Die Spinalkanalstenose, eine Verengung des Wirbelkanals, betrifft viele Menschen, insbesondere ältere, aber auch jüngere sind zunehmend betroffen. Sie kann erhebliche Beschwerden verursachen und die Lebensqualität stark einschränken. Oftmals ist eine Operation notwendig, um den Spinalkanal zu erweitern und den Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln zu verringern. Dieser Artikel beleuchtet die Arbeitsunfähigkeit (AU) nach einer solchen Operation, den Heilungsprozess und gibt wichtige Hinweise für Betroffene.
Was ist eine Spinalkanalstenose?
Vereinfacht ausgedrückt, wird bei einer Wirbelkanalstenose der Spinalkanal, der durch die Wirbelsäule verläuft und in dem sich das Rückenmark befindet, immer enger. Durch den altersbedingten Verschleiß werden die Bandscheiben flacher und rissiger. Der Körper bildet sogenannte Knochensporne, die in den Wirbelkanal hineinragen und diesen immer weiter verengen. Am häufigsten findet man diese Spinalkanalverengung in der Lendenwirbelsäule.
Symptome der Spinalkanalstenose
Die Symptome einer spinalen Stenose sind der der Schaufensterkrankheit nicht ganz unähnlich. Jeder Schritt, den der Betroffene tut, ist schmerzhaft, selbst das längere Stehen kann äußerst unangenehm werden. Neben den Rückenschmerzen können weitere Symptome wie Lähmungserscheinungen oder ein Taubheitsgefühl eintreten. Aufgrund der Beschwerden sind auch bestimmte Tätigkeiten in Beruf und Alltag beeinträchtigt. Beugt der Patient den Rumpf oder setzt sich hin, werden die Beschwerden besser. Paradoxerweise kann ein Patient, der unter einer Wirbelkanalstenose leidet, oft mehrere Kilometer Fahrrad fahren, ohne dass Beschwerden auftreten. Das schmerzfreie Gehen ist aber oft noch nicht einmal über eine Strecke von 100 Metern möglich.
Konservative Therapie vs. Operation
Zunächst wird eine konservative Behandlung mit Krankengymnastik und Schmerzmitteln versucht. Wenn beides nicht mehr hilft oder Lähmungserscheinungen auftreten, dann ist eine Operation notwendig.
Konservative Therapie
Um der Verengung des Wirbelkanals mit einer konservativen Therapie entgegenzuwirken, kommt es auf das Stadium, den Patienten und sein Umfeld an. Krankengymnastik und Schmerzmittel sind die Mittel der Wahl bei der Behandlung einer Spinalkanalstenose. Auch andere Behandlungen wie Wärmetherapie können hilfreich sein. Bei der spinalen Stenose kann das Gehen äußerst schmerzhaft sein. Sitzen wiederum stellt für die meisten Patienten kein Problem dar. Arbeitet der Betroffene also hauptsächlich im Sitzen, sollte er gemeinsam mit seinem behandelnden Arzt entscheiden, ob eine Krankschreibung notwendig ist. Muss sich der Patient an seinem Arbeitsplatz hingegen häufig bewegen und ist er stärkerer körperlicher Belastung ausgesetzt, kann eine Bescheinigung zur Arbeitsunfähigkeit (AU) angeraten sein. Wichtig ist, dass der Patient den Ratschlägen des Arztes Folge leistet und zum Beispiel regelmäßig seine Krankengymnastik besucht und sich schont. Eine Regel gilt für alle Therapien: Sobald eine Bewegung schmerzt, zeigt der Körper an, dass diese besser nicht wiederholt werden sollte. Hier gilt das Prinzip: „Man sollte aufhören, wenn es weh tut“. Ist die Krankheit bereits weit fortgeschritten, kann es sein, dass der Betroffene ein Korsett tragen oder einen Rollator benutzen muss. Eine Wirbelkanalstenose ist im Prinzip nicht heilbar. Der Krankheitsverlauf und die Heilungsdauer können ganz unterschiedlich sein. Bei fortgeschrittenem Stadium hilft meist nur eine Operation. Mit einer konservativen Therapie bei weniger schweren Fällen kann die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessert werden. Eine Heilung ist damit nicht komplett möglich, aber der Alltag kann meist schmerzfrei bewältigt werden.
