Das MVZ Migräne Luisenstraße bietet an den Standorten CCM, CVK und CBF neurologische Hochschulambulanzen mit Spezialsprechstunden für ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen. Geleitet von Prof. Dr. med., liegt der Fokus auf einer umfassenden Diagnostik, individuellen Therapieplanung und interdisziplinären Zusammenarbeit.
Neurologische Hochschulambulanzen und Spezialsprechstunden
An den drei Standorten CCM, CVK und CBF gibt es neurologische Hochschulambulanzen mit Spezialsprechstunden zu neurologischen Erkrankungen. Die Ambulanzen bieten spezialisierte Sprechstunden für verschiedene neurologische Erkrankungen an.
Funktionelle Bewegungsstörungen
Funktionelle Bewegungsstörungen stellen eine häufige Erkrankung an der Schnittstelle von Neurologie und Psychosomatik dar. Neben der diagnostischen Klärung bei Verdacht auf funktionelle Bewegungsstörungen erfolgt eine integrierte neuro-psychosomatische Beurteilung sowie eine individuelle Therapieplanung und gegebenenfalls Verlaufsbeurteilung. Das Team steht auch zur Beratung des Behandler:innen-Netzwerks zur Verfügung.
- Team der Neurologie: PD Dr. med. Dorothee Kübler-Weller, Dr. med. Melanie Astalosch
- Team der Psychosomatik: Dr. med. Matthias Hoheisel, Dr. med.
Gedächtnissprechstunde: Diagnostik und Versorgung von Demenz und kognitiven Störungen
Die Diagnostik und Versorgung von Patienten mit Demenz und kognitiven Störungen stellt als Gedächtnissprechstunde einen Schwerpunkt dar. Hierfür stehen alle Untersuchungen der Neurologie zur Verfügung, um eine ambulante Abklärung einer Gedächtnisstörung (leichtes oder mildes kognitives Defizit) oder einer Demenz (z.B. Alzheimer-Demenz, Lewy-Body-Demenz, Frontotemporale Demenz (FTD)) zu ermöglichen. Dazu gehören neben einer medizinisch-neurologischen Abklärung eine ausführliche neuropsychologische Demenz Diagnostik sowie eine Lumbalpunktion zur Bestimmung von Demenzbiomarkern und weiteren Parametern im Liquor. Alle diese Leistungen können ambulant zeitnah durchgeführt werden. Für erblich bedingte Alzheimer- oder FTD-Demenzerkrankungen wird eine spezielle genetische Beratung wie auch eine molekulargenetische Abklärung angeboten.
In der FTD- und Alzheimer-Forschung arbeitet die Klinik mit mehreren nationalen (z. B. dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen) wie auch internationalen Partnern zusammen. Eigene klinische Forschungsprojekte drehen sich um eine bessere Versorgung, Therapie und Charakterisierung von Demenz-Patienten. Diese Patienten-orientierte Forschung ist chronisch unterfinanziert, Spenden sind willkommen. Ein weiteres Angebot richtet sich an Personen mit nicht deutscher Muttersprache.
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In der Gedächtnisambulanz der Klinik für Neurologie am CBF findet die Diagnostik und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit kognitiven Störungen und Demenzen statt. Zur ersten Vorstellung sollte sich die oder der Betroffene möglichst gemeinsam mit einer / einem nahen Angehörigen vorstellen. Falls vorhanden, sollten bei diesem Termin mitgebracht werden:
- Radiologische Untersuchungen des Kopfes (Computer oder Kernspintomographie, CT/MRT) - möglichst Originalbilder (elektronisch oder als Ausdruck) und Befunde
- Liste der regelmäßig eingenommenen Medikamente
- Weitere Vorbefunde und Blutuntersuchungen falls vorhanden
Epilepsieambulanz
Die Epilepsieambulanz bietet eine umfassende Versorgung für Patienten mit Epilepsie.
