Die Universitätsklinik für Neurologie in Oldenburg bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur. Als Teil des Evangelischen Krankenhauses Oldenburg und in enger Zusammenarbeit mit dem Pius-Hospital und dem Klinikum Oldenburg, gewährleistet sie eine umfassende und interdisziplinäre Patientenversorgung. Die Klinik ist zudem als Neuromuskuläres Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) zertifiziert.
Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg: Ein Überblick
Das Evangelische Krankenhaus Oldenburg befindet sich in zentraler Lage, unweit der Oldenburger Innenstadt und ist gut zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Besucher sind im Evangelischen Krankenhaus gerne gesehen. Das Krankenhaus entwickelt sich baulich stetig weiter und legt großen Wert auf bestens ausgebildete Fachkräfte als Basis für eine gute Patientenversorgung. Regelmäßig werden Veranstaltungen mit medizinischem Hintergrund angeboten, und jeden Donnerstagmittag findet ein Neurologisches Seminar mit wechselnden Themen statt.
Aufnahme und Aufenthalt
Für die Aufnahme von Patienten ist ein standardisiertes Anmeldeverfahren erforderlich. Im Haus steht eine umfangreich ausgestattete Bibliothek mit Lesestoff für jeden Geschmack zur Verfügung. Nach dem Aufenthalt werden die Patienten bei Bedarf in organisatorischen Fragen unterstützt. Das Krankenhaus freut sich über Rückmeldungen der Patienten zur Verbesserung der Versorgung.
Universitätsklinik für Neurologie: Leistungsspektrum
Die Universitätsklinik für Neurologie deckt das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen ab. Sie verfügt über 85 stationäre Betten, davon 14 auf einer Schlaganfalleinheit.
Diagnostik
Auf den neurologischen Stationen wird das gesamte diagnostische und therapeutische Repertoire der Neurologie eingesetzt. Dazu gehören:
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- Elektrophysiologische Untersuchungen: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, Ableitung der Hirnströme (EEG).
- Duplexsonographische Untersuchungen: Beurteilung der hirnversorgenden Gefäße.
- Bildgebung: Direkter Zugang zu CT-Diagnostik, CT-Angiographie, MRT, MR-Angiographie, konventionellem Röntgen und intraarterieller Subtraktionsangiographie (DSA) in Kooperation mit dem Institut für Radiologie/Neuroradiologie.
- Liquordiagnostik: Untersuchung des Nervenwassers, einschließlich zytologischer Untersuchung.
Die Klinik verfügt über eine Ausstattung aller neurosonologischen Diagnoseverfahren vor Ort und eine enge Anbindung an die Klinik für Innere Medizin (echokardiographische Auswertung, Langzeit-EKG-Auswertung).
Therapiemöglichkeiten
Es kommen alle medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapien zum Einsatz. Die Klinik legt großen Wert auf interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und Fachabteilungen des Pius-Hospitals. Im Kampf gegen den Krebs arbeitet die Klinik eng mit dem Klinikzentrum für Strahlentherapie, Hämatologie und Onkologie zusammen.
Spezialisierte Ambulanzen und Zentren
Die Universitätsklinik für Neurologie bietet verschiedene spezialisierte Ambulanzen an, um eine leitlinienorientierte Diagnostik und Therapie spezifischer Erkrankungen zu gewährleisten.
Hochschulambulanz für Bewegungsstörungen
Diese Ambulanz richtet sich an Patientinnen und Patienten mit Bewegungsstörungen, wie z.B. Parkinson-Syndrom oder Dystonien. Das Team besteht aus Prof. Dr. K. Witt, Dr. Kathrin Janitzky, Julia Neubauer und Dr. J. Die Sprechstunde findet im August Carrée, 2. OG statt.
Neuromuskuläre Hochschulambulanz
Diese Ambulanz ist spezialisiert auf Erkrankungen der Muskulatur und der neuromuskulären Übertragung, einschließlich Erkrankungen der neuromuskulären Endplatte (u.a. Myasthenie). Das Team besteht aus Dr. Claudia Maurer und Dr. Die Sprechstunde findet im August Carrée, 2. OG statt.
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Kopfschmerzambulanz
Die Kopfschmerzambulanz bietet spezialisierte Diagnostik und Therapie für Patientinnen und Patienten mit Kopfschmerzen. Für die Behandlung ist es hilfreich, wenn die Patienten ein Kopfschmerztagebuch führen, in dem Häufigkeit, Dauer, begleitende Symptome und eingenommene Medikamente notiert werden. Das Team besteht aus PD Dr. Die Sprechstunde findet im August Carrée, 2. OG statt.
Schlaganfall-Ambulanz
Diese Ambulanz bietet eine Zweitmeinung bei einem Schlaganfall seltener Ursache (z.B. Dissektion). Das Team besteht aus PD Dr. Thomas Liman und Dr. Die Sprechstunde findet im August Carrée, 2. OG statt.