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Der operative Eingriff
Ist die spinale Stenose schon sehr ausgeprägt, ist eine Operation meist unumgänglich, bei der - vereinfacht ausgedrückt - der Wirbelkanal wieder erweitert wird. Die mikrochirurgische Dekompression ist eine gängige Methode, bei der unter Zuhilfenahme eines Operationsmikroskops störendes Gewebe entfernt wird, um den Druck von den Nerven zu nehmen.
Mikrochirurgische Dekompression
Mithilfe eines speziellen Operationsmikroskops kann der Wirbelsäulenchirurg störendes Gewebe im Spinalkanal genau identifizieren und mit feinsten Instrumenten entfernen. Eine mikrochirurgische Dekompression kommt in Frage, wenn es im knöchernen Wirbelkanal eng wird und darin verlaufende Nervenwurzeln oder Nervenbahnen unter Druck geraten sind (Radikulopathie). Mögliche Folgen dieser Kompression sind z. B. Schmerzen in den Beinen, die sich beim Gehen verstärken, oder Empfindungsstörungen wie Taubheitsgefühle und Kribbeln in den Füßen. Die Beschwerden können akut auftreten (wie z. B. beim Bandscheibenvorfall) oder sich wie bei einer Spinalkanalstenose schleichend entwickeln. Bei einer mikrochirurgischen Dekompression wird durch Entfernung von störendem Gewebe Druck von den komprimierten, d.h. eingeengten Nerven oder Nervenwurzeln genommen.
Ablauf der Operation
Bei der minimalinvasiven mikrochirurgischen Dekompression an der Wirbelsäule befindet sich der auf dem Bauch liegende Patient in Vollnarkose. Je nach Befund wird das störende Gewebe, z. B. die Gallertmasse beim Bandscheibenvorfall, unter Sicht entfernt. Die Dauer der Operation variiert individuell. Das Erweitern einer Spinalkanalstenose oder Entfernung eines Bandscheibenvorfalles benötigt pro Segment etwa 30 Minuten. Nach dem Eingriff kommt der Patient für einige Stunden in den Aufwachraum, wo er durch geschultes Personal und mithilfe von Monitoren überwacht wird. Damit sich durch das Liegen keine Thrombose entwickelt, bekommt der Patient eine Thromboseprophylaxe in Form von täglichen, subkutan Heparinspritzen. Nach einer mikrochirurgischen Bandscheibenoperation verbleibt der Patient etwa 2-3 Tage auf der Normalstation, nach mikrochirurgischer Erweiterung einer Spinalkanalstenose ebenfalls. Währenddessen wird er nach einem speziell für ihn maßgeschneiderten Schema mobilisiert. Dem Aufenthalt in der Klinik schließt sich eine Rehabilitation an. Die erste Kontrolluntersuchung zur Wundinspektion findet nach einer Woche beim Wirbelsäulenchirurgen oder beim Hausarzt statt. Sechs Wochen nach der Operation wird die Abschlusskontrolle beim Chirurgen durchgeführt. In dringenden Fällen (red flags) muss man sofort Kontakt mit dem behandelnden Arzt bzw. der Klinik aufnehmen.