Kriterien für die Aufnahme in die Sprechstunde:
- Zeitnahe, umfassende diagnostische Abklärung von ersten epileptischen Anfällen
- Differentialdiagnostik zur Unterscheidung epileptischer Anfälle und nicht-epileptischer Ereignisse
- Optimierung der antiepileptischen Medikation im Fall von unerwünschten Nebenwirkungen oder fehlender Anfallsfreiheit; gegebenenfalls Beratung zu Epilepsiechirurgie
- Beratung zu Fahreignung, Empfängnisverhütung, Schwangerschaft und Stillzeit, sportlichen Aktivitäten, Reisen und Impfungen, Gebrauch von Genussmitteln und sonstigen Lebensbereichen
- Beratung und Behandlung von dissoziativen Anfällen (Spezialsprechstunde von Frau Dr.)
Patienten sollten zum ersten Gespräch möglichst eine Person mitbringen, die den Anfall oder die Anfälle gesehen hat und beschreiben kann. Für das erste Gespräch sind 45 Minuten eingeplant.
- Leitung der Charité-Epilepsieambulanzen: Prof. Dr. med.
- Leitung der Epilepsieambulanz am CBF: PD Dr. Dr.
- Mitarbeiterin und Mitarbeiter: Dr. Nicoletta Dörr PD Dr. med.
Neuroimmunologische Erkrankungen
In den letzten Jahren wurde eine immer differenziertere Behandlung dieser "neuroimmunologischen" Erkrankungen möglich. Um diesem Standard gerecht zu werden, stehen alle relevanten Untersuchungstechniken zur Verfügung (Liquor- und allgemeine Labordiagnostik, elektrophysiologische Verfahren etc.). Die Durchführung eingeleiteter Behandlungsmaßnahmen, wie z.B. Hochdosis-Kortisontherapien, Tysabri- und Mitoxantron-Infusionen, kann innerhalb der Ambulanz oder stationär erfolgen. Dies bezieht sich auch auf die Behandlung komplexer Probleme im Krankheitsverlauf, z.B. durch spasmolytische Injektionen von Botulinumtoxin (AG Bewegungsstörungen). Eine Terminvereinbarung durch Sie oder Ihren Hausarzt ist unter der rechts genannten Telefonnummer werktags von 08:00 bis 12:00 Uhr möglich.
Post-Covid und andere virale Infektionserkrankungen
Auch nach anderen viralen Infektionserkrankungen, wie Influenza oder Ebstein-Barr-Virus (EBV) können residuelle Beschwerden auftreten. Vor allem neurologische Beschwerden sind häufig und gehen besonders mit einer Einschränkung der Lebensqualität einher.
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Sprechstunde für vaskuläre Neurologie und Schlaganfall
Die Schwerpunkte der Sprechstunde sind:
- Schlaganfall (Infarkte und Blutungen im Gehirn)
- Erkrankungen der Halsschlagadern (Verengungen der hirnversorgenden Arterien z.B.
Sprechstunde für Bewegungsstörungen
Die Schwerpunkte der Sprechstunde sind:
- Idiopathisches Parkinson-Syndrom (M. Parkinson)
- Dystonien (z.B. zervikale Dystonie, Schreibkrampf, generalisierte Dystonie)
- Tremor-Erkrankungen (z. B. Essentieller Tremor, Parkinson-Tremor)
- Seltene Bewegungsstörungen (z.B.
Das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum steht hierzu zur Verfügung. Ausgedehnte Erfahrung besteht insbesondere in der Indikationsstellung und Anwendung folgender therapeutischer Maßnahmen:
- Medikamentöse Behandlung von M. Parkinson in allen Stadien der Erkrankung inklusive Apomorphin-und Duodopa-Pumpen-Behandlung.
- Als Charité-Studienzentrum führen wir eine Reihe von Therapie-Studien bei Bewegungsstörungen durch.
Parkinson-Spezialsprechstunde mit Videoanalyse
Die Schwerpunkte der Sprechstunde die Verbesserung der Behandlung von Parkinson-Patienten mit abwechselnd gehemmter und überschießender Beweglichkeit (sogenanntes On-Off-Phänomen). In diesem Rahmen lassen die Betroffenen ihren Zustand an 30 aufeinanderfolgenden Tagen im häuslichen Umfeld mit standardisierten Videoaufnahmen dokumentieren. Dieses Bildmaterial wird dann von Spezialisten der neurologischen Klinik zusammen mit dem zuweisenden Neurologen ausgewertet, um die Probleme des Patienten in seinem Alltag zu erfassen und mit gezielten Behandlungsschritten Abhilfe zu schaffen.
