Myasthenia Gravis: Naturheilkundliche Behandlungsansätze

Einführung

Myasthenia gravis ist eine seltene Autoimmunerkrankung, die durch Muskelschwäche und schnelle Ermüdung gekennzeichnet ist. Die Erkrankung entsteht durch eine Störung der Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln. Obwohl die Schulmedizin verschiedene Therapieansätze bietet, suchen viele Betroffene nach ergänzenden naturheilkundlichen Behandlungsmöglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die naturheilkundlichen Aspekte der Myasthenia gravis, einschliesslich der Rolle der Homöopathie, Ernährung und anderer potenziell unterstützender Massnahmen.

Was ist Myasthenia Gravis?

Myasthenia gravis (MG) ist eine chronische, neurologische Autoimmunerkrankung, bei der Autoantikörper die Reizübertragung vom Nerv auf den Muskel stören. Die häufigste Ursache sind Antikörper, die sich gegen Acetylcholinrezeptoren richten. Die Erkrankung ist durch belastungsabhängige Schwäche und Müdigkeit gekennzeichnet. Die Symptome können variieren und schubweise auftreten, wobei sich die Muskelschwäche nach Erholung meist rasch bessert, aber bei erneuter Belastung wiederkehren kann.

Formen von Myasthenia Gravis

Die Myasthenia gravis kann nach dem Zeitpunkt des Auftretens in zwei Formen unterteilt werden:

  • Early-onset Myasthenia gravis (EOMG): Tritt bereits im Kindes- oder Jugendalter auf. Betroffen sind vor allem Frauen unter 50 Jahren.
  • Late-onset Myasthenia gravis (LOMG): Entwickelt sich in der Regel erst ab dem 40. Lebensjahr. Betrifft vor allem Männer über 50 Jahren.

Zudem wird nach der Ausbreitung der Muskelschwäche unterschieden:

  • Okuläre Myasthenia gravis (OMG): Betrifft hauptsächlich die Augenmuskulatur.
  • Generalisierte Myasthenia gravis (gMG): Kann alle Muskeln angreifen.

Ursachen und Auslöser

Die genauen Ursachen von Myasthenia gravis sind noch nicht vollständig erforscht. Es wird angenommen, dass eine fehlgeleitete Reaktion des Immunsystems eine zentrale Rolle spielt. Dabei richten sich Autoantikörper gegen die Acetylcholinrezeptoren an der motorischen Endplatte, wodurch die Signalübertragung gestört wird.

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Verschiedene Faktoren können die Symptome der Myasthenia gravis verschlechtern oder eine myasthene Krise auslösen, darunter:

  • Infektionen
  • Bestimmte Medikamente (z.B. Beruhigungsmittel, Antidepressiva, Antibiotika)
  • Operationen
  • Stress
  • Schwangerschaft

Schulmedizinische Behandlung

Die schulmedizinische Behandlung der Myasthenia gravis zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:

  • Acetylcholinesterasehemmer: Medikamente, die den Abbau von Acetylcholin verlangsamen und so die Muskelkraft verbessern.
  • Immunsuppressiva: Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken und die Bildung von Autoantikörpern reduzieren.
  • Thymektomie: Operative Entfernung der Thymusdrüse, insbesondere bei Patienten mit Thymom oder generalisierter Myasthenie.
  • Plasmapherese und Immunglobuline: Verfahren zur Entfernung von Autoantikörpern aus dem Blut.

Naturheilkundliche Ansätze

Die Naturheilkunde bietet verschiedene Ansätze, die begleitend zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt werden können, um die Symptome der Myasthenia gravis zu lindern und das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern. Es ist wichtig zu betonen, dass naturheilkundliche Behandlungen die schulmedizinische Therapie nicht ersetzen, sondern ergänzen sollen.

Homöopathie

Die Homöopathie kann bei Myasthenia gravis eine wertvolle Unterstützung bieten. Homöopathische Mittel zielen darauf ab, das gestörte Immunsystem zu regulieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Die Wahl des geeigneten homöopathischen Mittels erfordert eine sorgfältige Anamnese und eine individuelle Anpassung an die Symptome des Patienten.

Einige homöopathische Kombinationspräparate, die bei Myasthenia gravis in Betracht gezogen werden können, sind:

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  • Coenzyme compositum
  • Galium comp.
  • Gelsemium-Homaccord
  • Glyoxal compositum
  • Phosphor-Injeel
  • Thyroidea compositum

Es ist ratsam, einen klassischen Homöopathen aufzusuchen, der über Erfahrung in der Behandlung von Autoimmunerkrankungen verfügt. Die Mittelwahl und Dosierung erfordern viel Fingerspitzengefühl, da eine falsche Anwendung zu einer Stimulierung des Immunsystems anstelle einer Dämpfung oder eines Ausgleichs führen kann.

