Nervenverletzung nach Wundkatheter: Ursachen, Behandlung und Prävention

Ein Wundkatheter kann nach Operationen oder Verletzungen eingesetzt werden, um Wundsekret abzuleiten und die Heilung zu fördern. Obwohl Wundkatheter in der Regel sicher sind, können in seltenen Fällen Nervenverletzungen auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Nervenverletzungen nach Wundkathetereinsatz und gibt Hinweise zur Prävention.

Einführung in die Wundheilung und Wundkatheter

Nach einer Verletzung oder Operation setzt der Körper einen komplexen Prozess in Gang, um die Wunde zu verschließen. Dieser Prozess, die Wundheilung, lässt sich in drei Phasen einteilen:

  • Reinigungsphase (Exsudationsphase): Der Körper stillt die Blutung und entfernt Keime, Bakterien und beschädigte Gewebezellen aus der Wunde.
  • Reparaturphase (Granulationsphase): Neue Blutgefäße und Bindegewebszellen wachsen in die Wunde, und die Wundränder ziehen sich zusammen.
  • Regenerationsphase (Reparative Phase): Das neu gebildete Gewebe stabilisiert sich und wird widerstandsfähiger.

Wundkatheter, auch Drainagen genannt, werden eingesetzt, um Wundsekret und Blut aus der Wunde abzuleiten. Dies kann helfen, Infektionen vorzubeugen, die Wundheilung zu beschleunigen und die Bildung von Hämatomen und Seromen zu verhindern. Ein Drainageschlauch kann im Zuge eines primären Verschlusses gelegt werden. Dieser leitet Wundsekret und Blut aus der Wunde und kann nach wenigen Tagen entfernt werden. Die Wunde wird anschließend komplett verschlossen.

Ursachen von Nervenverletzungen nach Wundkathetereinsatz

Nervenverletzungen nach Wundkathetereinsatz sind selten, können aber verschiedene Ursachen haben:

  • Direkte Verletzung des Nervs: Während der Insertion des Katheters kann der Nerv direkt verletzt werden, insbesondere wenn der Katheter in der Nähe eines Nervs platziert wird.
  • Druck auf den Nerv: Der Katheter selbst oder das abgeleitete Wundsekret können Druck auf einen Nerv ausüben und so zu einer Schädigung führen. Als Ursache für rechtsseitige Schulterschmerzen wird eine Nervenreizung vermutet, die durch den erhöhten Druck im Bauchraum mit Verlagerung der Leber entsteht.
  • Entzündung: Eine Entzündung im Bereich des Katheters kann zu einer Schwellung führen, die wiederum Druck auf die Nerven ausübt.
  • Narbenbildung: Nach der Entfernung des Katheters kann es zu Narbenbildung kommen, die Nerven einklemmt oder komprimiert.
  • Chemische Reizung: In seltenen Fällen kann das Material des Katheters oder die zur Spülung der Wunde verwendeten Substanzen eine chemische Reizung der Nerven verursachen.

Symptome einer Nervenverletzung

Die Symptome einer Nervenverletzung nach Wundkathetereinsatz können vielfältig sein und hängen von der Art und dem Ausmaß der Verletzung ab. Mögliche Symptome sind:

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  • Schmerzen: Schmerzen im Bereich des Katheters oder entlang des betroffenen Nervs.
  • Taubheit oder Kribbeln: Ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.
  • Muskelschwäche: Schwäche oder Lähmung der Muskeln, die von dem betroffenen Nerv innerviert werden.
  • Sensibilitätsverlust: Verlust der Fähigkeit, Berührungen, Temperatur oder Schmerzen im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs wahrzunehmen.
  • Brennen auf der Haut: Sehr schmerzhaftes Brennen auf der Haut, ohne Rötungen.

Diagnose von Nervenverletzungen

Die Diagnose einer Nervenverletzung nach Wundkathetereinsatz basiert in der Regel auf einer Kombination aus:

  • Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und der Symptome des Patienten.
  • Körperliche Untersuchung: Untersuchung des betroffenen Bereichs, um Sensibilitätsstörungen, Muskelschwäche oder andere neurologische Auffälligkeiten festzustellen.
  • Neurologische Untersuchung: Überprüfung der Nervenfunktion, z. B. durch Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) oder Elektromyographie (EMG).
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden, um die Nerven und das umliegende Gewebe darzustellen und andere Ursachen für die Symptome auszuschließen. Eine kernspintomographische Untersuchung ist unabdingbar um das die Beschwerden auslösende Problem zu erkennen und ggf. zu therapieren.