Botulinumtoxin-Therapie
In der Sprechstunde werden Patienten mit allen Indikationen zur Botulinumtoxin-Therapie behandelt (z.B. Darüber hinaus wird in Kooperation mit Prof. Dr. für spezielle Fragestellungen insb.
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Chorea-Sprechstunde
Die Chorea (griechisch für “Tanz“) ist eine Bewegungsstörung, die sich bei den Betroffenen mit schnellen, unwillkürlichen und irregulären Bewegungen zeigt. Die Ursachen der Chorea sind vielfältig (immunologisch, infektiös, Medikamenten-induziert und neurogenetisch). Die korrekte Zuordnung der ursächlichen Störung ist die wichtigste Voraussetzung für eine adäquate Therapie. Im Speziellen werden Patienten mit familiären neurodegenerativen choreatischen Erkrankungen, wie der Chorea-Huntington, behandelt. Patienten mit dieser Bewegungsstörung haben häufig mehrere motorische Schwierigkeiten, insbesondere bei der Koordination und Umsetzung von Bewegungsabläufen. Das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum steht hier zur Verfügung.
Tiefe Hirnstimulation (THS, DBS, "Hirnschrittmacher")
Patienten mit Bewegungsstörungen (insb. Parkinson, Dystonie und Tremor) erhalten Beratung hinsichtlich der Indikation zur Tiefen Hirnstimulation (THS, DBS, "Hirnschrittmacher").
Aufnahmesprechstunde
In der Aufnahmesprechstunde werden Patientinnen und Patienten mit allen neurologischen Krankheitsbildern vor und nach ihrem stationären Aufenthalt in der Klinik betreut. Bei der ambulanten Vorstellung vor dem stationären Aufenthalt wird die Patientin / der Patient genau untersucht und die Notwendigkeit des stationären Aufenthaltes festgelegt. Es werden mit der Patientin / dem Patienten die geplanten Untersuchungen oder Behandlungen besprochen. Anschließend wird von der Patientenkoordinatorin mit der Patientin / dem Patienten ein Aufnahmetermin vereinbart. Wenn nach einem stationären Aufenthalt in der Klinik noch eine weitere Betreuung notwendig ist oder noch eine vollständige Auswertung der durchgeführten Diagnostik erfolgen soll, kommt die Patientin / der Patient nach dem stationären Aufenthalt erneut in die Sprechstunde. Wenn ärztliche Kollegen eine Patientin / einen Patienten elektiv einweisen möchten, werden sie gebeten, sich direkt an einen der ärztlichen Mitarbeiterinnen / Mitarbeiter der Aufnahmesprechstunde zu wenden. Dieses Vorgehen gilt selbstverständlich nicht für Patientinnen und Patienten, die sich als Notfall akut in der Klinik vorstellen müssen. Diese wenden sich bitte - gegebenenfalls nach vorheriger telefonischer Anmeldung - direkt an die Rettungsstelle. Außerdem gibt es telefonische Sprechzeiten jeweils freitags von 14:00 - 16:00 Uhr.
Kopfschmerzzentrum
Das Kopfschmerzzentrum der Klinik für Neurologie am Campus Mitte behandelt und betreut Patient:innen mit Kopf- und Gesichtsschmerzen.
Spezialambulanz für Multiple Sklerose und andere chronisch-entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems
In dieser Sprechstunde werden Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose und anderen chronisch-entzündlichen Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z. B.
Spezialambulanz für Muskelerkrankungen (Myositis)
In der Spezialambulanz für Muskelerkrankungen werden schwerpunktmäßig Patientinnen und Patienten mit entzündlichen Erkrankungen der Muskulatur (Myositis) betreut. Es handelt sich dabei um eine vielfältige Gruppe autoimmun-entzündlicher Erkrankungen der Muskulatur. Im Rahmen einer Myositis kann es zu Beschwerden in verschiedensten Organsystemen (u. a. Muskeln, Gelenke, Haut) kommen. Myositiden zeichnen sich dadurch aus, dass die Erkrankungen selten vorkommen und dass sie in der Regel eine interdisziplinäre Diagnostik und Behandlung erfordern. Die Betreuung der Patientinnen und Patienten erfolgt deshalb in interdisziplinärer Zusammenarbeit, u. a. mit der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie (einschl. Die typischen Beschwerden der Patientinnen und Patienten mit Myositis sind Muskelschwäche, Muskelschwund oder Muskelschmerzen. Im Labor fällt oft eine Erhöhung der muskelspezifischen Kreatinkinase auf. Häufig lassen sich auch Antikörper gegen Muskelstrukturen nachweisen. Als Patientin oder Patient können Sie, nach Überweisung durch einen neurologischen Facharzt, einen Sprechstundentermin in unserer Ambulanz vereinbaren. Bitte beachten Sie, dass eine fachärztliche Überweisung zur Terminvergabe unbedingt erforderlich ist.