Nach der Operation
Nach der Operation wachen Sie im Aufwachraum auf. Sie sollten in dieser Zeit auf dem Rücken liegen bleiben. Wenn Ihr Kreislauf sich stabilisiert hat, dürfen Sie mit einer Schwester/einem Pfleger aufstehen und zur Toilette gehen. Danach sollten Sie sich wieder in das Bett legen. Wie Sie rückengerecht aufstehen, zeigt Ihnen die zuständige Schwester/der zuständige Pfleger oder Ihr behandelnder Arzt am Tag nach der Operation. Dabei drehen Sie sich zur Seite, rutschen an die Bettkante und richten sich dann auf und setzen sich an die Bettkante. Am Tag nach der Operation sollten Sie wieder beginnen, sich möglichst normal zu bewegen. Sie sollten regelmäßig aufstehen und zunächst kurze Strecken gehen. Diese Strecken sollten immer länger werden. Gelegentlich ist es hilfreich, in den ersten Tagen nach der Operation einen Gehwagen (Rollator) zu benutzen. Wenn die Bandscheibe mit operiert wurde, sollten Sie eine Woche lang nicht sitzen. Damit soll vermieden werden, dass durch zu langes Sitzen Schmerzen provoziert werden. Natürlich gilt für die Toilette eine Ausnahme! In den Tagen nach der Operation erhalten Sie im Krankenhaus bereits Krankengymnastik.
Dauer der Arbeitsunfähigkeit
Über die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit entscheiden Sie zusammen mit ihrem behandelnden Arzt. Üblicherweise ist eine Arbeitsunfähigkeit von 4 bis 6 Wochen erforderlich. Wichtig: Teilen Sie uns bitte breits am Anfang des stationären Aufenthaltes mit, ob Sie eine Krankmeldung benötigen oder nicht. Eine pauschale Aussage zur Dauer der Arbeitsunfähigkeit und zum Heilungsprozess zu treffen, ist kaum möglich. Hier kommt es darauf an, welche Behandlung durchgeführt wird, wie gut die Therapie anspricht, welche Tätigkeit der Betroffene ausübt und wie die allgemeine Konstitution des Patienten ist. Die AU (Arbeitsunfähigkeit) kann sich also durchaus von wenigen Tagen bis über mehrere Monate erstrecken.
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Faktoren, die die Dauer beeinflussen
Die Dauer der Krankschreibung hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören das Ausmaß des Eingriffs, der Heilungsprozess und nicht zuletzt die Art der beruflichen Tätigkeit des Betroffenen. So wird zum Beispiel jemand, der am Schreibtisch sitzt, schneller wieder arbeiten können als jemand, der auf dem Bau arbeitet. Durchschnittlich wird man zwischen vier Wochen und drei Monate krankgeschrieben. Wie lange die Arbeitsunfähigkeit besteht, entscheiden sowohl der behandelnde Arzt als auch ein Stück weit der Patient.
Berufliche Tätigkeit
Die Arbeitsunfähigkeit richtet sich nach dem ausgeübten Beruf. So wird zum Beispiel jemand, der am Schreibtisch sitzt, schneller wieder arbeiten können als jemand, der auf dem Bau arbeitet.
Individuelle Unterschiede
Wie lang die wundbedingten Schmerzen nach der Spinalkanalstenose-OP anhalten, ist individuell unterschiedlich. Außerdem kann es sein, dass auch nach der Spinalkanalstenose-OP immer noch ein Taubheitsgefühl vorhanden ist. Insgesamt berichten viele Patienten von einer länger möglichen Gehstrecke und einer erhöhten Lebensqualität.
Rehabilitation und Physiotherapie
In den Tagen nach der Operation erhalten Sie im Krankenhaus bereits Krankengymnastik.
Ambulante und stationäre Reha
Ambulante Rehabilitation (Reha): Sie wohnen zu Hause und gehen oder werden jeden Werktag in ein ortsnahes Reha-Zentrum gebracht. Dort wird ein umfangreiches Rehabilitationsprogramm durchgeführt. Am Abend gehen sie wieder nach Hause oder werden dorthin gebracht. Stationäre Rehabilitation: Sie werden in einem Rehabilitations-Krankenhaus für ca. 3 bis 4 Wochen stationär aufgenommen. Das Rehabilitationsprogramm wird im Rahmen dieses stationären Aufenthaltes durchgeführt.
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Krankengymnastik
Sie gehen zur ambulanten Krankengymnastik. Dazu erhalten Sie bei der Entlassung eine Verordnung über 6 Einheiten Krankengymnastik, die Sie in der Nähe Ihres Wohnortes 2x pro Woche durchführen. Nach der Rehabilitationsbehandlung oder der ambulanten Krankengymnastik ist eine Abschlussuntersuchung bei Ihrem behandelnden Arzt vorgesehen. Die Physiotherapeutische Behandlung sollte 2x pro Woche stattfinden.
