Eine Hemiparese, oder Halbseitenlähmung, ist eine Schwächung einer Körperhälfte, die oft nach einem Unfall oder Schlaganfall auftritt. Sie ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung im zentralen Nervensystem, meist im Gehirn. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung und Rehabilitation der Hemiparese, um Betroffenen und ihren Angehörigen ein umfassendes Verständnis zu ermöglichen und Wege zur Verbesserung der Lebensqualität aufzuzeigen.
Was ist eine Hemiparese?
Die Hemiparese bezeichnet eine inkomplette Lähmung einer Körperhälfte. Sie tritt häufig nach einem Schlaganfall auf, kann aber auch andere Ursachen haben. Im Gegensatz dazu steht die Hemiplegie, bei der eine vollständige Lähmung einer Körperhälfte vorliegt. Die Hemiparese ist immer ein Symptom einer Grunderkrankung, wie z. B. eines Schlaganfalls oder einer Schädigung des Gehirns aufgrund anderer Ursachen.
Ursachen der Hemiparese
Die Schädigung einer Gehirnhälfte und somit die Grunderkrankung einer Hemiparese kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:
- Schlaganfall (Apoplex): Ein Schlaganfall ist eine der häufigsten Ursachen für eine Hemiparese oder sogar eine vollständige Hemiplegie. Er tritt auf, wenn die Blutversorgung des Gehirns plötzlich unterbrochen wird, wodurch Gehirnzellen in den betroffenen Arealen (meist in einer Gehirnhälfte) absterben. Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine plötzliche Störung der Durchblutung im Gehirn. Mediziner sprechen von einem Apoplex, einer Apoplexia cerebri oder einer Apoplexie. In der Umgangssprache ist häufig auch von einem Hirnschlag die Rede. Schlaganfälle zeichnen sich durch eine massive Fehlfunktion des Gehirns aus, die zu einer andauernden Unterversorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen führt. Aufgrund des Sauerstoffmangels kommt es dabei bereits nach zehn bis fünfzehn Minuten zu einem Absterben von Gehirngewebe. Ein Schlaganfall stellt eine massive Beeinträchtigung für den menschlichen Körper dar, die zu verschiedenen neurologischen Störungen und Ausfällen führt. Art und Intensität der Symptome variieren je nach körperlicher Verfassung des Patienten und dem Ort, an dem der Hirnschlag auftritt.
- Unfälle und Verletzungen: Verletzungen des Gehirns, beispielsweise durch Unfälle oder Misshandlungen, können ebenfalls zu einer Hemiparese führen.
- Multiple Sklerose (MS): Diese Autoimmunerkrankung führt dazu, dass das Immunsystem die Schutzschicht der Nervenfasern angreift.
- Hirntumore: Tumore im Gehirn können Druck auf bestimmte Bereiche ausüben und so eine Hemiparese verursachen.
- Infektionen: Hirn- und Hirnhautentzündungen können ebenfalls zu einer Schädigung des Gehirns und in der Folge zu einer Hemiparese führen.
- Angeborene Ursachen: Manche Hemiparesen treten bereits bei Neugeborenen oder in den ersten Lebensjahren auf. In diesen Fällen sind sie Folgen der Schädigung des Gehirns während der Schwangerschaft oder Geburt. Entzündungen oder Blutungen im Gehirn des ungeborenen Kindes laufen in vielen Fällen unbemerkt ab. Während bei der Geburt ebenfalls noch nichts auffällt, werden innerhalb der ersten Lebensmonate einseitige Bewegungsabläufe deutlich. Bei Neugeborenen, die beispielsweise während der Geburt nicht genügend mit Sauerstoff versorgt wurden, kann die Hemiparese manchmal noch korrigiert werden. Entdeckt wird sie durch Halbseitenstörungen innerhalb der ersten Lebensmonate.
Symptome der Hemiparese
Die Symptome einer Hemiparese können vielfältig sein und hängen vom Schweregrad der Verletzung und dem betroffenen Gehirnareal ab. Für gewöhnlich sind von der Halbseitenlähmung Arm, Bein und Gesicht auf einer Körperseite betroffen. Oftmals kommt es zu Empfindungsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühlen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Verminderte Muskelkraft: Ein zentrales Merkmal der Hemiparese ist die verminderte Muskelkraft auf einer Körperseite.