Neuroonkologische Sprechstunde
In enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Hämatologie / Onkologie, Gynäkologie sowie Neurochirurgie diagnostizieren und behandeln wir unter anderem folgende Krankheitsbilder:
- Unerwünschte Nebenwirkungen der Tumortherapie (Chemotherapie, Immuntherapie, Bestrahlung)
- Nervenschädigungen und neuropathische Schmerzen
- Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen bei Tumorerkrankung oder Tumortherapie
- Befall des Nervensystems im Rahmen der Tumorerkrankung, z.B.
In enger Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Neurochirurgie, Radioonkologie, Neuropathologie, pädiatrischen Neuroonkologie, Hämatologie/Onkologie sowie Charité Comprehensive Cancer Center behandeln und begleiten wir Patientinnen und Patienten mit unter anderem folgenden Krankheitsbildern:
- Tumorerkrankungen des Gehirns und Rückenmarks sowie Tumoren des peripheren Nervensystems
- Erbliche Tumorprädispositionssyndrome, u.a.
Sprechstunde für Schlafstörungen
Es werden Patienten aller Altersstufen ab dem 12. Im Besonderen sind wir auf folgende Fragestellungen spezialisiert:
- Verhaltensauffälligkeiten im Schlaf wie z. B. Schlafwandeln und/oder sonstige Bewegungen im Schlaf
- Abgrenzung von Parasomnien, schlafbezogenen epileptischen Anfällen und sonstigen Bewegungsstörungen im Schlaf
- Narkolepsie mit und ohne Kataplexie und sonstige Störungen, die mit einer erhöhten Tagesmüdigkeit und/oder oder Einschlafattacken einhergehen
- Syndrom der unruhigen Beine (Restless legs-Syndrom)
- Störungen in der Abfolge des Schlaf-Wach-Rhythmus (Phasenverschiebungen des Schlaf-Wach-Rhythmus)
- Abgrenzung zwischen primären Schlafstörungen von primär psychiatrischen Erkrankungen, die mit einer Schlafstörung einhergehen
- Schlafstörungen des Jugendalters
- alle sonstigen ungewöhnlichen Schlafstörungen
Ferner können sich Patienten vorstellen, bei denen im Zusammenhang mit einer bereits diagnostizierten Erkrankung des Nervensystems (z… chronischen Schmerzzuständen. wird.
Diagnostische Verfahren
Das MVZ Migräne Luisenstraße bietet ein breites Spektrum an diagnostischen Verfahren zur Abklärung neurologischer Erkrankungen an:
- Doppler-/Duplexsonographie der hirnversorgenden Gefäße: Mittels Ultraschall erfolgt die Untersuchung der Blutströmung in den zum Gehirn führenden Blutgefäßen. Man unterscheidet die Untersuchung der Gefäße außerhalb des Schädels (extrakraniell) und innerhalb des Schädels (intrakraniell). Anhand des Flussprofil und Veränderungen der Gefäßwand können Engstellen (Stenosen) oder Verschlüsse festgestellt und quantifiziert werden.
- Elektroenzephalographie (EEG): Beim EEG handelt es sich um die Ableitung der Hirnströme durch auf die Kopfhaut aufgebrachte Klebeelektroden. Mittels eines Verstärkers können die Hirnströme auf einen Bildschirm sichtbar gemacht werden.
- Neurographie/Elektromyographie (NLG/EMG): Mit Stromimpulsen können periphere motorische und sensible Nerven stimuliert werden. Die Nervenleitgeschwindigkeit sowie die Höhe des Summenaktionspotentials (Amplitude) an verschiedenen Ableitepunkten geben Aufschluss über die Lokalisation, das Ausmaß und Form/Ursache einer Nervenläsion. Zum Einsatz kommt die Neurografie bei peripheren Nervenerkrankungen, wie Nervenkompressions-Syndromen (z.B. Die Ableitung der Muskelaktivität mittels einer feinen Nadel im Muskel wird als Elektromyografie bezeichnet.
