Hormonell bedingte Migräne nach Ausschabung – Was Sie wissen sollten

Zyklusstörungen sind Unregelmäßigkeiten im Menstruationszyklus, die sich auf Häufigkeit und Stärke der Blutung auswirken können. Sie treten oft nach der ersten Regelblutung und in den Wechseljahren auf. Es gibt verschiedene Arten von Zyklusstörungen, die in Störungen der Regelmäßigkeit, der Blutungsstärke und -dauer sowie in Zusatzblutungen unterteilt werden. Meist liegen ihnen ein veränderter Hormonhaushalt oder organische Ursachen zugrunde. Medikamentös bedingte Zyklusstörungen, wie die Einnahme der Anti-Baby-Pille, sind ebenfalls möglich.

Einige Frauen erleben nach einer Ausschabung eine Periode ohne hormonell bedingte Migräne. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Zyklusstörungen, Hormonen, Migräne und möglichen Behandlungen nach einer Ausschabung.

Zyklusstörungen: Ein Überblick

Zyklusstörungen umfassen verschiedene Anomalien des Menstruationszyklus. Dazu gehören:

  • Tempoanomalien: Störungen der Blutungshäufigkeit. Eine sekundäre Amenorrhö liegt vor, wenn die Blutung für 90 Tage oder länger ausbleibt (außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit). Eine primäre Amenorrhö bezeichnet das Ausbleiben der Menstruation bis zum 14. Lebensjahr (bei fehlender Pubertätsentwicklung) oder bis zum 16. Lebensjahr (bei bereits begonnener Pubertät). Oligomenorrhö ist eine seltene Menstruationsblutung, die nur alle 36 bis 90 Tage auftritt. Polymenorrhö bezeichnet häufige Menstruationsblutungen in einem Abstand von weniger als 25 Tagen.
  • Typusanomalien: Menstruationsblutungen mit verändertem Blutungsmuster. Hypermenorrhö ist eine sehr starke Blutung, oft mit Blutklumpen. Menorrhagie ist eine verlängerte Blutung von sieben bis zehn Tagen, oft mit erhöhter Blutungsstärke. Hypomenorrhö bezeichnet schwache Blutungen mit einer Dauer von wenigen Stunden bis zu zwei Tagen.
  • Azyklische Blutungen: Zwischen- oder Dauerblutungen außerhalb der normalen Zyklusintervalle. Vorblutungen (prämenstruelle Schmierblutungen) treten wenige Tage vor der eigentlichen Menstruation auf. Periovulatorische Blutungen treten um den Eisprung herum auf. Postmenstruelle Blutungen treten nach der Menstruation auf. Metrorrhagien sind Blutungen, die außerhalb des normalen Menstruationszyklus auftreten und oft sehr stark und lang andauernd sind.

Ursachen für Zyklusstörungen können hormonelle Störungen, organische Erkrankungen, Medikamente, psychische Belastungen, Essstörungen oder Leistungssport sein. Auch das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) kann Zyklusstörungen verursachen.

Symptome von Zyklusstörungen

Bei Zyklusstörungen können verschiedene Symptome auftreten, darunter Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Ein verkürzter Menstruationszyklus und sehr starke Blutungen können von Müdigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit begleitet sein. Übermäßig lange Blutungen können zu ausgeprägter Müdigkeit bis hin zur Bettlägerigkeit führen.

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Behandlung von Zyklusstörungen

Die Behandlung von Zyklusstörungen ist individuell und hängt von der Ursache, der Lebensphase, der Dringlichkeit der Situation, einem bestehenden Kinderwunsch und anderen Faktoren ab. Im Vordergrund steht immer die Behandlung der Ursache.

Bei sehr starken Blutungen, die durch ein Myom verursacht werden, kann eine Entfernung des Myoms oder der gesamten Gebärmutter (Hysterektomie) nach Abschluss der Familienplanung sinnvoll sein. Hormonelle Präparate können einen regelmäßigen Zyklus fördern und eine unkontrollierte Zellteilung der Gebärmutterschleimhaut verhindern, wodurch das Risiko für Gebärmutterkrebs bei PCOS-Patientinnen gesenkt wird. Bei PCOS-Patientinnen mit erhöhten Blutzuckerwerten kann Metformin unterstützend eingesetzt werden. Körperliche Aktivität und eine kohlenhydratarme Ernährung sind ebenfalls wichtig.

Bei sehr starken Blutungen, die mit Kreislaufschwäche und Blutarmut einhergehen, kann eine Ausschabung der Gebärmutter erforderlich sein. Bei starken Blutungen und stabilem Kreislauf kann eine medikamentöse Behandlung zur Minderung der Blutungen eingesetzt werden.