Ernährung

Eine ausgewogene und entzündungshemmende Ernährung kann bei Myasthenia gravis eine positive Wirkung haben. Es gibt zwar keine spezifischen Ernährungsempfehlungen für Myasthenie, jedoch können bestimmte Ernährungsweisen dazu beitragen, die Symptome zu lindern und das Immunsystem zu unterstützen.

  • Entzündungshemmende Ernährung: Eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Ballaststoffen ist, kann Entzündungen im Körper reduzieren. Dazu gehören der Verzehr von fettem Fisch, Gemüse, Obst und Vollkornprodukten.
  • Darmgesundheit: Da ein Großteil des Immunsystems im Darm lokalisiert ist, spielt eine gesunde Darmflora eine wichtige Rolle. Probiotika können helfen, die Darmflora zu sanieren und das Leaky-Gut-Syndrom zu vermeiden.
  • Vermeidung von Übergewicht: Übergewicht kann die Belastung der Muskeln und Gelenke erhöhen und die Symptome der Myasthenia gravis verschlimmern. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können helfen, ein gesundes Gewicht zu halten.
  • Individuelle Unverträglichkeiten: Einige Patienten berichten, dass bestimmte Nahrungsmittel ihre Symptome verschlimmern. Es kann hilfreich sein, ein Ernährungstagebuch zu führen und auf individuelle Unverträglichkeiten zu achten.

Vitalstoffe

Ein Mangel an bestimmten Vitalstoffen kann das Immunsystem schwächen und die Entstehung von Autoimmunerkrankungen begünstigen. Es ist daher wichtig, auf eine ausreichende Versorgung mit den folgenden Vitalstoffen zu achten:

  • Vitamin D: Ein Vitamin-D-Mangel ist bei vielen Autoimmunerkrankungen häufig. Die Einnahme von Vitamin D kann dazu beitragen, die Symptome zu verbessern und die Antikörperwerte zu senken.
  • Selen: Ein Selenmangel kann die Entstehung von Autoimmunerkrankungen begünstigen. Die Einnahme von Selenomethionin kann die Entzündungswerte senken und die Lebensqualität verbessern.
  • Magnesium: Ein Magnesiummangel kann Entzündungsprozesse fördern und das Leaky-Gut-Syndrom begünstigen.
  • Omega-3-Fettsäuren: Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und können die Symptome von Autoimmunerkrankungen lindern.

Weitere Naturheilkundliche Massnahmen

Neben Homöopathie und Ernährung gibt es weitere naturheilkundliche Massnahmen, die bei Myasthenia gravis unterstützend eingesetzt werden können:

  • Bewegung und Sport: Regelmäßige Bewegung kann helfen, die Muskelkraft zu erhalten und die Ausdauer zu verbessern. Es ist wichtig, die Belastungsgrenze zu beachten und ausreichend Pausen einzulegen.
  • Stressmanagement: Stress kann die Symptome der Myasthenia gravis verschlimmern. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training können helfen, Stress abzubauen.
  • Entgiftung: Eine Belastung mit Schwermetallen oder anderen Giftstoffen kann das Immunsystem überfordern und Autoimmunprozesse begünstigen. Maßnahmen zur Entgiftung können helfen, das Immunsystem zu entlasten.

Sport bei Myasthenie

Regelmässige Bewegung und Sport sind bei Myasthenia gravis sinnvoll, um die Muskelkraft zu erhalten und die Ausdauer zu verbessern. Es ist jedoch wichtig, die Belastungsgrenze zu beachten und das Training an die individuellen Bedürfnisse anzupassen.

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  • Kraft-Ausdauer-Training: Diese Trainingsform zielt darauf ab, die Muskelkraft und die Ausdauer zu erhöhen, ohne die Muskeln zu überlasten.
  • Pausen: Ausreichend Pausen sind wichtig, um Erschöpfung zu vermeiden und den Trainingseffekt zu maximieren.
  • Abstimmung auf Pyridostigmin-Einnahme: Die Trainingsphasen sollten auf die Einnahme von Pyridostigmin abgestimmt werden, da das Medikament die Muskelkraft für einige Stunden verbessert.
  • Vermeidung von Risikosportarten: Sportarten, die bei Erschöpfung der Atemmuskulatur gefährlich sein können, sollten vermieden werden.

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