Mobilisation und Bewegung
Schon am Abend nach der Operation darf man kurz aufstehen und sich kurz bewegen. Auch an den Tagen nach der Operation sollte man regelmäßig aufstehen und kurze Strecken gehen. Gehen ist die beste Schmerzmedizin und ein gutes Training. Deswegen empfehlen wir Ihnen mehrmals über den Tag verteilt zu gehen. Die Dauer hängt von Ihrem Empfinden und den Beschwerden ab. Das Treppensteigen soll erst am 2. Tag nach der Operation erfolgen.
Sportliche Aktivitäten
Zwei Wochen nach dem Eingriff darf man wieder Fahrrad fahren. Mit Joggen, Reiten oder Schwimmen sollte man erst nach drei bis vier Wochen wieder anfangen. Dynamische Sportarten wie Fußball können erst nach drei Monaten wieder ausgeübt werden. Wichtig ist dabei, dass keine Beschwerden vorliegen. Sport mit Drehbewegungen der Wirbelsäule (Tennis, Golf, etc.) sowie Kontaktsportarten (Fußball, Handball, etc.) sollten Sie erst frühestens 3 Monaten nach der OP wieder aufnehmen.
Was man vermeiden sollte
In den ersten Wochen sollten Sie schweres Heben (< 5 kg), ruckartige Bewegungen, Sitzen über längere Zeit und das Autofahren vermeiden. Sportarten mit Stoßbelastung (z. B. Joggen) sind für rund 8 Wochen tabu. Selbst ein Auto zu lenken ist für etwa vier Wochen tabu. Dabei hat das letzte Wort der behandelnde Arzt.
Tipps für den Alltag nach der Operation
Wer im Sitzen arbeitet, muss auf eine rückengerechte Körperhaltung achten. Ergonomische Stühle oder Stehpulte können sehr hilfreich sein.
Richtiges Verhalten nach der OP
Alles, was schmerzt, sollte unterlassen werden. Sofort erlaubt (je nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt in den ersten Wochen eventuell mit Bandage) sind Spazierengehen und Wandern. Nach vier bis sechs Wochen ist Nordic Walking erlaubt, nach acht Wochen darf man vorsichtig mit dem Joggen anfangen. Sechs Monate lang verboten sind Sportarten, bei denen die Wirbelsäule starken Erschütterungen oder Drehungen ausgesetzt ist. Dazu gehören z. B.
Hygiene
Solange die Wunde noch nicht verheilt und das Klebpflaster nicht entfernt ist, ist vorsichtiges Duschen nur mit einem Duschpflaster erlaubt. Nach Entfernung der Fäden darf wieder normal geduscht werden. Duschen ist erst nach 48 Stunden nach der OP wieder gestattet. Bitte geben Sie hierzu dem Pflegepersonal Bescheid, da nach dem Duschen der Verband gewechselt werden muss.
Liegeposition
Keine Bauchlage, nur Rücken- und Seitenlage: im Liegen ist es wichtig, dass die gesamte Wirbelsäule die natürliche Form behält; Kopf und Nacken deswegen ggf. Kopfteil max. 30° erhöht.
Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule (HWS)
Ein schmerzender Nacken, Taubheitsgefühle in den Armen und Schwierigkeiten beim Gehen - diese Symptome können durch eine Nervenkompression aufgrund einer Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule (HWS) verursacht werden. Eine zervikale Spinalkanalstenose HWS, auch Spinalstenose oder Stenose HWS genannt, zählt zu den Erkrankungen der Wirbelsäule. Die Spinalstenose ist eine Verengung des Wirbelkanals. Diese Einengung ist nicht gleichmäßig über den Wirbelkanal verteilt, sondern konzentriert sich in bestimmten, stark belasteten Bereichen der Wirbelsäule, insbesondere im Bereich der Wirbelgelenke. Tritt die Spinalstenose im Bereich der Halswirbelsäule auf, spricht man von einer Spinalkanalstenose der HWS. Bei der Stenose im Bereich der HWS versteht man eine Verengung des Spinalkanals im Bereich der Halswirbelsäule. Normalerweise ist der Spinalkanal so angelegt, dass er dem Rückenmark und den Nervenwurzeln ausreichend Platz bietet, bei einer Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule ist dieser Platz jedoch eingeschränkt. Es kommt zu einer Kompression des Rückenmarks. Durch die Kompression kommt es zu Druck auf die Nerven, die dadurch nicht mehr genügend Platz haben. Die Spinalkanalstenose entsteht in der Halswirbelsäule vor allem durch degenerative Veränderungen und Alterungsprozesse. Sie wird dabei von verschleißbedingten Veränderungen der Bandscheiben, Gelenke und Bänder verursacht.
Symptome der HWS-Stenose
Die zervikale Stenose HWS-Symptome können je nach Patienten und Patientinnen sehr unterschiedlich ausfallen. Die Verengung im Bereich der HWS verursacht Schmerzen und Beschwerden im Bereich der Arme, des Gesichts, der Schultern und der Hände. Die Schmerzen in Armen und Nacken sind meist belastungsabhängig und klingen durch eine Entlastung der betroffenen Region ab.
Ursachen der HWS-Stenose
Die Verengung des Spinalkanals kann bei Betroffenen verschiedene Ursachen haben. Knochenanbauten der Wirbelkörper: Die Verdickung der Knochen führt zu einer Verengung des Wirbelkanals und zu Druck auf die Nerven. Bandscheiben-Vorfall: Eine der häufigsten Ursachen im zunehmenden Alter ist ein Bandscheiben-Vorfall, bei dem Material aus dem inneren Kern der Bandscheibe austritt und in den Wirbelkanal drückt. Instabilität der Bandscheiben: Instabile Bandscheiben können auch schon bei jüngeren Patienten und Patientinnen auftreten. Vorwölbung der Bandscheiben: Bei der Vorwölbung als Vorstufe des Bandscheiben-Vorfalls drückt der innere Kern der Bandscheibe gegen den äußeren Faserring. Das führt dazu, dass die Bandscheibe über die normale Position hinausragt. Die Spinalkanalstenose HWS kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Bei der angeborenen Form handelt es sich um eine genetisch bedingte Verengung des Spinalkanals, die bereits bei der Geburt vorhanden ist. Die erworbene Spinalkanalstenose entwickelt sich hingegen im Laufe des Lebens, meist aufgrund von degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule.
Diagnose der HWS-Stenose
Um die Spinalstenose von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden abzugrenzen, werden die Patienten und Patientinnen zunächst neurologisch-orthopädisch untersucht und verschiedene diagnostische Verfahren angewendet. Es wird eine ausführliche Anamnese erhoben. Bei der orthopädischen Untersuchung erfolgt eine sorgfältige Untersuchung des Körpers, bei der Körperhaltung und die Ausrichtung der Wirbelsäule analysiert werden. Außerdem wird nach Druck- und Bewegungsschmerzpunkten entlang der Wirbelsäule gesucht und die Beweglichkeit der Wirbelsäule getestet. Durch bildgebende Verfahren zur Darstellung der Spinalkanalstenose HWS (MRT) stellt das Rückenmark und die Nervenwurzeln präzise dar. Röntgenbild: Ein Röntgenbild der Halswirbelsäule kann erste Hinweise auf knöcherne Veränderungen und Verengungen des Spinalkanals geben. MRT (Magnetresonanztomographie): Das MRT ist das bevorzugte bildgebende Verfahren zur Diagnose einer Spinalkanalstenose HWS.
