helfen, Schwellungen zu reduzieren und die Durchblutung zu verbessern.
Die Rolle von Vitaminen und Mineralstoffen
Vitamine spielen eine wichtige Rolle für die Funktion und Gesundheit der Muskeln. Vitamin B1 ist wichtig für die Signalübertragung von Nerven auf Muskeln. Es kommt vor allem in Nahrungsmitteln wie Vollkornprodukten, Fleisch oder Hülsenfrüchten vor. Vitamin B6 spielt eine Rolle beim Energiestoffwechsel und bei der Muskelkontraktion. Es ist z. B. in Avocado, Lachs oder Kartoffeln enthalten. Zudem benötigt der Körper Kalzium, das mithilfe von Vitamin D aufgenommen wird. Ein Kalziummangel kann ebenfalls zu Muskelkrämpfen führen. Gute Kalziumspender sind Milchprodukte und grünes Gemüse wie Brokkoli. In hoch entwickelten Ländern wie Deutschland ist ein Vitaminmangel aber eher selten.
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
In den meisten Fällen sind Wadenkrämpfe harmlos. Einen Arzt sollten Sie dann kontaktieren, wenn die Muskelkrämpfe gehäuft auftreten, sie länger als ein paar Sekunden anhalten oder wenn sie sich nicht einfach durch Dehnen auflösen lassen. Dann könnten sie ein Anzeichen für eine Stoffwechsel- oder Nervenerkrankung sein. Ebenso ist es wichtig, bei Anzeichen eines Kompartmentsyndroms sofort einen Arzt zu konsultieren.
Differenzialdiagnose: Wadenkrämpfe vs. Thrombose
Wadenkrämpfe können ähnliche Symptome verursachen wie eine Thrombose. Es ist daher wichtig, dass Sie Ihre Beschwerden ganz genau beobachten und im Zweifel einen Arzt hinzuziehen. Ebenso wie Wadenkrämpfe äußert sich eine Thrombose durch Schmerzen und eine möglicherweise verhärtete Wade. Bei einem Wadenkrampf sieht man allerdings häufig von außen, wie sich die Muskulatur immer wieder zusammenzieht.
Psychische Aspekte und Morbus Sudeck
Nicht außer Acht zu lassen ist die psychische Belastung, unter der Betroffene von Morbus Sudeck durch die chronischen Beschwerden leiden. Die ständigen Schmerzen und eingeschränkte Beweglichkeit verursachen bei manchen Betroffenen Niedergeschlagenheit und führen zu sozialem Rückzug.
Was ist Morbus Sudeck?
Morbus Sudeck (auch komplexes regionales Schmerzsyndrom genannt, engl. complex regional pain syndrome, kurz CRPS) tritt in der Folge einer Verletzung auf. Diese entsteht etwa durch Unfälle oder durch operative Eingriffe. Mehrere Wochen nach dem Trauma kommt es zu Schmerzen in der betreffenden Region, die nicht durch die ursprüngliche Verletzung erklärbar sind.
Am häufigsten tritt Morbus Sudeck an einer der Extremitäten (Arm oder Bein) auf. Selten sind das Gesicht oder andere Körperregionen betroffen. Neben Schmerzen treten beim Morbus Sudeck weitere Symptome auf. Die Störungen (zum Beispiel Wassereinlagerungen, Empfindungs- und Bewegungsstörungen) treten an der Verletzungsstelle beziehungsweise in räumlicher Nähe zu dieser auf.
Therapie bei Morbus Sudeck (CRPS)
Für eine Morbus-Sudeck-Therapie sind erfahrene Spezialisten empfehlenswert. Die Behandlung ist relativ komplex und erfordert die Zusammenarbeit von Fachleuten verschiedener Disziplinen (Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Ärzte). Außerdem verlangt die Sudeck-Krankheit sowohl von Patienten als auch von Therapeuten viel Geduld. Es ist wichtig, auch kleine Verbesserungen als Erfolg zu werten. Bei der Behandlung des CPRS steht die fächerübergreifende Schmerztherapie im Vordergrund.
Triggerpunkte als Ursache von Muskelkrämpfen
Triggerpunkte sind druckschmerzhafte und entzündliche Regionen innerhalb muskulärer Verspannungen, die Schmerzen in nahezu allen Körperregionen hervorrufen können. Dieses Phänomen wird muskulärer Übertragungsschmerz genannt - es ist quasi der Schlüssel zum Verständnis in der Triggerpunkt-Medizin. So ist zum Beispiel ein Muskel auf dem Schulterblatt in der Lage Schmerzen in Schulter, Ellenbogen, Handgelenk und Hand, ein Muskel in der Wade Schmerzen unter dem Fuß, in der Ferse und im Knie hervorzurufen. Kopf- und Nackenschmerzen sowie Migräne können von Muskeln der Nacken- und Halsregion verursacht werden. Da muskuläre Triggerpunkte überall Schmerzen auslösen können, sollten Sie in der Differentialdiagnostik von Schmerzen beachtet werden.
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