- Spastik: Bei vielen Betroffenen einer Halbseitenlähmung entwickelt sich im Laufe der Zeit eine Spastik. Es handelt sich also um eine krankhafte Erhöhung der Muskelspannung bzw. Muskelaktivität. Dieses erhöhte Maß an Muskelaktivität führt zu dauerhaften Verhärtungen und Versteifungen, was mit einer eingeschränkten Beweglichkeit einhergeht.
- Sensibilitätsstörungen: Neben den motorischen Einschränkungen sind viele Patient*innen von Sensibilitätsstörungen auf der entsprechenden Körperhälfte betroffen.
- Koordinations- und Gleichgewichtsstörungen: Viele Betroffene haben Schwierigkeiten, gezielte Bewegungen zu kontrollieren oder ihr Gleichgewicht zu halten.
- Fazialisparese: Falls die Hemiparese durch eine Schädigung der Hirnhälfte entstanden ist, die das Gesicht mitsteuert, kann es zu einer Fazialisparese kommen. Dabei erschlaffen die Gesichtszüge und die Sprachfähigkeit kann beeinträchtigt werden. Dies kann sich zum Beispiel äußern, indem der Mundwinkel auf der betroffenen Seite herab hängt, was das Sprechen oder Essen beeinträchtigen kann. Im Gesicht funktioniert das Lächeln nicht mehr, weil ein Mundwinkel unten bleibt (Fazialisparese).
- Sprachstörungen: Sollte das Sprachzentrum ebenfalls beeinträchtigt sein, zum Beispiel nach einem Schlaganfall sollte ein Logopäde besucht werden.
- Eingeschränkte Mobilität: Betroffene haben kaum Kontrolle über das Aufsetzen und Abrollen des Fußes, was Schwierigkeiten beim Gehen bereitet.
Schlaganfall-Betroffene können oft unmittelbar nach dem Ereignis eine Körperhälfte nicht mehr richtig spüren und/oder kontrollieren. Ein Arm kann nicht gehoben werden und das Bein bietet keinen stabilen Halt mehr. Viele Betroffene berichten auch von einem Kribbeln oder einem „pelzigen Gefühl“ in den Körperteilen.
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Dabei treten die Ausfallerscheinungen stets auf der Körperseite auf, für die die angeschlagene Gehirnseite zuständig ist. So bilden Ausfälle der linken Körperseite ein Indiz für einen Schlaganfall auf der rechten Hirnhälfte und umgekehrt. Einige Betroffene erleiden aufgrund des Schlaganfalls eine Lähmung aller vier Extremitäten (Tetraparese). Darüber hinaus gehören auch Sehstörungen zu den klassischen Symptomen eines Hirnschlags. Die betroffenen Patienten sehen Doppelbilder, haben ein verkleinertes Gesichtsfeld, klagen über ein verschwommenes Bild oder verlieren ihre Sehkraft gänzlich. Ferner gelten auch die folgenden Anzeichen als typische Symptome: allgemeines Schwächegefühl, Bewusstseinsstörungen, Empfindungsstörungen, Kopfschmerzen, starkes Schwindelgefühl und Sprachstörungen.
Diagnose der Hemiparese
Die Diagnose einer Hemiparese umfasst verschiedene Schritte:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Zunächst erhebt der Arzt oder die Ärztin die Krankengeschichte und fragt nach dem Auftreten der Symptome, möglichen Begleiterscheinungen wie Sprach- oder Sehproblemen sowie bestehenden Vorerkrankungen. Anschließend wird die Muskelkraft getestet, indem der oder die Patient*in Arm und Bein auf der betroffenen Seite anheben soll. Überprüfung von Muskelkraft, Beweglichkeit, Reflexe und Empfinden in den betroffenen Körperteilen.
- Neurologische Untersuchung: Der Facharzt prüft die Koordinationsfähigkeit, die Berührungsempfindung sowie das Seh-, Berührungs- und Sprachvermögen. Pro Muskel werden Grade vergeben. Grad 0: Keine Muskelaktivität.