Behandlung der HWS-Stenose
Der erste Gang führt die meisten Betroffenen zum Hausarzt oder zur Hausärztin, um im Gespräch und im Rahmen einer klinischen Untersuchung eine Verdachtsdiagnose zu stellen. Ansprechpartner für die Diagnostik und Therapie der Spinalkanalstenose HWS sind vor allem Fachärzte und Fachärztinnen für Neurologie, Orthopädie oder Neurochirurgie. Die Dauer der Spinalkanalstenose-HWS-Krankschreibung hängt vom Schweregrad der Stenose und der Art der Behandlung ab. Über die Dauer der Arbeitsunfähigkeit entscheiden Patienten und Patientinnen gemeinsam mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin. Sitzende Tätigkeiten können in der Regel nach 4 bis 6 Wochen wieder ausgeübt werden. Wer körperlich schwer arbeitet, wird nach einer Spinalkanalstenose HWS in der Regel länger krankgeschrieben. Je nach Ausprägung und Schwere der Stenose HWS wird für Patienten und Patientinnen eine individuelle Therapie entwickelt. Sind die Beschwerden und Schmerzen noch nicht stark ausgeprägt, sind Verfahren wie konservative Therapie, Physiotherapie oder Muskelaufbautraining ausreichend. Ziel der Behandlung ist eine Dekompression des Spinalkanals. Ist die Spinalkanalstenose HWS noch nicht stark ausgeprägt, lässt sich die Erkrankung der Wirbelsäule gut durch konservative Verfahren behandeln. Die Schmerzen an der HWS kommen oftmals nicht nur durch die Einengung des Spinalkanals, sondern auch durch die verspannte Muskulatur am Wirbelkanal. Die konservative Therapie kann an der Einengung der Nerven jedoch nichts verändern. Sind die Schmerzen und Beschwerden äußerst stark oder die Spinalstenose an der Halswirbelsäule bereits sehr fortgeschritten, sind chirurgische Eingriffe ratsam. Das Ziel einer Operation ist die Erweiterung der Engstelle durch eine operative Dekompression der Wirbelsäule. Dekompression (Mikrolaminektomie): Durch die Dekompression erfolgt eine Erweiterung des vorderen oder hinteren Spinalkanals an der Halswirbelsäule. Die Art der Operation hängt von der individuellen Situation der Patienten und der Patientinnen ab. In der Regel erfolgt die Operation minimalinvasiv, also über kleine Hautschnitte.
Konservative Übungen bei HWS-Stenose
Insgesamt sollten Betroffene, wenn erste Symptome einer Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule auftreten, einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen und eine erste Diagnose einholen. Ist die Stenose HWS noch nicht fortgeschritten, lässt sich die Erkrankung der Wirbelsäule noch gut mit konservativen Verfahren behandeln. Die Entlastung der betroffenen Halswirbelsäule erfolgt durch eine haltungskorrigierende Bewegung (Dorsalschub). Durch eine ergänzende Drehbewegung (Rotation) nach beiden Seiten kann die Beweglichkeit gefördert werden. Durchführung: Nun wird der Kopf gerade nach vorne bewegt und dann weit nach hinten geschoben (Dorsalschub). Die Endposition wird kurz gehalten. Zur Unterstützung werden die Finger an das Kinn gelegt, um den Kopf gerade zu führen. Willst du die Übung etwas erweitern, dann eignet sich eine Rotation. Beim Dorsalschub dreht sich der Kopf langsam erst in die eine, dann in die andere Richtung (Rotation). Der klassische Nackenmuskel, der dazu neigt, zu verkürzen und zu verhärten, wird gedehnt, um Muskelentspannung zu fördern. Auf diese Weise können Verspannungen im Nackenbereich und die damit verbundenen Schmerzen beseitigt werden. Durchführung: Die rechte Hand greift hinter die Rückenlehne des Stuhls, die rechte Schulter bleibt nach hinten/unten gerichtet. Der Kopf wird zur linken Seite geneigt, das Kinn bewegt sich in Richtung der rechten Brust, bis die größte Dehnung auf der rechten Seite des Nackens spürbar ist. Um die Dehnung in der Diagonalen zu halten, wird die linke Hand auf die rechte Kopfseite gelegt.
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