- Evozierte Potentiale (VEP, SSEP): Durch die Ableitung der sogenannten somatosensibel evozierten Potenzialen (SSEP) kann auf die Lokalisation einer möglichen Schädigung der Nervenbahnen vom peripheren ins zentrale Nervensystem geschlossen werden (z.B. Tibialis- und Medianus-SSEP). Eine Sonderform stellen die visuell evozierten Potenziale (VEP) dar, mit denen eine Läsion des Sehnerven detektiert werden kann. Umgekehrt kann auch eine Leitungsverzögerung der Nervenbahnen von zentralen ins periphere Nervensystem durch die sog.
- Lumbalpunktion: Ziel der Lumbalpunktion ist die Gewinnung von Nervenwasser (Liquor); hier wird eine dünne Hohlnadel im Bereich der Lendenwirbelsäule bis zum Nervenwasserkanal vorgeschoben. Da sich auf dieser Höhe kein Rückenmark befindet, ist eine Rückenmarksschädigung ausgeschlossen. Die Nervenwasseruntersuchung dient der Diagnosestellung einer Erreger- oder autoimmun bedingten Entzündung des zentralen oder peripheren Nervensystems.
- Geriatrisches Assessment: Das geriatrische Assessment ist eine Untersuchung des älteren Patienten mit standardisierten Tests, um die Ressourcen, aber auch die krankheits- und altersbedingten Einschränkungen, welche die eigenständige Lebensführung beeinträchtigen können, abzuschätzen. Typische geriatrische Merkmalskomplexe umfassen Schmerzen, kognitive Einschränkungen, Gangstörung und Sturzneigung, Inkontinenz sowie Medikationsprobleme. Hierbei kommen eine ausführliche Erhebung der Krankheitsgeschichte sowie eine Vielzahl von testmetrischen Verfahren zum Einsatz.
- Neuropsychologische Testverfahren: Zur Feststellung eines dementiellen Abbaus und der Einordnung des Krankheitsbildes in eine der verschiedenen Demenzerkrankungen kommen mehrere Verfahren zum Einsatz. Immer steht an erster Stelle eine ausführliche neurologische und psychiatrische Untersuchung, gefolgt von einer Schnittbildgebung des Gehirns und einer EEG-Ableitung; auch die Nervenwasseruntersuchung kann diagnoseweisend sein. Der initiale Schweregrad, aber auch die Entwicklung im weiteren Verlauf kann anhand von standardisierten Testverfahren abgeschätzt werden.
Häufige neurologische Krankheitsbilder
Das MVZ Migräne Luisenstraße behandelt ein breites Spektrum neurologischer Krankheitsbilder, darunter:
- Schlaganfall: Beim Schlaganfall kommt es in der Mehrzahl der Fälle zu einer plötzlich einsetzenden Durchblutungsstörung des Gehirns mit neurologischen Ausfällen wie z.B. einer Halbseitenlähmung oder Sprachstörung. Ursachen sind häufig Herzrhythmusstörungen oder Verengungen/ Verschlüsse der hirnversorgenden Blutgefäße. Nur bei ca. 10% der Fälle liegt eine Hirnblutung zugrunde.
- Kopfschmerzen: Kopfschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Zu den häufigsten Kopfschmerzformen zählen die Migräne mit oder ohne Aura sowie der sog. Spannungskopfschmerz. Die Therapie hängt von der zugrunde liegenden Ätiologie ab. In manchen Fällen ist auch eine prophylaktische Behandlung erforderlich. Attackenförmig einschießende Gesichtsschmerzen, z.B.