- Bildgebende Verfahren: Zur Abklärung der Ursache kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz. Eine MRT zeigt mögliche Durchblutungsstörungen oder Entzündungen im Gehirn und wird häufig zur Schlaganfalldiagnose genutzt. Eine wirklich belastbare Diagnose ist nur mit Hilfe bildgebender Verfahren möglich. In der Regel veranlassen die behandelnden Ärzte deshalb sofort eine Computertomografie des Kopfes (sogenannte kraniale CT). Die durch dieses Verfahren gewonnenen Bilder des Schädelinnern geben Aufschluss darüber, ob ein Verschluss der Gefäße oder eine Hirnblutung den Schlaganfall ausgelöst hat. Die kraniale CT wird in der Regel durch eine Darstellung der Gefäße (CT-Angiografie) oder eine Messung der Durchblutung (CT-Perfusion) ergänzt. Anstelle einer kranialen CT kann auch eine Kernspin- oder Magnetresonanztomografie (MRT) angeordnet werden, da auch dieses Verfahren Erkenntnisse aus dem Schädelinnern liefert. Vereinzelt führen Ärzte auch eine separate Röntgenuntersuchung der Gefäße durch. Diese sogenannte Angiografie ist wichtig, um bestehende Missbildungen der Gefäße oder Gefäßlecks sichtbar zu machen.
- Elektrophysiologische Tests: Ergänzend können elektrophysiologische Untersuchungen die Nerven- und Muskelaktivität messen.
- Liquorpunktion: Bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung erfolgt eine Liquorpunktion.
- Herzuntersuchung: Darüber hinaus erfordert ein Schlaganfall eine umfassende Untersuchung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Herzens. Eine Elektrokardiografie (EKG) oder ein Langzeit-EKG zählen deshalb zu den üblichen diagnostischen Mitteln.
- Blutuntersuchungen: Ferner sind auch diverse Blutuntersuchungen wichtig, um den Verdacht auf einen Apoplex zu bestätigen bzw. näher abzuklären. Untersucht werden insbesondere das Blutbild, die Blutgerinnung, die Blutzuckerwerte, der Elektrolythaushalt sowie die Nierenwerte.
Behandlung der Hemiparese
Die Therapie einer Hemiparese zielt darauf ab, die Funktionalität der betroffenen Körperseite zu verbessern, die Lebensqualität zu steigern und die Selbstständigkeit der Patient*innen zu fördern. Alle Therapien sind vom Arzt verordnungsfähig.
- Akutbehandlung: Bei einer plötzlich auftretenden Hemiparese, beispielsweise durch einen Schlaganfall, ist eine schnelle medizinische Versorgung entscheidend. In diesem Fall versuchen Ärzt*innen, das blockierte Hirngefäß wieder freizulegen, um Folgeschäden zu minimieren. Behandlungsschritte müssen so schnell wie möglich eingeleitet werden, um das Ausmaß der Schäden gering zu halten. Im Rahmen der ärztlichen Akutbehandlung werden die Vitalfunktionen des Patienten kontrolliert und stabilisiert. Darüber hinaus werden auch die folgenden Parameter überwacht: Atmung, Blutdruck, Blutzucker, Herzfrequenz, Körpertemperatur, Hirn- und Nierenfunktion und der Wasser- und Elektrolythaushalt.
- Ischämischer Schlaganfall: Dies kann medikamentös durch Thrombolyse (Gerinnselauflösung) oder mechanisch durch eine Thrombektomie (Entfernung eines Blutgerinnsels) erfolgen. Ischämische Schlaganfälle werden durch die sogenannte Lyse-Therapie (Thrombolyse) behandelt. Diese ist darauf gerichtet, den Gefäßverschluss durch gerinnselauflösende Medikamente (Thrombolytika) zu beheben. Hierdurch sollen so viele Nervenzellen wie möglich gerettet werden. Die Medikamente werden in der Regel durch eine Infusion verabreicht wird. Neben der Lyse-Therapie kommt auch eine mechanische Beseitigung des Blutgerinnsels in Betracht. Im Rahmen einer Thrombektomie schieben Ärzte unter Röntgenkontrolle einen dünnen Katheter über eine Arterie in der Leiste bis zum Gerinnsel im Gehirn vor. Die Entfernung des Gerinnsels erfolgt sodann mit feinen Instrumenten. Heute entspricht es dem medizinischen Standard, Thrombektomie und Lyse-Therapie zu verbinden.