Bei Zyklusstörungen sollten betroffene Frauen sich zunächst an ihren Frauenarzt wenden. Bei hormonellen Ursachen kann eine Überweisung an einen Frauenarzt mit Schwerpunkt Endokrinologie sinnvoll sein. In vielen Kliniken gibt es spezialisierte Zentren für gynäkologische Endokrinologie, die besonders bei Kinderwunsch eine gute Anlaufstelle sind.

Migräne und hormonelle Einflüsse

Etwa 16 % aller Frauen im Alter von etwa 40 Jahren sind in Europa von Migräne betroffen. Bei etwa 60 % der Frauen mit Migräne handelt es sich um menstruationsbeeinflusste Anfälle, die meist im zweiten Lebensjahrzehnt beginnen und um das 40. Lebensjahr ihr Maximum erreichen. Die rein menstruelle Migräne gilt als die am schwersten zu therapierende Variante. Ursächlich scheint der natürliche prämenstruelle Abfall der Serum-Östrogen- und Serum-Gestagen-Spiegel zu sein. Initial hohe Östrogenspiegel sind vermutlich eine Voraussetzung für die Entstehung der Migräneattacken.

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Menstruelle Migräne

Starke Unterleibsschmerzen, Stimmungsschwankungen und Hautveränderungen sind typische Symptome während der Menstruation. Einige Frauen leiden zusätzlich unter Migräneattacken, die durch die veränderte Konzentration der Hormone im Zyklus ausgelöst werden. Auch die Einnahme der Pille oder die Wechseljahre können das hormonelle Gleichgewicht stören, während sich die Migräne in der Schwangerschaft oft verbessert.

Hormone sind Botenstoffe, die für die Kommunikation zwischen Organsystemen zuständig sind. Verantwortlich für die Kopfschmerzattacken während der Monatsblutung ist wahrscheinlich das Hormon Östrogen. Bis etwa zur Hälfte des Menstruationszyklus steigt der Östrogenspiegel kontinuierlich an, nimmt dann leicht ab und steigt ein paar Tage vor der Periode wieder an. Das plötzliche Absinken des Östrogenspiegels kann auch den Serotoninspiegel beeinflussen. Zudem schüttet der Körper während der Periode vermehrt Prostaglandin aus, einen Botenstoff, der für das Schmerzentstehen eine wichtige Rolle spielt.

Migräne in der Schwangerschaft und den Wechseljahren

Während einer Schwangerschaft ist der Spiegel des weiblichen Sexualhormons Östrogen konstant hoch, was bei etwa 80 Prozent der Migränepatientinnen zu einer vorübergehenden Besserung des Migräneleidens führt. Bei Patientinnen, die an Migräne mit Aura leiden, können die Attacken hingegen zunehmen.

Mit zunehmendem Alter bleibt öfter ein Eisprung aus, und die Produktion von Östrogen und anderen weiblichen Geschlechtshormonen in den Eierstöcken sinkt. Bis hin zur Menopause treten jedoch häufig Zyklusstörungen auf. Ein starker Abfall der Östrogenkonzentration innerhalb weniger Tage kann neben den bekannten Symptomen der Wechseljahre wie Hitzewallungen auch eine hormonelle Migräne mit sich bringen.

Therapieansätze bei hormonell bedingter Migräne

Akuttherapie: Nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac in Kombination mit einem Antiemetikum können bei leichter bis mittelschwerer Migräne helfen. In der nächsten Stufe können Triptan-Präparate eingesetzt werden.

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Kurzzeit-Prophylaxe: Naproxen oder ein Triptan können kurz vor und während der Periode eingenommen werden. Bei Sumatriptan-Einnahme kann die gleichzeitige Gabe von Naproxen die Rate von Wiederkehr-Kopfschmerzen senken.

Hormonelle Kontrazeptiva: Die protektive Effizienz von oralen Kontrazeptiva ist individuell auszutesten. Grundsätzlich ist die geringst mögliche Estradiol-Dosis anzustreben. Eine Kombinations-Mikropille als Langzeiteinnahme ohne jede Pillenpause kann bei einigen Migränevarianten zur Option der Wahl werden.

Nicht-medikamentöse Migräneprophylaxe: Frauen, denen die Wechseljahre bevorstehen, sollten bereits über eine nicht-medikamentöse Migräneprophylaxe nachdenken.