- Schwindel: Dreh- und Schwankschwindel gehören zu den häufigsten Beschwerden, die zu einer neurologischen Konsultation führen. Dem Drehschwindel liegen meist Störungen des Gleichgewichtsorgans im Innenohr zugrunde; abhängig von der Ursache können begleitend Ohrgeräusche und Hörminderung (Morbus Menière) auftreten. Über Stunden oder Tage anhaltender Drehschwindel ohne zusätzliche neurologische Ausfälle kann auf eine Entzündung des Gleichgewichtsnerven hinweisen (Neuronitis vestibularis). Bewegungsabhängige, kurz dauernde Drehschwindelattacken ohne weitere Begleitsymptome sind meist auf eine Reizung der Sinneszellen im Innenohr durch kleine Kristalle zurückzuführen (Benigner paroxysmaler Lagerungs-schwindel). Daneben finden sich Schwindelsymptome auch bei Erkrankungen des zentralen Nervensystems (z.B. Klein- oder Stammhirn).
- Parkinson-Erkrankung: Bei der Parkinson-Erkrankungen findet sich im Vollbild eine meist seitenbetonte Verlangsamung der Bewegungsabläufe (Hypokinese) mit Steifigkeit (Rigor) der Extremitäten und/oder Zittern (Tremor) der Hände sowie eine mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung. Frühzeichen sind eine Verschlechterung des Geruchssinnes und ein „Kleinerwerden“ des Schriftbildes. Zugrunde liegt ein Mangel des Botenstoffs Dopamin in bestimmten Hirnregionen. Die primäre Behandlung erfolgt durch die Gabe von Dopamin oder Dopamin-Ersatzpräparaten. Im Rahmen der Diagnosestellung ist die Abgrenzung von ähnlichen, jedoch seltenen Krankheitsbildern, den sogenannten atypischen Parkinson-Syndromen wichtig.
- Infektionen des Nervensystems: Erreger wie Viren und Bakterien können sowohl das zentrale als auch des periphere Nervensystems befallen. Bei einer isolierten Erkrankungen der Hirnhäute spricht man von einer Meningitis, ein Befall des Gehirns wird als Encephalitis bezeichnet. Typische Symptome sind Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen, Bewusstseinsstörungen, epileptische Anfälle sowie neurologische Defizite. Nicht immer gelingt der Nachweis eines Erregers. Beispiele für virale Erreger sind Viren aus der Herpes-Gruppe oder das Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Virus. Charakteristische Beispiele für Infektionserkrankungen des peripheren Nervensystems sind die Gürtelrose (Herpes zoster durch das Windpocken-Virus) oder eine Gesichts-lähmungen im Rahmen einer Neuroborreliose.
- Rückenschmerzen: Lokale oder ausstrahlende Rückenschmerzen können durch eine Vielzahl von neuroorthopädischen Erkrankungen, wie z.B. Bandscheibenvorfälle oder Spinalkanalstenosen bedingt sein. Neben Schmerzen finden sich oft neurologische Ausfalls-erscheinungen. Die Diagnostik und Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit mit Radiologen, Orthopäden, Unfallchirurgen, Neurochirurgen und Krankengymnasten.
- Karpaltunnelsyndrom und Polyneuropathien: Nächtlich betonte Schmerzen, Kribbelmissempfindungen und Taubheit insbesondere der Finger 1 bis 3 und Besserung durch „Ausschütteln“ der Hand weisen auf ein sogenanntes Karpal-tunnelsyndrom hin. Dieses häufigste Beispiel einer peripheren Nervenläsion ist bedingt durch eine Kompression des Mittel-armnerven am Handgelenk. Ebenfalls nicht selten sind sogenannte Polyneuropathien, die zu socken- oder strumpfförmiger Taubheit der Beine mit zunehmender Gangunsicherheit führen können.
- Multiple Sklerose (MS): Man unterscheidet schubförmige und chronische Verläufe. Die Diagnosestellung erfolgt aufgrund des charakteristischen Verlaufes, typischer Befunde in der Kernspintomografie sowie mittels Nervenwasseruntersuchung. Wichtig ist der Ausschluss von anderen Erkrankungen, die eine MS imitieren können. Zwar ist MS nicht heilbar, es existieren aber zwischenzeitlich eine Vielzahl von Präparaten, welche den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen oder stabilisieren können. Die Wahl des vorbeugend wirksamen Präparates ist vor allem abhängig von Ausmaß der Krankheitsaktivität.