- Hämorrhagischer Schlaganfall: Hämorrhagische Schlaganfälle, die auf eine Hirnblutung zurückzuführen sind, werden weder durch Thrombektomie noch durch eine Lyse-Therapie behandelt. Bei kleineren Hirnblutungen reicht es aus, Aktivitäten zu vermeiden, die zu einem Druckanstieg im Kopf führen. Ausgedehnte Hirnblutungen bedürfen hingegen einer Operation. Bei dieser wird der Schädel des Patienten geöffnet, um den Bluterguss auszuräumen und die blutende Stelle zu verschließen.
- Rehabilitation: Sobald die akute Phase überstanden ist, beginnt die Rehabilitation, die darauf abzielt, verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen oder zu kompensieren. Die Behandlung wird stets an die individuellen Anforderungen des Patienten angepasst und orientiert sich an Ursache, Ausprägung und genauer Lokalisation der Nervenschädigung.
- Physiotherapie: Eine zentrale Rolle in der Paraparese-Behandlung spielt die Physiotherapie. Um den Umgang mit Lähmungen zu erlernen, kann Physiotherapie hilfreich sein. Mit einem individuell auf Ihre Beeinträchtigungen angepassten Rehabilitationsprogramm trainieren wir mit Ihnen Beweglichkeit, Gleichgewichtssinn und Koordination mit und ohne orthopädische Hilfsmittel wie Orthesen sowie Ihre Feinmotorik.
- Ergotherapie: Mithilfe von Ergotherapie können zudem Bewegungsabläufe trainiert werden, um alltägliche Aufgaben wie Waschen und Anziehen selbstständig zu bewältigen. Den motorischen Störungen kann eine Ergotherapie entgegenwirken.
- Logopädie: Sollte das Sprachzentrum ebenfalls beeinträchtigt sein, zum Beispiel nach einem Schlaganfall sollte ein Logopäde besucht werden. Ist auch Ihre Gesichtsmuskulatur betroffen, ist das Training der Lippen- und Zungenmuskulatur besonders wichtig, um Ihre Schluck- und Sprechfunktion zu verbessern. Sprachstörungen therapiert ein Logopäde.
- Psychotherapie: Eine psychotherapeutische Begleitung durch unsere Spezialisten kann sinnvoll sein, um Ängste oder Unsicherheiten abzubauen, Selbstvertrauen aufzubauen und Depressionen vorzubeugen oder zu behandeln.
- Medikamentöse Therapie: Um die Muskelspannung zu regulieren, können Medikamente eingesetzt werden. Bei einer spastischen Hemiparese helfen Muskelrelaxantien, um Verkrampfungen zu lösen und Bewegungen zu erleichtern. Wenn Sie unter Spasmen leiden, kann eine unterstützende Botulinumtoxin-Injektionstherapie für Sie infrage kommen, um die Muskulatur zu entspannen, spastische Schübe zu lindern und ergotherapeutische Maßnahmen zu erleichtern.
- Hilfsmittel: Viele Betroffene profitieren von Hilfsmitteln, die ihre Mobilität und Selbstständigkeit unterstützen. Hilfsmittel wie diese erhalten Sie im Sanitätsfachhandel.
- Orthesen: Orthesen können durch das Schienen von Armen und Beinen Gelenke stabilisieren. Beispielsweise kann man bei einer schlechten Unterarmfunktion eine myoelektrische Orthese nutzen. Diese kann auch in Kombination mit einer Oberarmschiene zur mechanischen Ellenbogenunterstützung genutzt werden. Durch die Unterarmschiene kann der Oberarm stabilisiert und das Ellenbogengelenk unterstützt werden. Bewegungsabläufe werden dadurch erleichtert. Moderne Handorthesen können bei Funktionseinschränkungen durch eine Plexusparese eine wichtige Rolle spielen. Handorthesen sind speziell entwickelte Hilfsmittel, die Menschen mit eingeschränkter Hand- und Armfunktion dabei unterstützen, alltägliche Bewegungen wieder auszuführen. Sie können Greif-, Halte- und Bewegungsfunktionen übernehmen und erleichtern, die aufgrund einer Plexusparese oder anderer neurologischer Erkrankungen beeinträchtigt sind.