Multiple Sklerose (MS)-Zentrum
Die Klinik ist ein anerkanntes MS-Zentrum der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Das Team für neuroimmunologische Erkrankungen führt die spezifische Diagnostik durch und bedient sich dem gesamten therapeutischen Repertoire der Immunmodulatoren. Das Für und Wider der einzelnen Therapien wird dabei mit dem Patienten genau besprochen.
Botulinumtoxin-Ambulanz
In dieser Ermächtigungsambulanz werden Patienten hauptsächlich in den zugelassenen neurologischen Indikationsbereichen (Blepharospasmus, Torticollis spasmodicus, Hemispasmus facialis, fokale Spastizität, chronische Sialorrhoe und Chronische Migräne) behandelt. Im Regelfall ist hierfür eine Überweisung durch einen Facharzt für Neurologie oder Augenheilkunde erforderlich.
Neuromuskuläres Zentrum Nordwest
Im Verbund mit weiteren Kliniken bildet die Universitätsklinik das Neuromuskuläre Zentrum Nordwest (Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke / DGM). In Oldenburg werden Patienten mit Symptomen einer neuromuskulären Erkrankung wie z.B. Schwäche, Muskelschwund, Gefühlsstörungen und Schmerzen im Bereich der Extremitäten mittels spezieller Untersuchungsverfahren untersucht.
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Schlaganfallversorgung
Der Schlaganfall ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die Universitätsklinik für Neurologie bietet eine umfassende Schlaganfallversorgung auf einer spezialisierten Schlaganfalleinheit (Stroke Unit) mit 14 Betten.
Akuttherapie
Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Es erfolgt eine sofortige Diagnostik und Akuttherapie, einschließlich der Lysetherapie, bei der in den ersten Stunden nach Symptombeginn eine verstopfte Ader wieder mittels eines Medikamentes eröffnet werden kann. Es erfolgt eine rasche Klärung der Schlaganfallursache, um eine gezielte Prophylaxe anzugehen.
Weiterführende Behandlung
Auf der Stroke Unit erfolgen das weitere Monitoring und die Behandlung von Patienten mit einer Schlaganfallsymptomatik mit oder ohne Lysetherapie. Neben der Akuttherapie, der Sekundärprophylaxe und dem Risikofaktormanagement nimmt auch die Frührehabilitation einen zentralen Platz ein.
Engagierte Mitarbeiter und modernste Technik
Um den hohen Aufwand einer überregional zertifizierten Schlaganfallstation zu gewährleisten, bedarf es einen hohen Personal- und auch apparativen Aufwandes. Jedes der 14 Betten hat eine aufwändige Monitoring-Einheit, die zentral überwacht wird.
Weitere Schwerpunkte
Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen
Die Klinik bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen, einschließlich der Alzheimer-Erkrankung und vaskulären Demenzen. Mittels modernster Technik und Untersuchungen des Nervenwassers wird zwischen den unterschiedlichen Demenzerkrankungen differenziert. Ferner wird die Frage beantwortet, ob ein vom Patienten selbst empfundener Abbau kognitiver Leistungen im Rahmen eines normalen Alterungsprozesses zu sehen ist oder ob sich hier eine beginnende Demenzerkrankung zeigt.
Epilepsiezentrum
Durch eine Störung in der Entladungsrate von Neuronen kann es zu einem epileptischen Anfall kommen. Mittels moderner Verfahren der EEG-Diagnostik und der kernspintomographischen Bilddiagnostik in Kooperation mit dem Institut für Radiologie/Neuroradiologie wird die Ursache für eine Epilepsie aufgespürt, um hieraus die richtige Behandlung abzuleiten.
Neurologische Frührehabilitation (NFR)
Die Neurologische Frühreha (NFR) ist eine integrierte, nahtlose und damit an die Akutbehandlung anschließende interdisziplinäre Krankenhausbehandlung. Dabei wechseln die Schwerpunkte der Behandlung, je nach den individuellen Erfordernissen und Ressourcen der Patienten.
Palliativstation
Die Palliativstation ist der Neurologischen Klinik angegliedert und begleitet Patienten mit fortgeschrittenen und unheilbaren Krankheiten, wie zum Beispiel bösartigen Tumoren, aber auch vielen Nicht-Tumorerkrankungen. Das multiprofessionelle Team besteht aus Ärzten, Pflegenden, dem Sozialdienst, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, psychologischen Mitarbeiterinnen und der Seelsorge.
Medizinisches Versorgungszentrum (MEVO)
Im MEVO werden alle Patientinnen und Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen versorgt - dazu gehören auch Infusionstherapien, z.B. bei Multipler Sklerose.
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