- Epilepsie: Bei einem epileptischen Anfall handelt es sich um eine krankhaft erhöhte Erregbarkeit von Nervenzellen im Gehirn. Ist diese auf eine bestimmte Region begrenzt, spricht man von fokalen Anfällen. Bei Ausbreitung auf das gesamte Gehirn liegt ein generalisierter Anfall vor. Man unterscheidet die primären Epilepsien ohne ersichtliche strukturelle Hirnschädigung von den sekundären Epilepsien, bei denen eine Hirnläsion vorliegt. Typische Symptome von epileptischen Anfällen sind motorische oder sensible Entäußerungen, plötzlich auftretende Bewusstseinsstörungen mit nachfolgend längerer Reorientierungsphase. Für die Diagnosestellung sind die genaue Erhebung der Krankheitsgeschichte -idealerweise auch von Augenzeugen des Anfalls -, eine EEG-Ableitung sowie die Durchführung einer Schichtbildgebung des Gehirns notwendig.
- Demenz: Demenz bezeichnet den zunehmenden Verlust von erworbenen emotionalen und kognitiven Fähigkeiten, wie z.B. Gedächtnis, Denkvermögen, Sprachfunktionen und des planerischen Handelns. Auch die Persönlichkeit und soziale Kompetenzen können bei bestimmten Demenzform abbauen. Zu den häufigsten Demenzerkrankungen gehören die Alzheimer-Demenz mit Eiweiß-Ablagerungen im Gehirn sowie die vaskuläre Demenz, bei der es zu einer Veränderung der kleinsten Hirngefäße kommt. Daneben existieren verschiedene seltenere Demenzformen. Die Diagnosestellung erfolgte anhand des klinischen Bildes, mittels neuropsychologischer Testverfahren sowie im Rahmen einer Schichtbildgebung des Gehirnes, insbesondere zur Abgrenzung von anderen ursächlichen Erkrankungen. Auch eine Nervenwasseruntersuchung kann diagnostisch eingesetzt werden.
- Hirntumore: Hirntumore gehen von den Hirnhäuten (z.B. Meningeom) oder vom Hirngewebe (z.B. Gliome) selbst aus. Man unterscheidet zwischen gutartigen und bösartigen Hirntumoren. Ferner kam es auch zur Absiedlung von Krebserkrankungen der inneren Organe oder des Blutes bzw. Knochenmarks ins Hirn kommen. Häufig Symptome von Hirntumoren sind epileptische Anfälle oder neurologische Ausfälle, die sich in Abhängigkeit der Lage des Tumors im Gehirn manifestieren. Die Diagnosestellung erfolgte mittels einer Schichtbildgebung des Gehirnes sowie einer Probeentnahme aus der Tumorregion und deren feingeweblicher Untersuchung.
MS-Zentrum
Im Oktober 2017 wurde unser Facharztzentrum gemäß der Anerkennungskriterien der Deutschen Multiple Sklerose-Gesellschaft (DMSG) als MS-Zentrum zertifiziert. Alle für die Diagnostik und Differenzialdiagnostik der Multiplen Sklerose erforderlichen apparativen und laborchemischen Voraussetzungen sind vor Ort vorhanden. Unsere Ärzte verfügen über eine langjährige Erfahrung in der symptomatischen und immunmodulatorischen Behandlung von MS-Patienten und werden durch zertifizierte MS-Nurses unterstützt. Alle derzeit zugelassenen Therapiemaßnahmen gemäß der aktuellen Leitlinien werden im MVZ bzw.
Neurologischer Konsildienst
Durch unsere Fachärzte erfolgt eine neurologische, und psychiatrische Mitbetreuung im neurologischen Konsildienst der 14 Fach- und 2 Belegabteilungen des Klinikum Konstanz inklusive der Zentralen Notaufnahme. Von besonderer Bedeutung ist die interdisziplinär betriebene und von der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft zertifizierte Stroke Unit zur Behandlung, Diagnostik und Überwachung von Patienten mit Schlaganfällen. In diesem Rahmen ist eine Notfall- und intensiv-medizinische Versorgung von Patienten mit neurologischen Krankheitsbildern auch kurzfristig verfügbar. Dank unserer Funktion als Portaleinrichtung der Klinik für Neurologie und Neurologie Freiburg ist bei komplexen Fällen auch eine unkomplizierte Weiterversorgung im Neurozentrum der Uniklinik Freiburg gewährleistet. Die unverzügliche Erreichbarkeit unseres neurologischen Konsiliarius bzw.