- Rollstuhl: Ein individuell angepasster Rollstuhl kann die Funktion der Beine quasi ersetzen. Je nach persönlichen Wünschen und Anforderungen, gibt es verschiedene Rollstuhl-Modelle, zu denen Sie sich im Sanitätshaus beraten lassen können. Beim Beratungsgespräch werden die persönlichen Ziele herausgearbeitet, sowie der gewünschte Komfort und die Anforderungen des Umfelds. Wussten Sie, dass es ganz verschiedene Arten von Rollstühlen gibt? Neben dem leichten und wendigen Aktiv-Rollstuhl gibt es den Multifunktions-Rollstuhl mit besonders vielen Einstellungsmöglichkeiten.
- Scooter: Bei verletzungs- oder krankheitsbedingten Gehschwierigkeiten unterstützt Sie der Scooter im Alltag. Für Personen ab 15 Jahren ist er somit ein wertvolles Hilfsmittel! Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass Sie den das Elektromobil selber bedienen können. Neben einer gesteigerten Mobilität im Alltag ermöglicht der Scooter, oder auch Elektroscooter, eine aktive Teilnahme am Leben. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Scooter-Modelle, sowohl für den Indoor- als auch für den Outdoorbereich. Da sie zur Kategorie der Krankenfahrstühle gehören, dürfen Sie einen E-Scooter ohne Führerschein fahren.
- Treppenlift/Treppensteiger: Wenn Sie nur schwer Stufen überwinden können, weil Sie beispielsweise im Rollstuhl sitzen, kann ein Treppenlift oder Treppensteiger ein geeignetes Hilfsmittel sein. Ein Treppenlift ist mit einem vorhandenen Sitzteil fest an der Treppe installiert. Ein Steiger ist transportabel und kann somit auch an anderen Treppen genutzt werden, indem er an den Rollstuhl montiert wird. Einen Treppenlift können Sie selber steuern, während ein Treppensteiger von einer Begleitperson bedient werden muss.
- Operation: Manchmal können wir die Ursache Ihrer Halbseitenlähmung operativ behandeln, zum Beispiel einen Schlaganfall, eine Schädel-Hirn-Verletzung oder einen Tumor. Darüber hinaus können wir stark ausgeprägte Spastiken in bestimmten Fällen durch eine Operation lindern.
Rehabilitation nach Schlaganfall
Die Behandlung eines Schlaganfalls erfordert besondere Fachkenntnisse. Deshalb sollte sie im Idealfall in einer Spezialabteilung (einer sogenannten Stroke Unit) erfolgen. Im Zentrum der einzuleitenden neurologischen Rehabilitationsmaßnahmen steht stets die Rückkehr zum Alltag. Die Betroffenen sollen trotz der Folgen des Schlaganfalls in ein eigenständiges Leben zurückfinden. An allen Passauer Wolf Standorten unterstützen wir Patienten dabei im Rahmen einer neurologischen Rehabilitation. Dabei schöpfen wir aus einem breiten Spektrum an Therapien: Den motorischen Störungen kann eine Ergotherapie entgegenwirken. Um den Umgang mit Lähmungen zu erlernen, kann Physiotherapie hilfreich sein. Sprachstörungen therapiert ein Logopäde. Der Umgang mit Hilfsmitteln wird trainiert. Betroffene sollten sich darauf einstellen, dass Schlaganfälle stets eine langfristige Therapie erfordern. Die Zeit nach der Reha haben während des Aufenthalts im Passauer Wolf selbstverständlich im Blick.