Es gibt Spekulationen, dass die Antibabypille eine Ursache für Migräne darstellt. Da verschiedene Antibabypillen unterschiedlichen Einfluss auf die Hormonschwankungen nehmen, sollte die Migräne mit dem Frauenarzt besprochen werden. Treten die ersten Symptome beispielsweise erstmals nach der Einnahme der Pille auf, ist es ratsam, diese wieder abzusetzen.

Weitere Faktoren bei Migräne

Kopfschmerzen in den Wechseljahren, insbesondere Migräne, können durch Schwankungen im Östrogenspiegel ausgelöst werden. Ein plötzlicher Abfall des Östrogenspiegels, wie er typischerweise vor der Menstruation und während der Perimenopause auftritt, kann zu einer erhöhten Anfälligkeit für Kopfschmerzen führen.

Magnesium, Vitamin B2 (Riboflavin) und Coenzym Q10 können bei der Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen hilfreich sein. Bestimmte Heilpflanzen und Kräuter wie Pfefferminzöl, Ingwer und Weidenrinde können ebenfalls unterstützend wirken.

Forscher der Charité in Berlin haben herausgefunden, dass Migräne-Patientinnen größere Mengen des Entzündungsbotenstoffs CGRP im Gehirn ausschütten, wenn der Östrogenspiegel zu Beginn der Periode sinkt, als migränefreie Probandinnen.

Ausschabung und ihre Auswirkungen auf den Zyklus

Eine Ausschabung (Kürettage) ist ein operativer Eingriff, bei dem die Gebärmutterschleimhaut entfernt wird. Dieser Eingriff kann aus verschiedenen Gründen erforderlich sein, beispielsweise nach einer Fehlgeburt, bei starken Blutungen oder zur Abklärung von Gewebeveränderungen.

Blutungen nach Ausschabung

Eine leichte Blutung nach einer Ausschabung kann durchaus 7-10 Tage anhalten. Eine Gestagen-/Progesterontherapie kann abhängig vom Ergebnis der feingeweblichen Untersuchung sinnvoll sein, um ein weiteres Gebärmutterschleimhautwachstum zu hemmen.

Zyklus nach Ausschabung

Die Berechnung des nächsten Zyklus geht nicht vom Tag der Ausschabung aus. Der Zyklus hängt von der Eizellreifung, also dem Zeitpunkt des Eisprungs ab. Daran ändert sich auch dann nichts, wenn zwischenzeitlich eine Ausschabung gemacht wurde. Der Tag der Ausschabung ist also meist nicht der erste Zyklustag.

Mögliche Komplikationen nach Ausschabung

Eine Blasenentzündung kann nach einem solchen Eingriff durch aufsteigende Erreger entstehen. Es ist ratsam, viel zu trinken und den Urin untersuchen zu lassen. Nach 1,5 Wochen besteht in der Regel kein erhöhtes Infektionsrisiko mehr beim Einführen von Milchsäurezäpfchen. Vollbäder sollten jedoch vermieden werden.

Harnwegsinfekte und ihre Behandlung

Harnwegsinfekte betreffen häufig Frauen. Die geringe Distanz von Vagina und Anus erleichtert die Besiedlung der Harnröhre mit Keimen.

Behandlung von Harnwegsinfekten

Bei unkomplizierten Harnwegsinfekten findet sich Escherichia coli in drei Viertel aller Fälle als häufigster Erreger. Wichtig bezüglich der Analyse des Urins: die Probengewinnung sollte möglichst > 4 Stunden nach dem letzten Wasserlassen erfolgen.

Ibuprofen oder Diclofenac können zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Canephron N Tropfen (pflanzliches Präparat) können unterstützend wirken. In vielen Fällen ist eine antibiotische Behandlung einsparbar.

Fosfomycin und Nitrofurantoin sind Erstlinientherapeutika bei Frauen mit unkomplizierten Harnwegsinfekten. Auch Nitrofurantoin ist ein Erstlinientherapeutikum bei Frauen mit unkomplizierten Harnwegsinfekten. Nitroxolin ist zugelassen für die Behandlung der akuten und chronischen Infektion der ableitenden Harnwege sowie zur Rezidivprophylaxe. Pivmecillinam ist ein Penicillin.

Vesikoureterorenaler Reflux (Rückfluss von Urin aus der Blase über die Harnleiter in die Nieren) kann ein Risikofaktor sein.

Eine Prophylaxe bei rezidivierenden Harnwegsinfekten ist off-label möglich. Vaginale Östrogensubstitution über 4 Wochen kann helfen. Uro-Vaxom enthält E.coli-Fraktionen und dient als Immuntherapeutikum für Frauen mit rezidivierenden Harnwegsinfekten.

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