Behandlung von Nervenverletzungen

Die Behandlung einer Nervenverletzung nach Wundkathetereinsatz hängt von der Art und dem Ausmaß der Verletzung ab. Mögliche Behandlungsoptionen sind:

  • Konservative Therapie: Bei leichten Verletzungen kann eine konservative Therapie ausreichend sein. Diese umfasst in der Regel:
    • Schmerzmittel: Zur Linderung der Schmerzen.
    • Entzündungshemmende Medikamente: Zur Reduzierung der Entzündung.
    • Physiotherapie: Zur Verbesserung der Muskelkraft und Beweglichkeit.
    • Ergotherapie: Zur Anpassung an die Einschränkungen durch die Nervenverletzung.
  • Medikamentengabe: Gezielte Medikamentengabe an den gereizten Nerv im Sinne einer Wurzelblockade kann sich bewähren.
  • Infiltration: Betroffene Nerven(wurzeln) können mit einer Spritze gezielt infiltriert werden.
  • Chirurgische Therapie: In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu entlasten, zu reparieren oder zu rekonstruieren.
  • Narbenbehandlung: Epiduralen Wirbelsäulenkatheters nach Prof. Racz mit seiner narbenlösenden Wirkung. Unterspritzung des inneren Narbengebietes.

Prävention von Nervenverletzungen

Um Nervenverletzungen nach Wundkathetereinsatz vorzubeugen, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:

  • Sorgfältige Planung: Vor der Insertion des Katheters sollte der Arzt die Anatomie des Bereichs sorgfältig prüfen, um Nerven zu identifizieren und zu vermeiden.
  • Schonende Technik: Der Katheter sollte mit einer schonenden Technik eingeführt werden, um das Risiko einer direkten Nervenverletzung zu minimieren.
  • Korrekte Platzierung: Der Katheter sollte so platziert werden, dass er keinen Druck auf Nerven ausübt.
  • Regelmäßige Überwachung: Der Patient sollte regelmäßig auf Anzeichen einer Nervenverletzung überwacht werden.
  • Frühzeitige Intervention: Bei Anzeichen einer Nervenverletzung sollte frühzeitig interveniert werden, um weitere Schäden zu verhindern.

Spezifische Operationen und Nervenverletzungen

Einige Operationen sind mit einem höheren Risiko für Nervenverletzungen verbunden. Beispielsweise kann es bei einer Ohrspeicheldrüsenoperation sehr selten zu einer Beeinträchtigung des Gesichtsbewegenervs kommen, was zu Bewegungseinschränkungen im Gesicht führen kann. Bei Leistenhernien-Operationen können Nervenschäden durch Verletzungen oder Kontakt mit alloplastischem Material auftreten.

Wundheilung nach Operationen: Zusätzliche Tipps

Unabhängig von der Art der Operation gibt es einige allgemeine Maßnahmen, die die Wundheilung unterstützen können:

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  • Wunde sauber halten: Die Wunde sollte sauber gehalten und nach Anweisung des Arztes gereinigt werden.
  • Wunde schützen: Die Wunde sollte vor Druck, Reibung und Bakterien geschützt werden.
  • Wunde pflegen: Sobald die Wunde verschlossen ist, können Wundsalben oder Narbensalben aufgetragen werden, um die Haut elastisch zu halten und die Heilung zu unterstützen.
  • Nicht zu kalt und nicht zu heiß: Extreme Temperaturen sollten im Wundbereich vermieden werden.
  • Bewegen, aber nicht zu viel: Leichte Bewegung fördert die Durchblutung und die Wundheilung, aber übermäßige Anstrengung sollte vermieden werden.
  • Reibung vermeiden und nicht kratzen: Druck und Reibung auf der Wunde sollten vermieden werden, und die Wunde sollte nicht gekratzt werden.
  • Hausmittel: Honig, Zinksalbe, Aloe Vera, Kamillentee und Teebaumöl können die Wundheilung unterstützen, sollten aber erst nach Wundverschluss angewendet werden.
  • Vermeiden: Nikotin, Alkohol und Drogen können die Wundheilung verzögern.

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