Ganz entscheidend ist es, frühzeitig mit einer gezielten Rehabilitation zu beginnen. Die intensive Behandlung umfasst in der Akutphase die Überwachung lebenswichtiger Funktionen wie umfassendes Monitoring, die apparative Verlaufsdiagnostik und die intensive medikamentöse Therapie. Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten arbeiten während der Rehabilitation berufsübergreifend im Team, um bestmögliche Abläufe zu ermöglichen. Die pflegerische Betreuung - beispielsweise im Rahmen der neurologischen Frührehabilitation - reicht von der Intensivpflege und basaler Stimulation bis zur intensiven Reha-Pflege und beinhaltet auch das Wundmanagement. Therapeutisch schöpfen wir aus einem breiten Spektrum. Orientierend an den Fähigkeitseinschränkungen kombinieren wir die Behandlungen, darunter Physio- und Ergotherapie, Physikalische Therapien sowie die Neuropsychologie und Psychologie.
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Die Phasen der Schlaganfall-Reha
In der Neurologischen Rehabilitation gibt es ein so genanntes Phasenmodell. Die Rehabilitationsphase richtet sich nach dem individuellen Hilfebedarf des Patienten. Nimmt die Selbstständigkeit während der Behandlung nach einem Schlaganfall zu, kann es im Verlauf der Rehabilitation zu einem Wechsel in die nächste Phase kommen. Bei sehr schnellen Fortschritten können auch Phasen übersprungen werden. Im Passauer Wolf begleiten wir Patienten in folgenden Phasen:
- Phase B - Neurologische Frührehabilitation: In der Neurologischen Frührehabilitation wird eine intensive Behandlung und Rehabilitation mit ärztlichen und therapeutischen Schwerpunkten durchgeführt. Hinzu kommt die aktivierende und stimulierende Pflege. Die Neurologische Frührehabilitation bieten wir in Bad Griesbach und Nittenau an.
- Phase C - Weiterführende Rehabilitation: Während der weiterführenden Reha benötigen Betroffene in der Alltagsbewältigung nicht mehr so viel Hilfe wie in Phase B, sodass die (Teil-) Mobilisierung und Wiederherstellung der Selbstständigkeit im Vordergrund stehen. Die weiterführende Rehabilitation nach einem Schlaganfall bieten wir viermal in Bayern an: In Bad Griesbach, Nittenau, Bad Gögging und Ingolstadt
- Phase D - Anschlussheilbehandlung: Die Rehabilitationsziele richten sich nach den Maßgaben der Deutschen Rentenversicherung. Ziele sind die Minderung bestehender Behinderungen und Fehlhaltungen. Die rein medizinische Rehabilitation endet mit der Phase D. Die Anschlussheilbehandlung nach einem Schlaganfall bieten wir ebenfalls viermal in Bayern an: In Bad Griesbach, Nittenau, Bad Gögging und Ingolstadt.
Leben mit Hemiparese
Eine Halbseitenlähmung infolge einer Schädigung des Gehirns wird Hemiparese genannt. Dabei ist nur eine Gehirnhälfte betroffen, sodass auch nur eine (die jeweils gegenseitige) Körperhälfte gelähmt ist. Ursache für eine solche Hemiparese kann ein Schlaganfall sein, ein Unfall oder eine Verletzung. Für Patienten mit Halbseitenlähmung ist es wichtig, trotzdem im Alltag mobil zu sein und am aktiven Leben teilhaben zu können.
Unabhängig vom medizinischen Schweregrad stellt die Lähmung oft eine enorme emotionale Belastung dar. Wichtig ist, dass pflegende Personen viel Verständnis und Einfühlungsvermögen zeigen. Betroffenen fällt es oft schwer, mit der neuen Situation und daraus resultierenden Einschränkungen umzugehen. Gute Anlaufstellen bei allen Problemen und Fragestellungen rund um Paresen und ursächliche Erkrankungen sind Vereine und Interessensvertretungen.
Prognose
Die Prognose bei Hemiparese variiert je nach Ursache, Schweregrad und Zeitpunkt der Behandlung. Frühzeitige Rehabilitation und interdisziplinäre Betreuung kann die Funktionalität verbessern und Komplikationen vorbeugen. Je früher wir mit der Therapie beginnen können, desto besser stehen die Chancen, Ihre Lähmung zu lindern und den weiteren Verlauf positiv zu beeinflussen.
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